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Periodical volume

Full text: Africa-live.de - das Afrika-Portal Issue 2006,6

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Ausgabe 06/2006 (November/Dezember) • 3,- Euro

Senegal:
Präsident Wade zu Gast bei Freunden
Seite 8/9

Ruanda:
Frauen erstürmen Universitäten
Seite 13

Tourismafrica 2006 :
Premiere mit Defiziten
Seite 19

Merci, Kofi – und akwaaba in Afrika!
ab Seite 4

Berichte aus: Ägypten + Äthiopien + Eritrea + Gabun + Gambia + Kamerun + Kap Verde + Kongo-Brazzaville + Libyen + Mali + Marokko + Mauritius + Namibia + Ruanda + Sao Tomé & Principe + Senegal + Südafrika + Sudan + Tansania + Tunesien + Uganda + Zentralafrika

Vorwort

Nr. 06/2006 | Seite 2

Vorwort
Afrika ist ein Kontinent, wie er gegensätzlicher kaum sein könnte: Die Schönheit der Landschaft und die Lebensfreude der Menschen kollidieren hier mit extremer Armut, Krankheit und Gewalt. Bei meinem fast zweijährigen Aufenthalt in Sambia sowie bei Reisen für UNICEF hatte ich Gelegenheit, die Sonnenund Schattenseiten Afrikas näher kennen zu lernen. Besonders betroffen machten mich stets die schwierigen Lebensbedingungen, denen die Kinder ausgesetzt sind. Viele müssen den Eltern auf den Feldern helfen und können daher nicht zur Schule gehen. Oder sie müssen kilometerweit laufen, um Wasser zu holen, das nicht einmal sauber ist. Andere haben ihre Eltern durch Kriege oder AIDS verloren und kämpfen mit ihren Geschwistern alleine ums Überleben. Der Großteil der AIDS-Waisen – über 12 Millionen Mädchen und Jungen – lebt in Afrika. Der Kampf gegen HIV und andere Krankheiten wie auch die Versorgung der Kinder mit Nahrung und sauberem

Glücklich sind die Kinder … Foto: Tony Ogungbemi

…die zur Schule gehen können Foto: unicef

Impressum
Herausgeber und Verlagssitz: AFRICA Live Consulting Susanne Lassal Erlanger Str. 13 D – 12053 Berlin Tel.: * 49 (0) 30 279 085 30 Fax: * 49 (0) 30 279 085 31 Email: pdg@africa-live.de Web: www.africa-live.de Chefredaktion: Ingrid Aouane (V.i.S.d.P.) Ständige Mitarbeiter: Susanne Lassal (sl), Hanspeter Stauffer (hps), Hans-Joachim Weber (hjw), Jimmy Kenga (jk), Theresa Endres (te), Gerd Eckert (ge), Andrea Meyer-Tuve (amt), Marlene Neusüss (mn), Helge Hagener, Manfred Loimeier (malo), Mostefa Brahim (Korr. Algerien), Maurille Sètondji (Korr. Benin) Agenturen und Kooperationspartner: pana, syfia, pressafrica (pa), afrik.com, fetnat, Deutsche Welle World Übersetzungen: Christine Belakhdar Layout & Artdirektion: Karl-Yosef Aouane schaffens-kraft.de werbeagentur Tel.: +49 (0)2227 – 90 72 60 Fax: +49 (0)2227 – 90 72 61 www.wir-machen-zeitungen.de Gedruckt wird in Deutschland. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht in jedem Fall die Meinung der Herausgeber wider, nicht namentlich gekennzeichnete sind PR-Artikel oder Agenturmeldungen. Nicht gekennzeichnete Fotos sind Archivfotos von AFRICA Live. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Gewähr. Fotos: Ingrid Aouane (ia), Hanspeter Stauffer (hps), Schaffenskraft, Bilderbox, Stock Market, Stock Casse, Photocase (pc), fetnat, Hemera. Titelbild: UNO

von Heide Simonis, ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Ehrenvorsitzende von UNICEF Deutschland
Wasser gehört zu den Kernaufgaben von UNICEF. Besonders wichtig aber ist, den Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Fast jedem zweiten Kind im südlichen Afrika bleibt diese Chance verwehrt. Dabei ist Bildung der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme auf dem afrikanischen Kontinent. Wer lesen und schreiben kann, hat beispielsweise bessere Chancen, einen Beruf zu erlernen und ein Leben ohne Armut und Krankheit zu führen. Deshalb haben UNICEF, die Nelson-MandelaStiftung und der Hamburger Reeder Peter Krämer die Kampagne «Schulen für Afrika» ins Leben gerufen. Bis zum Jahr 2008 sollen in sechs afrikanischen Ländern 1.500 Schulen errichtet und repariert werden. Eines davon ist Angola, wo ich im vergangenen Jahr eine der ersten fertig gestellten Schulen besucht habe. Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Freude die Kinder in die Schule gingen und den Lehrstoff in sich aufsogen. Das Bil-

Heide Simonis

Foto: unicef

dungsprojekt «Schulen für Afrika» gibt den Kindern weitaus mehr als Wissen. Es gibt ihnen Hoffnung auf eine Zukunft, die sie frei von Armut, Krankheit und Krieg selbst gestalten können. Liebe Leserinnen und Leser, Sie haben die Möglichkeit, das UNICEF-Projekt «Schulen für Afrika» zu unterstützen und somit die Kraft, die in den Entwicklungsländern steckt und die wir oft nicht erkennen, zu fördern. Ich bitte Sie: Helfen Sie mit einer Spende den Kindern in Afrika! Vielen Dank.

Inhalt

Nr. 06/2006 | Seite 3

+++ Letzte Nachrichten bei Redaktionsschluss +++
Marokko: Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn Die marokkanische Eisenbahngesellschaft plant den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn, die die WirtFoto: olpc schaftsmetropole Casablanca zunächst mit Marrakesch und Agadir verbinden soll. Langfristig sollen auch die Städte Tanger im Norden und Oujda im Westen an der algerischen Grenze in das Hochgeschwindigkeitsnetz einbezogen werden. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf umgerechnet etwa 2,3 Mrd. Euro. Die Bahn soll für eine Geschwindigkeit von 300 km/h ausgelegt werden. (pa)
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INHALTSVERZEICHNIS
VORWORT:
Heide Simonis, Ehrenvorsitzende von Unicef Deutschland . . . . . . . . . . . . 2

TITELSTORY:
Afrika ist stolz auf Kofi Annan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4ff.

POLITIK UND GESELLSCHAFT:
Senegal: Präsident Wade zu Gast bei Freunden . . . . . . 8/9 Sudan: «Kinder wie Milch» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Gambia: «Meine Weltbank ist Allah» . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Zentralafrika/Gabun: Alte Menschen auf dem Abstellgleis . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Ruanda: Frauen erstürmen Universitäten . . . . . . . . . . . 13 Südafrika: Einsteins afrikanische Erben . . . . . . . . . . . . . 14

Belgien: Verurteilung wegen Abschiebung einer Fünfjährigen Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Belgien verurteilt, weil ein fünf Jahre altes Mädchen zwei Monate lang ohne Verwandte in einem Ausländerlager bleiben musste und dann allein in die Demokratische Republik Kongo abgeschoben wurde. Brüssel habe das Kind auf menschenunwürdige Weise behandelt und außerdem gegen das Recht auf Schutz der Familie verstoßen, befanden die Straßburger Richter. Die belgische Regierung muss nun der Mutter und dem Mädchen 35.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. (pa)
Foto: olpc

AFRICA LIVE TRAVEL:
Inselträume im Atlantik: Kapverden und Sao Tomé & Principe . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Senegal: Spannende Rundreise + Badeurlaub . . . . . . . . 17 Reisemesse Tourismafrica 2006 in Genf . . . . . . . . . . . . . 19 Kurznachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

WIRTSCHAFT UND UMWELT:
China und Indien erobern Afrika . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Zentralafrika: «FSC ist machbar und funktioniert» . . . 22 Helge Hageners Weinkolumne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Kongo-Brazzaville: Erboste Bevölkerung geht auf die Barrikaden . . . . . . . . 24

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Libyen: Laptops für alle Schulkinder Libyen hat ein Abkommen mit der amerikanischen Initiative «One Laptop per Child» geschlossen, um alle Schulkinder des Landes mit Laptops und Internet-Zugang auszustatten. 1,2 Millionen dieser Laptops wird Libyen im Rahmen des Abkommens bis 2008 erhalten, dazu kommt ein Server pro Schule, technische Unterstützung und Internet-Zugang via Satellit. Insgesamt zahlt das nordafrikanische Land dafür rund 250 Millionen Dollar. Die ersten Testmodelle des Laptops sollen im November ausgeliefert werden, die Serienfertigung soll im kommenden Sommer anlaufen. (pa)
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ZUSAMMENARBEIT:
Initiative Afrika 2000: Lobbyarbeit für Afrika . . . . . . . . 25

KULTUR & LITERATUR:
Asmara-Ausstellung in Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Amadou & Mariam on Tour . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Buchtipp: «Traumatische Tropen» . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Theater der Aufklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

PORTRÄT:
Robert Oum Lindjeck, traditioneller Heiler aus Douala . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Tunesien: Benetton erweitert Produktion Die Unternehmensgruppe Benetton plant einen deutlichen Ausbau ihrer Aktivitäten in Tunesien. So sollen zwei Offshore-Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt ? 22 Mio. Euro in den Gouvernoraten Monastir und Kasserine realisiert werden. In Sahline bei Monastir soll die bestehende Produktionseinheit um eine 14.000 m2 große Anlage zur Textilveredlung ergänzt werden. Das zweite Projekt umfasst den Ausbau der Zuliefererstruktur im Landesinneren. Benetton ist mit 100 Zulieferern und mehr als 7.000. Beschäftigten einer der wichtigsten Auftraggeber in der tunesischen Textilindustrie. (av)

SPORT:
«Schabab-Marokko» gewinnt ReiseBank NationsCup . . 31

SATIRE:
Gebrauchsanweisung für den Weg nach Europa . . 32/33 Spots: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28/29 Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Titel

Nr. 06/2006 | Seite 4

Erfolg in Liberia - Waffen werden abgegeben Foto: irin

Zukünftiger Präsident Ghanas? Foto: uno

Kofi Annan:

Auf dem Weg zum Frieden: Kongo Foto: irin

«Der Berg wird mir fehlen»
«Wenn ich in Rente gehe, werden wir werden in Afrika, überwiegend in Ghana, leben, aber auch ab und zu woanders. Meine Frau und ich werden uns ganz den Problemen Afrikas widmen, insbesondere der landwirtschaftlichen Produktion, der Bildung von Mädchen und der Frauenemanzipation», hatte Kofi Annan bei einem Treffen mit Nelson Mandela im letzten Sommer verlauten lassen. Vielleicht aber erwartet ihn nach einiger Zeit eine noch wichtigere Aufgabe?
Durch Annans Mitwirken vor Ort: AU-Fahrzeuge in Darfur Foto: irin

Denn: der scheidende Generalsekretär ist in einer Heimat Ghana mehr als «Akwaaba» (willkommen). Eine von einem privaten Meinungsforschungsinstitut im Lande durchgeführte Umfrage brachte Erstaunliches zutage: Ein Großteil der Ghanaer ist so stolz auf Kofi Annan, dass sie ihn glatt zum Präsidenten wählen würden. Würde er sich 2008 als unabhängiger Kandidat zur Wahl stellen, ginge er als Sieger hervor. Der amtierende Präsident John Kufuor bescheinigte seinem Landsmann, dass sich Ghana nicht nur durch sein Wirken geehrt fühle, er habe auch dessen Image aufgewertet «und wir erwarten Sie zu Hause mit Stolz», erklärte er bei einer Abschiedsfeier in New York. Auch der Vorsitzen-

de der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Alpha Oumar Konaré, dankte Annan als «heldenhaftem Sohn Afrikas» (Titelfoto).

Gemischte Bilanz
Dass für den Kontinent die Wahl des ersten Afrikaners aus der Subsahara in ein international so hoch geachtetes Amt auch einen bedeutenden psychologischen Effekt hatte, ist nachvollziehbar. Am Ende seiner Amtszeit jedoch blickt so mancher zwar unverändert stolz, aber auch mit gemischten Gefühlen zurück. Eine Bilanz … Fakt auf der positiven Seite ist zunächst einmal Annans be-

harrlicher Kampf um den Frieden, der mit der Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2001 honoriert wurde. Von sich selbst sagte er einmal, er könne im Amt nicht viel mehr Mittel einsetzen als Vernunft und Überzeugungskraft, und das waren seine Grundlagen, um unermüdlich politisches Bewusstsein zu schärfen, Handeln anzuregen und den Völkern, Regierungen und Staatschefs ins Gewissen zu reden. Insbesondere Letztere jedoch kritisieren nun, dass er sich zwar verdient gemacht habe um das große Projekt der Sicherheitsratsreform, in dem Afrika seinen festen Platz erhalten sollte, es aber letztendlich nicht geschafft habe. Ungerecht, denn es ist für niemanden ein Geheimnis, dass,

wenn die Mitgliedsstaaten nicht mitziehen, auch der Chef der Vereinten Nationen kaum etwas bewirken kann. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, der ebenso wie seine Amtskollegen des ganzen Kontinents Organisation und Funktion der sehr von den reichen Ländern beeinflussten Uno kritisch gegenüber steht, brachte zwar ebenso seinen «Stolz auf diesen bedeutenden Mann» zum Ausdruck, fragte aber im gleichen Atemzug beim Blockfreiengipfel in La Havana: «Weshalb sollen wir auf die Uno hören? Wir sind dort nicht so vertreten, wie es sich gehören würde, und doch will man dort Entscheidungen treffen, die uns angehen?». So mancher Konflikt - Sudan, Côte d’Ivoire, Simbabwe, West-

Titel
sahara, Uganda - um nur die afrikanischen zu nennen – konnte während Annans Amtszeit nicht endgültig beigelegt werden. Zwar ist es mit ihm zu verdanken, dass die AU Truppen in die Krisenregion Darfur schickte, aber als Erfolg kann eigentlich nur Liberia verbucht werden, wo nach jahrelangem Bürgerkrieg endlich mit der Wahl von Ellen Johnson Sirleaf, der ersten Frau auf einem afrikanischen Präsidentenstuhl, der Frieden Einzug hielt. Eine weitere aber noch sehr zerbrechliche Errungenschaft bildet die Demokratische Republik Kongo, wo durch Wahlen eine dreijährige politische Übergangszeit nach einem fast fünfjährigen Krieg endet. Hier wurde die größte Friedensmission – rund 19.000 Soldaten und Zivilbeamte - seit Bestehen der Uno durchgeführt. als Vorwand benutzt werden könnte, um die Grundrechte zu verletzten oder gar abzuschaffen». Im Zusammenhang mit den gefährlichsten Krisenherden unserer Zeit hob der UN-Generalsekretär den Konflikt in der sudanesischen Provinz Darfur hervor, der ohne Zweifel eine der größten Herausforderungen für das Gewissen der internationalen Gemeinschaft darstelle. Deutlich spürbar war seine Ergriffenheit in den letzten Minuten der Rede: Mit feuchten Augen beschrieb er seine Aufgabe der letzten Jahre und verglich sie mit der Arbeit des Sisyphus: «Gemeinsam haben wir schwere Felsen bergauf geschoben, auch wenn uns einige entglitten sind und wieder hinab fielen ... Auch wenn ich mich in der nächsten Phase meines Lebens von der Last dieser sturen Felsen erholen möchte, so weiß ich doch, dass mir der Berg fehlen wird.» An diesem Septembertag waren die afrikanischen Staatschefs in großer Zahl nach New York gekommen, um der Botschaft Kofi Annans zuzuhören. Seine zehn Jahre an der Spitze der Vereinten Nationen hinterlassen bei den meisten die Erinnerung an ein entschlossenes und zugleich umsichtiges Engagement bei der Entschärfung von Konflikten zwischen den Nationen und, soweit es in seinen Möglichkeiten lag, dem Ausgleich der Nord-Süd-Beziehungen. Er war es, der mehrfach die Stimme der Vernunft und des Rechts zu erheben wusste, auch wenn dies gegen den Willen einiger der mächtigsten Nationen des Sicherheitsrates geschehen musste. Ob Annan definitiv bei den Vereinten Nationen etwas hat verändern können, wird die Geschichte zeigen. Zu hoffen ist, dass nicht eintreten wird, was zweifellos viele Afrikaner befürchten: dass durch die Ernennung seines Nachfolgers Ban Ki-Moon Afrika innerhalb der Uno noch weniger gehört werden wird.
Ingrid Aouane

Nr. 06/2006 | Seite 5

Bewegende Abschiedsrede
Kofi Annans eigene Bilanz ist ebenso kontrastreich. Anlässlich der 61. UN-Vollversammlung im September 2006, die seine Ablösung einläutete, zeichnete er das Bild einer ungleichgewichtigen und von tiefen Unruhen gekennzeichneten Welt. «Als ich 1997 hier das erste Mal das Wort ergriff, stand die Menschheit meiner Ansicht nach vor drei großen Herausforderungen: Die Globalisierung sollte allen Menschen zugute kommen, eine neue Weltfriedens- und Freiheitsordnung hergestellt und die Rechte und Würde der Menschen weltweit geschützt werden. Doch die Verwüstungen des Krieges gehen weiter, und es ist mitnichten die größte Niederlage der Vereinten Nationen, dass es nicht gelungen ist, den Frieden zwischen ihren Mitgliedern zu erhalten. Und die Globalisierung hat erst einmal die Ungleichheit zwischen den Nationen verstärkt und die Hilfsbedürftigsten unter ihnen geschwächt». Bezüglich der Menschenrechte verurteilte er neue Verstöße seitens der großen Nationen und drückte seine Sorge darüber aus, dass «der notwendige Kampf gegen den Terrorismus

Titel

Nr. 06/2006 | Seite 6

Afrikanische Botschafter in
Gilton Baizilio Chiwaula, Republik Malawi:
«Ein ganzes Jahrzehnt lang war Kofi Annan Generalsekretär der Vereinten Nationen. In diesem Zeitraum gab es viele globale Konflikte, Herausforderungen und Krisen ebenso wie beachtliche Erfolge. Die Erreichung der Milleniumsziele stand unter seiner Beobachtung. Er meisterte seine Aufgabe professionell, besonnen und gab ihr ein menschliches Antlitz. Er hat durch seinen Führungsstil in Verbindung mit großem diplomatischem Geschick bewiesen, dass gute Nachrichten durchaus aus Afrika kommen können. Sein Nachfolger wird es schwer haben».

Lucia Muvingi, Republik Simbabwe:
«Ich denke, Afrika kann stolz auf das sein, was Kofi Annan erreicht hat, denn er hatte einen sehr schwierigen Job, der diplomatisches Geschick erforderte. Er hat sehr intensiv versucht, die so notwendige Reform der UN durchzusetzen. Auch wenn ihm dies nicht gelungen ist, so brachte er dadurch zumindest die Grenzen der Möglichkeiten der UN ans Tageslicht».

Amin Florent Atse, Republik Côte d’Ivoire:
«Im Gegensatz zu seinen Vorgängern sah sich Kofi Annan in seiner Funktion als Generalsekretär der Vereinten Nationen sehr vielen so genannten asymmetrischen Herausforderungen gegenüber. Von diesem Standpunkt aus gesehen und als Afrikaner südlich der Sahara kann ich nur stolz auf ihn sein. Was Afrika im Allgemeinen angeht, finde ich allerdings, dass der scheidende Generalsekretär etwas mehr für seinen Kontinent hätte tun können. So wie Bundespräsident Köhler, der als Leiter des Internationalen Währungsfonds wirklich für Afrika gekämpft hat und dies auch heute noch tut».

Foto: T. Ziegler

Paul Bunduku-Latha, Republik Gabun:
«Kofi Annans größte Trümpfe waren seine Ausbildung in den USA und seine langjährige Erfahrung im System der Vereinten Nationen, an deren Spitze er viel Kompetenz, Geschick, Besonnenund Weisheit an den Tag gelegt hat. Er hat bedeutende Projekte wie die Reform der Uno und die Einrichtung des Menschenrechtsrats ins Rollen gebracht und ist zum Sinnbild für das neue Afrika geworden, das positiv zur Entwicklung in unserer immer unruhigeren Welt beitragen kann».

Jean Melaga, Republik Kamerun, Dekan der afrik. Botschafter:
«Trotz mancher Kritikpunkte ist Kofi Annans Bilanz am Ende seiner Amtszeit im Großen und Ganzen zufriedenstellend was die Suche nach Lösungen für die größten Probleme unserer Zeit – und insbesondere Afrikas – betrifft, wo der Sohn Ghanas mehr Besuche als jeder seiner Vorgänger von Sir Gladwyn Jebb bis zu seinem afrikanischen Bruder Boutros-Boutros Ghali - durchgeführt hat. Seine Bemühungen zur Konfliktregelung z.B. in der Côte d’Ivoire, der Demokratischen Republik Kongo, in Darfur und am Horn von Afrika oder auch in den Bereichen Armutsbekämpfung, Gesundheit, Bildung etc. waren beachtlich. Insbesondere seine Verdienste um die kamerunische Halbinsel Bakassi zeichnen den Friedensnobelpreisträger und würdigen Sohn Afrikas, zusammen mit seinen klugen Gesprächspartnern, die Präsidenten Paul Biya (Kamerun) und Olusegun Obasanjo (Nigeria) aus».

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n Berlin: Ein Meinungsbild
E. Comla Paka, Republik Togo:
«Kofi Annan war ein guter Verwaltungsschef der Uno, mit einer genauen Vorstellung davon, was die Organisation in der Welt zu leisten hatte. Eine Vorstellung, der sich viele Länder angeschlossen haben, so dass vieles erreicht werden konnte. Manchmal wurde er auch zum Sündenbock gemacht, aber er bewahrte stets sein Lächeln und seinen typisch afrikanischen Humor. Mit seiner verantwortungsvollen Arbeitsweise ist er ein «Weiser mit einem dicken Fell», und Afrika, das er innerhalb der Uno vertreten und verkörpert hat, kann am Ende seiner Amtszeit stolz auf ihn sein». «Kofi Annan hat mit Würde im Dienste der internationalen Gemeinschaft gestanden, angesichts der Herausforderungen der gegenwärtigen Zeit. Er wurde somit zum Gewissen der Vereinten Nationen. Wir in Afrika sind stolz auf ihn, weil er die Ziele der Organisation

Prof. Peter H. Katjavivi, Republik Namibia:
fair und vertrauensvoll vertrat. Seine Rolle an der Spitze der Uno kann nicht isoliert vom Handeln der Mitgliedsstaaten betrachtet werden, denn sein Vorgehen hing ab von deren Unterstützung bzw. NichtUnterstützung, insbesondere der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats. Meiner Ansicht nach hat Kofi Annan trotz der vielen Hindernisse während seiner Amtszeit seine Pflicht sehr gut erfüllt, und er kann durchaus an deren Ende stolz auf das Erreichte sein».

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Schmuck aus Afrika? Aber bitte fair gehandelt!
Tendo Sawa ist der erste Internetversand, der sich auf fair gehandelte Handarbeiten aus Afrika spezialisiert hat. Betreiber Tobias Kirsch bietet auf seiner Homepage (www. tendosawa.de) Schmuck, Dekorationsartikel und Musik aus Kenia und Südafrika an. Sein Ziel: den Herstellern in Afrika direkt zu helfen und soziale Projekte zu finanzieren. Die Idee zu Tendo Sawa wurde durch einen Zufall geboren: Als Tobias Kirsch 2002 auf einer Reise nach Kenia verschiedene Selbsthilfe-Projekte besuchte, lernte er Habil Ojina kennen, mit dem ihn ein starker Wille verband, diese Projekte zu unterstützen. Als der BWL-Student Kirsch merkte, dass große Nachfrage besonders nach afrikanischem Schmuck bestand, entwarf er eine Homepage und gründete 2005 den Versandhandel Tendo Sawa. «Bis dahin wurden afrikanische Produkte meistens in Afrikashops oder auf Afrika-Basaren verkauft», erzählt Tobias Kirsch. Doch die betroffen waren, mit der Verteilung von Lebensmitteln. Ein beträchtlicher Teil der Einnahmen von Tendo Sawa fließen zudem in das von Kirsch ins Leben gerufene Stipendienprogramm «students-for-stu«Tendo Sawa» dents», das durch Spenden deutscher Studenten Stipendiist Kisuaheli und bedeutet en für Studenten in Afrika und Südamerika finanziert. «Faire AktiWichtig sind für den BWL-Stuon». Der Name ist Pro- denten auch die fairen Preise. «Viele Gemeinden in Afrika legramm. Der ben von den Einnahmen, die 25-jährige sie mit Kunsthandwerk erzieKirsch legt len», so Kirsch, «das wird von großen Wert darauf, seine Händlern immer wieder ausGeschäftsidee genutzt. Sie kaufen zu Dumpingpreisen ein und verkaumit gesellschaftlichem fen die Produkte teuer weiter.» Bei Tendo Sawa werden die Engagement zu verbinden. Preise dagegen auf gleicher Augenhöhe verhandelt – das So unterstützte er dieses Jahr Produzentengruppen in Kenia, gegenseitig gewachsene Vertrauen ermöglicht das. (Jenny die aufgrund der extremen Dürre in Ostafrika von Hunger Schröder) hohe Qualität, größere Auswahl und ein stetig wachsendes Sortiment machen es uns möglich, die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen», so Kirsch.

Qualität der in Afrikashops angebotenen Artikel lässt oft zu wünschen übrig – «hier können wir Punkte machen:

Politik und Gesellschaft

Nr. 06/2006 | Seite 8

Militärische Ehren auf Schloss Bellevue Foto: ia

Der «Vater des Sopi»: Abdoulaye Wade Foto: Mike Wolff Zufällige Begegnung mit einer senegalesischen Schülerin Foto: ia

Senegal:

Präsident Wade zu Gast bei Freunden
Sein guter Ruf reiste ihm voran: Senegals Präsident Abdoulaye Wade traf in Deutschland auf ihm wohl gesonnene Gesprächspartner. Seit dem Wandel, der vor sechs Jahren durch seine Wahl an die Spitze des Landes eingeleitet wurde, hat er sich einen guten Namen gemacht: Der studierte Mathematiker, Psychologe, Soziologe, Wirtschaftswissenschaftler und Jurist kann in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur Erfolge verzeichnen, außenpolitisch setzt er sich sehr für die afrikanische Einheit ein, ist einer der führenden NEPAD-Vertreter, betätigt sich als Schlichter in Darfur und verhandelte mit dem Iran bezüglich des Atomprogramms. Darüber hinaus ist Senegal wegen seiner stabilen demokratischen Strukturen ein bevorzugter Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Abdoulaye Wade, der «ewige Oppositionelle»: Bereits während seines Studiums in Frankreich war der heute 80 Jahre alte Staatschef in der Studentenbewegung aktiv. Zurück im Senegal, schloss er sich zunächst der Partei von Staatsgründer Leopold Sedar Senghor an, der übrigens im Jahre 1977 als letzter senegalesischer Präsident in Deutschland zu Besuch war. Wade gründete 1974 jedoch seine eigene Bewegung, die liberal orientierte Senegalesische Demokratische Partei (PDS), und trat unter ihrer Fahne vier Mal erfolglos fürs Präsidentenamt an. Erst im Jahre 2000 erreichte er endlich sein Ziel: Er konnte die 40-jährige Herrschaft der seit der Unabhängigkeit regierenden Sozialisten beenden und läutete den Wandel ein, der als «Sopi» in der Landessprache Wolof zu einem Symbol wurde. Vieles ist ihm seitdem gelungen, nicht jedoch die Befriedung der Casamance, wo trotz eines Friedensabkommens im Jahre 2004 die Rebellen weiterhin für eine Trennung vom Senegal kämpfen, und angesichts der immer noch schlechten Wirtschaftslage muss er mit ansehen, wie täglich unzählige seiner Landsleute versuchen, illegal nach Europa zu gelangen. Letzteres war denn auch einer der Schwerpunkte in den Gesprächen in Berlin: Wade betonte, dass er sich zum Ziel gesetzt habe, diesen Strom nicht nur durch Vereinbarungen mit beispielsweise der spanischen oder französischen Regierung zu bekämpfen, sondern insbesondere den Ausreisewilligen vermehrt Alternativen anbieten werde durch intensive Ankurbelung der Landwirtschaft. «Wir werden alles tun, um unsere Bürger, unsere Jugendlichen im Land zu halten», versprach er. Eine lobenswerte Initiative, denn bisher lebt etwa ein Viertel aller Senegalesen nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums unter der Armutsschwelle von einem Dollar pro Tag, und im Weltentwicklungsbericht 2005 rangierte der Senegal auf Platz 157 von 177 Staaten.

Der «Reva-Plan»
Im Rahmen eines Wirtschaftsforums, an der auch die staatliche Investitionsbehörde APIX teilnahm, bekräftigte der senegalesische Präsident noch einmal diese geplante Belebung der Landwirtschaft, seinen «Reva (Retour vers l’agriculture – Zurück zur Landwirtschaft) – Plan. «Wir haben Land, Wasser und ein großes Potenzial an Arbeitskräften, wir verfügen über das

Politik und Gesellschaft

Nr. 06/2006 | Seite 9

Begeisterte Zuhörer: Afrikas Botschafter Gespräch mit Außenminister Steinmeier Fotos: ia

Mamadou Diakhaté präsentiert seine Werke Mit Berlins Bürgermeister Wowereit am Brandenburger Tor

AGOA-Label (African growth and opportunity act, der afrikanischen Ländern, die die von der internationalen Handelskommission der USA festgelegten Kriterien erfüllen, ermöglicht, ihre Exporte zu Sonderkonditionen auf den US-amerikanischen Markt zu bringen), also können wir exportieren». Er rief die anwesenden deutschen Geschäftsleute auf, im Senegal zu investieren, schlug sogar einen Sonderstatus für sein Land vor.

«Auf Afrikas Führer hören»
Das Ausland steht Wade in seinem Kampf gegen die Armut beträchtlich bei: anlässlich des G-8-Gipfels im vergangenen Jahr wurde ein Schuldenerlass beschlossen, und Deutschland steht als bilaterales Geberland an vierter Stelle hinter Frankreich, Japan und

den USA. Entwicklungsministerin Heidemarie WieczorekZeul versicherte, die Bundesregierung werde Senegal weiterhin als verlässlichen Partner unterstützen. Im Gespräch mit Bundespräsident Köhler betonte der senegalesische Präsident den Wunsch Afrikas, beim nächsten G-8-Gipfel 2007 in Heiligendamm wieder dabei zu sein. Seit dem Jahr seiner Machtübernahme seien die afrikanischen Länder immer zu den Treffen der führenden Industrienationen eingeladen gewesen, nur Putin habe sie ausgegrenzt. Bundespräsident Köhler war da ganz seiner Meinung und prägte wieder einmal einen Satz, der ganz Afrika in der Seele wohltut: «Es gibt kein Thema mehr auf der Welt, dass sich ernsthaft ohne Afrika lösen lässt, und die deutsche, europäische und Weltpolitik ist gut bera-

ten, wenn sie auch auf die Führer Afrikas hört», meinte der Bundespräsident, der den Besuch Wades, den er noch «aus alten Zeiten» beim IWF gut kenne, als wichtigen Impuls für die deutsche EU-Präsidentschaft und G-8-Gastgeberschaft im nächsten Jahr bezeichnete. Neben weiteren Gesprächen, u.a. mit Bundeskanzlerin Merkel, Außenminister Steinmeier und Bürgermeister Wowereit, einem Besuch der Gedenkstätte der Kongo-Konferenz in der Berliner Wilhelmstraße, referierte Präsident Wade vor den in Berlin akkreditieren afrikanischen Botschaftern zunächst in perfektem Englisch, dann in Französisch über die Probleme Afrikas und deren Lösung aus seiner Sicht und über seine Vermittlungsbemühungen im Atomkonflikt mit Iran. Er reg-

te erneut einen direkten Dialog Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und möglicherweise weiterer Länder mit dem Iran ohne Vorbedingungen an. Darüber hinaus besuchte Wade eine Ausstellung des seit über 30 Jahren in Meckenheim bei Bonn lebenden senegalesischen Malers Mamadou Diakhaté, traf sich mit der senegalesischen Gemeinde in Berlin und reiste anschließend noch weiter nach Bayern. Ein beeindruckender Terminkalender, den der 80-jährige Präsident unermüdlich problemlos bewältigte – wen wundert’s also, dass er sich energiegeladen genug fühlt, um Anfang 2007 erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren?
(Ingrid Aouane)

Politik und Gesellschaft

Nr. 06/2006 | Seite 10

Sudan:

«Kinder wie Milch»
tum, kommen sie, um sich zu erholen und um zu lernen, ihr kaputtes Leben neu aufzubauen. «Diese Kinder sind wie Milch. Du rührst sie um, und dann steigt die Sahne nach oben», sagt Gründerin Barbara Gouldsbury, die seit 13 Jahren mit sudanesischen Straßenkindern arbeitet. Gouldsbury, eine ehemalige Krankenschwester, gründete die Brücke der Hoffnung im Jahre 2003 und arbeitet mit 15 sudanesischen Mitarbeitern, die sich um im Schnitt 33 Kinder kümmern und sie unterrichten. Sie leben im Lundin-Haus, einer Wohngemeinschaft, benannt nach dem schwedischen Spender Für Edward, der seinen Nachnamen nicht preisgibt, gibt es des Gebäudes. Weitere 45 Kids viele Dinge, die er am liebsten sind nebenan in der «Schule der Hoffnung» eingeschrieben, vergessen würde, wie den Tod seines besten Freunds Bol, der und rund 100 andere kommen vor einem Jahr in berauschtem regelmäßig zu einer AnlaufZustand nachts im Nil schwim- stelle im Stadtzentrum, wo sie sich waschen, essen und spiemen wollte und nie wieder auftauchte. Edward und seine len können. oftmals noch viel jüngeren «Die Gesellschaft verursacht Freunde leben und arbeiten Straßenkinder und bestraft sie wie Tausende andere auf den dann dafür, Straßenkinder zu Straßen Khartums. Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber man sein», sagt Gouldsbury, die häufig um medizinische Beist an ihren Anblick gewöhnt. handlung für die Jungs bitten Sie stehlen auf den Märkten, wo sie auch nächtigen, manch- muss, nachdem Krankenhäuser sogar Schwerkranke abgemal finden sie einen Minijob, wiesen haben. Die Mehrheit dessen Einnahmen meistens wieder für Drogen draufgehen. der Straßenkinder in Khartum stammt aus dem Südsudan. Zwei Millionen vom BürgerZur «Brücke der Hoffnung», krieg vertriebene Südsudaneeine gemeinnützige Organisasen leben inzwischen in Khartion am Stadtrand von KharEine Straße in Sudans Hauptstadt Khartum: Ein Dutzend Jungs unterhalten sich darüber, welcher Klebstoff oder welches Lösungsmittel das Beste ist. Das sind ihre Hilfsmittel, die sie stärken, wenn sie versuchen, Handtaschen oder in Geschäften zu stehlen. Auch die Schlagstöcke der Polizisten schmerzen weniger, wenn man high ist. «Man hat schöne Träume, und der Kleber füllt den Magen, viel länger als ein Stück Brot. Er lässt dich alles vergessen», sagt Edward (16). Seine Freunde nicken zustimmend. tum. Viele haben Unterschlupf in Notlagern gefunden, und das sind auch die Orte, woher die Straßenkinder kommen, Kinder ohne Eltern oder deren Eltern zu arm, zu traumatisiert oder zu schwach sind, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Der vierjährige Hamdan z.B. wurde schlafend im Garten des Lundin- Hauses gefunden, nachdem sein Bruder dort aufgenommen worden war. Das Personal hielt ihn für zu jung, um von seiner Mutter getrennt zu sein und lieferte ihn wieder bei ihr ab. Aber Hamdan wurde jede Nacht in den Garten zurück gebracht, und schließlich erlaubte man ihm, zu bleiben. Der Kleine ist noch sehr misstrauisch, lebt nur auf, wenn er einen der traditionellen Tänze vorführen darf, die ihm die anderen beigebracht haben. Angelo wurde fast von seiner Mutter erwürgt. Gouldsbury fand ihn abgezehrt und sterbenskrank vor zehn Jahren in einer Gosse. Jetzt ist er ein strahlender junger Mann, der beschlossen hat, in die Stadt Aweil im Südsudan umzuziehen, um dort Arbeit zu suchen.

Sudanesisches Flüchtlingslager: Zu traumatisiert, um sich um die Kinder kümmern zu können Foto: irin

Große Herausforderungen
Das Arbeiten mit den Jungs ist voller Herausforderungen, das Schwierigste dabei ist die Disziplin, sagt das Personal an der Brücke der Hoffnung. «Einige von ihnen haben jahrelang im Markt gelebt», sagt Mitarbeiter Ariath Alfred. «Sie mögen es nicht, wenn man ihnen sagt, was sie zu tun haben.» Aber sie lernen mit der Zeit, ihre Schuluniformen zu bügeln, zu putzen, bei der Essenszubereitung zu helfen und machen ihre Hausaufgaben für die Schule. Das Personal hat seine eigenen Gründe dafür, solch eine schlecht bezahlte

Stelle anzunehmen: «Wenn ich diese Straßenkinder sehe, weiß ich, dass, wenn sich meine Familie nicht so gut um mich gekümmert hätte, ich einer von ihnen geworden wäre», erklärt Ariath. James (21) verlor seinen Vater durch einen Unfall. Seine Mutter konnte sich nicht um ihn kümmern. Bis er neun war, lebte er auf der Straße, süchtig nach Klebstoff. Letzten Monat, nach Jahren der Fürsorge in der Brücke der Hoffnung und einem anderen Zentrum, machte er seinen Schulabschluss und erhielt ein Diplom. Die meisten seiner Mitschüler waren fünf oder sechs Jahre jünger als er, aber das störte James nicht. «Ich schaue vorwärts, habe niemanden außerhalb des Zentrums, der mich unterstützt, aber ich habe viele Brüder und Schwestern hinter mir, die ich halten und stützen muss. Ich muss hart arbeiten, damit ich einen guten Job bekomme.» Manche haben noch unrealistische Träume: Edward berichtet, dass er unter dem Klebstoffeinfluss einmal geträumt habe, er besäße ein Luxusauto. Sogleich wirft Ariath ruhig ein: «Du kannst dein Leben nicht in deiner Fantasie leben», erklärt er dem Jungen. Edward nickt. Er hat verstanden. (irin)

Manche können schon wieder lächeln Foto: ia

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Eigenbedarfslandwirtschaft in einem Dorf in Gambia Foto: fetnat

Stehen ihnen rosige Zeiten bevor? Foto: fetnat

Gambia:

«Meine Weltbank ist Allah»
Kurz vor der Präsidentschaftswahl im westafrikanischen Kleinstaat Gambia hatte Amtsinhaber Yahya Jammeh noch einmal bei einer Wahlkundgebung seine eigene Auffassung von Demokratie erläutert: Unabhängig vom Wahlergebnis werde er weitere 40 Jahre regieren und dann all jene mit Missachtung strafen, die nicht für ihn gestimmt hätten. «Weder Wahlen noch ein Putsch können mich um die Macht bringen. Der Koran hat bestimmt, dass ich das Land kontrollieren soll.» Er werde Gambia «noch 40 Jahre lang weiterentwickeln». Die Entwicklung werde allerdings selektiv vorgenommen: «Ich werde jene Gebiete entwickeln, die für mich stimmen, aber wer mich nicht gewählt hat, darf nichts erwarten.» Diese Drohung scheint ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben: Mit einem Traumergebnis von landesweit 67% ging Jammeh, der Gambia mit eiserner Hand regiert, als Sieger aus den Wahlen hervor. Nur in einem einzigen der 48 gambischen Wahlkreise erreichte nicht er die absolute Mehrheit sondern sein Hauptrivale, der Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist Ousseynou Darboe von der United Democratic Party, der insgesamt 26,6% der Stimmen erreichte. Auf den Dritten im Bunde, den Soziologen Halifa Sallah, entfielen nur knapp 6%. Die fünf Oppositionsparteien hatten eigentlich einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen wollen, was jedoch letztlich an internen Zwistigkeiten gescheitert war. Über ein Drittel der 665.000 eingetragenen Wähler gingen gar nicht erst zur Stimmabgabe. Yayah Jammeh hatte 1994 als junger Leutnant die Macht an sich gerissen und den «Vater der Nation», den seit fast 30 Jahren an der Macht befindlichen Dawda Jawara, gestürzt. 1996 verließ er das Militär, das versichert hatte, es würde maximal zwei Jahre an der Macht bleiben, gründete seine eigene Partei, die APRC, und stellte sich im gleichen Jahr zur Wahl. Er gewann diese von Commonwealth-Beobachtern als getürkt bezeichnete Präsidentschaftswahl, ebenso wie die zweite im Jahre 2001. Heute ist Yayah Jammeh 41, und wenn man ihn ungestört so weitermachen lässt, könnte sich seine eigene 40-Jahresprognose durchaus bewahrheiten. Man denke nur an sein Nachbarland Senegal, das Gambia rundum umschließt, dessen Präsident bereits 80 ist und der 2007 erneut kandidieren wird. Die ehemals britische Kolonie Gambia ist eines der ärmsten Länder der Welt. 60% der Bevölkerung leben von weniger als einem Dollar pro Tag, die meisten von Eigenbedarfslandwirtschaft. Natürliche Ressourcen gibt es kaum, lediglich der recht gut florierende Tourismus bringt weitere Einnahmen. Glaubt man dem Präsi-

nerlei Unterstützung mehr käme. «Meine Weltbank war schon immer Allah, der Allmächtige, und das wird er immer bleiben. Nur er kann mir bei der Entwicklung des Landes helfen. Sicher, wir sind arm, aber wir haben unsere Souveränität nicht verloren und sind nicht zum Spielball anderer Mächte geworden».

Seine großen Sprüche haben ihm gewiss die meisten der anwesenden gambischen Journalisten nicht geglaubt, aber ihre Zweifel zu äußern, ist nicht angebracht: Jammeh ist für repressive Maßnahmen gegen Medienvertreter berüchtigt. Bis heute Regiert mit eiserner Hand: Jammeh Foto: uno ist nicht geklärt, ob und inwieweit seine Regierung in die Erdenten, stehen Gambia jedoch mordung des AFP-Korrespondenten Deyda Hydara, der rosige Zeiten bevor: Er wolle die Armut beseitigen, bekräfti- 2004 erschossen in seinem Fahrzeug in Banjul aufgefunge er nach der Wahl auf einer den worden war, verwickelt Pressekonferenz, und zu diesem Zwecke wolle er bereits ab ist. Darauf angesprochen, stritt Oktober eine «Spitzentechnolo- Jammeh eine Beteiligung daran ab und erklärte seine eigegische Elekronikindustriezonen Methoden: «Ich bin nicht ne» schaffen, die mindestens 100.000 Arbeitsplätze mit sich dafür, Menschen zu töten. Man brächte. Rechnerisch wäre das sollte sie lieber zu lebenslänglichen Gefängnisstrafen verurdemzufolge die Hälfte aller, teilen. Eines Tages heißt es die diesmal zur Wahl gingen! dann, o.k., er ist zu alt, um «Ich werde aus diesem Land vom Staat durchgefüttert zu eins der weltbesten machen», tönte Jammeh vollmundig und werden, und man lässt ihn frei. So etwas ist eine beispielverwies darauf, dass es ihm ja hafte Lektion». bereits gelungen sei, die Entwicklung des Landes voranzu(Ingrid Aouane) bringen, obwohl vonseiten der Gebergemeinschaft seit der umstrittenen Wahl 1996 kei-

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Zentralafrika/Gabun:

Alte Menschen auf dem Abstellgleis
«Das Wort «Einsamkeit» gibt es gar nicht in meiner Landessprache», sagt Pastor Pierre Botembe von der Afrikanischen Ökumenischen Kirche in Berlin. Das könnte sich ändern: In afrikanischen Großstädten werden mehr und mehr alte Menschen von ihren Familien allein und hilflos ihrem Schicksal überlassen, so dass jetzt sogar Altersheime eingerichtet werden. So auch in Gabuns Hauptstadt Libreville. Er geht sehr langsam, und mit seiner von einem chronischen Husten rau gewordenen Stimme klagt Raphaël Pana (67): «Ich bin seit über zehn Jahren hier. Meine Nichte hat mich damals hergebracht, weil man mich hier angeblich wegen meines Rheumas behandeln sollte». Raphaël, Patient der geriatrischen Abteilung des nahe Libreville gelegenen Krankenhauses Melen, gehört zu den Bedauernswerten, die seit Jahren keinen Besuch von Verwandten bekommen haben. Nach dem Tod seiner Frau und all seiner Kinder – das letzte verstarb 1982 – hatte ihn seine Nichte MarieYvonne in ihrem Haus aufgenommen, wo Alt und Jung, wie es bisher in Afrika immer üblich war, harmonisch zusammen lebten und füreinander da waren. 14 Jahre lang ging alles gut, dann verlor Marie-Yvonnes Mann seinen hat etwas mehr Glück: einer ihrer Enkel bringt ihr ab und zu Seife und Medikamente. «Aber ihr Enkel hat Angst, sie zu Hause bei sich aufzunehmen», bemerkt Angèle Okome Zue, Leiterin der Geriatrie, «denn sie hat Alzheimer,
Auf dem Dorf funktioniert die Solidarität noch … Foto: irin

in den Städten vor. Das liegt an der hohen Arbeitslosigkeit und den ständig steigenden Lebenshaltungskosten, die es unmöglich machen, noch mehr Personen mit durchzubringen». So kommt es, dass man vermehrt Greise auf den Straßen in Afrikas Großstädten herumirren sieht, sie schlafen draußen, in Kirchen oder besetzen leer stehende Gebäude, wie zuletzt die ehemalige Parteizentrale der Regierungspartei PDG in Libreville. Hier kommt man ihnen jetzt zu

Arbeitsplatz, von da an gings bergab, mit der Familie und auch mit Raphaëls Gesundheit. Die Nichte brachte ihn ins Krankenhaus und versprach, ihn wieder nach Hause zu holen, sobald es ihm wieder besser ginge. Sie verschwand auf Nimmerwiedersehen. Mit seinem Schicksal steht Raphaël nicht alleine: Apollinaire Rogandji (62) gehört schon fast zum Inventar der Klinik. 1993 wurde er von seiner Familie verlassen (damals war er noch nicht einmal 50!): «Anfangs fühlte ich mich sehr alleine», erklärt er, «auch wenn mich in den ersten beiden Jahren mein Sohn manchmal besuchte. Schließlich kam er nicht mehr und entschuldigte das damit, dass ich angeblich daran Schuld sei, dass er beruflich nicht vorankäme». Thérèse Maroundou (70)

und er fürchtet, dass sie in einem Anfall seinen Kindern etwas antun könnte». Ihre Töchter haben Thérèse längst abgeschrieben.

… aber in der Stadt bleibt oftmals nur das Krankenhaus oder Heim Foto: who

Afrikanische Solidarität auf dem Prüfstand
Solche Verhaltensweisen entsprechen ganz und gar nicht der afrikanischen Sitte, der Solidarität heilig ist, wo jeder Anspruch auf Unterstützung durch seine Verwandten hat, ob er nun krank ist oder nicht. Für den Anthropologen Maixent Mébiame, Professor an der Universität Omar Bongo in Libreville, hat dieses Umschwenken soziale Gründe: «Dass ältere Menschen abgeschoben werden, ist neu in Afrika und kommt bisher nur

Hilfe: Altersheime werden eingerichtet wie der «Service de gériatrie», eine ehemalige Missionsstation, die 1995 verstaatlicht wurde, wo man sich nun um die Verlassenen kümmert. «Gott sei Dank funktioniert die Solidarität auf dem Dorf noch», bemerkt Mébiame, «dort wird niemand sich selbst überlassen. Selbst wenn ein alter Mensch keine Verwandten mehr hat, nimmt ihn die Dorfgemeinschaft auf». Aber wie lange noch?
(ia, mit syfia)

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Klassenbeste, sie belegen die ersten fünf Plätze», erzählt sie stolz. «Sie studieren und arbeiten genau so gut wie Männer». Die Frauen, die trotz Familie studieren, erbringen manchmal Beweise einer großen Zähigkeit, wie z.B. eine Studentin, die ihre Prüfungen ablegte, obwohl sie erst am Vorabend entbunden hatte. «Sie hat verlangt, ihre Prüfung im Krankenhaus abzulegen, und sie hat es geschafft», erzählt ein Universitätsprofessor, und fügt hinzu: «Es gab einen Mythos in Ruanda, nach dem nur Männer zur Universität gingen. Die Frauen haben damit energisch aufgeräumt!»
(syfia)

Ruanda:

Tod eines Mythos - Frauen erstürmen Universitäten
In Ruanda haben die Gründung mehrerer privater Universitäten und die Regierungspolitik, die die Frauen ermutigt, Verantwortungsposten zu übernehmen, dazu geführt, dass immer mehr Frauen studieren. Junge und auch bereits verheiratete, von ihren Ehemännern angespornte Frauen, nutzen die Gelegenheit zu einer besseren Bildung. Betritt man eine beliebige private Universität in Ruanda, fällt sofort die hohe Anzahl weiblicher Studierender auf. Im gerade zu Ende gegangenen akademischen Jahr studierten an der freien Universität von Kigali (ULK), der größ-

Verantwortung in Beruf und Familie
Fabrice Habanabakize, Vorsitzender des ruandischen Studentenverbandes, Präsident des Forums der Assoziationen der Studenten der Universitäten Ruandas, fügt hinzu: «Die Bildungsstätten liegen zentral, und die Frauen werden auch durch gebildete Kolleginnen sensibilisiert. Sie beginnen zu verstehen, dass sie nicht ewig von ihrem Ehemann abhängen können.» Die verheirateten Frauen, meistens Lehrerinnen oder Beamtinnen, nehmen so ihre Studien wieder auf. Die Ehemänner unterstützen sie, zahlen oft die Studienge-

fen, um mein Diplom zu bekommen, denn es ist sehr schwierig, ohne Uniabschluss Arbeit zu finden. Ich habe keine Angst, mit den Männern auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu stehen», führt Béatrice, eine Verwaltungsrechtsstudentin an der ULK, bestimmt an. Mehr Mitbestimmung in der Familie hat ihre Mitstreiterin Alice Mukamwiza (30) bereits erreicht: «Seit ich studiere, bezieht mein Ehemann mich in die Entscheidungsfindung ein, vorher galt nur sein Wille», bemerkt sie. Auch Abiturientin Christine will studieren: «Die Mädchen sind in meiner Klasse sind

Berlin:

Wowereit verleiht Verdienstorden an «Mama Africa»

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, verlieh am 1. Oktober 2006 an elf Persönlichkeiten in Anerkennung und Würdigung hervorragender Verdienste um Berlin den Verdienstorden des Topposten durch Studium: Mitarbeiterinten privaten Universität des nen der Weltbank in Kigali/Ruanda, mit Landes Berlin. Landes, 56% Frauen, und sogar Weltbankpräsident Wolfowitz Die Übergabe an der Universität für LandFoto: Weltbank der Auszeichnung erfolgt allwirtschaft und Technologie jährlich anlässlich des Jahresvon Kibungo (Unatek) waren es bühren, denn der Lebensuntertages des Inkrafttretens der über 41%. Vor einigen Jahren halt ist teuer, und wenn die Berliner Verfassung. In diesem noch betrug der allgemeine Frau dazu beitragen kann, Jahr dabei: Essy Agboli-GomaProzentsatz nur 10%. Die Grün- umso besser. Auch viele Gedo aus Togo – die Berliner dung privater Universitäten er- schäftsfrauen bilden sich wei«Mama Africa». klärt größtenteils diesen weib- ter, indem sie ihr Hochschullichen Zustrom. In weniger als studium fortsetzen. Essy Agboli-Gomado, ausgebilzehn Jahren sind in Ruanda dete Krankenschwester, lebt fünf dieser Privatunis entstan- Eine andere bedeutende Motiseit 1984 im Neuköllner Rollden, die u.a. den Vorteil bievation ist die Möglichkeit für bergviertel und setzt sich unten, dass die Zugangsvorausset- Frauen, jetzt verantwortungsermüdlich für die Entwickzungen dort weniger strikt volle Posten in der Regierung lung einer guten Nachbarsind als an den öffentlichen und Verwaltung zu erhalten. schaft in diesem Stadtteil ein. Universitäten. «Sie bieten den Im Zuge der Reform des öffentInsbesondere seitdem das Frauen bessere Möglichkeiten lichen Dienstes sind nämlich Quartiersmanagement seine zum Studium. Sie können alle entlassen worden, deren Arbeit aufgenommen hat, ist tagsüber zu Hause bleiben, Bildungsniveau zu niedrig war. sie als Unterstützerin und Proabends und am Wochenende Bildung ist somit zu einer untagonistin der Nachbarschaftsstudieren», erläutert Robert entbehrlichen Bedingung gearbeit tätig. So wirkt sie im Ndatabaye, Beamter beim Rek- worden, um in Ruanda Arbeit Mieterbeirat, in der Ateliergetorat der ULK. zu finden. «Ich werde kämpmeinschaft im Rollbergviertel,

«Ordensträgerin» Essy Agboli-Gomado bei der zu ihren Ehren vom Afrika-Rat Berlin/Brandenburg und der Werkstatt der Kulturen organisierten Party Foto: ia

der Bewohnerjury, dem Verein Gemeinschaftshaus e.V. mit und nimmt an der Frauengruppe und am Frauenfrühstück teil. Seit über vier Jahren organisiert sie Woche für Woche die große Tafel im Rollbergviertel für Anwohner, die nach Rezepten ihrer Heimatländer kochen. Durch ihre Initiative ist der Verein «Brücke zu Togo» im Rollbergviertel gegründet worden, mit dem Essy Agboli-Gomado viele Feste in Neukölln unterstützt und erfolgreich zwischen den Kulturen vermittelt. (hps)

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Einsteins afrikanische Erben:

Das African Institute for Mathematical Sciences
Noch immer sind Naturwissenschaften in Afrika eine Domäne der Weißen. Damit sich das ändert, treffen sich nahe Kapstadt die besten Nachwuchsforscher aus ganz Afrika - in einer einzigartigen Kaderschmiede. «Was hätte es für einen Sinn, einem schwarzen Kind Mathematik beizubringen?» Dieser Satz stammt von Henrik Verwoerd, dem Architekten der Apartheid in Südafrika. Lange brauchte man die Schwarzen nur als willfährige Lohnsklaven, hielt sie für dumm - und die Folgen sind bis heute zu spüren: In den Townships lebt eine ganze Generation ohne richtige Bildung. Viele Slumbewohner beherrschen nicht einmal die Grundrechenarten, und nur 30 Prozent der Schüler schaffen bei der Reifeprüfung nach 12 Jahren den Mathetest. Dabei fehlen auf dem Kontinent dunkelhäutige Mathematiker und Physiker in allen Bereichen: Im Straßenbau, bei der Ölförderung, der Demografie, der medizinischen Statistik, im Finanzwesen, in Verwaltung, Forschung und Lehre. aus 20 verschiedenen afrikanischen Ländern. Alle haben mindestens vier Jahre Studium in ihrer Heimat hinter sich und sind hier, um einen neunmonatigen Postgraduiertenkurs zu absolvieren, der die faszinierendsten Gebiete der modernen Naturwissenschaften abdeckt. um herauszufinden, warum die Schätzungen von Infektionszahlen so unterschiedlich sind. «Ich will wissen, wie diese Unterschiede zustande kommen, und wie man verlässliche Zahlen erreichen kann», erklärt sie ihre Forschungsmotivation.

Um Forschern wie Angelina ein produktives Umfeld zu ermöglichen, wurde das «Nicht nur das Know-how des AIMS gut ausgestattet: Mit einem nagelneuen Computerzentrum und einer BiWestens importieren» bliothek, die aus Spenden von Verlagen Angewandte Mathematik, Quantenphysik, und Professoren aufgebaut wurde. Auch Natasha aus Madagaskar ist begeistert von Informatik, Molekularbiologie, Astrophysik, Finanzwesen, Nanotechnologie: Wozu den technischen Hilfsmitteln - und vom braucht man in Afrika Zahlentheoretiker? Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden. Es sei wie zwischen Eltern und Den Einwand, Krankenschwestern oder Ingenieure seien doch viel nützlicher für Kindern, sagt sie. «Die Lehrer helfen uns und stehen uns sehr nahe.» In ihrem HeiAfrika, kann Direktor Fritz Hahne nicht matland sei die Kluft zwischen Studenten mehr hören. «Es ist wichtig, dass wir in und Professoren viel größer, und deshalb Afrika nicht nur das Know-how des Weist sie froh, beim AIMS arbeiten zu können - und hoch motiviert dazu: «Wenn man hier nicht weiterkommt, dann liegt das nicht an den Bedingungen oder den Lehrern, sondern daran, dass man sich nicht genug Mühe gegeben hat.» Zu den Schirmherren des Instituts gehören immerhin namhafte Astrophysiker wie Stephen Hawking, zu den Sponsoren zählen die Ford Foundation, Vodafone, die Partneruniversitäten Oxford, Cambridge, Paris und natürlich die Kapstädter Universitäten UCT, Western Cape und Stellenbosch. Ironie des Schicksals, denn gerade Stellenbosch galt einst als die intellektuelle Hochburg des weißen Rassenwahns. Am AIMS jedoch spielt Hautfarbe keine Rolle mehr, wie Direktor Fritz Hahne berichtet: «Wenn ich die Studenten begrüße, dann sage ich, ich bin ein Afrikaner wie ihr alle auch, ich bin nur zufällig weiß. Das akzeptieren sie vollständig.» Er kann sich nicht erinnern, dass die verschiedenen Hautfarben und -schattierungen jemals zur Sprache gekommen wären. «Und das ist sehr schön, dass wir das schon erreicht haben.» (dw)

Auch Muizenberg, eine halbe Autostunde südlich von Kapstadt Muizenberg: Hier studieren und forschen die Besten an der False Bay, scheint da auf den erFoto: fetnat sten Blick keine Ausnahme zu sein. Die Stadt ist bekannt als Hochburg für Surfer, stens importieren, sondern, dass wir es Bodyboarder und sonstige Funsport-Fans. mitentwickeln und auch verstehen - sonst Aber weniger als 100 Meter entfernt vom werden wir immer unterlegen sein», sagt Strand taucht man ein in die Stille eines der emeritierte Professor von der Univeraprikosenfarbenen Art-Déco-Gebäudes, sität Stellenbosch, der das Institut seit und es ist, als beträte man ein Kloster. Die drei Jahren leitet. «Ordensgemeinschaft», die dort ihren Sitz hat, heißt AIMS, African Institute for MaDie 23-jährige Epidemiologin Angelina thematical Sciences. Seit 2003 leben und aus Tansania beschäftigt sich derweil liearbeiten in der einzigen Einrichtung dieber mit praktischen Fragen: Sie erforscht ser Art in Afrika die besten Köpfe des Kon- die Verbreitung von HIV/AIDS und vertinents - momentan sind es 49 Studenten wendet einen mathematischen Ansatz,

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Inselträume im Atlantik:

den Tellerrand hinaus schauend Insidereinblicke suchen.

Kapverdische Inseln und Sao Tomé & Principe

Die touristische Infrastruktur steckt vielerorts noch in den Kinderschuhen – ein Grund den sehr natürlichen und gastInseln haben für Menschen seit erschöpfliche Vielfalt als Wanmehr, sich auf intensive Reifreundlichen Menschen, die derparadies. jeher eine besondere Anzieseerlebnisse einzustellen. «Die aufgrund ihrer Sklavenverganhungskraft: Ringsum das endlo- Der vielfach prämierte Dortmeisten unserer Gäste nehmen se, manchmal türkisfarbene, oft munder Reiseveranstalter ONE genheit unheimlich tolerant das gern in Kauf, da das Reisind», sagt Kai Pardon, Inhaber tiefblaue Meer, Strände, Steilkü- WORLD Reisen mit Sinnen arseerlebnis im Vordergrund beitet dort sehr erfolgreich und von ONE WORLD, der die Inseln sten und Buchten mit pittoressteht. ‚Reisen mit Sinnen’ eben. sehr gut kennt. 2005 hat er auf gilt im Deutsch sprechenden ken, bunten Fischerorten. In Die Unterkünfte auf den Inseln der Vulkaninsel Fogo mit seiRaum als Marktführer für Erfrüheren Zeiten brauchte man sind ganz angenehm, oft faminer Partnerin Heike Alter eine lebnisreisen. oft Tage, Wochen, gar Monate, liär, sauber und erinnern an Dependance mit dem Namen um dort hinzugelangen. Legeneine in Europa längst vergange«vista verde tours» aufgebaut den steigern den Reiz und lösen «Um die Kapverdischen Inseln ne Zeit.» und viele Monate dort gelebt. wirklich zu entdecken, sollte eine manchmal unerklärliche Fogo ist mit seinem 2.829m homan nicht nur die Badeinsel Sehnsucht aus. Inzwischen bietet der Reiseverhen Bilderbuchvulkan ein absoSal besuchen. Sal entwickelt anstalter, dessen Reiseideen luter Höhepunkt jeder KapverDie lange Zeit vergessenen Kap- sich immer mehr zu einem schon vielfach mit Touridenreise. Am Fuße des Vulkans Zentrum des «All-Inclusive-» verdischen Inseln sind aus stikpreisen (u.a. GEO Saison) und Massentourismus. Alle an- liegt das bezaubernde Kolonialihrem touristischen Dornrösausgezeichnet wurden auch städtchen Sao Filipe mit alten deren Inseln sind faszinierenchenschlaf erwacht und werReisen nach Sao Tomé e Principortugiesischen Herrenhäusern der mit ihrer spektakulären den als echte Alternative zu pe an. Das mit 160.000 Einwoh– direkt über dem Meer. Bergwelt, den tropischen den teilweise schon überlaufenern zweitkleinste Land Afrikas Tälern, einsamen Stränden und Die Mischung aus Aktivitäten, nen Kanaren gehandelt – lieliegt südlicher, genau auf dem aus Begegnung, Gegen sie doch nur zwei FlugstunÄquator. Bedeckt mit tropinuss und Erholung den weiter südlich. «Cabo Verschem Regenwald und exotibringt den ONE de» – einst portugiesische Koloscher Plantagenwirtschaft ist es WORLD Kunden die nie und Umschlagplatz des luin Deutschland noch weitgeSeele der besuchten krativen Sklavenhandels – behend unbekannt. In Portugal Insel und des gesamsteht aus neun bewohnten Inist das inzwischen anders: der ten Archipels näher. seln, die unterschiedlicher Roman «Am Äquator» des porIm Programm von nicht sein könnten. Die Inseln tugiesischen Schriftstellers TaONE WORLD werden besitzen eine lebendige Kulturvares ist dort ein Bestseller. Er praktisch alle fündig, und Musikszene, wunderschöspielt Anfang des 20. Jahrhundie gern abseits vom ne Strände und eine schier underts auf den «vergessenen Massentourismus Aufstieg zum Schokoladen-Inseln». ihren Urlaub verbrinPico de Fogo gen wollen und über
Fragen Sie den Experten, wenn Sie touristisches Neuland inmitten des Atlantiks erkunden wollen: ONE WORLD Reisen mit Sinnen Dortmund, Tel.: (0231)589792-0 oneworld@reisenmitsinnen.de www.reisenmitsinnen.de www.kapverdischeinseln.de www.vista-verde.com

In Deutschland noch kaum bekannt: Sao Tomé & Principe

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Nr. 06/2006 | Seite 16
Beispiel in Form einer Kampagne geschehen, die das Be– wusstsein der deutschen Reisenden für positive und negative Wirkungen des Tourismus in Fernreiseländer zu erweitern versucht. Um die negativen Folgen des Tourismus in Entwicklungsländer abzufedern, sollte sich die Bundesregierung dafür einzusetzen, dass der Beirat für Tourismus die Bekämpfung von Kinderprostitution und die sexuelle Ausbeutung von Frauen in den Fernreiseländern thematisiert und sich auf gemeinsame Ak-

Entwicklungsländer und Tourismus:

Chancen und Herausforderungen
Entwicklungsländern in ökonomischer und kultureller Hinsicht seine Spuren. Fehlentwicklungen treten auf und zeigen negative Effekte wie die Zerstörung von Natur und Umwelt und unkontrollierte Infrastrukturentwicklungen in den bereisten Ländern. Deshalb ist es wichtig, zu einer Qualitätsverbesserung des Fernreisetourismus in humaner, kultureller, umweltpolitischer und ökonomischer Hinsicht beizutragen. Nach WTO-Angaben sind die Einnahmen aus dem Tourismusbereich für etwa ein Drittel der EntwickDas gilt insbesondere auch für lungsländer die wicheinige afrikanische Länder - be- tigste Einnahmequelsonders für Namibia und Süd- le und stellen für insafrika. Dabei birgt der Fernrei- gesamt mehr als vier Fünftel eine der setourismus vor allem für die wichtigsten DevisenDeutschen als reisefreudigem Volk sowohl hohe wirtschaftli- quellen dar. Wie schon in che Zugewinne als auch inter- früheren Jahren konnten die Entwicklungsländer höhere kulturelle AustauschmöglichSteigerungsraten verzeichnen keiten. Laut der TAB-Studie «Zukunfts- als die Industrieländer, d.h. Tourismus leistet einen wachtrends im Tourismus» des senden Beitrag zur WirtBüros für Technikfolgen-Abschaftskraft dieser Länder. schätzung beim Deutschen Dazu kommt, dass die Zahl der Bundestag vom 26. Januar einheimisch Beschäftigten wie 2006, geht die Entwicklung des internationalen Tourismus auch ihr Einkommen stetig steigen. seit den fünfziger Jahren einher mit wirtschaftlichen, technischen sowie sozialen und po- Wie bereits angesprochen hat dieses Wachstum auch für die litischen Veränderungen, die europäischen Entsendeländer sich vor allem in den westliund damit für Deutschland eichen Industrienationen hernen positiven wirtschaftlichen ausgebildet haben und zu eiEffekt. Auf dem deutschen ner bisher nicht bekannten Markt dominieren deutsche Mobilität der Menschen führVeranstalter, die im Zuge der ten. So machten nach den ErGlobalisierung eine steigende gebnissen der Studie» Tourisökonomische Bedeutung bemus in Entwicklungsländer» kommen. Aber auch auf kultudes Studienkreises für Tourisreller Seite sind positive Veränmus und Entwicklung vom derungen zu verzeichnen. ImMai 2006 im Jahr 2005 etwa 7,7 Millionen Deutsche Urlaub mer mehr deutsche Reisende sind für den interkulturellen in Entwicklungsländern. Austausch ansprechbar und beginnen sich für «Land und Der Anteil der EntwicklungsLeute» des Reiselandes zu inländer am internationalen teressieren. Derzeit mangelt es Tourismusaufkommen ist von 28 Prozent im Jahr 1990 auf 36 jedoch noch an umfassenden Prozent im Jahr 2004 angestie- Daten und Studien, die die Auswirkungen insbesondere gen. Der bislang praktizierte von All-inclusive-Reisen in sokommerzielle Tourismus hinziokultureller, umweltpolititerlässt insbesondere in den Im Deutschen Bundestag wird zurzeit ein Antrag, unter Einbezug der Studie «Tourismus in Entwicklungsländer» des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung e.V. vorbereitet, der sich mit der Bedeutung des internationalen Tourismus für Entwicklungsländer beschäftigt. Dieses geschieht nicht ohne Grund. Die Berufung des Tourismusbeauftragten durch die deutsche Bundesregierung und die Signale auf der ITB 2006 haben ein klares Zeichen gesetzt: Zu keiner Zeit hat der Tourismus in die Entwicklungsländer so viele Chancen aber auch Herausforderungen mit sich gebracht. scher und ökonomischer Hinsicht für das Urlaubsland untersuchen. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, einen Forschungsauftrag zu vergeben, der die Sammlung und Aufbereitung vorhandener wissenschaftlicher Quellen zu touristisch relevanten Themen systematisch erfasst und aufbereitet. Die Reiseveranstalter sollten ihren Urlaubern ver-

stärkt Informationen und Pro- «Meet the people»– Reinhold Hemker (ganz links) in Namibia gramme anbieten, die das InFoto: privat teresse der Touristen auf «Land tionen zur Einhaltung des und Leute» der bereisten EntEthikcodex verständigt. Neben wicklungsländer aufgreifen. diesen sozialen und gesellNatürlich müssen ebenso die schaftlichen Problematiken Tourismusdestinationen bei gilt es auch, die ökologischen der qualitativen Verbesserung Belastungen des Ferntourissolcher Angebote unterstützt mus zu minimieren. Deshalb werden. Auch spezielle Begegnungs-Programme sollten - ins- muss für eine strengere Einhaltung des Artenschutzes besondere für junge Leute beim Ein- und Ausreiseverkehr verstärkt angeboten werden. gesorgt werden, damit geEine nachhaltige Tourismusentwicklung ist nur von Erfolg schützte Arten nicht als Urlaubssouvenir missbraucht gekrönt, wenn die die Einheimischen intensiver einbezogen werden. Das in diesem Zusammenhang festzustellende gewerden. Ein viel versprechender Ansatzpunkt wäre der Ein- steigerte Interesse der Urlausatz von Rückkehrern als inter- ber an Besuchen von Naturkulturelle Vermittler in ihrem und Nationalparks in den Fernreiseländern sollte unter Herkunftsland. Auch gezielte interkulturelle Schulungs- und umweltpolitischen Aspekten deutlichere Unterstützung finTrainingsprogramme für (einden. heimische) Reiseleiter in EntEs ist also insgesamt anzustrewicklungsländern müssten ben, die ökonomische, kultuweiter entwickelt und verrelle und ökologische Nachhalstärkt angeboten werden. tigkeit des Tourismus in Entwicklungsländer zu fördern, In diesem Zusammenhang um diesen im Großen und sollte sich die BundesregieGanzen sehr positiven Trend rung dafür einzusetzen, dass dauerhaft und für beide Seiten der Kultur-Tourismus vermehrt gefördert und entspre- förderlich zu nutzen. chende Auslandinstitute sowie (Reinhold Hemker MdB, SPD, Mitglied das Auswärtige Amt einbezoim Tourismusausschuss des Deutschen gen werden. Dies könnte zum Bundestages)

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und Jahrhunderte alten Traditionen. Besuch des Königs von Oussouye und des heiligen Dorfbaums, Begegnung mit den Einheimischen. Mittagessen und Entspannung im Badeort Cap Skirring. Rückkehr nach Ziguinchor, kurze Stadtbesichtigung. Tag 8: Ziguinchor/ Dakar Unterwegs besuchen Sie einige traditionelle Dörfer der Peul, ehemalige Nomaden, die heute teilweise sesshaft sind. Mittagessen im Hotel de Paris in Kaolack.
Salzabbau am Rosa See Foto: L. Gerrer

Mit deutschsprachiger Reiseleitung:

Erleben Sie jetzt traumhafte Reisen in den Senegal!
Tag 2: Dakar Am Vormittag Besichtigung der Hauptstadt mit ihren unterschiedlichen Märkten, Plätzen und Kunsthandwerkszentren. Halt am Präsidentenpalast mit seiner bekannten roten Garde und am Jahrtausendtor (porte du millénium). Besuch der lebhaften Altstadt (Medina) und des Wohngebietes Fann, welches die neue senegalesische Architektur widerspiegelt. ACT verfügt über langjährige Erfahrung als Reiseveranstalter Mittags Überfahrt zur Insel Gound bietet mehrtägige und kür- rée mit der Fähre. Mittagessen zere Reiserouten in Begleitung vor Ort. Nachmittags Besuch der Insel. Die Insel Gorée ist ein deutschsprachiger Reiseleiter für Gruppen oder Individualrei- geschichtsträchtiger Ort der sende im gesamten Senegal an. schmerzlichen Erinnerung an 300 Jahre Sklavenhandel in Das Angebot umfasst u.a. BirdWestafrika, die kürzlich zum watching, Besuche der NatioWeltkulturerbe der Unesco ernalparks, Rundreisen, Touren klärt wurde. Unter Führung des zu den kulturellen HöhepunkKonservators, der in bewegenten des Landes wie zur ehemaden Worten die traurige Geligen Sklaveninsel Gorée, der schichte der Stätte erläutert, heiligen Stadt Touba oder besuchen Sie das Sklavenhaus und den Platz, an dem die Versteigerungen stattfanden. AFRICA live Consulting baut ihre Aktivitäten im Bereich der Tourismuspromotion für Afrika stetig weiter aus und übernimmt ab sofort die deutsche Vertretung des senegalesischen Reiseveranstalters Africa Connection Tours Senegal (ACT) (siehe auch Unternehmensportrait von ACT in AFRICA live Nr. 5/06). Tag 3: Dakar/ Saint-Louis Abfahrt zum Rosa See (Lac Rose) im Norden von Dakar. Rundfahrt durch die Sanddünen im Allradfahrzeug auf den Spuren der Rallye «Paris-Dakar». Begegnung mit den Salzsammlern am Rande des Sees. Weiterfahrt nach Thiès. Mittagessen vor Ort und Stadtbesuch, Besichtigung des Marktes und des Kunsthandwerkszentrums. Nachmittags Weiterfahrt nach Saint-Louis, unterwegs Besuch einiger traditioneller Wolof-Dörfer. Sie Pelikane, Flamingos, Fischreiher und andere Vögel beobachten. Tag 5: Saint-Louis/ Kaolack / Toubacouta Abfahrt nach Kaolack und Toubacouta. Besuch der bunten Wochenmärkte und traditionellen Dörfer. Mittagessen in Kaolack und Besichtigung der Stadt mit dem für seine große

Auswahl an Heilkräutern und afrikanischen Stoffen bekannten Markt. Nachmittags Weiterfahrt nach Toubacouta am Ufer des Saloum-Flusses.

Auf Wunsch kann diese Rundreise mit einem anschließenden mehrtägigen Badeaufenthalt verlängert werden. Die deutschsprachige Broschüre, weitere Infos und Preise

Tag 6: Toubacouta/ Ziguinchor Fahrt in die Casamance im Süden Senegals. Sie durchqueren das kleine Land GamZeugin eines jahrhundertelangen Sklavenbia, ehemalige handels: die Insel Gorée Foto: ia englische Kolonie, das völlig von SeSaint-Louis, sowie verschiedene negal umschlossen Themenreisen und Kombireiist. Sie überfahren sen mit Badeaufenthalten in den Gambia-Fluss komfortabel und liebevoll ausmit einer Fähre gestatteten Hotels. Eine garanund haben Geletierte Rundumbetreuung für genheit zu einer kulturinteressierte und sonnenkurzen Stadtbesichtigung und Tag 4: Saint-Louis hungrige Reisende, die dem Mittagessen in der Haupstadt Besichtigung der einstigen hiesigen kalten Wetter entflieHauptstadt des Senegal und des Banjul. Nachmittags geht es hen und in der Wiege Afrikas weiter nach Ziguinchor im kolonialen Französisch-Westkuscheln möchten. Die beste Reisezeit für Senegal ist von No- afrika. Besuch des historischen Land der Mandingo. Sie besuchen unterwegs die Dörfer BaiViertels, des pittoresken und vember bis Mai. la, Badiana und Diouloulou. lebhaften Fischerviertels Guet Beispiel für eine Rundreise mit Ndar und des Fischerfriedhofs. Tag 7: Ziguinchor / Cap SkirMittags Pirogenfahrt zum wunACT: «Gesichter des Senegal» ring / Ziguinchor dervollen und weltbekannten Abfahrt nach Cap Skirring. BeVogelschutzgebiet «Langue de Tag 1: Dakar such der unteren Casamance Ankunft und Empfang am Flug- Barbarie». In dem zwischen dem Atlantik und dem Senegal- mit ihren animistischen Dörhafen Dakar. Transfer zum Hofern, ihren Riten, Ahnenkulten Fluss gelegenen Park können tel und Übernachtung.

Malerisch: das Hotel Bougainvillées am Strand von Saly Foto: ia

über die o.g. Rundreise sowie das komplette Angebot von Africa Connection Tours (ACT) erhalten Sie bei:
AFRICA live Consulting, Erlanger Str. 13, D-12053 Berlin, Tel: 030-279 085 30, Fax: 030-279 085 31 Email: info@africa-live.de

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Nr. 06/2006 | Seite 18

Tansania:

«Tanzania Under Canvas» – die ultimative Camping-Safari
CC Africa Conservation Corporation, führend auf dem Gebiet des Öko-Tourismus, bietet eine ganz besondere Safari-Erfahrung: «Tanzania under Canvas». Das romantisch-klassische Safari Camp im Hemingway-Stil mit vier großzügigen Doppelzelten ist ausgestattet mit «Ensuite»-Bad und OutdoorDusche. Auch für heißes Wasser wird auf Wunsch gesorgt. Unter freiem Himmel oder in einem eleganten Dinner-Zelt werden die Gäste mit Gourmet-Speisen verwöhnt. Das Camp folgt der Migration der Tiere durch die Ebenen der Serengeti, so dass die Herden meist nur kurze Fahrzeit mit dem Jeep entfernt sind. Alle zwei Wochen ändert das Camp seine Route, um die Nähe zu großen Tierherden zu garantieren. Bis zum 15. Dezember bietet CC Africa allen Afrika-Reisenden ein besonderes Highlight an: Die 7 Tage «Tanzania Safari». Zusätzlich zur 5-tägigen Tour «Tanzania under Canvas» bleiben die Gäste zwei weitere Nächte, jeweils vor An- und Abreise, in der «Arusha Coffee Lodge». Darüber hinaus übernimmt CC Africa den Transfer zwischen dem Flughafen Arusha und der «Arusha Coffee Lodge», für die Flüge zwischen Arusha Airport und dem Camp sowie für den Transfer zwischen dem Camp und Kilimanjaro International Airport.
Weitere Informationen: www.ccafrica.com

Für Eilige:

Namibia kompakt in neun Tagen
Besucher mit wenig Zeit finden bei African Extravaganza das richtige Angebot: «Namibias Highlights». In nur neun Tagen lernen Interessierte die Höhepunkte des Landes kennen. Los geht es von Windhoek zur Waterberg Guest Farm in der Nähe des historischen Waterberg Plateaus mit seiner beeindruckenden Landschaft. Die folgenden zwei Tage erlebt man die Tierwelt des Etoscha Nationalparks, einem der schönsten Naturschutzgebiete Afrikas. Dann geht es weiter in die Erongo Region zum Wandern und zur Vogelbeobachtung. Tag fünf und sechs genießen die Teilnehmer in der gemütlichen Urlaubsstadt Swakopmund am Atlantik. Letzter Höhepunkt: die Namib, die älteste Wüste der Welt. Die Safari wird an sieben Terminen von Dezember 2006 bis Juni 2007 unter anderem als Neujahrs- und als «Valentine’s»Tour angeboten. Der Preis liegt ab EURO 1.280 pro Person im Doppelzimmer für acht Übernachtungen, inklusive Frühstück und sechs Abendessen.
Weitere Informationen: www.african-extravaganza.com

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Nr. 06/2006 | Seite 19

Messe «Tourismafrica» in Genf: Premiere mit Defiziten

Gaben sich viel Mühe: die Tourismusminister aus Benin, Tschad, Burkina Faso und Kamerun (v.l.n.r.)

Informatives Länderforum zu Benin … Verwaiste Stände

Enttäuschungen entstehen oft durch zu große Erwartungen, eine schmerzliche Erfahrung, die die Tourism-Africa-Aussteller leider machen mussten. Zum ersten Mal waren allein Afrikas touristische Perspektiven Gegenstand einer Messe, so dass sie sich mit Pioniergeist, beträchtlichem Enthusiasmus und ebensolchen Kosten entschlossen hatten, an dieser Premiere teilzunehmen. Das Programm mit seinen geplanten Investitionsforen, Konferenzen, Debatten und zahlreichen Länderpräsentationen klang viel versprechend, die Liste der im Internet angekündigten professionellen Teilnehmer war lang 4000 sollten es sein -, und viele internationale Medien unterstützen das Projekt. Was sich dem Besucher allerdings schließlich präsentierte, war dürftig: eine schlecht gestaltete, nicht einmal komplett mit Teppichboden ausgelegte und akustisch miserable Messehalle, mit vielen leeren Ständen (dadurch bedingt, dass so manchem Teilnehmer kein Einreisevisum erteilt wurde), in der überwiegend

Afrikaner – sprich Aussteller – teils frustriert herumwandelten. Absurd: Man lädt Afrikaner zu einer Fachmesse ein, betrachtet die Eingeladenen jedoch nicht als Gäste sondern als potenzielle Immigrationskandidaten! Von Fachbesuchern – fast – keine Spur, lediglich ein Schweizer Banker fiel auf, der am Großteil der Veranstaltungen teilnahm, sowie Vertreter der ITB Berlin. Eine Öffnung für Privatbesucher, die doch letztlich eine der Zielgruppen gewesen wären, war nicht vorgesehen. Selbst die Medien kamen nicht auf ihre Kosten, der Presseraum war nur mit 2 PCs besetzt, wovon nur einer ununterbrochen funktionierte, es gab keine Pressemitteilungen noch sonstige Ankündigungen, die für eine Berichterstattung hätten hilfreich sein können. Die Länder Afrikas, in denen der Tourismus bereits blüht wie Südafrika, Marokko oder Tunesien waren gar nicht erst vertreten, wohingegen sich manche der ausstellenden Länder wie z.B. Benin, Kamerun, Burkina Faso, Mali, Guinea, Libyen oder Algerien

sehr viel Mühe gaben, ihre touristischen Möglichkeiten mit gut ausgerichteten, informativen Ständen und in speziellen Länderforen, oftmals unterstützt durch die Anwesenheit ihrer Tourismusminister oder staatlichen Fremdenverkehrsämter, zu präsentieren. Aber auch hier machten ihnen die Organisatoren einen Strich durch die Rechnung: viele der Ländertage waren zur gleichen Uhrzeit angesetzt, so dass man keinem ununterbrochen zuhören konnte sondern von einem zum anderen eilen musste, um zumindest von jeder Veranstaltung einen Eindruck zu bekommen. «Ich kam am Sonntag, den 10. September in Genf an», klagt Aline Koala, Tourismusministerin Burkina Fasos in einem Interview. «Gleich am Montag bin ich zur Messehalle gegangen, um den «Ländertag Burkina Faso», der drei Tage später stattfinden sollte, vorzubereiten. Laut den Veranstaltern sollte dieser Tag dazu dienen, potenziellen Investoren unsere Projekte und den Fachbesuchern unsere touri-

… das anschließend großes Interesse am Stand hervorrief

stischen Möglichkeiten vorzustellen. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass unser Forum gleichzeitig mit dem Libyens und Kameruns vorgesehen war. Kurz: Es war ein fürchterliches Durcheinander und eine Investition, die sich nicht gelohnt hat»! Jetzt sind die Veranstalter am Ball, sie müssen ihre Hausaufgaben machen und dafür sorgen, dass fürs nächste Mal eine perfekte Organisation verbindlich zugesagt wird, damit diese auch von anderen geäußerte Frustration nicht nachhält, denn solch eine Messe ist eine einmalige Chance für Afrikas Tourismus, die nicht vertan werden darf.
(Ingrid Aouane, Text und Fotos)

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Nr. 06/2006 | Seite 20

Mali:

Timbuktu kandidiert als «Weltwunder»
Die malische Stadt Timbuktu gehört zu einer der 21 Stätten der Welt, die ausgesucht wurden, um die «alten 7 Weltwunder» zu ersetzen, von denen nur noch die Pyramiden von Gizeh erhalten sind. Im 12. Jahrhundert lag Timbuktu an der Kreuzung der vier wichtigsten Karawanenwege, die die arabische Welt über den Nahen Osten mit Spanien verbanden. Durch die Ansammlung von Reichtum wurde Timbuktu damals zu einer der wohlhabendsten Städte der Welt. Dies ermöglichte die Einrichtung einer der ersten Universitäten der Geschichte: die bedeutende Islamische Universität, genannt Madrasa von Sankore, an der 20.000 Studen-

Ethiopian Airlines beste Fluggesellschaft Afrikas
Das Africa Aviation Journal hat die Ethiopian Airlines mit dem Titel «Beste Airline Afrikas im Jahr 2006» ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird jährlich verliehen. Zu dieser Beurteilung ist eine Auswertung der folgenden Bereiche herangezogen worden: Erwirtschaftung von Gewinnen, finanzielles Management, Steigerung der Passagierzahlen, Erweiterung des Flugnetzes, Modernisierung des Flugzeugparks, In-Flight-Service

Foto: Ethiopian Airlines

und Kundenfreundlichkeit. In den vergangenen Jahren 2000 bis 2005 war die Auszeichnung regelmäßig an die South African Airways verliehen worden. (av)

ten Recht, Medizin und Rhetorik studierten. Die «Sieben neuen Weltwunder» werden im Juli 2007 ausgewählt, organisiert wird das Ganze von der schweizerischen Stiftung «Seven new wonders». Wer mit abstimmen möchte:
http://www.new7wonders.com/.

Südafrika:

Frühling auf der De Zeekoe Guest Farm Halbwüste wird zum Blumenmeer
Die Halbwüste lebt: Außergewöhnlich starke Regenfälle haben die Gegend rund um die De Zeekoe Guest Farm im Süden Südafrikas in ein Blumenmeer verwandelt. Der Blütenteppich wird sich in den nächsten Monaten noch weiter entfalten – ein wirklich seltenes Schauspiel. Das De Zeekoe Reservat ist einer der wenigen Plätze der Welt, wo sich drei verschiedene Vegetationszonen überlappen. Wie in den meisten Halbwüsten liegt die wahre Schönheit der Vegetation für viele Monate oder sogar Jahre verborgen – bis Regenfälle Pflanzen und Blumen aus ihrem Dornröschenschlaf wecken und sich eine farbenfrohe Vielfalt scheinbar aus dem Nichts entwickelt. Die De Zeekoe Guest Farm – ein Naturparadies zum Fischen, Kanu fahren, Radeln und Wandern - liegt bei Oudtshoorn in einer bekannten Weingegend in Richtung Mossel Bay - ungefähr vier Stunden von Kapstadt entfernt. Auf den Luzerne-Weiden des 200 Hektar großen Bauernhofs grasen rund 3000 Strauße. Hunderte Springböcke und viele andere Tiere, darunter über 150 Vogelarten wie z.B. ein FischadlerPärchen, haben sich hier angesiedelt. Eine Besonderheit auf der De Zeekoe Guest Farm ist die Zusammenarbeit mit dem

Klassik-Festival & Weine in Südafrika:

Kultur-Erlebnisreise mit Sozialbonus
Initiatorin des Cape Classic Festival, das 2007 bereits zum 3. Mal stattfindet, ist Gabi Zahn. Das Projekt verfolgt mehrere Ziele, eines davon ist das soziale Engagement. Denn alle Künstler spielen ohne Gage, die gesamten Einnahmen über den Verkauf der Tickets fließen in ein soziales Projekt Südafrikas. Mit der Teilnahme an dieser individuellen Erlebnisreise vom 24.02.2007 bis 04.03.2007 tragen Sie ebenso zur Unterstützung bei. Diese Reise führt Sie ab Frankfurt nach Kapstadt, das Sie auf eigene Faust oder organisiert erkunden können, Sie besuchen mehrere Weingüter, das Hoop Naturreservat, übernachten auch mal in einem Buschcamp, machen eine Kanufahrt mit Barbecue auf einem Stausee, baden im Indischen Ozean u.v.m. Das Ganze wird untermalt von abendlichen Klassik-

Weingut in Südafrika Foto: southafricantourism

konzerten, z.B. »GAN meets Ursula», Welturaufführung eines neuen Werks von Hans Huyssen. Genaues Programm und Erläuterungen unter www.bestminutetravel.de/capeclassic.html. Weitere Informationen zu Cape Classic, den Künstlern und Programm finden Sie unter www.cape-classic.com.
(gz)

Südafrika – ein Blumenmeer Foto: southafricantourism

Biologen Grant Mc Ilrath, der sich für die Erforschung und den Schutz von Erdmännchen einsetzt. Die Gäste können mit dem Forscher auf dem Farmgelände auf Beobachtungstour gehen. (www.dezeekoe.co.za)

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Nr. 06/2006 | Seite 21

Afrikanische Seidenstraße:

Ägypten:

China und Indien erobern Afrika
Auf ihrer Suche nach Rohstoffen und mit ihrem aggressiven Investitionsgebaren erschüttern China und Indien die traditionellen Bindungen des schwarzen Kontinents mit den Industrienationen, so ein Bericht der Weltbank. Auf diese Weise entstünden ausgezeichnete Entwicklungsmöglichkeiten für diesen benachteiligten Kontinent, unterstreicht der Bericht mit dem Titel «Die afrikanische Seidenstraße: Eine neue Wirtschaftsgrenze für China und Indien». 27 Prozent der afrikanischen Exporte gehen nach Asien, im Jahr 2000 waren es erst 14 Prozent. Im Laufe des gleichen Zeitraums stiegen die asiatischen Exporte nach Afrika um 18 Prozent, während der Handel zwischen Afrika und Europa um die Hälfte zurückging. Die asiatischen – größtenteils chinesischen und indischen – Direktinvestitionen in Afrika bleiben dagegen bescheiden (lediglich 175 Millionen Dollar für die chinesischen Investitionen, laut vorliegenden Zahlen aus Peking), verzeichnen aber «ein rasantes Wachstum», versichert das Dokument. Erdöl, Metalle und andere Rohstoffe stellen noch 86 Prozent der afrikanischen Exporte nach China und Indien dar, die ihr fulminantes Wirtschaftswachstum mit einem hohen Energiebedarf untermauern wollen. «Auf dem Kontinent sind aber auch bedeutende chinesische und indische Investitionen» in mehreren Sektoren, wie zum Beispiel in der Textilbranche und im Transportwesen, getätigt worden, heißt es weiter im Bericht. Diese neue Tendenz «bietet den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, wo 300 Millionen Einwohner zu den Ärmsten der Welt gehören, eine große und außergewöhnliche Gelegenheit zur Verbesserung ihrer internationalen Integration und ihres Wachstums», erklärte der Autor des Dokumentes, Harry Broadman, auf einer Pressekonferenz. «Außerdem stimuliert das Engagement chinesischer und indischer Unternehmen die innerafrikanische Konkurrenz. Das ist ein nicht unbeNeben seiner wirtschaftlichen Präsenz in Afrika gewährt Peking zahlreichen Ländern des Kontinents eine verstärkte finanzielle Hilfestellung in Form von Darlehen. Ein Phänomen, das die westlichen Länder mit Besorgnis verfolgen, da sie, zu einem Zeitpunkt, wo ihm die wichtigsten internationalen Institutionen einen Großteil seiner Schulden erlassen haben, eine starke Neuverschuldung des Kontinents fürchten. Da aber «die bloße Schuldentilgung keine Garantie für Wachstum sein kann, ist es klar, dass die armen Länder die aus China stammenden Finanzierungen willkommen heißen. Umso mehr als dass diese Finanzierungen weniger starr, flexibler und an weniger Bedingungen geknüpft ist», erklärt der senegalesische Finanzminister Abdoulaye Diop. Dass die Darle-

Neues Kernkraftwerk geplant
Ägypten hat beschlossen, sein ziviles Atomprogramm nach einer 20-jährigen Pause wieder aufzunehmen. Bis 2020 soll mindestens ein Kernkraftwerk im äußersten Norden des Landes an der Mittelmeerküste gebaut werden. Regierungssprecher Magdi Radi kündigte Ende September an, dass beschlossen wurde, aufgrund des wachsenden Bedarfs ab sofort zu untersuchen, inwieweit die Kernenergie eine Alternative bieten könnte. Diese Entscheidung wurde auf einer Sitzung des höheren nationalen Rates für Energie (CNSE) getroffen, der seine Arbeit 20 Jahre lang nach der Tschernobyl-Katastrophe unterbrochen hatte. Der ägyptische Minister

Bevölkerungsdichte und Wirtschaftsaufschwung in Indien …

achtlicher Nebeneffekt», kommentierte er in Singapur am Rande einer Tagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Bericht beurteilt den Durchbruch Chinas und Indiens als «eine wesentliche Zäsur in den langjährigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Afrika und dem Norden». In diesen letzten Jahren hat Peking seine diplomatischen Bemühungen in Afrika verstärkt. Präsident Hu Jintao besuchte zwischen 2004 und 2005 zwei Mal den schwarzen Kontinent. Indien hingegen pflegt seit eh und je Wirtschaftsbeziehungen zu Ostafrika, wo viele indische Auswanderer leben. «Ich betrachte dies als eine Chance für die afrikanischen Länder. Sie richteten ihren Blick gewöhnlich gen Westen, und nun schauen sie nach Osten», erklärte der kenianische Finanzminister Amos Kimunya in Singapur.

Hier soll das AkW entstehen: Alexandria

für Elektrizität, Hassan Younes, kündigte in der staatlichen Tageszeitung al-Ahram an, dass Ägypten ein Kernkraftwerk von 1000 Megawatt im Osten von Alexandria bauen wolle. Die Kosten würden sich auf umgerechnet 1,17 Mrd. Euro belaufen, wofür ausländische Investitionen erforderlich seien. Das neue Kraftwerk, wenn es denn zustande kommt, wird mehr Strom produzieren als der unter Präsident Nasser gebaute Staudamm von Assuan. Präsident Hosni Mubarak versicherte, dass sein Land die Kernenergie «zu friedlichen Zwecken» entwickeln wolle und rief dazu auf, alle wissenschaftlichen Kenntnisse zu nutzen, um diese Energie zu beherrschen. Ägypten, das nicht Mitglied der OPEC ist, exportiert Rohöl, verfügt aber nur über schwache Reserven, während immer mehr Erdgasvorkommen entdeckt werden. (pa)

… und China erfordern Rohstoffe Fotos: fetnat

hen auch nicht an politische Bedingungen gebunden sind (die Nehmerländer verpflichten sich lediglich dazu, auf die Anerkennung Taiwans zu verzichten), lässt die westlichen Länder zudem befürchten, dass diese Geldmittel autoritäre Regime und antidemokratische Praktiken in Afrika bestärken könnten. (hps)

Wirtschaft und Umwelt

Nr. 06/2006 | Seite 22

Zentralafrika:

«FSC ist machbar und funktioniert»
Eine erste Ladung nach Richtlinien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizierter Holzstämme aus Zentralafrika traf am 19. September 2006 im norddeutschen Hafen Nordenham ein. Die 132 Kubikmeter Sapeli, Sipo and Acajou stammten aus der größten FSC-zertifizierten Waldkonzession im tropischen Afrika Kabo in der Republik Kongo. Kabo ist eine von fünf Konzessionen, die von der Firma Congolaise Industrielle des Bois (CIB), gemanaged wird. Alle fünf Konzessionen umfassen insgesamt 1.3 Mio. Hectar Tieflandregenwald in der Nähe der Grenze des Kongo mit Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat für diese Konzession im Rahmen eines Public Private Partnership-Vorhabens die Erstellung eines modernen Managementplans unterstützt, der die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Belange der Waldnutzung gleichermaßen berücksichtigt. Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: «Mit diesem erfolgreichen Kooperationsvorhaben senden wir ein Signal an die Privatwirtschaft, ihrer Rolle als Motor für nachhaltige Entwicklung vor allem in den gering besiedelten Regionen Afrikas gerecht zu werden.»Der Managementplan gibt richtungsweisende Empfehlungen zur nachhaltigen Waldwirtschaft auch für viele andere Waldgebiete Zentralafrikas. Er könnte eine positive Trendwende zum Schutz und zur pfleglichen Nutzung der artenreichen Naturwälder Afrikas einleiten, von der vor allem die Menschen in diesen Ländern profitieren sollen. CIB ist Teil der DLH/tt-Timber Gruppe. Während der letzten sieben Jahre hat CIB, unterstützt von vielen Partnern und Institutionen, an einem nachhaltigen Management seiner Konzessionen gearbeitet. Man plant, die restlichen vier Konzessionen ebenfalls nach FSC Standards zu zertifizieren. Auch der Tropical Forest Trust, ein Zusammenschluss von Unternehmen zur Förderung der nachhaltigen Bewirtschaftung von Tropenwäldern, hat seit März 2004 bei der Lösung der komplexen sozialen und ökologischen Fragen in der KaboKonzession geholfen. Am grüßt: «Es ist ein Meilenstein in Richtung gutes Forstmanagement in Zentralafrika». Seit das erste FSC-Zertifikat in der Region im Dezember 2005 vergeben wurde, ist das Interesse an FSC-Zertifizierung im tropischen Teil Afrikas ständig gewachsen. «Es freut mich, dass immer mehr Unternehmen und Regierungen in Zentralafrika die FSC-Zertifizierung

schwierigsten war es, sicher zu Zertifiziertes Holz der CIB stellen, dass die Teilnahme an als ein ökonomisch sinnvolles Entscheidungsprozessen für die indigene und lokale Bevöl- Instrument erkennen, das helfen kann, eine ökologische Wende einzuleiten und zur sozialen Entwicklung beizutragen», kommentiert Liedeker. «Ich hoffe, CIB’s Erfolg und der Verkauf der ersten Stämme sendet ein klares Signal an Holzproduzierende Länder in Afrika: FSC ist machbar und funktioniert. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir auch weiterhin afrikanische Unternehmen bei ihren Bemühungen den FSC-Standard zu erfüllen und ihre Produkte zu vermarkten.» Zentralafrikas Bewohner sollen von der Im Kongobecken, dem Amazopfleglichen Nutzung der Wälder profitienas und auf Borneo stehen die ren letzten großen Gebiete tropikerung gesichert ist. Durch die schen Regenwaldes. Der HanUmsetzung dieses Planes wur- del mit nachhaltig produziertem Holz ist ein wichtiges Elede Kabo die erste Forstkonzesment der Bemühungen, den sion in der Republik Kongo Raubbau durch illegale Abholund die größte im Kongozung und Umwandlung für becken, die das FSC-Zertifikat für eine umweltgerechte, sozi- Landwirtschaft zu verhindern. Weitere FSC-zertifizierte Holzalverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der produkte aus Kabo werden im Laufe des Jahres in Europa einWälder erhält. treffen, wo eine starke Nachfrage nach FSC-zertifiziertem Heiko Liedeker, FSC Executive Tropenholz aus Afrika besteht. Director, hat die Ankunft der zertifizierten Holzstämme aus (bmz, Fotos: Edward Parker / Images Afrika in Deutschland beEverything)

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Nr. 06/2006 | Seite 23

Der große Weinratgeber:

Eine Reise durch Afrika II
großen Teil im Nordosten des Landes in Küstennähe liegt. Angebaut werden hauptsächTunesien Bereits in der Antike gab es in lich franTunesien Weinbau. Die Phöni- zösische und spanizier legten schon um 500 v. sche RebChr. nahe der Stadt sorten wie Karthago gezielt Chardonnay, Sémillon, CaberWeinberge an. Nach net Sauvignon, Carignan, Mereiner langen türkischen Besatzung und lot, Pinot Noir und Syrah. Aufgrund des wirtschaftlich so des damit einhergewichtigen Tourismus hat sich henden islamischen Wein-Verbotes, kam es in den letzten Jahren eine dynamische Weinwirtschaft enterst durch französiwickelt. Bereits vor 50 Jahren sche und italienische Kolonisten im 19. wurde ein Appellationssystem nach französischem Vorbild Jahrhundert zu einem erneueingeführt. Die meisten Weine ten Aufschwung. Heute bewerden dabei von wenigen trägt die Rebfläche Tunesiens großen Erzeugerbetrieben pro28.000 Hektar, die zu einem Unsere Reise durch die Weinbauländer Afrikas geht weiter. Nachdem wir bisher Marokko und Algerien besucht haben, geht unsere Reise in dieser Ausgabe nach Tunesien und Ägypten.

Ägypten Ägypten gehört zu den ältesten Weinbauländern der Welt. Archäologische Funde zeigen, dass am Nil die ersten Rebkulturen bereits vor 5.000 Jahren wuchsen. Für die Ägypter war der Wein Göttergetränk und wichtige Handelsware gleichermaßen. Zur Zeit des Römischen Reiches wurden erhebliche Mengen Wein nach Rom exportiert. Heute werden auf 54.000 Hektar Rebfläche überwiegend Tafeltrauben produziert. Aufgrund des trockenen und heißen Klimas ist dabei eine künstliche Bewässerung der Rebflächen notEhemaliges Weinbaugebiet der Phönizier: wendig. Die jährlich erzeugte Karthago Foto: fetnat Menge Wein beträgt lediglich 30.000 Hektoliter. Am häufigduziert – allen voran die Unisten wird die weiße Rebsorte on de Coopératives Viticoles de Muscat d’Alexandrie angebaut. Tunisie. Traditionelle tunesiDas einzige offizielle Anbaugesche Weine sind süße, aufgebiet des Landes ist Abu Humspritete Muskateller-Weine, mus im Hinterland von Alexaber auch Destillate aus Feigen andria. sowie der süße Likör Thibari(Helge Hagener, Weinberater, ne. Darüber hinaus werden alWeinautor und Betreiber der koholstarke Rot- und RoséweiSeite www.sa-weine.de) ne erzeugt.

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Ausgabe 05/2006 (September/Oktober) • 3,- Euro

Interview:
Ellen Johnson-Sirleaf: «Ich bin ein Technokrat, der zufällig eine Frau ist»
Seite 11

Wirtschaft:
Afrika setzt auf neuen Bio-Treibstoff
Seite 24

Sport:
Interview mit Fußballlegende Roger Milla
Seite 30

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Ausgabe 04/2006 (Juli/August) • 3,- Euro

Kongo:
MONUC-Oberbefehlshaber General Gaye zum Bundeswehreinsatz
Seite 2

Kamerun/Paris:
Professor Kapet de Banas Traum: Eine Afrika-Gedenkstätte in Berlin
ab Seite 10

Uganda:
Entdeckungsreise in ein faszinierendes Land
Seite 14

Wahlen im Kongo: Chance, Farce oder Fiasko?
ab Seite 4

Auf nach Europa – oder lieber nicht?
AfrikanerInnen berichten über ihre Erfahrungen Große Umfrage:
ab Seite 4

Berichte aus: Ägypten + Äquatorialguinea + Äthiopien + Benin + Burkina Faso + Gabun + Kamerun + Kenia + Kongo + Liberia + Mali + Mauritius + Niger + Nigeria + Ruanda + Sao Tomé & Principe + Senegal + Südafrika + Sudan + Togo + Uganda + Zentralafrikanische Republik

+ Schönheits-OPs in Jo’burg + Ägyptische Barbie boomt + Interview mit Tiken Jah Fakoly +

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Nr. 06/2006 | Seite 24

Freundliche Begrüßung reicht nicht mehr: Sassou Nguessos Volk will … Foto: irin

… vom Erdölreichtum profitieren Foto: Total

Kongo-Brazzaville:

Erboste Bevölkerung geht auf die Barrikaden
von ihnen stammen aus dem Norden des Landes, wie auch der Staatschef und sein politisches Umfeld. «Es ist doch wohl nicht normal, dass das gesamte Personal, das die Zentralbank in Pointe-Noire vor kurzem eingestellt hat, aus Brazzaville kommt? Und bei den Erdölfirmen in Kouila (im Norden von Pointe-Noire) ist es In den Straßen von Pointe-Noi- genauso», klagt Sylvain Nomre, der 500 km südwestlich von bo, Mitglied im Bürgerverein Kouilou (Cok), der im Februar Brazzaville gelegenen Wirt2006 gegründet wurde. Im schaftshauptstadt der RepuApril erhielt eine Abordnung blick Kongo, macht sich die des Cok eine Audienz bei PräsiUnzufriedenheit der Bevölkerung immer lauter bemerkbar. dent Sassou Nguesso und überreichte ihm fünf Vorschläge. Die Bewohner sind verärgert Darunter eine Anregung, für darüber, dass sie bei den Eindie Einwohner von Kouilou stellungen in den in ihrer Reeine Quote von 30% bei den gion angesiedelten Ölfirmen leer ausgehen. «Unsere Jugend Einstellungen in den Erdölfirmen festzusetzen. leidet unter enormer Arbeitslosigkeit. Viele müssen irgendwelche Minijobs machen, anGerechtere Verteilung dere sind gezwungen, die Gegend zu verlassen, gehen woDie Bürger sind ebenso entandershin oder gar ins Austäuschst darüber, dass sich land, um zu überleben», klagt ihre Region in den vergangeein arbeitsloser Buchhalter. nen 40 Jahren der Erdölförde«Aber so wird das nicht weiterrung nicht wirklich entwickelt gehen, wir sind es leid, als Bürhat. «Das Erdöl kommt einer ger zweiter Klasse behandelt kleinen Gruppe von Privilezu werden», schimpft er. gierten zugute, die Massen haben davon nichts, im GegenSeit den 80-er Jahren werden teil, ihre Lebensbedingungen die Angestellten der rund zehn werden immer schlechter», erErdölfirmen der Region meiklären die Wirtschaftswissenstens in der Hauptstat Brazzaschaftler José Maboungou und ville eingestellt. Die meisten In Kongo-Brazzaville macht sich Unmut breit: Die Einwohner der ölreichen Wirtschaftshauptstadt Pointe Noire ärgern sich immer mehr darüber, dass ihnen von den Erdölerträgen nichts zugute kommt. Manch einer fürchtet bereits, dass die Situation eskalieren wird wie in Nigeria. Théophile Dzata Kikouta. Bildungssystem in der Krise, heruntergekommenes Gesundheitssystem, verlassene Gegend, korrupte Verwaltung – die beiden Fachleute zeichnen ein dramatisches Bild. Die Bürgerinitiative erwartet von Staatschef Nguesso, dass ab dem Haushaltsjahr 2007 ein Budget festgelegt wird, dass die Infrastruktur in den zehn Regionen des Landes finanziert, und das auf Grundlage einer gerechteren Verteilung der Erdöleinkünfte. Dass daraus etwas wird, ist mehr als fraglich: Schon zweimal, 1978 und 1994, hatten die Stadtverordneten von Kouilo die gleiche Forderung gestellt. Hinzu kommt die durch die Erdölförderung verursachte Umweltverschmutzung: viele Einwohner leiden an Erkrankungen der Atemwege. «Wir fordern, dass die Anlieger für diese Konsequenzen entschädigt werden», erklärt Mambou Aimée Gnali, Vorsitzende des Cok. die Republik (UDR) kritisiert die Verwaltung der Erdöleinnahmen. Er fürchtet «eine Entwicklung wie in Nigeria, wo die Bevölkerung durch Entführung von Ausländern ihrem Ärger Luft macht». Andere Beobachter haben Angst, dass in Kouilou Ähnliches geschehen könnte wie vor zehn Jahren in Ouesso, Hauptstadt der Holzregion Sangha. Dort hatten aufgebrachte Einwohner die Angestellten der Holzfirmen, die nicht aus der Gegend stammten, dermaßen traktiert, dass viele von ihnen die Flucht ergriffen. Diese Vorkommnisse haben auch die «Betroffenen», die zugezogenen Einwohner von Pointe Noire, im Hinterkopf, und das macht ihnen Angst. «Wenn ich aus meinem Auto steige», sagt eine Mitarbeiterin eines örtlichen Unternehmens, «werde ich laut angebrüllt, man schreit mir ins Gesicht, wir seien es, die die Staatsgelder verprassten». Oft gefolgt von der Drohung: «Warte nur, bis das Regime gestürzt ist, dann werdet ihr was erleben!»
(Mamadou Bineta)

«Nigerianische Entwicklung»
Auch André Milongo, Premierminister der Übergangsregierung von 1991 bis 1992, Abgeordneter und Vorsitzender der Union für die Demokratie und

Zusammenarbeit

Nr. 06/2006 | Seite 25

Initiative Afrika 2000:

Positive Bilanz nach sechs Jahren Lobbyarbeit für Afrika
Die Initiative AFRIKA 2000 ist eine Basisinitiative, die sich für eine neue Partnerschaft zwischen Afrika und Europa einsetzt. Im Jahre 1999 riefen afrikanische Akademiker der Universität Wuppertal diese Initiative ins Leben. Damals wollten wir zu Beginn des neuen Milleniums Afrikanern und Europäern die Gelegenheit bieten, gemeinsam über die Lage in Afrika zu informieren und über die Zukunft des Kontinents nachzudenken. Sechs Jahre nach der Gründung blicken wir auf einen positiven Dialog mit deutschen Initiativen, Organisationen und Vertretern der Politik und Wirtschaft zurück. Wir leben in einer Welt, in der neue gesellschaftliche Veränderungen immer schneller Einzug halten. Aber für viele Menschen ist Afrika immer noch dieser reiche und gleichzeitig arme Kontinent, seine verschiedenen Facetten bleiben in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland und Europa weitgehend unbekannt. Unser Kontinent Afrika muss sich großen Herausforderungen stellen: Suche nach Frieden und Stabilität auf dem ganzen Kontinent, Gesundheit und Versorgung der Menschen mit wichtigen Lebensgütern, Bildung und Arbeit für die Jugend, Modernisierung der Industrie und Wirtschaft, Strukturwandel im Zeitalter der Globalisierung, Demokratisierungsprozess und Wahrung der afrikanischen Identität und Interkulturalität. politischen Konflikte und Kriege in Afrika zwingen uns alle, gemeinsam schnell und entschlossen zu handeln, denn Opfer dieser oft brutalen Auseinandersetzungen ist die Zivilbevölkerung. Ihre Grundrechte werden immer noch hemmungslos verletzt, obwohl die afrikanischen Länder die Menschenrechtscharta der UNO und der Afrikanischen Union unterzeichnet haben. ren, damit die Zukunft heute schon beginnen kann. Wir danken allen, die sich gemeinsam mit uns stark für eine neue Partnerschaft zwischen Afrika und Deutschland gemacht haben und freuen uns über weitere Mitstreiter. Unsere Lobbyarbeit für ein besseres Afrika wird zweifelsohne Früchte tragen.
(Kontakt: initiativeafrika2000@gmx.de, http://initiativeafrika2000.tripod.com)

Die Gestaltung der Zukunft des Kontinents ist eine Aufgabe der Töchter und Söhne AfriJimmy Kenga, Koordinator & Initiator der kas. Eine Zusammenarbeit der Initiative Afrika 2000 Foto: privat übrigen Welt inklusive Deutschland mit den reformorientierten Kräften Afrikas ten Strukturen haben ausgedient. Afrika braucht neue Ge- zusammenzuarbeiten wäre wünschenswert, um die innere sellschaftsstrukturen, um die Dynamik und die Demokratie Bindung an den Rest der Welt in Afrika zu stärken. Die neue nicht zu verlieren. Überall in Partnerschaft zwischen Afrika der Welt werden Reformen und Modernisierung gefordert. und Europa kann nur gelinWohl wissend, dass die jüngste Trifft dies auch auf Afrika zu? gen, wenn sich die Menschen beider Kontinente besser kenGibt es alternative Wege zur Geschichte Afrikas durch tief nen lernen. Wir wissen zu weGlobalisierung? Muss Afrika greifende Veränderungen genig voneinander. Während die seinen eigenen Weg gehen, kennzeichnet ist, wollen wir meisten Menschen in Afrika um überhaupt aus seiner die Zukunft unseres Kontidie Ursachen der andauernden schlechten Ausgangslage im nents mitgestalten. In vielen Krisen des Kontinents bei den verschärften internationalen Ländern Afrikas ist der Strukturwandel nicht mehr zu über- Wettbewerb mithalten zu kön- Industriestaaten sehen, denken viele Europäer, dass Afrika sehen. Wohin geht Afrika? Die- nen? Diese Fragen verlangen seine Probleme selbst verurnach Antworten. se Frage beschäftigt viele Afrisacht. kanerinnen und Afrikaner Der Generationswechsel vollebenso wie unsere Freunde zieht sich in Afrika, ohne dass Die Zusammenarbeit zwischen und Partner in Deutschland Afrika und Europa darf nicht man sich dessen bewusst ist. und Europa. Heute bilden die Jugendlichen nur auf die Entwicklungshilfe beschränkt sein. Vielmehr forDer afrikanische Kontinent be- die Mehrheit der afrikanidern die Menschen eine neue findet sich im Aufbruch. Aller- schen Bevölkerung. Diese Kindings bringen die Transforma- der der afrikanischen Republi- Politikausrichtung und eine Partnerschaft verschiedener tionsprozesse Sorgen mit sich. ken kennen keine anderen Bereiche der Gesellschaft. VieStaaten als die heutigen, und Dies ist in vielen Städten und alle streben nach Frieden, Sta- le Bürger in der BRD und in Dörfern spürbar. Vier JahrAfrika sind daran interessiert, bilität und einer besseren Zuzehnte nach der Unabhängigkunft. Genau diese Frage nach die neuen Akzente der Afrikakeit vieler afrikanischen StaaPolitik der Bundesregierung ten sind die Länder Afrikas ge- einer besseren Zukunft Afrizu erfahren. kas ist das zentrale Anliegen fordert neue Wege zu gehen, um den Menschen bessere Zu- unserer Initiative AFRIKA 2000. Es ist an der Zeit, sich für die kunftsperspektiven zu geben. Zukunft Afrikas zu engagieDie von der Kolonialzeit geerb- Die zahlreichen gesellschafts-

Kultur und Literatur

Nr. 06/2006 | Seite 26

Asmara:

Ausstellung über «Afrikas heimliche Hauptstadt der Moderne» in Berlin
Asmara ist Afrikas heimliche Hauptstadt der Moderne. Fast unbeschädigt aus den Wirren von Zweitem Weltkrieg, 40 Jahren äthiopischer Besatzung und einem 30jährigen Befreiungskrieg hervorgegangen, beherbergt die Stadt heute das weltweit größte erhaltene Ensemble moderner Architektur. Erstmalig wird das reiche architektonische Erbe der eritreischen Hauptstadt Asmara noch bis zum 3. Dezember 2006 in einer Ausstellung im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) Berlin vorgestellt. Asmara ist die einzige größere Stadt der Welt, deren Zentrum die verschiedensten architektonischen Bewegungen der Moderne und deren Vorläufer in einem Gesamtensemble vereint. Auf Initiative der Projektgruppe Asmara, eines Zusammenschlusses von Eritreern sowie äthiopischen und deutschen Architekten in Zusammenarbeit mit dem Verein Solidarisch Leben Lernen e.V., wird die selbst in der Fachwelt kaum bekannte Baukultur Asmaras in einer Ausstellung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Präsentation wird von Dr. Naigzy Gebremedhin (ehemaliger Direktor des Zentrums zur Bewahrung des Kulturerbes Eritreas, CARP) und Prof. Dr. Omar Akbar (Vorstand und Direktor der Stiftung Bauhaus

AMADOU & MARIAM im November auf Deutschland-Tournee
AMADOU & MARIAM sind mittlerweile ganz oben im PopOlymp angekommen, sorgen weltweit für Furore - so z.B. Grammy-Nominierung 2006, zweifache BBC Radio Awards Gewinner 2006 - und begeistern ihr Publikum auf den renommiertesten Festivals Europas.

Mit ihrem aktuellen Album «Dimanche à Bamako» (Warner), produziert von MANU CHAO und über 300.000-fach in Frankreich verkauft, lieferten sie die definitive World Music Sensation 2005. Zusammen mit Herbert Grönemeyer belegten sie acht Wochen lang Platz 1 der deutschen Singlecharts mit der offiziellen WM-Hymne «Zeit, dass sich was dreht» und begeisterten live bei der Eröffnungsfeier in der FIFA-Arena in München, die 1,5 Milliarden Menschen Das Cinema Impero in Asmara, Bj. 1937 Foto: Edward Denison an den Fernsehgeräten verfolgten. Nachdem sich die Fans im Dessau) kuratiert. Im Rahmen deutschen Raum zuletzt 2005 der Ausstellung findet außerund im Frühjahr 2006 bei Aufdem ein Begleitprogramm zur tritten auf bekannten Festivals Kultur und Geschichte Asmaund Clubshows (Chiemsee Regras und Eritreas statt. gae Festival, Summer Jam Köln, SWR3 New Pop Festival...) Ort: Deutsches Architektur Zentrum von den hervorragenden LiveDAZ, Köpenicker Str. 48/49, 10179 Berlin-Mitte Öffnungszeiten: Di - Fr 10:00 –18:00 Uhr, Sa – So 14 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Amadou & Mariam aus Mali Photo: prime tours

Qualitäten des Duos und seiner eindrucksvollen Begleitband überzeugen konnten, kommen AMADOU & MARIAM im November 2006 für 4 Konzerte nach Deutschland.
(www.amadou-mariam.com, Video: http://www.prime-tours.com/amadou&mariamvideo.wmv) Tourdaten: 10.11.2006 - Leverkusen / Leverkusener Jazztage 11.11.2006 - Hamburg / Fabrik 12.11.2006 - Berlin / Columbia Club 13.11.2006 - München / Muffathalle

Afrika 2007 - Taschenkalender
zähne zieht und sich dann gar nicht als der Zahnarzt rausstellt, usw. Die Einwohner in seinem Dorf kennen ihre Riten selbst nicht so richtig, und er nimmt so ziemlich jedes Fettnäpfchen mit. Das Ganze ist irrwitzig komisch geschrieben. Für jemanden, der Afrika kennt, sicher noch einen Tick witziger als ohnehin schon. (hps)
dtv: Barley, Nigel: Traumatische Tropen - Notizen aus meiner Lehmhütte 256 S., ISBN 3-423-12399-0, Euro 9,00.

Nigel Barley:

Traumatische Tropen
«Traumatische Tropen – Notizen aus meiner Lehmhütte « von Nigel Barley, handelt von den traumatischen Feldforschungserlebnissen eines Schreibtisch-Ethnologen im Hochland von Kamerun. Bei ihm läuft erstmal so ziemlich alles schief: erst wird er drei Monate von Behörde zu Behörde in Kamerun geschickt, dann bekommt er Malaria, Gelbfieber, hat einen Autounfall, wird beklaut, geht zum Zahnarzt, der ihm gleich mal ohne Worte zwei Vorder-

Der Herbst ist da, die ersten Termine fürs nächste Jahr stehen fest, und wie jedes Jahr erwarte ich ihn mit Ungeduld: meinen Afrika Taschenkalender 2007. Dieses übersichtliche Wochen-, Monats- und Jahreskalendarium, mit Fotos und Illustrationen, Geschichten und Gedichten, Märchen und Mythen, historischen Daten und Fakten, Sehens- und Lesenswertem aus Kunst und Literatur, über Musik und Film ist meine persönliche Schatztruhe und wird nun wieder ein Jahr lang von mir überall hin mitgenommen – in der Tat sieht er am Jahresende stets recht «mitgenommen» aus! Wie gut, dass es jedes Jahr einen neuen gibt! (ia)

Afrika 2007– Taschenkalender Brandes & Apsel Verlag Euro 8,00/sFr 14,40 ISBN: 3-86099-720-3

Kultur und Literatur

Nr. 06/2006 | Seite 27

Theater der Aufklärung:

Das Volk lacht und lernt
In Deri ist der Teufel los. Das ist für das winzige Dorf im Südosten Kenias äußerst ungewöhnlich, denn normalerweise ist dort, zumindest nach hiesigen Maßstäben, überhaupt nichts los. 40 Kilometer sind es zum Beispiel zum nächstgelegenen Krankenhaus, aber besser, man berechnet die Wegzeit nicht in Kilometern sondern in Stunden. Und je nach Wetterlage, ob Trocken- oder Regenzeit, kann auch ein ohnehin stundenlanger Fußmarsch über Pisten und Pfade mal länger und manchmal noch länger dauern. Weil in Deri aber gerade mobile Ärzte im Einsatz sind, haben sich Hunderte von Menschen versammelt. Und immer, wenn solch ein Gesundheitstag veranstaltet wird, findet sich dort – in Absprache mit den Ärzten – meist auch eine Theatergruppe ein, die ein kulturelles Beiprogramm stellt. Die Theatergruppe, die in Deri auftritt, nennt sich Maswala Sugu Activists, was bedeutet, dass die Schauspieler an ein Solidaritätsgefühl appellieren wollen. Mtwana Hassani, der Theaterproduzent, schreibt auf Suaheli verschiedene Stücke: Possen und Politkomödien, aber auch ernstere Sketche, die freilich alle eher dem Volkstheater-Genre zugeordnet sind. Und weil das halbe Dutzend Schauspieler der Maswala Sugu Activists so viel unterwegs ist, sind Requisiten und Kostüme mengenmäßig überschaubar. Professor Jean-Pierre Guingané in Ouagadougou, Burkina Faso, hält das anders. Schon 1975 gründete er das Théâtre de la Fraternité, für das Guingané etliche inzwischen preisgekrönte Stücke schrieb. Das Ensemble des Théâtre de la Fraternité ist nicht permanent im Einsatz, sondern geht in erntefreien Monaten auf Tournee. Dann sind aber so viele Schauspieler dabei, dass das Publikum wählen kann, in welcher Sprache ein Stück aufgeführt wird: Französisch, More oder Ful zum Beispiel. Und schon während einer Vorführung kann es sein, dass sich ein Wortwechsel zwischen Akteuren und Zuschauern ergibt, und die Debatten nach einer Aufführung dauern nicht selten länger als das Stück selbst. Guingané, der zurzeit als Präsident dem Internationalen Theaterinstitut der Unesco in Paris vorsteht, unterscheidet zwei Formen des Theaters zur Aufklärung: «Ziel des Théâtre d’intervention sociale» ist es, die Bevölkerung für bestimmte Probleme zu sensibilisieren und eine Verbesserung der Lebensbedingungen zu erreichen, in dem man eine Veränderung im Zusammenleben bewirkt.

sich M’Bêu (Samen) und ist eine Jugendtheatergruppe, die auch Projekte mit Straßenkindern veranstaltet; die andere davon, Mutumbela Gogo (Karnevalsmaske), wagt sich seit Mitte der 1980er Jahre, als der schwedische Krimi- und Theaterautor Henning Mankell als Autor und Regisseur mitzuarbeiten begann, auch an die Adaption klassischer europäischer Stoffe, die dann «afrikanisiert» werden. Friedrich Schillers «Die Unterstützt mosambikanisches Theater: Räuber» gehören dazu, mit deAutor Henning Mankell Foto: Ulla Montan nen Mutumbela Gogo im Vorjahr auch auf DeutschlandBeim «Théâtre débat» spielen tournee und bei den Internatiowir ungefähr eine dreiviertel nalen Schillertagen in Mannbis zu einer Stunde, aber daheim war. Daneben erarbeitet nach diskutieren wir mit dem Mutumbela Gogo aber auch Publikum mindestens zwei Stücke, die dem Theatre for DeStunden. Die Leute sollen sich velopment zugerechnet werden während der Diskussion darükönnen: Mankells Theaterstück ber klar werden, welche Positi«Jeito» etwa handelt von HIV on sie vertreten, wie sie urteiund Aids, «Os meniños de ninlen.» Stilistisches Merkmal dieguém» von Straßenkindern in ser Theaterformen ist ein hoher Maputo, «Butterfly Blues» aus Grad an Improvisation und der Feder von Mankell hat das Kommunikation mit dem AudiSchicksal afrikanischer Immitorium. Das praktiziert in Bobogranten in Europa zum GegenDioulasso, Burkina Faso, zum stand. Dass derlei originär moBeispiel auch die Jugendtheasambikanische Stücke mit Mutergruppe Wuro Yire so. Selbst, tumbela Gogo nach Europa wenn es um Kinderarbeit, Kinkommen, hält Regisseur Stepderhandel und Aids geht – Liehan Bruckmeier, der «Os bandoder und Tanz, die das Publileiros de Schiller» inszenierte, kum zumindest ansprechen, aber für kaum machbar: «Das wenn nicht gar einbinden, würde finanziell nie möglich gehören unabdingbar dazu. sein, selbst eine Gruppe wie Mutumbela Gogo aus MosamDas ist im portugiesischsprachibik mit ihren eigenen Stücken gen Afrika nicht anders. Schon hier zu Lande zu präsentieren.» international bekannt ist das Teatro Avenida in Mosambiks Literaturtipp: Susan Arndt, Katrin Hauptstadt Maputo. Zwei Thea- Berndt (Hg.): «Kreatives Afrika». Peter Hammer Verlag, 522 Seiten, 24,90 Euro. tergruppen sind dort fest ver(malo) treten: Die eine davon nennt sensationellen Songs von dem großartigen algerischen Trompeter und ‚père du rai’, Bellemou Messaoud; mit der kubanischen trova-Legende Ñico Saquito, mit Black Umfolosi, einer à-capella-Truppe aus Zimbabwe oder mit den exquisiten, schwungvollen benga-dance-sounds von Kenias Shirati Jazz. Unveröffentlichte Schätze aus dem Archiv kommen hier zum Vorschein, superintensive marokkanische Trance Rhythmen von dem gnawa Meister Mustapha Baqbou oder die bedächtige Poesie des Mauretanischen Griot Dimi Mint Abba, der diesen Sommer die Womad-Besucher begeisterte. Tolle Live Aufnahmen kommen von dem legendären Buena Vista Social Club Carnegie Hall Konzert sowie Ali Farka Tourés majestätischer Brüssel Show 2005. Zum Abschluss gibt es dann noch einen Vorgeschmack auf das, was noch auf uns zu kommt: Ausschnitte bislang unveröffentlichten Materials zu Ali Farka Tourés & Toumani Diabatés GRAMMY-Album ‘In the Heart of the Moon’.
(nuzzcom)

ten Aspekte von World World Circuit Records, das Inde- Circuits Output. In den Tiefen der Archive wurden fast vergespendent Label, das mit vier Grammys ausgezeichnet wurde, sene Meisterwerke, bislang feiert sein 20-jähriges Jubiläum noch nicht gehörte Live-Performances, Songs von lange nicht mit der Veröffentlichung einer mehr erhältlichen Alben ausgeDoppel–CD. graben, sowie Material von anVom Buena Vista Social Club über Ibrahim Ferrer und Rubén stehenden Projekten, deren Zeit definitiv jetzt gekommen Gonzáles, bis zu Ali Farka Touré; «World Circuit Presents» ist. Von der Buena Vista Hymne ‚Chan Chan’ zu marokkaniist gefüllt mit klassischen Aufschem trance-groove direkt aus tritten der besten Künstler des verstaubten Kisten, ‚World Labels: Orchestra Baobab, Toumani Diabaté, Omara Portuon- Cicruit Presents…’ bietet eine noch unbekannte Geschichte do, Oumou Sangare, Cheikh des bekanntesten World-Music Lô… und die Liste geht weiter! Labels, mit zur Zeit nicht erJedoch wirft das Album auch hältlichen, doch musikalisch Licht auf die weniger bekann-

«World Circuit Presents»

Spots

Nr. 06/2006 | Seite 28

Jolie/Pitt-Foundation:

Namibia-Deutschland:

Brad Pitt und seine Frau gründen Wohltätigkeitsorganisation
Gegen die Armut vor allem in Afrika sind Brad Pitt und Angelina Jolie schon länger im Einsatz, jetzt haben die beiden Hollywoodstars ihre eigene Wohltätigkeitsorganisation gegründet. Der Name des Fonds sei «The Jolie/Pitt Foundation», berichtet der Internetdienst Femalefirst. «Angelina und Brad sind entschlossen, ihre Möglichkeiten zu nutzen, um den verletzlichsten Menschen auf der Welt zu helfen», sagte ein Sprecher des Paares den Angaben zufolge. Eine Million Dollar (780.000 Euro) sei von der «Jolie/Pitt Foundation» bereits an das Kinderhilfswerk «Global Action for Children» gegangen und eine weitere Million an

Namibias neuer Botschafter in Berlin akkreditiert
Prof. Dr. Peter H. Katjavivi hat am 13. September im Schloss Bellevue Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler sein Beglaubigungsschreiben überreicht und ist somit offiziell akkreditierter Botschafter der Republik Namibia in Deutschland.
Namibias neuer Botschafter in Berlin: Prof. Dr. Peter H. Katjavivi Foto: Botschaft Namibia

Zum Abschluss seines halbAls besonderen Schwerpunkt stündigen Antrittsbesuches seiner Zeit in Deutschland sieht Botschafter Katjavivi den bei Präsident Köhler bedankte sich Botschafter Peter Katjavivi «Ärzte ohne Grenzen», hieß es weiteren Ausbau der Städteweiter. Vor allem Jolie engapartnerschaften und ihre Aus- für die bisher geleistete Entwicklungskooperation, die giert sich seit Jahren im Kampf weitung auf Partnerschaften auch zukünftig fortgeschriegegen die Armut in Afrika und zwischen Bundesländern und vor allem auch gegen Aids. Un- Regionen in Namibia. Darüber ben wird, sowie das deutsche Engagement in der SADC Regiter anderem ist sie als UN-Son- hinaus sucht er einen engen on. Bundespräsident Horst derbotschafterin unterwegs. Arbeitskontakt mit der bunKöhler unterstrich die besonSeit Pitt mit ihr zusammen ist, desdeutschen Regierung hinhat auch der Schauspieler seisichtlich der Landreform; wei- deren Beziehungen, die zwine soziale Ader entdeckt. (pa) terhin hofft er, während seiner schen Namibia und der Bundesrepublik Deutschland aufAmtszeit in der Bundesrepugrund der Geschichte existieblik dazu beizutragen, die beDresden: ren. Beide Parteien betonten, gonnene Diskussion über den diese enge Verbindung auch Kolonialkrieg in Namibia von zukünftig weiter ausbauen zu 1904/1907 erfolgreich weiterzuführen, um die Wunden der wollen. Vergangenheit zu heilen. (Botschaft Namibia) Vor 15 Jahren starb der Mosam- die Initiative auch vom Dresdner Ausländerbeirat, der von bikaner Jorge Gomondai nach einem humanistischen Zeieinem Angriff durch RechtsraSüdafrika: dikale in Dresden. Nun will die chen beim Zusammenleben von Deutschen und AuslänStadt einen öffentlichen Platz dern sprach. In Dresden gibt es nach ihm benennen. Ein Abbereits seit 1993 einen Gedenkschnitt der Hauptstraße solle künftig Jorge-Gomondai-Platz heißen, teilDie südafrikanische Regierung (DA) hingegen ließ verlauten, te die Stadtverwaldass das Namensänderungshat dem Vorschlag zugetung mit. Dresdens projekt erst durchgeführt werstimmt, den internationalen Ausländerbeauftragte den dürfe, nachdem die finanFlughafen in Johannesburg in Marita Schieferziellen Auswirkungen feststün«Oliver-Tambo-Flughafen» umdecker-Adolph sagte, zubenennen. Der 1993 verstores sei bundesweit das bene Oliver Tambo war Vorsiterste Mal, dass eine zender des African National Straße oder in Platz Congress (ANC) von 1967 bis einem Opfer rechtsex1991 und eine der legendären tremer Gewalt gewidFiguren des Anti-Apartheidmet werde. Bundesweit vorbildlich: Dresden Kampfes. Der 28-jährige Gomondai war Foto: fetnat 1991 nach einer gewaltsamen Südafrikas Minister für Kunst stein, an dem jedes Jahr am Attacke von Rechtsradikalen Johannesburgs Flughafen und Kultur, Pallo Jorda, verauf der Flucht vor den Angrei- Tag des Überfalls Menschen zu Foto: fetnat kündete, dass diese Namensäneiner Kundgebung zusammenfern aus einer fahrenden den. «Kein Teil Südafrikas derung bereits seit 2003 zur kommen. Der Stein steht an Straßenbahn gestürzt und gehört einer einzigen Partei Debatte gestanden habe, und kurz darauf an schweren inne- der Stelle der Hauptstraße, an dass eine feierliche Zeremonie oder Rasse», kritisierte ihr der der Afrikaner zu Tode geren Verletzungen gestorben. Sprecher. «Wir müssen uns das durchgeführt würde, sobald kommen war. Die Hauptstraße Land teilen. Diese Namensändie Verhandlungen mit dem ist eine der größten EinkaufsSchieferdecker-Adolph sagte, derung ist kein ideologisches Transportministerium abgestraßen in Dresden und liegt die Benennung sei ein wichtiProblem, es geht um die korschlossen seien. ges Signal in einer Zeit, in der in der Innenstadt. Der genaue rekte Vorgehensweise, der die Zeitpunkt der Umbenennung Neonazis weiter auf dem VorRegierung folgen muss». Die größte Oppositionspartei, steht noch nicht fest. (hps) marsch seien. Begrüßt wurde die «Demokratische Allianz» (pa)
Engagiert für Afrika: Angelina Jolie Foto: fetnat

Stadt benennt Platz nach Opfer rassistischer Gewalt

Umbenennung von Johannesburgs Flughafen

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Nr. 06/2006 | Seite 29

Immigration:

Uganda:

EU gewährt Mali 426 Mio. Euro
Die Europäische Union hat Mali Ende September eine Finanzhilfe von 426 Mio. Euro für den Zeitraum 2008 bis 2013 zugesagt, die für die Armutsbekämpfung verwendet werden sollen, um die Flüchtlingsflut nach Europa einzudämmen. Diese Zusage erfolgte nach einem dreitägigen Besuch einer EU-Delegation in Bamako und «erfolgt im Rahmen der Verfügbarkeiten des Europäischen Entwicklungsfonds», wie es in einer anschließenden Mitteilung der EU hieß. «Diese Hilfe soll dazu dienen, die Menschen dazu zu bewegen, in ihrem Heimatland zu bleiben. Wachstum, produktive Investitionen, Entwicklung des Privatsektors, regionale Integration werden dazu führen, dass

Prügelstrafe in Schulen definitiv verboten
Seit fast 100 Jahren verboten, aber immer noch praktiziert: Prügelstrafe für SchülerInnen in Uganda. Damit ist jetzt endgültig Schluss: das Erziehungsministerium droht jetzt dem Lehrpersonal mit strafrechtlicher Verfolgung. Grund für die endgültige Verschärfung des Gesetzes sind kürzlich bekannt gewordene Vorfälle wie z.B. in einer weiterführenden Schule in Arua, 500 km von der Hauptstadt Kampala entfernt, wo von ihren Lehrern derart «bestrafte» Schüler ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. «Der Stock darf nicht mehr als Disziplinarmaßnahme verwendet werden», heißt es in einem

Flüchtlingsflut: Schleppern geht’s jetzt an den Kragen Foto: irin

Arbeitsplätze geschaffen werden, was folglich zu einer Abnahme der Ausreisewilligen führen wird», hieß es darin weiter. Die EU-Vertreter und malischen Behörden betonten darüber hinaus, dass sie sich darüber einig seien, ein ganz besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung der Schleppermafia legen zu wollen. (pa)

Keine Angst mehr vor dem Stock Foto: irin

Rundschreiben des Ministeriums. « Ab sofort muss in jeder Schul- oder Kindergartenklasse ein «Strafenbuch» geführt werden, worin die Vergehen der Schüler und die durchgeführte Art der Bestrafung sowie der Name des ausführenden Lehrers eingetragen werden müssen». Das Ganze soll dann in einem «nationalen Strafregister» erfasst werden. (pa)

Mauritius:

Billigere Flugtickets für Geschäftsfrauen
Nivedita Nathoo, die Vorsitzende des Unternehmerinnenverbandes National Women Entrepreneur Council (NWEC), hat ihr Versprechen eingelöst: In einem Zeitungsinterview kurz nach ihrer Ernennung hatte sie erwähnt, dass sie mit Air Mauritius in Verhandlungen stünde, um für Geschäftsfrauen preiswertere Tarife für Flugtickets auszuhandeln. Ende September war es dann soweit: Nirvan Veerasamy, Generaldirektor von Air Mauritius, unterzeichnete mit ihr ein entsprechendes Abkommen. In Zukunft können somit die Mitglieder des NWEC, die beispielsweise an internationalen Messen teilnehmen möchten, 30% billiger fliegen. Verreisen sie, um ihre Produkte zu vermarkten oder privat, gibt’s ei-

Sao Tomé:

Steuersenkung zur Investitionsförderung
Die Regierung von Sao Tomé & Principe hat beschlossen, die Einkommensteuer um 15% zu senken, um Privatinvestitionen zu fördern und die nationale Wirtschaft anzukurbeln. Vizepremier- und Finanzministerin Maria Tebus Torres kündigte an, diese Maßnahme würde sofort durchgesetzt, sobald sie vom Parlament geprüft und angenommen worden sei. «Diese Entscheidung soll dazu dienen, nationale und internationale Investoren dazu zu motivieren, mehr Geld in den nationalen Markt zu stecken und

Geschäftsfrauen sind bei Air Mauritius in guten Händen Foto: air mauritius

nen Rabatt von 10%. Um Missbrauch vorzubeugen, erhält Air Mauritius eine Mitgliederliste, und jeder Flug muss vom NWEC befürwortet werden. «Air Mauritus verleiht unseren Geschäftsfrauen Flügel», sinnierte Nivedita Nathoo passend nach der Vertragsunterzeichnung, «und ihr Horizont wird im wahrsten Sinne des Wortes erweitert». (pa)

Tourismusziel Sao Tomé Foto: fetnat

somit die Geschäftsmöglichkeiten im Land erhöhen, damit die Wirtschaft einen Aufschwung erlebt», erklärte die Ministerin. Unter anderem soll die Maßnahme durch eine reduzierte Immobilientransaktionssteuer den Tourismus fördern. (pa)

Porträt

Nr. 06/2006 | Seite 30
die traditionellen Heiler nicht dazu beitragen, dieses Vakuum zu füllen? Das würden wir gerne! Die Regierung in Kamerun ist sehr dafür, aber die «klassischen Ärzte» arbeiten nicht mit, für sie sind wir eine Konkurrenz. Das ist eine unerträgliche Denkweise, Heilen ist ein Dienst am Menschen und kein Kommerz! Wenn man uns mit modernen Forschungsmitteln unterstützen würde, könnten wir garantiert sehr nützlich sein. Im kommenden Jahr werden wir in Berlin eine Konferenz durchführen, mit afrikanischen und europäischen Gesundheitsspezialisten, um zu sehen, wie solch eine Kooperation vor sich gehen könnte. Darauf setze ich viel Hoffnung.

Kamerun:

«Heilen ist ein Dienst am Menschen und kein Kommerz»
Robert Oum Lindjeck aus Douala, Vorsitzender des kamerunischen Verbands der traditionellen Heiler (Union Nationale des Guérisseurs du Cameroun) auf Besuch in Berlin, über seinen Beruf, seine Berufsethik, Scharlatane … Robert, was machen Sie hier in Berlin? Ich bin eigentlich hier, um Freunde zu besuchen, aber meine Anwesenheit hat sich schon herumgesprochen, so dass man schon hier bei Afrievent vorbeikommt, um mich zu konsultieren. nur nach den Ergebnissen der Behandlung richten. Ich habe hier in Berlin beispielsweise bereits jemanden von seiner Migräne heilen können, der bisher jahrelang alles umsonst versucht hatte, Medikamente, Akupunktur usw., - und das mit diesem schwarzen Pulver aus sechs verschiedenen Pflanzen, das hier vor mir liegt.

Wie stellen Sie das her? Wie gesagt, es sind sechs verschiedene Pflanzen. Man verbrennt sie und zermahlt dann das daraus entstehende Pulver. Das muss der Patient einige Zeit schnupfen, und kurz darauf ist die Heilung erfolgreich Wie wird man Heiler, durch Studium, wird es vom Vater auf abgeschlossen. Das ist nicht wie z.B. bei Paracetamol, woden Sohn vererbt oder …? mit man nur die Symptome Es ist naturgegeben. Meistens vorübergehend ausschaltet ist es so, dass man sich von und sie irgendwann wiederklein auf dafür interessiert. Man beobachtet einen anderen kommen. Heiler – das kann z.B. der Vater sein - der einen durch seine Wie hoch ist der Prozentsatz Kunst beeindruckt und will es der Menschen in Kamerun, die zu traditionellen Heilern geihm nachmachen. Zu Anfang hen? ist es ein unbewusster Vor80% wissen, dass es hilft, aber gang, und irgendwann bemerkt man, dass man dazu be- nur die Hälfte davon konsultiert uns. Für viele sind wir unrufen ist. bedeutend, sie fühlen sich erhaben uns gegenüber und Wie war das bei Ihnen? kommen erst zu uns, wenn die Es begann so mit acht, neun Jahren. Ich hatte mehrere Ein- Schulmedizin versagt hat. gebungen, die mich auf diesen Welche Krankheiten heilen Sie Weg führten. Ich kann das hauptsächlich, und auf welche nicht erklären. Weise? Mit meinen Heilkräutern helfe Die Schulmedizin verurteilt ja oft die afrikanische traditionel- ich Patienten mit Erektionsproblemen – das kommt sehr le Medizin als Scharlatanisoft vor -, Kopf- oder Bauchmus. Was ist sie wirklich? In der Tat gibt es leider auf diesem Gebiet viele Scharlatane, das ist das Traurige. Schwarze Schafe, die nichts davon verstehen, behaupten z.B., sie könnten Krebs heilen, weil sie Kranke finanziell übers Ohr hauen wollen. Leider werden dann in der öffentlichen Meinung alle Praktizierenden in einen Topf geworfen. Und wie können die Patienten unterscheiden? Sie dürfen nicht auf das Geschwätz achten, sondern sich

Was ist, wenn jemand zu Ihnen kommt, der kein Geld für die Behandlung hat? Das spielt für mich keine Rolle. Ich kaufe ja meine Medikamente nicht sondern stelle sie selbst her. Und auch wir legen einen Eid ab, der besagt, dass Ich habe in Afrika Hütten von Heilern gesehen, auf denen ge- helfen das oberste Gebot ist. Wer also bezahlen kann, entschrieben steht, sie könnten Aids heilen. Ich finde das sehr lohnt mich, wer kein Geld hat, wird niemals weggeschickt gefährlich … sondern ebenso behandelt wie Allerdings. Um Aids heilen zu können, muss man erst einmal jemand, der zahlen kann. wissen, was diese Krankheit Man nennt die traditionelle genau ist – und ich weiß es nicht! Und feststellen kann ich afrikanische Medizin oft die Medizin der Armen. Wie bemit Hilfe der Pflanzen schon mal gar nicht, ob nun jemand zahlt man Sie? Auf dem Dorf oftmals in NatuAids hat oder nicht. Was ich kann, ist, durch Aids hervorge- ralien, man bringt mir einen Hahn oder lädt mich zu einem rufene Symptome wie z.B. großen Essen ein. Praktiziert Hautausschläge mildern. man in der Stadt, ist es anders, Laut der Weltgesundheitsorga- denn dort braucht man Geld für einen bestimmten Lebensnisation fehlen weltweit über vier Millionen Ärzte, wobei Afri- standard, oder um das Taxi zu ka ganz oben rangiert. Können bezahlen, um in den Wald zum Kräuter sammeln zu fahren. schmerzen, letztere aber nur, wenn sie nicht durch Myome oder Ähnliches verursacht wurden, Verstauchungen, Schwellungen u.v.m. Werden Sie auch von Europäern aufgesucht? Ja klar. Sie kommen meistens wegen Potenzschwierigkeiten, oder auch Problemen mit der Leber – für beides gibt es sehr wirksame Pflanzen. Und oft wollen sie auch, dass ich ihnen aus der Hand lese – das kann ich nämlich auch! (sl)

Spezielle Baumrinden z.B. dienen Robert …

… bei der Herstellung der Medikamente Fotos: ia

Sport

Nr. 06/2006 | Seite 31

«Schabab-Marokko»:

WM 2010:

Strahlende Gewinner beim ReiseBank NationsCup 2006
Sonnenschein erwartete am 2. September die acht Fußballmannschaften, die mit eigenem Fanclub im Reisebus nach Frankfurt anreisten, um auf der Bertramswiese um den NationsCup 2006 und das Preisgeld in Höhe von insgesamt 9.000 Euro zu spielen. Die Spiele bildeten das Ende des Interkulturellen Fußballturniers der ReiseBank, das am 13. Mai in Nürnberg angepfiffen wurde und danach Station in Frankfurt, München, Berlin, Hannover, Köln und Hamburg machte. Auf der Frankfurter Bertramswiese ging es dann hoch her. Geboten wurde ein Kessel Buntes – sowohl im Rahmenprogramm, im Catering und in der Zusammenstellung der Mannschaften mit Spielern aus Ghana, Marokko, Kroatien, Polen, Angola, Bosnien-Herzegowina und dem Irak. Nach spannenden Ausscheidungsrunden wurden gegen 17 Uhr auf der Bühne die Siegermannschaften geehrt. Den dritten Platz belegten die Angolaner «Palancas Negas» aus Köln. Sie konnten ihre Freude kaum bändigen und verwandelten für kurze Zeit die Siegerbühne in einen Dancefloor, als ihnen zu Ehren ein Hit aus Angola gespielt wurde. Nicht ganz so aufgedreht aber dennoch stolz auf ihren zweiten Platz waren «Ghetto-Seelze» aus dem Libanon, die in Hannover leben. Triumphierend hielten sie ihren Pokal in die Kameras. Als die Sieger von

Stadionpläne nehmen Form an
Das Organisationskomitee der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 erklärte, dass das Stadienbauprogramm, für das 8,4 Milliarden Rand (ca. 850 Millionen Euro) aufgewendet werden, zum Jahreswechsel beschleunigt werden soll. Das Thema hatte in letzter Zeit für Diskussionen gesorgt, da in Südafrika fünf Stadien völlig neu errichtet werden müssen. Außerdem sind im derzeitigen FNB-Stadion «Soccer City» umfangreiche Ausbauarbeiten erforderlich. Der Vorsitzende des Organisationskomitees, Dr. Irvin Khoza, brachte auf einer Pressekonferenz klar zum Ausdruck, dass das LOC sich der Dringlichkeit der Maßnahmen durchaus bewusst ist und betonte, dass sämtliche Bauvorhaben «bis Januar 2007 begonnen sein müssen.» «Soccer City» soll nach Abschluss der Arbeiten zum Flagschiff der Stadien dieses Turniers avancieren. Traditionell kann der südafrikanische Fußball im Vergleich zum Rugby kaum qualitativ hochwertige Stadien vorweisen. Die Arena soll jedoch eine von mehreren sein, mit der diese Situation im Zuge der FIFA WM in Südafrika geändert werden kann. FIFA-Generalsekretär Dr. Urs Linsi betonte nochmals die große Bedeutung dieser Tatsache für die FIFA und rückte die Diskussion um die Baukosten in ein anderes Licht. «Diese Stadien sind keine Kosten, sondern Investitionen», sagte er. «Ein Großteil der aufgewandten Kosten ist als Investition in die Zukunft zu sehen.» Dr. Linsi forderte die südafrikanische Öffentlichkeit und die Medien außerdem energisch dazu auf, sich hinter die FIFA WM in ihrem Heimatland zu stellen. Der FIFA-Generalsekretär brachte seinen Optimismus hinsichtlich der Ausführung der Arbeiten zum Ausdruck, die für eine erfolgreiche Ausrichtung der ersten FIFA Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden erforderlich sind. Gleichzeitig sicherte er den Teilnehmern die volle Unterstützung der FIFA zu: «Wir werden Hand in Hand mit unseren Freunden vom LOC arbeiten. Wir haben mit der Vorbereitung bereits früher als je zuvor begonnen», fuhr er fort, und wir zweifeln nicht daran, dass der Wettbewerb 2010 in Südafrika stattfinden wird. Darauf werden wir hinarbeiten.»
(fifa)

Aus dem Häuschen: Marokkos Mannschaft feiert den Sieg Foto: B. Heider

«Schabab Marokko» auf die Bühne kamen, gab es kein Halten mehr. Die Bühne bebte unter dem Tanz der Siegermannschaft, so dass sie aufgefordert werden musste, sich auf festem Grund und Boden weiter zu freuen. Die Frankfurter Marokkaner sind bereits zum zweiten Mal strahlende Sieger des ReiseBank NationsCup. Dieter Weschke von der Reisebank zeigte sich zufrieden mit den Spielen und der spielerischen Fairness unter den Mannschaften. Insgesamt traten fast zweihundert Fußballteams aus rund 100 Nationen an. Die ReiseBank hat das Turnier beim Guinness Buch als Rekordversuch angemeldet. Ob im kommenden Jahr der NationsCup in die dritte Runde geht, wird demnächst bekannt gegeben. (dt)

Afrika-Cup 2010 in Angola
Angola wird 2010 zum ersten Mal Gastgeber des Afrika-Cups sein. Das entschied der afrikanische Fußball-Verband (CAF) bei einer Exekutivsitzung in Kairo, bei der auch die Ausrichter der beiden darauf folgenden Afrika-Meisterschaften benannt wurden. 2012 wird das Turnier in Gabun und Äquatorialguinea stattfinden, 2014 ist Libyen Gastgeber. (pa)

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international oder der Liga für Menschenrechte ein paar Tage überstanden haben, ohne dass man Ihre Herkunft bestimmen konnte, haben Sie schon fast gewonnen. Aber Vorsicht: Die faschistische europäische Polizei versucht mit vielen Tricks, Sie hereinzulegen, um Ihre Staatsangehörigkeit herauszubekommen. Nun sind Sie also auf EU-Gebiet. Hier darf man sich frei bewegen, Sie können Immer offenen Auges und Ohsich aussuchen, in welches res durch die reelle und virtuLand Sie gehen möchten. Nach elle Welt streifend, habe ich in einem kurzen Lageraufenthalt letzterer einen Artikel gefun(wo Sie besser als in der Heiden, den ich meinen LeserInmat zu essen bekommen, konen nicht vorenthalten möchstenlos untergebracht werden te, auch wenn ich der Meinung Bootsüberfahrt und sogar telefonieren dürbin, dass die Ironie desselben fen), bekommen Sie wahrmanchem Leser des Originals «D-DAY PACK» : scheinlich ein kostenloses eventuell entgehen und es soTicket aufs Festland, meistens mit eine Gefahr darstellen Massive Landungen auf den nach Madrid. Von da aus könkönnte. Da jedoch im umgeKanarischen Inseln sind eine nen Sie über die grüne Grenze kehrten Falle (Deutsche/r will gute Lösung für Männer, vor nach Frankreich (Montpellier in ein afrikanisches Land) die allem jüngere. Glauben Sie Dinge etwas anders gelagert nicht der Presse: das Risiko ist z.B.) Gewonnen! Sie bekommen eine Aufenthaltsgenehmiwären, wage ich’s also, den Ar- gleich null, wenn die Sichergung und sogar später die tikel - leider aus Platzmangel heitsregeln beachtet werden. Staatsangehörigkeit. stark verkürzt - hier übersetzt Wir empfehlen, zu mehreren wiederzugeben: für den Kauf eines Bootes plus Einer kleiner Teil der D-DayPack-Kandidaten scheitert: Der Motor zusammenzulegen. ist Kosten: rund 4500 Euro, bei Niederkunft in Frankreich Belegung mit 50 Personen also Grundhat immer derselbe: Jemand Ihre Staatsangehörigkeit verpetzt. Egal, nur 90 Euro pro Fahrgast! Mit «DELIVERY PACK» : dann versuchen Sie es eben erSprit und Sicherheitsausrüstung (Schwimmweste) kommt neut. Am nettesten ist es in TeIn Frankreich gilt das Bodenjeder Teilnehmer auf max. 150 neriffa. Es gibt viele schöne recht. Wenn Sie also zufällig Euro, weitaus preiswerter also Anlegeplätze an den Urlaubsoder aus Versehen in Frankstränden, mit Duschen, Toiletals die Überfahrt mit einem reich niederkommen, ist Ihr ten, Liegestühlen etc. Las PalKind Franzose und Sie selbst mas ist ähnlich, nur laden können auch nicht ausgewiehier zusätzlich zum Kurzursen werden! Auch wenn Sie laub auch noch Bananen- und selbst kein Wort französisch andere Felder zur kostenlosen Selbstversorgung ein. Vorteile: Relativ sichere und preiswerte Methode, touristiKanaren: hier gibt’s tolle Anlegeplätze mit sche Eindrücke inbegriffen touristischem Wohlfühleffekt (nehmen Sie Ihre DigitalkameFoto: fetnat ra in einem wasserdichten Beutel mit), kein Pass erforderSchlepper. Hinzu kommen lich. eventuell noch BestechungsNachteile: Unbequeme Reise gelder für die Patrouillenpolivon unbestimmter Dauer, unzei, die für 15 Euro schon ein bestimmter Endzielort, ÜberAuge zudrückt. Wichtig: Auf Zu spät fürs «Delivery-pack» Foto: fetnat keinen Fall Ausweispapiere gang über die grüne Grenze mitnehmen! Nicht identifizier- manchmal schwierig, nachdem man Sie in Spanien in sprechen und die Niederkunft bar zu sein ist der Schlüssel der freien Natur ausgesetzt zum Erfolg! Denn wenn man im Transitbereich des Flughahat, schwierige Jobsuche ohne nicht weiß, wo Sie herkomfens stattgefunden hat. Sie Papiere. Bitte lesen Sie aufmen, kann man Sie nicht sind jetzt «zu Hause», Papiere merksam die Zeitungen und und Staatsangehörigkeit zu er- zurückschicken. Wenn Sie achten darauf, wenn wieder Dank Rotem Kreuz, amnesty halten ist nur eine Frage der Geduld. Bingo! Erfolgschancen: 100%. Vorteile: Sichere, schnelle und preiswerte Methode, sofortige soziale Absicherung, Familiennachzug möglich, bequeme Reise im Flugzeug. Nachteile: Schwangerschaft obligatorisch, oftmals schwer zu bekommendes Touristenvisum erforderlich, nach den Wechseljahren und für Männer nicht möglich. Kosten: ca.: 610 Euro (Charterflug + Visum)

Reporter Satir’s Kolumne

Gebrauchsanweisung für den Weg nach Europa: Ein Sixpack
einmal ein Land massive Einbürgerungen von Leuten ohne Papiere beschließt – diese Sonderangebote müssen Sie sofort ausnutzen! Kosten: für das D-Day-Paket: ca. 150 Euro

Heiraten «WEDDING-PACK») :
Jedes Jahr reisen immer mehr alte Schachteln in unser Land. Sie sind extrem naiv, kriegen zu Hause keinen mehr ab und suchen sich nun hier einen netten jun- «Lieber Schatz, bald bin ich gen Mann bei dir in Afrika» Foto: hemera für ihre alten Tage. Halten Sie sich also in der Nähe der Touristenregionen und Hotels auf, sehen

Sie eine, die über 38 ist, sprechen Sie sie an, machen ihr Komplimente über ihre Figur, ihren Busen, auch wenn er wie ein Omelett herunterhängt, und schon haben Sie gewonnen! Bevor Sie ihr nach Europa folgen, verlangen Sie regelmäßig Überweisungen per Western Union, unter den fadenscheinigsten Vorwänden. Diese Frauen sind immer blöd genug, darauf hereinzufallen

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(ich brauche Taxigeld zur Botschaft wegen der Papiere, meine Mutter ist krank), und wenn sie besonders dämlich ist, können Sie auch noch anführen, Sie müssten vor Ihrer Abreise einen Ochsen schlachten, um den Ahnen für diese glückliche Verbindung zu danken. Achtung: Denken Sie nicht, dass Sie gleich nach Ihrer Ankunft in Europa verduften können. Sie müssen es schon noch einige Zeit mit der Alten aushalten, aber dafür winkt als Belohnung die Staatsangehörigkeit. Stellen Sie sich also beim Akt vor, es handele sich um Ihre ein der Heimat verbliebene erste Ehefrau oder Freundin, machen Sie das Licht aus und geben ihr ein Kissen auf den Kopf und behaupten, bei Ihnen zu Hause sei das so Sitte. Haben Sie dann Ihre Papiere, können Sie abhauen und sich eine jüngere suchen – aber Achtung, prüfen Sie die Gültigkeitsdauer Ihrer Aufenthaltsgenehmigung! Noch lohnender ist das Ganze per Internet: Hier können Sie nach ein paar Emails bereits um Geld bitten, und das von mehreren Frauen gleichzeitig! Dann wird eine der Alten irgendwann einreisen, und es wird an der Botschaft geheiratet. Vorteile: Fast kostenlos, sicher, finanzielle Unterstützung während der Wartezeit, Flugzeuganreise, Kost, Logis und Wäscheservice gleich bei der Ankunft in Europa. Nachteile: Sex mit einer um 10, 20 oder 30 Jahre Älteren, Zurschaustellung auf der Straße, ununterbrochenes Liebesgesülze seitens Ihrer Angetrauten, Ihre Freunde in der Heimat werden Sie auslachen und Ihre erste Ehefrau, deren Existenz Sie verschwiegen haben, wird Ihnen das niemals verzeihen.
Legal: studieren und emigrieren Foto: hemera

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macht dann deren Kinder zu Ihren Enkeln, aber das macht ja nichts, Hauptsache, Sie wissen noch, wer wer ist. Kosten: des Regular-Packs: 570 Euro pro Person (Visum, Flugticket)

Kosten: für das Wedding-Paket: 10 Euro (Taxifahrt zum Touristenstrand, evtl. Anmeldung eines Wandergewerbes)

Studieren und nicht zurückkommen «STUDENT-Pack»:
Lösung für Abiturienten. Bereits jetzt kehren über 96% nicht mehr zurück. Vorteile: Sicher und legal, bezahlte Arbeit ab dem ersten Monat möglich, Sozialleistungen von Anfang an, bequeme Flugreise. Nachteile: Studentenvisum schwierig zu bekommen (außer, Sie haben einen Politiker in der Familie), nur mit Abi möglich Kosten: des Student-Packs: 600 Euro (Visum, Flugticket, Bestechungsgeld für die Erstellung einer getürkten Bescheinigung über ein Bankkonto)

Vereine werden sich für Sie einsetzen, Bingo!!! Vorteile: sofort alle staatlichen Hilfen für Flüchtlinge, die Medien werden Sie lieben, Sie können sogar einen Job beim Fernsehen kriegen Nachteile: Schande zu Hause, Ihre Familie wird nie wieder ein Wort mit Ihnen reden Kosten: des Backyard-Packs: 600 Euro (Kosten für die Gründung des Schwulenverbands in der Heimat + Flugticket)

Wie sieht’s in der Realität aus: das Beispiel Frankreich
Es gibt enorm viel Platz in diesem Land mit nur 60 Mio. Einwohnern. Wenn man dort die Wälder kahl schlagen würde

Der klassische Weg «REGULAR-PACK»:
Hat einer Ihre Verwandten z.B. das D-Day- oder das StudentPack erfolgreich absolviert, kann er leicht Verwandte nachholen. Sogar die Polygamie wird anerkannt. Sind Ihre Frauen noch sehr jung, geben Sie sie als Ihre Kinder aus –

Das Traumziel, wo Milch und Sozialleistungen fließen

Schwulen-Asyl «IN THE. BACKYARD PACK»
«Normales» Asyl gibt’s ja fast gar nicht mehr. Der neueste Trick: sich in Frankreich als Schwuler ausgeben, die be-

Ihre Frauen können sich kurz nach Ihnen auf den Weg machen Foto: irin

das gibt ordentlich Kindergeld! Falsche Geburtsurkunden in der Heimat zu bekommen, ist ja weiter kein Problem. Gehen Sie in der Heimat einer bezahlten Arbeit nach, beantragen Sie ein Touristenvisum. Das ist allerdings sehr «Hi, ich bin der Vorsitzende des Schwulen- schwierig zu bekommen, späverbandes PD United» testens nach zwei erfolglosen Foto: hemera Versuchen weichen Sie lieber auf D-Day oder Wedding-Pack kommen Asyl. Die Vorge- aus. hensweise: zunächst im Vorteile: sicher und legal, Möglichkeit zur Polygamie, SozialHeimatland einen leistungen vom ersten Tag an, Schwulenverband bequeme Flugreise gründen, was in den Nachteile: Man muss einen meisten afrikanifesten Arbeitsplatz in der Heischen Ländern verboten ist, und schon mat vorweisen können, nur eine Ihrer Ehefrauen wird Ihre haben Sie den Asylgesetzliche Gattin sein, die angrund: politische deren müssen als Schwestern, Verfolgung mit KnastKusinen oder Töchter deklarisiko. Zahlreiche subriert werden. Letzteres ventionierte europäische

so wie man es vielerorts in Afrika macht, könnten dort problemlos 120 Mio. Menschen leben. Die 60 Mio., die fehlen, entsprechen in etwa der Gesamtbevölkerung des französischsprachigen Westafrika. Das passt doch! Und: Frankreich ist Weltmeister in den Sozialleistungen: Eine Familie mit vier Kindern erhält z.B. derzeit 1710 Euro staatliche Leistungen, und das ohne zu arbeiten! Bingo! Wer keine Scheu vor Papierkram hat, kann noch zig andere Leistungen beantragen und im Monat bis auf 3000 Euro kommen. Egal, für welches Pack Sie sich entscheiden, in keinem Fall überschreiten die Kosten zwei Monate Sozialhilfe in einem europäischen Land. Die Investition ist also ruckzuck amortisiert, man gewinnt 100%ig!

Satir
Herzlichst Ihr

Event

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Termine

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Omar Sosa Foto: lala

Termine
Veranstaltungen/Festivals/Feste
25.11.06 bis 26.11.06: Markt der Kontinente, Museum für Völkerkunde Berlin-Dahlem 17.09.06 bis 03.12.06: 7. «Begegnungen mit Afrika» Bonn, 17.11.06 bis 26.11.06: Markt der Völker, Museum für Völkerkunde Hamburg 03.11.06 bis 05.11.06: Südafrika Tage 2006 in Hamburg, Berlin und München 04.11.06: 5. Afroherbst Nürnberg - Künstlerhaus K4 11.11.06 bis 25.11.06: Afropercussiontage Augsburg 2006, Augsburg 25.11.06: Westafrikanisch-interkulturelles Jahresfest mit SILIMBO (Guinea/Deutschland), Villa Leon Nürnberg 26.11.06: Urban African Dance+Jam-Session, SPF.NETWORKIN* München 15.12.06: Basar der Kulturen EineWeltHaus, Schwanthal 17.12.06: Jalla-Party - Worldbeat mit dem Global Sound System, Staatliches Museum für Völkerkunde München 31.12.06: Große Jalla-Sylvester-Party, Staatliches Museum für Völkerkunde München

Ausstellungen
28.09.06 bis 02.12.06: Afrikanische Kunst und Photographien von Winfried Bullinger, Galerie Henseler Ethnographica München 19.09.06 bis 10.11.06: Kunst aus Afrika. Skulpturen und Gemälde, Galerie der Volksbank Weinheim 05.11.06 bis 03.12.06: Traversée Jeggi - viktoria b Produzentengalerie Bonn 02.11.06 bis 05.11.06 : art.fair 2006 - EXPO XXI Köln, Expocentre 20.10.06 bis 15.12.06: Strassen verbinden Kulturen, Wissenschaftspark Gelsenkirchen 14.11.06 bis 30.11.06: Michelle Nzé. Der Spiegel meiner Seele Botschaft des Königreiches Marokko Berlin 01.11.06 bis 30.09.07: Schätze aus Afrika und aus der Südsee. Die Sammlungen Baessler und Arnhold, Museum für Völkerkunde Dresden 03.10.06 bis 02.12.06: ASMARA, Africa’s Secret Modernist City, Deutsches Architektur Zentrum Berlin

15.11.06: Chiwoniso, Domforum Köln 17.11.06: Tormenta Jobarteh Solo - Haus Siekmanns, Sendenhorst Gelsenkirchen 18.11.06: Afrikanische Nacht mit Jaja Uthman und Tomas Gebele, Djembe-Augsburg - Trommelschule, Stadtbergen 18.11.06: Cesaria Evora, Konzerthaus Dortmund 20.11.06: Chiwoniso, Prinzipalsaal Münster 21.11.06: Chiwoniso, Lutherkirche Hamm 22.11.06: Chiwoniso, Theater Herford 23.11.06: Chiwoniso, Apostelklirche Gütersloh 23.11.06: Adjiri Odametey: Afrikanische Weltmusik mit traditionellen Instrumenten, Kulturzentrum Heppenheim 24.11.06: Adjiri Odametey: Afrikanische Weltmusik mit traditionellen Instrumenten, Kulturbunker Köln/Mülheim 25.11.06: Adjiri Odametey: Afrikanische Weltmusik mit traditionellen Instrumenten, Rathaus Center Bochum 26.11.06: Magou & Dakar Transit, Werner Richard Saal Herdecke 26.11.06: Adjiri Odametey: Afrikanische Weltmusik mit traditionellen Instrumenten, BoLa Essen 29.11.06: Chiwoniso, Paulikirche Soest 16.12.06: Cécile Verny Quartet, Altes Pfandhaus Köln

Vorträge/Lesungen
04.11.06: Multivisionsshow: Namibia - Landschaften, Menschen, Tiere, Holiday Inn München City Centre 04.11.06: Multivisionsshow: Zambia und Malawi – Das wahre Afrika, Holiday Inn München City Centre 05.11.06: Multivisionsshow: Botswanas Naturreservate und Wildparks , Holiday Inn München City Centre 06.11.06: Malawi – Unbekanntes Afrika, Begegnungsstätte Eichenau 08.11.06: «Patient vor Patent» Medikamente in Afrika, Dr. Werner Schuster-Haus Bonn-Gronau 09.11.06: Deutsch-Guineisches Wirtschaftsforum - Hamburg 10.11.06 bis 19.11.06: Tage des Ethnologischen Films «Andere Welten - Anders Sehen», Staatliches Museum für Völkerkunde München 17.11.06 bis 26.11.06: Markt der Völker, Museum für Völkerkunde Hamburg 17.11.06: Ein Leben für die Einheit des Kongo: Dag Hammarskjöld, Dr. Werner-Schuster-Haus Bonn-Gronau 22.11.06: Lesung und Gespräch: Frauen, Gewalt und HIV/AIDS in Afrika, AIDS-Initiative Bonn 01.12.06 bis 02.12.06: Afrika-Konferenz «Neue Partnerschaft mit Afrika», President Hotel Bonn 06.12.06: Der Bauch der Schildkröte ist voller Weisheiten: Tierfabeln aus Afrika, Linden-Museum Stuttgart
Mehr unter: www.afroport.de

Konzerte – Musik – Tanz – Performance
08.11.06: Randy Weston’s African Rhythms Trio, Bayerischer Hof München 08.11.06: Chiwoniso, Jazz Schmiede Düsseldorf 09.11.06: Souad Massi - Brotfabrik Frankfurt 10.11.06: Amadou und Mariam, Leverkusener Jazztage Leverkusen 10.11.06: Souad Massi, Leverkusener Jazztage Leverkusen 10.11.06: Chiwoniso, Alte Aula Schule am Wall Detmold 10.11.06: Simphiwe Dana, Leverkusener Jazztage 11.11.06: Johnny Clegg – «One life» Tour , Muffathalle München 11.11.06: Simphiwe Dana – Transvocale, Frankfurt a.d.O. 11.11.06: Amadou und Mariam, Fabrik Hamburg 11.11.06: Bamako Foli, LachDach Pasing, München 12.11.06: Amadou und Mariam, Columbia Club Berlin 12.11.06: Simphiwe Dana, Kulturzentrum Schlachthof Bremen 12.11.06: Souad Massi, Kesselhaus Berlin 12.11.06: Chiwoniso, Brotfabrik Bonn

2006
        
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