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Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

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Schurke, wer nicht verzeiht, wer noch den mindesten Groll auf
den Andern hat!"
Diese eben so gl�ckliche wie k�hne Wendung konnte ihren
moralischen Zweck nicht verfehlen! Alle Anwesenden folgten dem
sch�nen Beispiele des Herrn Gr�nspan, ergriffen schnell ihre
Gl�ser (mit Ausnahme der Madame Sliebeke, welche ihr eng-
lisches zerbrochen hatte), und riefen mit kaum zur�ckzuhaltender
Freude: �Ein Schurke, wer nicht verzeiht, wer noch den min-
desten Groll auf den Andern hat!"
�Wir wollen uns Alle niedersetzen, und ein Lied anstim-
men!" rief der kleine Drechslermeifter Hamplich mit heiserer
Stimme. �Ich schlage vor," s�gte er hinzu, indem er auf
einen Stuhl h�pfte, �Freut euch des Lebens, des Lebens! Das
ist ein h�bsches Liedchen, und das k�nnen wir Alle, k�nnen
wir Alle."
Die Gesellschaft sang hierauf: Freut euch des Lebens, freilich
nicht in vollst�ndiger Harmonie, da sich Herr Webermeister
Stiebeke nicht mehr genau auf die Melodie besinnen konnte,
und deshalb zuweilen eine andere, wenn auch eben so h�bsche,
hineinmischte. Dagegen war er der Einzige, welcher im Takte
blieb, was ihm dadurch gelang, da� er fortw�hrend mit der
flachen Hand auf den Tisch schlug. Der Unteroffizier Neumann
und Madame Hamplich entfalteten w�hrend dieses Gesanges zwei
tieft und vollt�nende Baffe, welche gegen die schneidend hellen
Diskantstimmen der Demoisellen Henriette und Emmeline Kurisch
sehr gut geklungen haben w�rden, wenn diese nicht zu sehr
geeilt h�tten, und nicht immer um zwei Takte voraus gewesen
waren. Einen eigenen Reiz hatte au�erdem die Stimme des
        
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