Path:
Zweiter Band Der Stralower Fischzug

Full text: Zweiter Band

18
Wih-Ergie�ungen der Fiaker, und dm Ausbr�chen ihrer Liebes
bemerkungen, der gem��igte herrschaftliche Kutscher niemals seine
W�rde und seine Livree vergi�t. Als Besoldeter, der nicht dem
schn�den Publikum, nur einer einzigen Herrschaft zu gehorchen
hat, als kundiger Lenker undLeiter einer Equipage, und als Mann
von Bildung, beobachtet er sehr strenge die Grenzen des Anftandes,
ohne jedoch seine tilferstehenden College� durch Hochmuth zu be-
leidigen, ihre muntere Laune durch ein Vernachl�ssigen geziemen-
der freundlicher Herablassung einzusch�chtern. Der herrschaftliche
Kutscher Berlins ist ein Mann , der in sich selbst die beruhigende
Gewi�heit tr�gt, eine allgemeine Hochachtung zu verdienen. Wenn
seine Herrschaft einen ihrer Freunde in der Equipage mitnimmt,
und dieser willihm beim Aussteigen ein Viergroschenst�ck in die
Hand dr�cken , so nimmt er dasselbe zwar an, dankt aber nur in
der stillen Voraussetzung , da� ihm Jener das Viergroschenst�ck
nicht als ein gemeines Trinkgeld, sondern als einen gepr�gten
Beweis der Zufriedenheit mit der Geschicklichkeit und dem Anst�nde
des Kutschers �berreicht. Ertrinkt auch einenK�mmel, ja! Zwei
K�mmel trinkt er, Drei; er ist keinesweges der Mann , der sich
in stolzer Anmaa�ung in eine Sph�re heben will,die ihm fremd,
deren Luft ihm zu d�nn ist. Aber er ist, wie schon erw�hnt, ein
Mann von Bildung; er striegelt seine Hanse, seine Pferde n�m-
lich, da� es eine Wonne ist, er h�lt sie und den Wagen sehr
rein, noch viel reiner als seine Frau die Kinder, und seine Herr-
schaft behandelt er so anst�ndig wie irgend Einer,
�
und darum
lebt er nun auch der Hoffnung, die Achtung der Welt zu genie�en,
seine W�rde gesichert zu wissen.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.