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Dritter Band Aus dem Tagebuche Berlins

Full text: Dritter Band

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P. Ach so, ick dachte, ick sollte Ihnen nachsprechen. Evan-
jelisch !
Ref. Sind Sie schon einmal in Untersuchung gewesen?
P. Ne, Iott bewahre ! Zwee Mal! Eenmal wie ick keene
Arbeet hatte, untersucht ick mir, ob ick nich von'n Wind leben
k�nnte, un kurz druf war ick hier inUntersuchung, weil ick mir
bei einen reichen B�cker zwee Dreijroschenbrodte jeborcht hatte,
ohne ihm wat zu sagen. Ach ja, und't dritte Mal war ick hier
ooch in Untersuchung, weil ick en Hufeisen jesunden hatte.
Ref. Darum in Untersuchung? Sie sind wohl n�rrisch?
P. N�rr'sch? Wie? IIott bewahre! Nich so narr'sch
wie Sie (cr hustet) jlooben m�gen. Ick fand en Hufeisen uf de
Stra�e, un wie ick't mir zu Hause recht ansah, war en Pferd
dran. Des war Pech nat�rlich! Un sehen Se, da fragte mir
der Riechter, ob ick nich jenug Absatz hatte? Na, da sagt' ick
nat�rlich, unter jeden Stiebel man eenen! Un denn fragt er
mir, ob meine Waare in't Ausland jinge? Na ob! sagt' ick:
wenn se de Handwerksburschen anhaben, jehen se in't Ausland '
Ref. Genug! Genug!
P. Sch�n ! (Er dreht sich um und will gehen.)
Ref. Halt! Sie sind noch lange nicht fertig.
P. Ach so, ick dachte, Sie h�tten jenuch an meine Unter-
haltung. Na, is et nich, ooch jut! Denn wer' ick Ihnen noch
ein paar Ieschichten erz�hlen. Lieben Sie de jraulichen, denn
will ick Ihnen eene vordragen, die mir selbst mit meine Frau
un drei Kinder passtrt ist, wie wir auS't Haus jeschmissen wur-
den, weil wir nich jleich drei Dhaler Miethe bezahlen konnten.
Zuf�llig war jrade sehr sch�nes Wetter, und der Wirth wollte
        
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