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[Hefte 1-6] 4. Heft: Köchinnen

Full text: [Hefte 1-6]

Berliner K�chinnen.
<�^ie Berliner K�chinnen oder Dienstm�dchen, in den
Zeitungen �M�dchen f�r Alles" genannt, sind in
den b�rgerlichen Familien zu sehr mit Arbeit �ber-
h�uft, um sich immer sauber halten zu k�nnen. Sie
m�ssen kochen, die K�che rein erhalten, die Zimmer
ausfegen und scheuern, Gange besorgen, Kinder war-
ten und wenn ihnen gar Abends eine Stunde �brig
bleibt, Str�mpfe stopfen. Alle vierzehn Tage aber
haben sie ihren Sonntag, und wenn sie dann Nach-
mittags mit dem Aufscheuern fertig geworden, dann
werfen sie sich in ihre prachtvollsten Kleider, legen
alle ihre Kostbarkeiten an, nehmen den reichlich mit
er�brigten Materialien gef�llten Pompadour unter
den Arm, und wandern am Arme des Geliebten vom
Militair nach Moabit oder einem anderen Lustorte,
wo gespielt, getanzt und Alles unternommen wird,
was man zu den Erholungen rechnen darf.
Ach, und der Erholung bed�rfen sie! Abgesehen
von aller Arbeit genie�en sie selten eine freundliche
Behandlung von der Herrin des Hauses. Denn die
Hausfrauen glauben nur dann recht t�chtig ihre
Pflicht zu �ben und ihren wichtigen Beruf zu erf�l-
len, wenn sie mit b�ser Miene umhergehen, immer
tadeln, immer treiben, immer Das laut werden las-
sen, was in der Stille eben so gut und besser abzu-
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