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Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

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Ein milder Veurtheiler hatte die beiden sich sehr ahnlichen
Demoisellen Kurisch vielleicht sanfte Wesen nennen d�rfen; da�
aber Begebenheiten vorkamen, welche auch ihre Galle aufregen
konnten, w�rde er nie geleugnet haben, w�re ihm daS Gl�ck
zu Theil geworden, fie naher kennen zu lernen. Eine solche
Begebenheit nun war die eben erw�hnte Maulschelle, welche
-Herrn Gr�nspan wurde.
Sie sielen also mit erhitzten Gesichtern �ber Madame Hamplich
her, um ihren Anbeter zu r�chen, wurden indessen von ihrem
vern�nftigen Vater, dem Victualienhandler Herrn Kurisch, mit
aller m�nnlichen Kraft und v�terlichen Gewalt zur�ckgeworfen.
Wie wir wissen, hielt Herr Knake, der Gastgeber, sehr auf
Anstand. Von diesem Standpunkte ausgehend, trat er mit all
jener W�rde, welche seinem Wesen eigenth�mlich, unter die in
mannigfacher Art sich n�hernden und absto�enden Personen und
stiftete mit thatigster H�lfe de� Herrn Kurisch und deS Unter-
offizieres Neumann Frieden und Ruhe. DieS war freilich nicht
so leicht geschehen, wie diese Worte geschrieben sind, allein es
geschah, und die Phantasie deS Lesers mu� aushelfen, wo die
Feder des Verfassers oder der Pinsel des Malers unverm�gend
sind, der schnell sich gestaltenden und wechselnden Wirklichkeit
zu folgen.
Die pers�nliche Ber�hrung, welche der lebensfrohe Mate-
rialist von Madame Hamplich empfangen hatte, konnte einen
so wohlgeordneten und immer fertigen Geist nicht verwirren.
Man sollte eS kaum glauben, aber eS ist wahr, da� Herr Gr�n-
span im ersten Augenblicke deS Waffenstillstandes sein volles
Glas ergriff, und, eS in die H�he haltend, ausrief: �Ein
        
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