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Zweiter Band Der Stralower Fischzug

Full text: Zweiter Band

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,,Na, ich denke, Herr Feldwebel/' sagt Madame Neumann,
ihrem Mann das Wei�bier reichend, ,,mein Mann stand nich
mehr an's Wasser? Sie lie�en mich doch an de Kirche warten
un jingm noch mal zur�ck nachsehen !"
,,Ich mu� heute meine Augen verloren haben," entschul-
digt sich der schmucke Feldwebel, wirft wieder einen z�rtlichen
Blick und f�gt dann galant hinzu: ,,oder Sie sind mir von
irgend einen Ilanz jeblendet." Hierauf nimmt er Herrn Neu-
mann das Wei�bierglas ab und thut einen au�erordentlichen Zug
daraus.
Dort lagert der fr�hliche, leidenschaftliche Schufter, welcher
heut Morgen seine Trauringe nach dem Leihamte zum Versatz
brachte, mit Weib und Kindern auf dem Rasen. Er legt so eben
ger�ucherten Schinken, seine Lieblingssprise, zwischen zwei Vut-
terbrodte und sagt zur Frau , die eben den Kleinen ihr Vesper
bereitet i,,Diese Klappfiulle, Charlotte, die soll mir unjeheuer
jut schmecken ;denn ick habe einen Hunger, de� ich die Welt an-
knabbern m�chte! E�t Kinderkens, e� mein Weibeken, e�t und
drmkt! Heute haben wir noch was, morgen saugen wirHunger-
Voten, un wenn der Ercutor kommt, so
�
Kotz Kreuz Donner-
hagel, ich mu� noch Einen drinken, sonft steigt mir die Ialle
in's Blut!"
,,Aber Wterchen!" winkt ihm die Frau verstohlen zu,
heimlich auf die Kinder deutend. ,,Du trinkst zu viel," fl�stert
sie ihm ins Ohr.
Zwei Herrn gehen vor�ber, beide in sehr feinen Kleidern.
,,Sehen Sie nur," sagt der Eine zum Andern , ,,wie Das
        
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