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[Hefte 1-6] 5. Heft: Berliner Fuhrleute

Full text: [Hefte 1-6]

4Weise bis die Sonne untergeht, und f�hrt dann
wieder nach der Stadt zur�ck, deren Siegesg�ttin alle
Heimkehrende mit dem R�cken willkommen hei�t.
Die Charlottenburger sind, ohne dem Stra�en-
pobel zu nahe treten zu wollen, unstreitig die roheste
Klaffe aller Berliner Plebejer. Bei ihnen schimmert
nicht einmal, wie bei den Eckenstehern, durch ihren
physischen und geistigen Schmutz die Gem�thlichkeit
durch, sondern sie sind das vollst�ndigste personificirte
Register aller Gemeinheit. Saufen, Spielen und
Gedankenstrich
�
, so hei�en ihre Tugenden, in denen
sie sich t�glich zu vervollkommnen suchen, und ihre
blaffen Gesichter und tobten Augen sind das
sprechendste Bild innerer Nichtsw�rdigkeit.
Ihr Umgang untereinander ist ganz charakteristisch.
Maulschellen sind bei ihnen Versicherungen der Freund-
schaft, sich Fu�tritte geben hei�t bei ihnen h�chstens :
unangenehm werden, und wenn sie sich Augen aus-
und Arme und Beine entzweischlagen, so grollen
sie miteinander. Von dem vielen Anschreien
haben sie eine widerlich heisere Stimme bekommen,
und es ist, wenn auch komisch, eben nicht angenehm,
ihre verschiedenen Exclamationen zu hiren, von denen
ich hier einige mittheilen will.
�Ludet Heft De schonst heute zu ne Prise Toback
verdient? Bei det schlechte Wetter kommt keen
Mensch un keen Ochse, ick sitze hier janz alleene!"
        
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