Path:
[Hefte 1-6] 1. Heft: Eckensteher

Full text: [Hefte 1-6]

9So verstreicht der Abend unter fr�hlichen Gen�s-
sen aller Art, von denen das Finale der sch�nste war.
Sind die z�rtlichen Eindr�cke der Freundschaft vor�ber,
so reichen sich unsereHelden dieHande, gehen ruhig nach
Hause oder in die Wache, und sitzen am andern Mor-
gen auf der steinernen Treppe eines Eckhauses; neh-
men aus der Seittntasche ihr St�ck Brod, einen
Schnitt Speck und die Schnapsflasche hervor, und
fr�hst�cken.
Verm�ge ihrerFaulheit sitzen sie ganz ruhig, wenn
Jemand naht und einen von ihnen dingen will;poma-
dig warten sie es ab, welchen der Fremde vorziehen
wird, und beneiden den Gew�hlten auch dann noch
nicht, wenn er mit dem verdienten Gelde heimkehrt;
denn sie haben sich ja, wahrend er tragen mu�te,
von ihrem Nichtsthun � ausruhen k�nnen.
Auch f�r die Liebe ist das Herz des Eckenstehers
ganz abgestumpft. Wenn jeder gemeine Soldat, jeder
Hausknecht, jeder Handlanger in Berlin sein Liebchen
hat, das sich des Abends vom Heerde losrei�t, um ein
St�ndchen mit dem Liebsten zu schwatzen und zu ko-
sen, und um ihm vielleicht mit dem er�brigten Bra-
ten u. s. w. eine seltene Mahlzelt zu machen, so wird
man nie einen Eckensteher sehen, der auch nur mit
einem M�dchen spricht, viel weniger kos't.
�
Da-
rin liegt eine eigene Charakteristik dieser Leute. Ihr
Herz ist nicht mehr weich genug f�r die h�heren G�-
ter der Erde; durch eine niedere Erziehung, durch im-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.