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Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

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aber auch gesehen: wer konnte glauben, da� es nur in der
Absicht unternommen, einen solchen Scherz mit ihnen zu treiben?
Herr Gr�nspan, der geniale Materialist, hatte sich mit H�lfe
des Dienstm�dchens, mit welchem er zuvor in der K�che char-
mirte, die Nachtkleider der seligen Muhme angezogen. Er legte
dieselben jetzt vor Aller Augen wieder ab, und glaubte nun
sein Lob �ber den h�chst geistreichen Einfall aus jedem Munde
hervorstr�men zu h�ren.
Wie gro� war daher sein Erstaunen, als ihn s�mmtliche
M�nner w�thend anfuhren, zwei von ihnen die Flur- und
Hausth�re �ffneten, und die andern ihn ohne Weiteres hin-
auswarfen! Ihn, den lebensfrohen Diener aus dem Material-
laden nebenan; den bisher Alle als einen ausgezeichneten Geist
betrachtet und bewundert; �ber den sie hundert Mal gelacht
hatten; von dem sie mit zwei Bowlen trefflichen Punsches be-
wirthet waren, und der den Spuk nur in der gewissen Vor-
aussetzung unternommen, einen herrlichen Scherz, oder, wie Er
dachte, Witz damit zu machen!
Der geniale junge Mann stand drau�en wie versteinert,
sch�ttelte den phantasiereichen Kopf, sah sich das Knake'sche Haus
noch einmal an, und ging dann, ein wenig unzufrieden mit sich
selbst, in seinen Laden hinein, der eben vom Lehrburschen ge-
schloffen werden sollte.
Drinnen im Trauerhause aber wurden H�te und Hauben,
St�cke und Umschlaget�cher zusammengesucht. Alle waren ver-
stimmt; Henriette und Emmeline Kurisch weinten. Man w�nschte
sich eine gute Nacht, sch�ttelte sich die H�nde und ging schwei-
gend nach Hause,
        
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