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Dritter Band Eine Urwählerversammlung unter Wrangel

Full text: Dritter Band

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erst eben so trivial geworden sein, da� Ordnung und Ge-
setz nicht mehr m�glich sind ohne Freiheit. (Enthu-
siastischer Beifall.) Wir wollen die sch�ne, br�derliche Freiheit,
die Freiheit in uns er m Gesetz: das ist der heilige Krieg, den
wir fuhren, das ist der g�ttliche Sieg, um welchen die Menschheit
der Menschheit wegen Gut und Blut opfern mu�. Wir treten
heute nun zu einem neuen geistigen Kampfe hervor. Wir sollen
zun�chst die Wahlm�nner w�hlen, aus deren Wahl die Ver-
treter hervorgehen, in deren Hand wir die h�chsten G�ter des
Lebens, unser h�heres Leben selbst legen. Ich werde die Debatte
ganz unparteiisch leiten, daS versteht sich von selbst, aber ich
habe dennoch die Verpflichtung, noch ein Mal bei Ihnen anzu-
fragen, ob die Majorit�t einen Pr�sidenten mit der von mir
ausgesprochenen politischen Gesinnung will. (Der gr��te Theil
der Versammlung erhebt sich.) Ich bleibe Vorsitzender dieser
Urw�hlerversammlung und gebe zun�chst dem B�rger Karnickel
das Wort.
Eine Stimme. Karnickel f�ngt wieder an! (Gel�chter.)
Geheimerath von Karnickel. Ich mu� zuv�rderst dem
Pr�sidenten bemerken, da� ich nicht Karnickel hei�e, sondern
da� mein Name: von Karnickel lautet.
Pr�sident. Der Adel ist von unfern preu�ischen Ver-
tretern pure abgeschafft und von unsern deutschen Vertretern als
Stand abgeschafft. Es ist dies nach meiner Auffassung ein und
dasselbe. Denn wenn man einen Zahn auszieht, so zieht man
ihn mit der Wurzel aus; wenn man die Censoren als Stand
abschafft, so ist auch die Censur aufgehoben; wenn man die
W�lfe und F�chse vertilgt, so kann man nicht ihre Schnauze
        
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