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Dritter Band Die Berliner Gewerbe-Ausstellung

Full text: Dritter Band

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Marie. Ei bewahre V�terchen! (schlagt ihr seelenvolles Auge
zu ihm auf und streichelt seine Hand.) Sind vielleicht der gestrenge Herr
Papa von dem vielen Anschauen ermattet und w�nschten unsere
M�digkeit, um Dero eigene zu schmuggeln?
Kaufmann Herzen (l�chelnd). Sch�fchen!
Marie (ziemlich laut). Meee!
Auguste. Aber Marie!
Marie. Mein Gott: ein bischen dummes Zeug kann man
mit neunzehn Jahren doch noch machen. Soll denn die Jugend
gar kein Recht mehr haben? Die alten, erfahrenen, hoch-
stehenden M�nner begehen so viele Dummheiten, da� die ganze
Welt erstaunt) dagegen r�mpft man die Nase, wenn einFr�h-
ling von zwanzig Jahren noch gr�ne Bl�tter unschuldvollen
Nebernmthes und Vl�then liebensw�rdiger Laune zeigt. Von
diesem Fr�hling verlangt man heut zu Tage schon Fr�chte der
Wissenschaft, vertrocknete, abfallende Bl�tter der Erfahrung,
oder gar die Schneedecke der Vlasirtheit. Nein, die Jugend
mu� wieder Jugend werden. Ich, zum Beispiel, habe schon
viel zu viel gelernt! Ich will aber auch von heut an gar
Nichts mehr lernen.
Auguste. Doch noch Singen? Das w�re doch schade
um deine sch�ne Stimme.
Marie. Auch nicht mehr Singen. Mu� denn jetzt Alles
forcirte Kunst werden, was h�bsche Natur ist? Jede Lerche,
statt sich sonnenvergn�gt aufzuschwingen, sitzt jetzt unter Stop-
peln und stoppelt sich Stimme und Methode zusammen, um in
dem Dunst der Stadt langweilige Concerte zu geben; jeder
Fink und jede Nachtigall, statt so reizend vom Blatte zu
        
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