Path:
[Hefte 1-6] 4. Heft: Köchinnen

Full text: [Hefte 1-6]

4machen w�re. Wird das Dienstm�dchen nicht ihrer
Faulheit und Unehrlichkeit wegen ausgezankt, so be-
handelt sie die Kinder schlecht, vernachl�ssigt sie, ist
nicht reinlich, legt zu viel Holz an, nimmt zu viel
Kaffee, bleibt zu lange aus, wenn sie fortgeschickt
wurde, klatscht mit den anderen K�chinnen des Hau-
ses, �hat jewi� wieder mit ihren Soldaten usn Flur
jestanden!" kurz: Etwas findet sich immer, das der
waltenden Hausfrau Stoff zur Unzufriedenheit und
zum Zank bietet.
Es kann und darf nicht behauptet werden, da�
die Fehler der M�dchen f�r Alles fehlten, da�
sie nur in den Augen ihrer Herrschaft existieren.
Aber schon der Name �Madchen f�r Alles," der
nicht naiv, sondern charakteristisch entstanden, und
der so viel unverdiente Schmach und unverdientes
Elend documentirt, sollte die Damen doch zu hu-
manerer Behandlung ihrer Sklavinnen und zur Nach-
sicht mit ihren Schw�chen bewegen. Wie viel ge-
rechter wird die Forderung allgemeiner Freiheit, wenn
wir, von Institutionen aller Art Gedr�ckten, unsern
Untergebenen ihr Ungl�ck nicht noch durch rohe, ty-
rannische Behandlung verdoppeln, sondem ihnen
dasselbe durch Nachsicht und Freundlichkeit so viel
wie m�glich vergessen machen!
Nachdem ich noch einger�umt, ba� die Berliner
Dienstm�dchen l)gem ihren Colleginnen die Ge-
heimnisse ihrer Herrschaft mittheilen, 2) f�r ihren
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.