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Dritter Band Die Berliner Gewerbe-Ausstellung

Full text: Dritter Band

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Piefke. Ich bin m�de, Wohljeboren: ich kann nich mal
mehr hochdeutsch sprechen, so mnde bin ich. Lassen wir die
Voomwolle un Wolle, den Parchent, die Pferde- un Menschcn-
dccken, die wundervollen Wollen-Mosaike von Fawobert, die
N�h'- un Strickseide, die Chenillc, die bunten Tapeten un die
Madratzcn, worauf die vornehmen Deutschen schlechter schlafen,
wie die arbeitenden Deutschen uf Stroh, wie wohl sie Alle
schlafen, un jehen wir zu Hause. Die Kunst is zu lang, das
Leben zu kurz, un leben is doch de Hauptsache von den janzen
bunten Mischmasch, den man Welt nennt.
Hofrath Q. Aber die Fortepiano's haben wir uns jar
nich besehen !
Piefke (zieht den Hofrath fort). Kommen Sie! Wenn ich die
Entz�ckungskasten nachher s�mmtlich in Brand stecken d�rfte,
m�cht' ich mir wohl die M�he jeben, sie alle zu Probiren. Ich
liebe, bei Gott! die Musik; aber des verdammte ewije Iedu-
dele in Deutschland mu� en Ende nehmen, bis ... der Tert
inOrdnung is. Die Melodie sind't sich dann schon von selber.
Edle Frauen singen heut zu Tnge ihren M�nnern nur Frei-
heitslieder vor. Die Liebe is fertig. Die Freiheit noch nich.
(Ockt hinaus) Adje aristokratisches Oberhaus der Industrie! Sei
jetrost! Wenn hier auch noch Gold un Silber un Seide am
meisten vertreten werden, so sind doch schon so viel freisinnige
Elemente inDir, da� die Erl�sung nich lange ausbleiben kann.
Vorw�rts, Rath des Hofes! Sehen Sie: niedliche K�rbe von
Teuscher. M�chte doch jede deutsche Jungfrau dem Freier
einen Korb jeben, der kein Freier is!
        
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