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Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

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Dinge mit einem Blicke �berschauen, welche schnell erw�gen und
handeln, und recht gut zwei Gegenst�nde anfassen k�nnen, ohne
sich zu verwirren. Namentlich war Herr Gr�nspan in Sachen
deS Herzens oder vielmehr der sogenannten Courschneiderei be-
wandert. Er, den alle Dienstm�dchen der Umgegend nicht an-
ders als den holden Syrups-I�ngling mit der nassen Sechst *)
nannten; Er, der keine D�te Pfeffer auS dem Kasten zog und
keinen Hering auS dem Fasse griff, ohne bei �berreichung der�
selben in feuerrothe und zuweilen auch etwas schmutzige Wan-
gen zu kneifen; Er, der kein Viertelpfund Zucker f�r sieben
Dreier in starkem blauen Papier fortgab, ohne seinen Arm um
eine Taille oder wenigstens um die H�lfte dieser Taille zu
legen; Er, der selbst auf einen Pfennmg Lorbeerblatter etwas
Liebe zugab, und der wirklichder Meinung war, als er einmal
von materieller Liebe gelesen hatte, dieselbe sei von einem Ur-
Collegen erfunden worden: Er hatte in Verlegenheit gerathen
sollen, zweien gleich liebedurftigen Jungfrauen auf ein Mal den
Hof zu machen? Nein, das sah keinem Diener einer Material-
und Italiener-Waaren-Handlung �hnlich, geschweige einem Gr�n-
span, der eS in dieser Hinsicht wahrhaft verdient h�tte, mit
allen den Lorbeerbl�ttern bestreut, ja gespickt zu werden, welche
er zu verkaufen hatte.
Er l�ste also seine Aufgabe so geschickt, wie man eS von
einem solchen Talente erwarten konnte. Sagte er Henrietten
*) Herr Gr�nspan trug in der That die eine Locke seines Haares
wie eine 6 auf der Stirn. D. B.
        
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