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[Hefte 1-6] 3. Heft: Berliner Holzhauer und Beschreibung des Stralower Fischzuges

Full text: [Hefte 1-6]

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vor sich bet't, un ob es ihn nich sch�mt, selbst in
Iejenwart von die Personen zu beten, wo er sonst al-
lens Andre abmacht un wo ihn nischt nich genirt,
selbst vor de Frau un den Bruder oder den Vater
is et �ngstlich zu beten. Da sagt also de nat�r-
liche Stimme in uns schon: Iott willDir alleene
hiren.
Wockewitz. Du, da is ja hier inBerlin sonne
popelleere Schrift �ber die Furcht vor de Pietisten
erschienen?
Pudrich. Ja, die Hab' ick ooch bei meinen
Studenten, der bei mir in't Haus wohnt, jelesen,
die is aber sehr damlich, oder willdamlich sind, wie
mein Student sagt. Da stellen se sich drin an, als
ob det Volk blos Furcht vor de Pietisten hatte, weil
se beten un singen un immer det Maul voll bibel-
sche Spr�che haben, als ob et Schnaps w�re. Io
nich sehen! Zwar m��ten Die schon in jetz'ger Zeit
vor Narren jehalten werden, aber im Irunde wenn
Eener en Schafskopp sind will,denn kann er't sind.
Det r�hrt det Volk nich; det Volk is viel zu klug,
als det et sich von sonne Esels anstechen lassen sollte.
Aber die Sache is man die, wat det B�chelken so
dhut, als w��te't et nich: det Volk wurde dessent-
wejen unanjenehm, weil et recht jut wee�, det diejr��ten Frommen Heuchler sind, un ihre nieder-
tr�chtjen Witze zu weiter nischt treiben, als um
die Dunkelheit, die Dummheit wieder ufzubringen!
        
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