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Zweiter Band Die Hökerin

Full text: Zweiter Band

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bei jedem Quark zu geniren und jedes Wort auf die Goldwage
zu legen. Wenn man gescheidt und gebildet ist wie Sie, kann
man Jedem frei in's Auge fehen, denn es giebt nicht viel solcher
Menschen, und nur die Dummen m�keln und nennen nicht nur
die Gewohnheit, sondern das Gew�hnlichste ihre Amme. Die
Leute, deren Gott der Anstand ist, sind die Gemeinsten auf der
Erde. Das Ungl�ck, der pr�de Anstand ist, glaub' ich, erst durch
das Theetrinken in die Welt gekommen. Und seit dieser Zeit sind
auch die Genie's immer seltner, und die E�-Thee-Tische
immer h�ufiger geworden.
Zweiter Herr. Mein Gott, Sie halten mir ja gleich eine
ganze Vorlesung. Ich bin auch grade Keiner, der auswendig allen
Leuten recht sein willund inwendig ein Esel. Ich m�chte nicht
mit Gervinus dieZoten verherrlichen, wo sie nicht naiv entstehen,
aber ein einziger Kernwitz der Mutter Natur oder Mutterwitz ist
mir lieber als das ganze langweilige literarische Vornehmthun
unserer heutigen Poesie-, witz� und geistlosen Schriftsteller. Sha-
kespeare sieht wie ein plebegisches Ungeheuer neben dem feinen
Herrn von Varnhagen aus.
Erster Herr. (Dr�ckt ihm die Hand) Sie find mein Mann.
Nun kommen Sie zur H�kerin; vielleicht gl�ckt es uns, ihre Galle
witzig zu machen. (Sie treten n�her) Guten Morgen , liebe Frau !
H�kerin. Iu'n Moorjen.
Erster Herr. Haben Sie Eier?
H�kerin. Eier?
Erster Herr. Ja Eier! Die l�nglich runden Dinger,
        
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