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Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

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Zug, und da lass ich mir sobald nich st�ren, sobald nich st�ren;
immer enzwee, AllenS enzwee ! An die janze Ieschichte is �ber-
jenS bloS mein Frauchen mit ihrer Hitze schuld! nur durch
ihre Hitze bin ich jejen den Disch jefallen."
Man sieht durch die Benutzung des Wortes gefallen statt
geworfen sehr deutlich, wie gut Herr Hamplich gegen seine
Gemahlin gestimmt war, und wie fein er jene Unart mit dem
Sto�e zu entschuldigen oder vielmehr zu verdecken suchte. Er
trippelte auch jetzt noch von Diesem zu Jenem, machte scherz-
haste Bemerkungen �ber seine Ungeschicklichkeit und wendete sich
dabei, mit den Fingern der rechten Hand gegm die linke Faust
schlagend, immerfort bald links, bald rechts. Herrn und Ma-
dame Knaken versprach er Ersatz des zerbrochenen Sanit�tsge-
schirres, wie er dasselbe nannte, tr�stete die andern Damen der
begossenen Kleider wegen, und drohte dem handfesten Unter-
offizier Neumann, indem er schelmisch l�chelnd hinzuf�gte: Sap-
perloterchen, Sie, Unteroffizier! Sapperloterchen ! Sie haben
Das sicher aus Witz jethan, sicher aus Witz, da� Sie mir die
Hand so dr�ckten!"
Die Gesellschaft war noch nicht v�llig wieder beruhigt, als
sich der K�ster durch die neugierige Menge der Kinder, Dienst-
m�dchen und Ammen auf dem Haussture dr�ngte, die Leichen-
tr�ger um die Todte poftirte, und in das Knake'sche Gaftzim-
Mer trat. Er blieb an der Th�re stehen und nahm seinen
dreieckigen Hut ab, von welchem der lange Trauerflor wie eine
Fahne abstatterte, unter der man ihm in das gelobte Land, zu
ewiger Freiheit folgen sollte. Sein Geficht, welchem er in jedem
Augenblicke einen h�chst tragischen Anstrich geben konnte, zeigte
        
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