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[Hefte 1-6] 2. Heft: Hökerinnen

Full text: [Hefte 1-6]

5Kleidern und Manieren nach, handeln wie sie, und
gehen nur dann wieder in ihr eigenes Ich (oder
Nichts) zur�ck, wenn sie beleidigt werden, oder ihre
Ehre durch Antastung der zu verkaufenden Fr�chte,
durch ein zu niederes Gebot auf ihre Forderungen,
und endlich durch die Bemerkung ihres Schlecht
-
Messens angegriffen worden ist. Sie tragen einen
weiten Rock mit Falten, ein Abbild des �ber ihm
liegenden Herzens, welches im Laufe der Jugend
Viele beherbigt hat, die es spater auch wie eine Her-
berge betrachteten, und daraus fortzogen, wenn es
ihnen beliebte. Ueber ihrem starken Leib tragen sie
als Ironie ein Leibchen, oder, um Deutsch zu
sprechen, ein Camisol, und um den Kopf, wieder
um ironisch zu sein, haben sie ein Tuch gebunden,
wiewohl sie doch nirgends ungebundener sein k�n-
nen, als grade dort.
Wir kommen nun zu den verschiedenen Klassen
der H�kerinnen. Man theilt sie ein in gangbare
(solche, die von Haus zu Haus ihre Waare feil
bieten) und in sihsame (solche, die an einem be-
stimmten Orte immer anzutreffen sind). Die letz-
tere Klasse zerf�llt aber wieder in zwei Unterabthei-
lungen: in budenbesihende und in budenlose.
Die budenbesihenden H�kerinnen sind die vornehm-
sten, die gangbaren die niedrigsten. Die Letzteren
sind gew�hnlich nock M�dchen, und M�dchen, die
oft bei einer Viertelmehe Aepfel 10 bis 15 Sgr.
        
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