Path:
Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

204
eine Schmeichelei, oder k��te sie auf den starklippigen Mund,
so blinkte er heimlich l�chelnd Emmelinen zu, als foppe er
Jene blos und best�rke sie in ihrer n�rrischen Einbildung, und,
umgekehrt, machte er es mit Henrietten. Er sa� ihnen auf
dem R�cksitze gegen�ber und wendete sich kosend und scherzend
von Einer zur Andern, und jede Schwester, welche die Liebes-
spenden Gr�nspans mit trockenem Munde ansehen mu�te, wollte
sich innerlich vor Lachen �bersch�tten, da� ihre Schwester so
genarrt wurde, und Diejenige, welche gerade an der Reihe
war, hatte doppelten Genu�, denn sie glaubte, ihre Schwester
m�sse jetzt vor Neid ersticken.
Nur ein einziges Mal, als Henriette zufallig zum Wagen-
fenster hinausgesehen, konnte sie nicht bemerken, da� Herr
Gr�nspan ihrer Schwester, auf sein Herz deutend und einen
schw�renden Blick gen Himmel werfend, den Vorzug gab. Da-
gegen konnte auch Emmeline, als diese zuf�llig zum Wagen-
fenster hinaus eine Bekannte gr��te, nicht bemerken, in welcher
Weise Herr Gr�nspan Henrietten den Vorzug gab, und zwar
durch eine sehr bedeutende und nicht mi�zuverstehende Z�rt-
lichkeit.
Die G�ste waren kaum in die Th�r der zum Salon ver-
wandelten Werkst�tte des Herrn Schuhmachers Knake getreten,
als Derselbe ihnen etwas pathetisch entgegentrat und sie freund-
schaftlichst ersuchte, ihm und seiner Gemahlin den heutigen
Abend zu g�nnen. �Meine Frau,
"
sagte dieser Mann, welcher
sich unter allen Umst�nden immer sehr anst�ndig benahm, �meine
Frau hat zum Sonntag 'ne sch�ne fette IanS jekooft, un die
wollen wir heute drufjehen lassen. Thun Sie mir den Iefallen,
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.