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Dritter Band Eine Urwählerversammlung unter Wrangel

Full text: Dritter Band

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zur Vereinbarung f�r die Wahlen gereicht hat. Der f�nfte,
der kleine Finger, ist der fromme Christ und die breiteste christ-
liche Staatsgrundlage. Das ist wieder ganz in der Ordnung.
Fromm m�ssen unsere Wahlm�nner sein, denn die Frommen
bed�rfen alle Tage ihrer Seelsorger in den Kirchen und Bet-
hau fern, und so haben wir die Hoffnung, da� uns die from-
men Wahlm�nner keine Pfaffen zu Volksvertretern und Gesetz-
gebern machen. Und Christ mu� der Wahlmann auch sein,
das versteht sich, denn der Christ w�hlt einen Christen zum
Abgeordneten, und was sollte der Abgeordnete sonst sein, wenn
er kein Christ w�re ? Ein Jude w�rde die ganze alte Schweinerei
nicht in die Hand nehmen wollen, die wir fortschaffen m�ssen;
ein Heide w�rde die alten G�tzenbilder der Tyrannei nicht st�r-
zen wollen, und ein Muhamedaner w�rde uns zu viele Weiber
in die Kammer schicken, da wir doch jetzt um so mehr M�n-
ner gebrauchen, als sich die linke Seite, in welcher das Herz
f�r's Volk schlagt, gegen die Rechtsgr�nde der Kanonen und
Bajonette zu vertheidigen hat. (St�rmischer Beifall.) Wie ich
schon ein Mal gesagt zu haben glaube: der Geheimerath von
Karnickel ist ein ehrenwerther Mann, und er hat ganz und gar
daf�r gesprochen, da� Ihr mich zum Wahlmann w�hlen sollt.
Ich bitte Euch, thut's, denn wo der Teufel los ist, wie bei
uns, da ist der Gott gefesselt, und es geh�ren noch ganz andere
H�nde dazu, ihn von der Bande zu befreien, als die f�nf
Finger eines Karnickels. Ich bitte Euch, w�hlt mich, denn ich
habe einen guten Willen, der mehr Talent ist, als manches
Talent guter Wille. (Langanhaltender Beifall.)
        
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