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Dritter Band Aus dem Tagebuche Berlins

Full text: Dritter Band

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4. Masken-Wein. Diese intressante Feuchtigkeit, welche
aus den Wcinberjen Hintelpommerns entspringt, ist jut
zu benutzen, bevor man in'n Winter uf de Redoute jeht,
indem man solche Iesichter danach schneide, da� einen keen
Mensch erkennen kann, selbst keen Polzeizerjant.
5. Wende-We'n. Schmeckt �u�erst pikant, mu� jedoch
sehr vorsichtig, und besonder� nich vor den Schlafenjehn
jenommen werden, da er sich, wendet man sich nich alle
zehn Minuten im Vette um, durchfri�t, waS sehr
st�rend is.
6. Telegraphen-Wein. Wenn man von diesen Labelrank
einen Droppen uf des Pflaster der Dorolhcenftra�e jie�t,
so schl�gt der Berliner Telcjraph die H�nde �ber'n Kopp
zusammen, und dr�ckt die Wolle: �Iott, wie wird mich!"
bis (5�ln aus, von wo aus wieder eine �hnliche n�tzliche
Nachricht kommt.
?. Gubener Studir-Wcin. Dieses Ietr�nk wird wcnijcr
f�r de Kehle, als f�r de Wissenschaft benutzt. Witt man
sich vor einer nothwendijen Arbeit, zum Beispiel vor'S
Eramen, nich durch Verjn�jungen ablocken lassen, sondern
ochsen, damit man sp�ter en juter Beamter wird, so
tr�ppelt man eenen E�l�ffel von die Corte uf seinen
Arbcitbstuhl un seht sich oojenblicklich nieder. Man llebt
uf ack't bis neun Dage fest, und es iS mit Iefahr und
andern Unannehmlichkeiten verbunden, sich loszurei�en.
6. Criminal-Wein. Wenn man zw�lf Flaschen dieser
moralischen Sorte in ein Iefaugni� legt, so jeftehen am
Dage s�mmtliche Verbrecher. Auch die Demajogen jeftehen.
        
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