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[Hefte 1-6] 4. Heft: Köchinnen

Full text: [Hefte 1-6]

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Ref. Richtig; das Criminalgericht hat sie auf-
gehoben. Sie wissen also, da� die beiden Hemden
in Ihrem Koffer Ihrer Madame geh�rten?
Dienstm. Ja, .4. war drin.
Ref. Gut! Nun erz�hlen Sie, wie Sie glau-
ben, da� sie in Ihren Koffer gekommen sind.
Dienstm. Sehn Se, Herr Refendar, Sie
wissen doch, da� mein Herr ein Schauspieler auf's
Theater war, der alle die jro�en Rollen verspielte.
Wenn er nu des Morjens probirte, so stand er in de
Wohnstube vor den jro�en Spiejel, un seine Frau
sa� uf't Sopha un sah zu. Wenn er nu det eene
Been nich recht hielt, oder den Arm oder den Kopf,
so sagte sie ihn immer: en Bisken rechts, oder en
Bisken links, des sieht noch h�bscher aus! Manch-
mal stritt er mit ihr, manchmal sagte er ooch: Du
hast recht, liebe Amalje. Denn sagte sie wieder:
�Ueberhaupt mu�te immer Deine sch�ne Hand zu
zeijen suchen, lieber Ierrick, denn Ierrick nannte sie
ihm immer, ick wee� zwarscht nich, was des hee�en
soll, weil er jar nich Ierrick, sondern Thor hie�,
aberscht sie nannte ihm so. Wenn er nu det Abends
zu spielen hatte, so jab er immer mir un den Be-
dienten zwee Billets zu't Amsibientheater un sagte
uns: nu pa�t uf, wenn ich vorkomme, un denn
klatscht, wat't Zeich halt. Wenn's nu aus war, so
mu�'t ick schnell zu Hause, weil mir sonst de Ma-
dam en Zopp machte. Sehn Se, Herr Refendar,
nu kommt es. Nu stand in de Wohnstube eineKummode, wo de Madam ihre Hemden drin hatte,
und in dieselbe Kummode lag ein jr�ner Lorbeerkranz.
So wie er nun um neune oder halb zehne ankam,
un hatte seine Rolle runterjespielt, un trat in de
        
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