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Dritter Band Die Berliner Gewerbe-Ausstellung

Full text: Dritter Band

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Willem, nimm Du Dir eine; vor so 'nen dummen Jungen is
des waS; die sammeln se sich.
Oberst v. E. Wie gefallen Ihnen dort jene Metallbuch-
staben von Schneider und Steinthal?
Grafin v. C. Sehr gut, obschon jetzt alle Buchstaben
Metall-Vuchftaben sind. Wir schreiben mit Stahlfedern. Die
dumme Gans, die sich rupfen und braten l��t, ist in dieser
Beziehung aus der Mode gekommen. Eben so wie der Krieg.
Mit dem kleinen, aber scharfen, zweischneidigen Schwerte der
Stahlfeder k�mpfen wir jetzt gegen die Rohheit und Unter-
dr�ckung. Doch: sehen Sie hier diese Pokale! DaS Trinken
wird Heuer wieder mit mittelalterlicher Poesie verherrlicht; das
hei�t: das Wein trinken, denn gegen den billigen Schnaps der
Armen zieht man mit M��igkeits- und Heuchler-Vereinen zu
Felde.
Baronin v. D. Wenn man nur sonst das Mittelalter
in Ruhe l��t, in Grabesruhe: das ritterliche Trinken will ich
schon verzeihen.
Gr�fin v.C. O ich mag das Trinken auch gern: es ist
m�nnlich; es gibt gro�e Gedanken, edle Gef�hle, e� rei�t den
Menschen aus dieser eklen Allt�glichkeit deS �Wie befinden Sie
sich?", �Es ist heut' sehr schlechtes Wetter.'", �X.hat gestern
vortrefflich, die Q. ausgezeichnet, dieN. wieder so geistlos
und gespreizt wie immer gespielt". Ja, das Trinken kann ich
wohl leiden bei den M�nnern, und mein 's aufrichtiger als der
Tyrann Philipp, wenn ich sage: ich mag es gern, wenn auch
der Becher �bersch�umt. Aber man vergesse bei den edlen Weinen
nicht das Weinen der Ungl�cklichen. Man sei auch in allem
        
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