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Zweiter Band Der Stralower Fischzug

Full text: Zweiter Band

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Aehnlich denkt und lebt der Fiaker der Stadt , ganz entge-
gengesetzt der vor dem Thore. Jenen fesselt die Convenienz , die
Sitte, die strenge Controlle der Polizei; er ist ruhig, m�de,
fast hvpochondrisch; er zieht sein bestimmtes Gehalt, hat die
kleinen t�glichen Trinkgelder schon hinzugerechnet, und ohne das
pecuni�re hat nun auch die Welt gar kein Interesse f�r ihn.
Dagegen ist der Fiaker vor dem Thore lebenslustig, ungebunden
wie sein schlotteriger Anzug,witzig, immer frisch und h�ufig
roh ; die Sucht nach Gewinn spornt seine Kr�fte wieder auf,
und h�tte ihn Sonne und Anstrengung so m�de wie seinen Klep-
per gemacht.
Schauen und h�ren wir eine kleine Scene in dieser Wagen-
burg mit an! Es ist leicht zu erkennen, welcher von diesen
Klassen der Aqirende angeh�rt , ob auch der heutige Stralower
Wchzug selbst den Ernsten etwas fr�hlicher und kecker stimmt.
Jochen. (Sitzt auf dem Vordersitz seine� Wagens, schl�gt milder
Peitsche den Takt und sinqt nach der Melodie des Dessauer Marsches :)
Wenn Fischzug is, wenn Fischzug is,
Da bin ick sehr fibele !
Da f�hlt sich meine Seele
Int Paradies !
Un willdie Schlange mir verf�hr'�,
So dhu' ick'S ohne Harm;
Denn jetzt ein Engel mit dem Schweldt,
IS h�chstens ein GenSd'arm !
Friederike. Na, wie is es'n? Weisbier, Schnaps,
Wurscht?
Jochen. (Springt vom Wagen herunter) IHeerjeeses, blonde,
intR�thliche spielende Riete, bist Du ooch da? Ne, det mu�
        
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