Path:
[Hefte 1-6] 4. Heft: Köchinnen

Full text: [Hefte 1-6]

19
Dh�re, so setzte sie ihm regelm��ig jeden Abend den
Lorbeerkranz uffen Kopp. Un damit a� er nu Abend-
brodt un Allens, bis er zu Bette jung.
Ref. Zur Sache, zur Sache!
Dien st m. Nu kommt et jleich. Sehen Se,
Herr Refendar, nu jloobt ick erscht immer, mein
Herr w�re sehr jeitzich, weil wir kaum satt zu essenkrichten, aber wie ick l�nger da war, sah' ick denn
wol in, det er jar zu viele Ausjaben hatte. SehnSe, da kamen alle Morjen vier sonne Wischer, ickjloobe se hee�en Schurnale, davor mu�te er alle
Vierteljahre blechen. Aber des war noch nich je-
nuch! Alle Dage kamen sonne Rezenten, die davor
schreiben, un die fr�hst�ckten immer bei uns, und
denn lobten se meinen Herrn bis in Himmel rin,
un pumpten ihm an. Besondersch war da son Jude,
en jewiffer Dokter Rei�dir mit rothe Backen un
kohlschwarze Haare, en kleener dicker Puffet. Ick
konnte ihm nich leiden, so ufdringlich war er, un so
kriechend, un fra� sich alle Dage bei uns satt, un
der Herr mu�te ihm alle Dage Ield jeden un Bil-
lets. Also eenes Dages, wie de Madam krank war,
sagt mein Herr zu den Juden: �Doktor bleiben Se
heite bei mir zum Ilas Wein und leisten Se mir
Iesellschaft!" Darauf bleibt der Jude da. Wiese
un so det Abens sitzen un alle andern Schauspieler
schlecht machen, so stlhnt meine Madam aus't Bette
(die Stimmen nachahmend): �Lieber Ierrick, hir
mal!" Darauf sagt mein Herr: �Was willst Du
denn Amalje?" �Ach," st�hnt se weiter, �sitz'
doch nich so in den blo�en Kopp da! la� Dir doch
den Lorbeerkranz ufsetzen! Du verdienst ja zehn solche
dumme Lorbeerkr�nze!" Darauf antwort er: �Nu,
2*
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.