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Dritter Band Aus dem Tagebuche Berlins

Full text: Dritter Band

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Scheef. Ick wer' Dir jleich! Als ick eben jeboren war,
strampelte ick mit de Veene, drehte mir zu meine Mutter um
un sagte: Wie so?
Kalb ach. Wat hat'n Deine Mutter dadruf erwiedert?
Scheef. Sie sagte zu mir: Junge, nu dreibe Dir in de
Welt rum un drinke nich zu ville!
Schweppke. Een jehorsamet Kind biste ooch nich jeworden.
Scheef. Erlaube mal erst, wat ick wieder daruf jeantwort't
habe. Ick sagte: Man kann jar nich zu ville drinken! Un
daruf drehte ick mir wieder um un sagte: Amme, Schnaps!
Kalb ach. Kinder, mir is etwas quabblich zu Muthe.
Scheef, borje mir mal Deine Karline en Oojenblick; ick will
Dir keenen Schaden dran dhun.
Scheef. Ne, laa� man! Aber wenn Dir quabblich iS,
denn jeh' doch uf de Spittelbr�cke un angele Dir en paar Sar-
dellen.
Kalbach. Wie so 'den da Sardellen?
Scheef. Det wee�te noch nich? Nu seh' mal! Ick habe
ja da vor vier Wochen zwee St�ck Sardellenb�cke in de Spree
jeschmiffen, un die haben jetzt alle Stekerlinge veredelt.
Schweppke (l�chelnd). Na h�re, Du bist heute wieder jut
bei L�je!
Scheef. Wenn De zweifelst, stech' ick Dir Eene, un zwar
'ne Jute. Ick habe so neulich erst Eenen Eene bei Mewessens
jeftochen, da� der Kerl mitten durch 'ne zujemachte Tonne flog.
Apriko!habt Ihr denn schon den neuen Kunstst�ckmacher drau�en
jesehen!
Kalbach. Non oder Ne! such' Dir aus.
        
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