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Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

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sehr abgelebte, lebensm�de, sich langweilende Augen, dagegen
that sich die Nase vorteilhaft hervor, theilS durch ihr nat�rliches
Selbst, n�mlich durch ihre umfangreiche Gestalt
�
denn sie
sah gerade aus, als h�tte ihm Jemand mit der Faust in's Gesicht
geschlagen und selbige Faust w�re fitzen geblieben � theils durch
einen Rubin, welchen sie trug. Derselbe war, wie jedem tiefer-
denkenden Physiognomiker einleuchten mu�te, nicht nat�rlich,
sondern k�nstlich, und zwar durch den etwas hausigen Genu�
des gebrannten Wassers hervorgebracht worden.
�Die geehrten Anwesenden," sagte er mit sehr angegriffener
und belegter Stimme, ohne irgend ein Wort mehr oder weniger
zu betonen, �welche so g�tig sein wollen, der nunmehr seligen
Jungfrau Magdalena Luise Erncstine Knaken die letzte Ehre
zu erweisen, frage ich hiermit ergebenft an, ob es Ihnen beliebt,
die Todte noch einmal zu sehen?"
ES meldete sich Niemand; Alle schwiegen.
Der K�ster setzte seinen dreieckigen Hut wieder auf, ging hinaus
und befahl, den Sarg unges�umt zuzumachen, und in den Leichen-
wagen zu schieben, welcher bereits mit drei Trauerkutschen und
den andern der G�ste auf der Stra�e wartete. Als dies geschehen
war, ging der schwarzgekleidete Subaltern-Veamte Gottes wieder
zur�ck, legte seinen Hut mit der langen Kreppfahne auf einen
Stuhl, nahm ein Papier aus der Tasche und las: �Die geehrten
Anwesenden, welche so g�tig sein wollen, der Jungfrau Mag-
dalena Luise Ernestine Knaken die letzte Ehre zu erweisen, wer-
den hiermit ersucht, derselben in folgender Ordnung zu folgen:
In den ersten Wagen kommen der B�rger und Schuhmacher-
meifter Herr Knake und dessen Sohn Eduard; in den zweiten
        
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