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Dritter Band Aus dem Tagebuche Berlins

Full text: Dritter Band

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Gingabe eines Nachtw�chters an das (5riminalgericht.
Hochwohlgeborner k�nichlicher Direktor!
K�'nichlicher Kriminal!
Wie so, Herr Direktor? Kann ich ein beleidigter Vater
sind, oder nicht? Mein Sohn Ludwig Ferdinand Joseph Kop-
pert, 12 Jahr alt, ist vor 4 Wochen arrettiret, zur Polezeih
gehf�hret, und kann ihm aus meiner Arbeit nicht m�ssen, denn
wenn ich des Nachts mein Amt verwalte, wie mir dieses Ver-
h�ltni� bereits zw�lfJahr lang zu Theil jeworden ist, so mus
ich meinem Sohn, Ludwig Ferdinand Joseph Koppert am Dage
haben, Das muss ich, Herr Kriminal!! Er mu� mir als
Loofbursche wat verdienen, denn au�er ihm w�nschen noch mehr
zu essen, und davor hat ihn der liebe Gott seine F��e gege-
ben!!! Mein Aeltfter mu� sich mit des Ausreimen von M�ll-
kuten nothd�rftig satt machen, und ein Jeder mu� wat mit
anschaffen. Ich n�hre mir mit Leidwesen! Herr Kriminal!
Als rechtschaffener Feld Kriegs Knecht fordere ich meinen
Sohn Ludwig, Ferdenand Joseph Koppcrt 12 Jahr alt in mei-
ner Wohnung zur�ck! Denn ich habe 22 Jahr als Kriegs
Mann gespielt, und f�r dieses Spiel von redlichen Aeltern
erzogen, �rgert mir zwar nicht, doch glauben kann ich, meinen
Sohn frei zu verlangen als J�ngling!! Dieser sowohl, als
meine 4 St�ck S�hne im Ganzen, sollen mein K�nichlich Preu�i-
sches Vlut auch noch nach meinen Tod als ein B�rger und
Soldat in K�nichlich Preu�ischen Staaten fortpflanzen, han-
deln!�.'�:
18"
        
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