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Zweiter Band Herrn Rentier Buffey's schönster Tag

Full text: Zweiter Band

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die Tugend! 3ck sage Ihnen, Fraulein Kastrolle (die Andern lacken),
wenn Sie alle Unsch�lde der Welt zusammenschmelzen, so kommt
noch lange keene Tugend wie meine raus. Aber nat�rlich, wenn
einen so'n herrliches Pfund anvertraut is, wat so vielen Leuten
fehlt, so mu� man wohlth�tig sind, un des war ich, ich habe hier
un da von meine Tugend en paar Loth mitjetheilt , un ick sage
Ihnen, so mancher Iejenstand looft in de Welt rum unjibtmcmc
Tugend f�r seine aus. Herrjees, meine Damen, ich habe janz
verjessen, de� ich en Mannsperson bin; ich habe mir so janz un
jar in die Braut hier oben hineinjedacht, de� ich mir selbst als
Jungfrau schmeichelte.
Frau Schmedewald. Was sagen Sie dazu, Madam Sel-
balcken? Mu� einen hier so'n Kutschenufmacher annijieren !
FrauSelback. Ach Iott, man mu� jar nich hinh�ren.
Wenn man so'nen Menschen erst zeigt, de� man druf einjcht,
denn kramt er Aliens aus, was er unter de Seele hat.
Frau Schmedewald. Nu sehen Se sich aber mal um,
liebe Madam Selbacken, was hier vor'ne Menge Frauen un M�-
chens stehen, blos, um des Visken Braut un Br�utijam zu sehen !
Sollte man es jlauben, de� die Menschen alle so vielZeit zu ver-
schwenden haben?
FrauSelback. Ja, es is erstaunlich. Aber: sehen Se
mal, da fahren eben wieder zwee Brautjungfern zu de Krone vor!
So, jetzt steijen se aus. Nu sehn Se mal, Frau Ievattern, was
die eene vor 'ne propre Armb�nder um'n Arm hat !Aber, wissen
Se, die Masse Blumen in's Haar, des macht sich schlecht; des
sieht ja aus, als ob sc welche zu verkoofen h�tte.
Berliner Volksleben. II. 4
        
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