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Dritter Band Eine Urwählerversammlung unter Wrangel

Full text: Dritter Band

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Maulaffen feilhalten oder Kuchen fressen, was er gerade will.
Denn da� wir keine Vertreter f�r die Regierung oder f�r die
hundsgemeine, boshafte Aristokratie, oder f�r die Wucherer,
oder f�r die Philister, oder f�r die kriechenden Tintenseelen zu
w�hlen haben, sondern Vertreter des Volkes und des
VolkSwillenS, das sieht selbst ein deutscher Gelehrter ein!
F�r Alle sitzt der Vertreter da, und also mu� er den Willen
Aller als einzigen und alleinigen Willen anerkennen.
Ob er das thut, darnach zuerst fragt jeden Wahlmann und
Deputirten. Und wenn er dann antwortet etwa wie: mochte,
k�nnte, d�rfte, sollte, und �Vereinbarung", und �Wahlgesetz
vom 6. December", und �hohes Ministerium", und �nur zur
Revision und Vereinbarung", so lacht ihm in's Gesicht und
gebt ihm Eure Stimme mit dem Munde, indem Ihr laut:
�Schwachkopf" ruft, aber nicht in die Wahlurne. Ich will
mir ein Sommerquartier in Sibirien miethen, oder Kammer-
diener beim K�nig von Neapel werden, wenn's kein Rhinozeros
oder Vielfra�, oder ein Fuchs mit zwei Beinen ist. (Vravo!)
Und was ich Euch noch sagen wollte. Ich w�hle keinen zum
Wahlmann, der viel Geld hat. Denn da die Leute falsches
Geld machen, so revanchirt sich das Geld und macht falsche
Leute. Und ich w�hle keinen von den sogenannten Vornehmen.
Denn die Vornehmen sind meist Solche, die sich Alles vorweg-
nehmen und sich Viel vornehmen und Nichts thun. Der,
den wir w�hlen, kann einen schlechten Mantel haben, wenn er
ihn nur niemals nach dem Winde getragen hat. Keinen feinen
Rock, aber eine feine Seele mu� er haben, die sich nicht um
das eigene liebe Ich dreht, sondern verliebt ist in die Mensch-
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