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Dritter Band Eine Urwählerversammlung unter Wrangel

Full text: Dritter Band

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heit. Heine Freiherren w�hle ich, mit Ausnahme des Ge-
schlechts der Freiherren vom M�rz. (Bravo!) Und keine Ham-
melherren w�hle ich, denn ihr Schl�ssel pa�t zum Schlo�, aber
nicht zur Freiheit. Kammerherren sind die �rgsten Sclaven in
den Kammern. Ich w�hle auch keinen Pfaffen, denn die sorgen
f�r den Himmel, wenigstens sagen sie so, obschon wir noch
Nichts davon gemerkt haben. Wir wollen aber, da� unsere
Vertreteruns die Erde zum Himmel machen, damit man nicht
immer erst sterben mu�, um endlich 'mal selig zu werden. Und
ich w�hle mir Keinen, der immer ernst wie eine T�pfersch�rze
und tr�be wie ein Sumpf ist. Denn nur die heiteren Menschen
haben die sch�nsten Menschentugenden. Ernst ist jedes Thier-
gesicht, aber lachen kann unter allen Gesch�pfen nur der Mensch.
Ich w�hle mir so Einen, den man so einen herzlieben, braven
Kerl nennt und der mehr Gold im Herzen hat als im Sack.
Verstehen mu� er's auch, was er zu thun hat, das versteht
sich. Am meisten aber mu� der Wahlmann verstehen, da� des
Volkes Wille der einige und alleinige ist, und daf�r
mu� er sein Leben lassen, wenn's Noth thut. (Der Walter auf
der Stra�e pfeift die zehnte Stunde. Der Redner faltet die H�nde.) M�NNkl,
Mitb�rger, Freunde, Br�der, ich bitte Euch: w�hlt keinen
Nachtw�chter! (Heiterkeit und Beifall. Der Redner setzt seinen Hut auf
und spricht, indem er den Saal verl��t.) Guten Morgen, Mitb�r-
ger! Gu'n Nacht, Geheimerath von Karnickel! Schlafen
Sie wohl, Herr Vezirksvorsteher!
Pr�sident. Da sich Niemand mehr zum Wort gemel-
det hat, darum schlie�e ich die heutige Versammlung, (�lies
bricht auf.)
        
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