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[Hefte 1-6] 3. Heft: Berliner Holzhauer und Beschreibung des Stralower Fischzuges

Full text: [Hefte 1-6]

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ten st zwar k�nnen villeicht durch Vorsprache un nach
langen Loosen un Qu�len in 'ne Anstalt anbringen,
aber da waren se villeicht schon dodt jewesen, un denn
liebten wir ooch unsere Kinder un wollten se nich
jerne entbehren un ooch nich verbibeln lassen. Un
da sagt' ick zu meine Frau: H�r' mal, Iuste, sagt'
ick, seh' mal, Mtine Mutter hat mir immer erz�hlt,
det sie un Vater den preu�schen Staat nich blos mit
ihre S�hne aus de Patsche haben bringen helfen
�
denn meine beeden allsten Br�der sind jeblieben �
sondern ooch mit ihre joldne Trauringe. Die haben
se n�mlich, als se dazu aufjefordert wurden, uf de
Rejierung jebracht, un die hat ihnen eiserne Ringe
davor jejeben� Na un die eisernen Ringe, die sind
uns jeblieben, sagte Mutter immer, die Hab' ick noch
in'n Kommodenkasten zu liegen. Wee�te nu wat,
Iuste: ick versetze unsre joldnen Trauringe un koof'
uns en Paar eiserne, un die halten so lange unser
Ehejl�ck sest, bis mal der Himmel en Einsehen hat
un't uns beffer jeht, un wir die joldnen wieder ein-
l�sen k�nnen. Un det jeschah, ick versetzte un wir
konnten uf'ne Zeit lang wieder wohnen. Un denn
k�nnt' ick wieder arbeeten, so lange ick gesund blieb.
Referendarius. Ist denn Ihre Ehe nun trotz
der eisernen Ringe gl�cklich geblieben?
Derber. Ne! Ick willdet ooch nich det Ver-
sehen zuschreiben, aber sehn Se mal, Herr Refen-
darjus, uf de L�nge kann 'ne Ehe nich jl�cklich
        
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