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Dritter Band Begräbnißtag in einer armen Familie

Full text: Dritter Band

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gn�gt die H�nde reibend, zum Kaffeetisch setzte. �Lassen Sie
sich nicht st�ren, Verehrungsw�rdigste," sing er an. �Ihre
Unterhaltung betraf gewi� die alte Muhme, welche da drau�en
ihr neues Logis bezogen, das einzige, f�r welches man keine
Miethsfteuer bezahlt, nicht wahr? Sprechen Sie gef�lligst weiter,
aber, wenn ich bitten darf, nicht traurig. Sie ist por�u, das
ist wahr, aber darum dieserhalb deswegen keinen Jammer nicht.
Ein gro�er Philosoph des Alterthums weinte nur bei einem
neugeborenen Kinde, bei einem Roggenkorn zum dereinftigen
Backfisch, aber bei Todten freute er sich, da� diese die Leiden
dieses Erdenlebens �berstanden hatten. Seien wir also wie
dieser Philosoph, meine Herrschaften. Keine Thr�ne! Kurz
ist der Schmerz und ewig das Plaistr!"
�Der Mensch ist jar nich eeklig,
" fl�sterte Henriette Kurisch,
die �lteste Tochter des Victualienh�ndlers Herrn Kurisch, eine
kleine, runde Blondine mit zwei starken, kirschrothen Wangen
und eben so vielen gro�en, hervorquellenden Augen.
�Mirgefallt er ooch pansabel," antwortete ihre Schwester
Emmeline, ebenfalls eine kleine, runde Blondine mit zwei star-
ken, kirschrothen Wangen und eben so vielen gro�en, hervor-
quellenden Augen. Beide waren in physischer und geistiger
Hinsicht sich so �hnlich wie ein Strohhalm dem andern. Was
die Eine an Verstand n�thig hatte, fehlte der Andern, und sogar
in ihren etwas schlotterig sitzenden Kleidern, in ihren Leiden-
schaften und W�nschen waren sie ganz dieselben. Was die
Letzteren betraf, so concentrirten sich alle Hoffnungen HenriettenS
in einen Mann, und Emmeline gestand sich in den Stunden
        
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