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Periodical volume

Full text: Africa-live.de - das Afrika-Portal Issue 2006,1

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Ausgabe 01/2006 (Januar/Februar) • 3,- Euro

Neue Kolumne:

Botswana:
Niger:
Phänomen Nahrungsmittelknappheit Seiten 10-11

Afrikanische Weine

Seiten 20-21

AFRICA live • POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Liberia:
Nicht alle Flüchtlinge kehren zurück Seite 12

Berlin:
AFRO TV auf Sendung
Seite 26
Foto: survival international

Interview:
Salif Keita und seine neue CD «Mbemba» Seite 27

«Staatsfeind Nr. 1» erhält alternativen Friedensnobelpreis
Seiten 4 - 6

Vorwort

Nr. 01/2006 | Seite 2
Impressum

Brennpunkte …
Ende vergangenen Jahres brannten in der (Vor-)Weihnachtszeit allerorts nicht nur die Kerzen. Leider waren es auch die Straßen der Banlieues von Paris und in anderen Regionen Frankreichs. Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy brachte einmal mehr zum Ausdruck, dass er mit einer «positiven Diskriminierung» den Rassismus an Schulen und beim Berufseinstieg bekämpfen will. Auch wenn zwischenzeitlich eine gewisse Ruhe eingekehrt ist, werden sich derartige gewaltsame Vorfälle auch in Zukunft ereignen, sollte nicht ein grundsätzliches Umdenken erfolgen. Während in Deutschland die einen Entwicklungen und Tendenzen wie in Frankreich ausschließen, kommen andere zu dem Ergebnis, dass auch hier Derartiges passieren kann. Es mag sein, dass mögliche Ausschreitungen hier andere Ursachen haben, aber ist dies letztendlich ausschlaggebend, oder kommt es nicht vielmehr darauf an, mit welchen Mitteln wir derartigen Tendenzen vorbeugen können? wird die Erteilung einer Erlaubnis zur Ausübung einer Beschäftigung abgelehnt, sofern «bevorrechtigte» Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Eine Kontrolle gibt es nicht, es steht in behördlichem Ermessen, so dass es durchaus auch dazu kommen Gravierend ist auch die Lage eikann, dass einem Spezialitätenner anderen koch für die ZubereiGruppe ausläntung afrikanischer discher Mitbüroder arabischer Speiger, die – sehr sen die Arbeit in eioft aus Afrika nem Spezialitätenreals Flüchtlinge staurant verwehrt und Asylbewerwird, auch wenn der ber nach Inhaber dann ohne Deutschland Koch auskommen gekommen muss. sind und trotz Ärztliche Versorgung abgelehntem wird lediglich in akuAsylverfahren ten Fällen gewährt, hier bleiben. d.h. dass letztendlich Christina Schmauch Foto: privat das Sozialamt, welches Diese Menschen haben lediglich eine Duldung, die Kosten übernimmt, entscheiwas bedeutet, dass sie jederzeit det, wann ärztliche Hilfe notzwangsweise in ihre Heimat abwendig ist, und in welchen Fälgeschoben werden können. In len eine Behandlung abgelehnt Deutschland leben derzeit ca. wird. So kann es schon einmal 200.000 «Geduldete», wobei vorkommen, dass einem zwei150.000 mehr als fünf Jahre hier jährigen Kind mit erheblichen leben. Man könnte annehmen, und auffälligen Entwicklungsdass auch bei diesen Menschen verzögerungen ärztliche Hilfe In Deutschland leben zum einen eine gewisse Integration erfolgt versagt wird und erst nach koausländische Mitbürger seit viesei. Aber hierzu gibt der Staat operativer Zusammenarbeit der len Jahren, die z.B. als so gekaum Möglichkeiten. Die meibehandelnden Ärztin und der nannte Gastarbeiter gekommen sten leben auch nach vielen Jah- rechtlichen Vertreterin der Famisind. Teilweise entsteht immer ren immer noch in Sammelunlie eine Lösung gefunden wernoch der Eindruck, dass es sich terkünften für Asylbewerber, tei- den konnte. Ein Einzelfall? Leibei ihnen auch nach 20- oder 30- len sich dort mit vielen Anderen der nicht! Hilfe wird den Betrofjährigem Aufenthalt in der 2. unterschiedlicher Nationalitäten fenen in vielen Fällen erst zuteil, und 3. Generation um «Gäste» eine Küche und sanitäre Einrich- wenn es zu spät ist. handelt. Insbesondere in großen tungen. Kinder werden geboren, Obwohl mit dem seit 01.01.2005 Städten leben sie oftmals in wachsen dort auf, gehen in den in Kraft getretenen AufenthaltsStadtvierteln mit nur geringer Kindergarten und später in die gesetz die wiederholte über deutscher Bevölkerung. In den Schule. Die finanzielle Untermehrere Jahre andauernde VerSchulen sind deutsche Kinder in stützung dieser Personengruppe längerung von Duldungen abgeder Unterzahl, so dass bereits ist auf ein Minimum beschafft werden sollte, hat sich in hier häufig die Weichen für eine schränkt. Oftmals werden Sachder Praxis der Ausländerbehörmangelnde Integration gesetzt leistungen gewährt und ledigden wenig geändert. Nach wie werden. Missverständnisse könlich ein geringes Taschengeld vor werden Aufenthaltserlaubnen nur allzu leicht entstehen, ausgezahlt. Von diesem Betrag nisse nur sehr zögerlich ausgeund der Kreislauf beginnt unauf- kann niemand einen Deutschstellt, von Arbeit, Wohnung und haltsam. Zu einem späteren Zeit- kurs bezahlen, staatliche UnterDeutschkenntnissen abhängig punkt, wenn sich die Fronten stützung gibt es für Menschen gemacht, was, wie gerade festgeschon verhärtet haben und es mit Duldung nicht. Eine Arbeit stellt, für die meisten gar nicht nur noch mit Hilfe Außenstezu finden, ist zumeist aussichts- möglich ist. Kinder werden liehender möglich ist, zu vermitlos. Welcher Arbeitgeber stellt ber in ein Land abgeschoben, teln, Verständnis aufzubringen schon einen Mitarbeiter ein, der welches sie lediglich aus Berichund gemeinsame Wege zu finvielleicht schon morgen oder ten ihrer Eltern kennen, in dem den, ist es für Vieles schon zu übermorgen nicht mehr in sie keine Möglichkeiten haben, spät. Und dann fragen wir uns, Deutschland lebt? Außerdem erfolgreich eine Schule zu besuaus welchen Gründen auch in Deutschland Ehrenmorde verübt werden, Väter ihre Töchter und Brüder ihre Schwestern töten, sofern diese nicht nach ihren Traditionen und Vorstellungen leben.

Herausgeber und Verlagssitz: AFRICA Live Consulting Susanne Lassal Hobrechtstraße 15 D – 12047 Berlin Tel.: * 49 (0) 30 634 131 22 Mobil: *49 171 216 43 86 Fax: * 49 (0) 30 634 131 20 Email: pdg@africa-live.de Web: www.africa-live.de Chefredaktion: Ingrid Aouane (V.i.S.d.P.) Ständige Mitarbeiter: Susanne Lassal (sl), Hanspeter Stauffer (hps), Hans-Joachim Weber (hjw), Jimmy Kenga (jk), Theresa Endres (te) An dieser Ausgabe waren außerdem beteiligt: Heide Gerritzen, Helge Hagener, Magret Köhler, Marlene Neusüss, Christina Schmauch, Eckart Seybold Agenturen: syfia, pana, pressafrica (pa) Übersetzungen: Christine Belakhdar Layout & Artdirektion: Karl-Yosef Aouane schaffens-kraft.de werbeagentur Tel.: +49 (0)2227 – 90 72 60 Fax: +49 (0)2227 – 90 72 61 www.wir-machen-zeitungen.de Gedruckt wird in Deutschland. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht in jedem Fall die Meinung der Herausgeber wider, nicht namentlich gekennzeichnete sind PR-Artikel oder Agenturmeldungen. Nicht gekennzeichnete Fotos sind Archivfotos von AFRICA Live. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Gewähr. Fotos: Ingrid Aouane (ia), Hanspeter Stauffer (hps), Schaffenskraft, Bilderbox, Stock Market, Stock Case, Photocase (pc), fetnat, Hemera.

chen, da Deutsch ihre Muttersprache ist, mit der sie aufgewachsen sind, in der sie lesen und schreiben gelernt haben. Wann fangen wir an, diesen Menschen eine Chance zu geben, sich in Deutschland zu Hause zu fühlen? Mit einer «positiven Diskriminierung» à la Sarkozy werden wir dies sicherlich nicht erreichen.

Christina Schmauch, Halle Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Asylund Ausländerrecht

Good News

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Afrika/EU:

Gemeinsame Politik:

Gründung eines ständigen Forums Europa-Afrika
Der Eu-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, Louis Michel, hat die Gründung eines ständigen euroafrikanischen Forums angekündigt. Die erste Sitzung des Gremiums soll im kommenden April in Brüssel stattfinden. Ziel ist es, Partnerschaften zwischen europäischen und afrikanischen kleinen und mittleren Unternehmen herzustellen und die Gründung solcher Firmen, die Afrika lt. Michel dringend benötigt, zu begünstigen. Dieses Forum fällt in den Rahmen der «Neuen Strategie für Afrika», die große Infrastrukturprojekte für ganz Afrika vorsieht: Eisenbahnen, Straßennetze, Flughäfen, Telekommunikation, Energie- und Wasserprojekte. Außerdem soll die Landwirtschaft im zentralen Interesse stehen, insbesondere in Bezug auf Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. All dies wird natür-

Staatschefs befürworten Einrichtung eines panafrikanischen Parlaments
Sechs bedeutende afrikanische Staatschefs, sowie der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Alpha Oumar Konaré, haben zur Gründung eines panafrikanischen Parlaments aufgerufen. Konaré gestand allerdings ein, dass dies ein langwieriger, in kleinen Schritten zu erreichender Prozess sein würde. Gerichtshof geben. Manche Länder allerdings möchten noch weiter gehen, wie z.B. Libyen, dessen

Louis Michel, EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe Foto: EU

lich lange Jahre dauern und erfordert die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und Geldgebern», sagte Michel.
(pa)

Mauretanien:

Militärregierung zieht Wahlen vor
Die neuen Machthaber in Mauretanien haben ihren Wunsch nach mehr Demokratie bekräftigt und kündigten an, dass die Präsidentschaftswahlen im Jahre 2007 einige Monate früher als ursprünglich vorgesehen stattfinden würden. des Premierministers Sidi Mohamed Ould Boubacar bekannt: Im Anschluss an Regionalwahlen, Parlamentswahlen und ein Verfassungsreferendum soll am 17. März 2007 der neue Präsident demokratisch gewählt werden.

«Eine gemeinsame Regierung ist nicht nur notwendig sondern ein Muss», hieß es in der gemeinsamen Erklärung, die im November Alpha Oumar Konaré, Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union in Abuja/Nigeria verabschiedet Foto: Nato wurde. Unterzeichner waren der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo (Vorsitzender der Afrika- Staatschef Khadafi bereits 2001 nischen Union), Thabo Mbeki (Süd- vorschlug, die «Vereinigten afrikanischen Staaten» zu gründen, eine afrika), John Kufuor (Ghana), AbIdee, die allerdings seinerzeit eher doulaye Wade (Senegal), die Premierminister Meles Zenawi (Äthio- mit Skepsis bedacht wurde. Bei der Versammlung in Abuja wurde diepien) et Ahmed Ouyahia (Algeriser Vorschlag erneut diskutiert, en), sowie Konaré. aber da das Projekt der Zustimmung von 800 Millionen AfrikaSeit 1963 sind die afrikanischen nern bedürfe, die eine gemeinsaLänder in der Organisation der me Definition in Bezug auf DemoAfrikanischen Einheit (OAE) verkratie, Menschenrechte und liberaeint, die im Jahre 2001 in «Afrikanische Union» (AU) umgetauft und le Marktwirtschaft voraussetze, wurde lediglich die Empfehlung mit einem ehrgeizigen Programm ausgesprochen, den Plan weiter zu ausgestattet wurde. In Anlehnung entwickeln. Genaue Daten wurden an die EU, soll es neben einem nicht festgesetzt. (pa) panafrikanischen Parlament eine Zentralbank und einen Obersten

Sport:

Neues Programm für die Entwicklung des Sports in Afrika
sollen daher auch ab April 2006 afrikanische olympische Spiele für Sportler unter 20 Jahren stattfinden. Cheikh Thiare (Senegal), Mitglied des ACNOA-Vorstands, forderte in diesem Zusammenhang, dass dem Schulsport mehr Gewicht beigemessen werden und strukturierte Wettkämpfe für alle Altersgruppen eingerichtet werden müssten, «Hand in Hand mit einer guten ärztlichen Betreuung und einem gnadenlosen Kampf gegen Doping». Die fiPalenfo unterstrich, dass insbe- nanziellen Mittel sollen vor allem aus dem Privatsektor sondere junge Talente geförfließen, der Patenschaften für dert werden müssten. Neben Athleten übernehmen könnte. der Einrichtung einer Datenbank afrikanischer Athleten (pa) Anlässlich einer dreitätigen Konferenz in Tunis im November mit dem Thema «Sport und Olympische Spiele in Afrika» kündigte der Vorsitzende des Verbandes der nationalen olympischen Komitees in Afrika (ACNOA), Lassana Palenfo, die Ausarbeitung eines Programms zur Entwicklung des Sports an. Der Programmentwurf wird zunächst den nationalen Sportministerien und olympischen Komitees zur Begutachtung vorgelegt.

Der «Militärrat für Gerechtigkeit und Demokratie» hatte am 07.08.2005 Ould Boubacar zum Premierminister ernannt, nachdem er in Folge des Militärputsches vom 03.08.2005 beiMauretanien de Kammern des Parlaments Foto: fetnat (Nationalversammlung und Die Junta, die im August 2005 Senat) aufgelöst hatte. an die Macht kam, gab den ge- (pa) nauen Termin mittels einer Radio- und Fernsehansprache

Titel

Nr. 01/2006 | Seite 4
die Regierung uns «entwickeln» könne. Ich frage Sie, was das für eine Entwicklung sein soll, wenn die Menschen kürzer leben als vorher? Sie stecken sich mit HIV an und bekommen AIDS. Unsere Kinder werden in der Schule geschlagen und gehen nicht mehr hin. Manche von ihnen werden Prostituierte. Sie dürfen nicht jagen. Sie prügeln sich, weil sie gelangweilt und betrunken sind. Sie beginnen sich umzubringen. So etwas haben wir vorher noch nie gesehen. Es tut weh, dies zu sagen. Ist das «Entwicklung»?» klagte der Preisträger in seiner Rede vor dem schwedischen Parlament.* In der Tat: Gehen mussten die San, weil sie der Ausbeutung der Diamantenvorkommen im Wege sind, von der der botswanische Staat enorm profitiert. Allein in der Mine Jawaneng werden jährlich Diamanten im Wert von über einer Milliarde Dollar gefördert.

Botswana:
«Mein Volk liebt sein Land, und ohne unser Land sterben wir”
«Tor zur Tierwelt der Kalahari und Ort der Begegnung mit den San - die luxuriöse SafariLodge inmitten der Kalahari Wüste bietet durch ihre günstige Lage eine Kombination aus Wüstenerlebnis und SafariAbenteuer. Die Kultur der San (Buschleute), die in dieser Region seit mehr als 30.000 Jahren leben, ist der Höhepunkt der Lodge. Die Gäste können zusammen mit kundigen Buschleuten die Wildnis entdecken, mehr über deren Jagdund Überlebenskünste lernen und gemeinsam wilde Tiere aufspüren» – so und ähnlich heißt es in Tourismusprospekten. Zynischer geht’s nicht mehr: Seit 20 Jahren versucht die botswanische Regierung, die seit Mitte der sechziger Jahre auf dem extra für sie geschaffenen Kalahari-Wildpark (Central Kalahari Game Reserve) lebenden und unter anderem für ihre Felszeichnungen berühmten San zu vertreiben. Sie werden in Umsiedlerdörfern untergebracht und mit Gewalt von einer Rückkehr abgehalten. Das älteste Ureinwohnervolk Südwestafrikas steht kurz vor der endgültigen Auslöschung.

Schandfleck im Musterland
von ihrem angestammten Land. Roy Sesana – «Tobee Tcori» in seiner eigenen Sprache ist in Botswana Gerichtsverfahren ausgesetzt, und ihm droht eine Gefängnisstrafe. des Versuchs, das Reservat zu betreten. In der Gruppe befanden sich neben den führenden Mitgliedern der Organisation «First People of the Kalahari» auch sieben Kinder. Auch sie wurden verhaftet, später jedoch freigelassen.

«Ist das Entwicklung»?

Roy Sesana, geboren in Molapo und über 70 Jahre alt, zählte 1991 zu den Mitgründern der ‘First People of Kalahari’. Der Menschenrechts- und Umweltschutzaktivist und seine FPK kämpfen um das Recht, auf das Land in der Kalahari, das sie als Jäger- und Sammler nie geschädigt haben, zurückkehren und dort weiter nach ihren eigenen Vorstellungen leben zu dürfen. Dort haben Unermüdlicher Botschafter seines Volkes: sie sich Roy Sesana selbst verFoto: ia sorgen können und im Die San wurden von der botsEinklang wanischen Regierung von mit der Naihrem Land vertrieben. Sie tur gelebt. wurden verhaftet, geschlagen, Die FPK ergefoltert, das für ihr Überlelangte beben notwendige Jagen und sonderen Sammeln wurde ihnen verboEinfluss, als ten. Im September 2005 verdie botswasuchte die Gruppe, Nahrungsnische Remittel und Wasser zu ihren gierung Verwandten ins Innere der Ka1997 und lahari zu bringen, da die Be2002 Umsiedlungen erzwang, wohner des Reservats, das von ohne auch nur im Geringsten der Regierung abgeriegelt ist, Menschenrechtskonventionen verhungern. Wasser und Strom zu achten. Seitdem werden die Jetzt hat es vielleicht eine Lob- sind abgestellt, medizinische Aktivisten von Staatsseite überby: Dem Gründer ihrer Organi- Betreuung wird ihnen verweiwacht, zahlreiche Mitglieder gert. Diese Initiative hatte sation «First People of Kalahawurden immer wieder missschwere Folgen: Die gesamte ri» (FPK), Roy Sesana, wurde handelt, getötet oder sind inam 9. Dezember 2005 in Stock- Führung der FPK wurde verhaftiert. Vertrieben wurden sie holm der Alternative Friedens- haftet und ist angeklagt wegen unter fadenscheinigen Vornobelpreis der schwedischen wänden: «Sie Right-Livelihood-Stiftung, der sagten viele unter mehreren OrganisatioDinge, die nen und Einzelpersonen aufgenicht wahr teilt wird und mit insgesamt sind: Wir müs213.000 Euro dotiert ist, übersten gehen, geben. Sesana und die FPK, die weil wir zu vieBasisorganisation der San le Tiere töte(Buschmänner) aus Botswana, ten, und damit erhielten die Auszeichnung für ihren resoluten WiderSan bei der Arbeit Foto: fetnat stand gegen die Vertreibung

Felszeichnung der San Foto: sa tourism

Jahrelang wurde in den einheimischen Medien mit zweierlei Maß gemessen: Einerseits wurde verharmlosend von «Umsiedlungsaktionen» gegen die Ureinwohner berichtet, ein Bezug zu den Diamantenvorkommen wurde stets aus dem Zusammenhang ausgeklammert, während in anderen Berichten die reichen Diamantvorkommen in der Kalahari euphorisch geschildert wurden, ohne über die Ureinwohner ein Wort zu verlieren. Durch die Verleihung des Alternativen Nobelpreises wird nun glücklicherweise eine breite

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Titel

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ton darlegen. Peinlicher Akt für die botswanische Botschaft in Washington, die flugs erklärte, Sesana vertrete überhaupt nicht das Gros der Ureinwohner, und «er solle doch froh sein, dass seine Stammesangehörigen nun Wasser, Gesundheitsversorgung und Schulbildung bekämen, die aus den Diamanten-Einnahmen Botswanas finanziert würden». Für weltweites Aufsehen sorgten auch Roys Reisen nach Großbritannien und zum «Permanenten Forum indigener Völker» der Vereinten Nationen in New York.

San-Familie in der Kalahari Foto: sakr

Öffentlichkeit hergestellt, die solche Manipulationen unmöglich machen wird. Botswana, gerne als Musterland Afrikas dargestellt, in dem seit seiner Unabhängigkeit 1966 immer demokratische Verhältnisse geherrscht hätten, verfügt über eine boomende Wirtschaft dank des Diamanten-Abbaus, doch die angebliche Erfolgsgeschichte des Landes erhält einen immer größeren Knacks durch die unbeugsamen San, die auf ihre Autonomie und ihren angestammten Lebensraum pochen. Das «exemplarische» Botswana beherbergt einen Schandfleck, den man nicht mehr kaschieren kann.

«Wir sind nicht primitiv, leben nur anders»
«Wir sind nicht primitiv. Wir leben anders als Sie, aber wir leben auch nicht genau so wie unsere Großeltern – genau wie

gegenüber dem Rechtsanspruch und den Grundrechten der San dadurch aus, dass sie das Gerichtsverfahren in einer gottverlassenen Gegend im Westen des Landes stattfinden lässt, ohne jegliche Kommunikationsmittel. Und dennoch half die ganze Trickserei Die Kalahari, Heimat der San nichts: Die Welt erfuhr davon, Foto: fetnat die miserable Lage der überlebenden San wurde öffentlich. ohne es werden wir sterben. Wenn jemand viele Bücher ge- Letztes Mittel der Regierung ist es nun, den Prozess ständig lesen hat und denkt, ich wäre primitiv, nur weil ich noch kein einziges gelesen habe, dann sollte er all diese Bücher wegwerfen und sich eines besorgen, das besagt, dass wir alle Brüder und Schwestern unter Gott sind und dass auch wir ein Recht haben zu leben”, erklärte Roy Sesana in seiner Ansprache weiter. Alten und Ahnen. Wir lieben unsere Kinder. Das gilt für alle Menschen. Wir müssen nun die Regierung daran hindern, unser Land zu stehlen, denn

«Menschen zweiter Klasse»
Der botswanische Präsident Festus Gontebanye Mogae lässt keinen Zweifel daran, dass die San für ihn Menschen «zweiter Klasse» sind, und Roy Sesana wird inzwischen als Staatsfeind Nr. 1 betrachtet. Mogae brachte eine Verfassungsänderung auf den Weg, die den Schutz der Buschleute aufheben soll und wies 2004 ein Hilfsangebot der EU für die indigenen Völker über 14 Millionen Euro zurück. «Wir brauchen keine Hilfe und Einmischung von den Europäern», tönte er. Klar: Geld braucht er

Der Oberste Gerichtshof von Botswana muss sich seit Juli 2004 mit einer Klage von 243 Angehörigen der San wegen deren Vertreibungen befassen. Die Kläger führen eine Art Musterprozess gegen den Staat, der sicherlich auch für bedrohte Ureinwohner anderswo auf der Welt eine Exempel statuieren und zum Symbol für den Überlebenskampf der indigenen Völker weltweit werden könnte. Die Regierung Bots«Wir respektieren unsere Alten» wanas kann es sich nicht erFoto: fetnat lauben, den Prozess einzustellen, sie «wehrt sich» auf ihre Sie auch nicht. Waren unsere Weise und drückt die völlige Ahnen «primitiv»? Ich glaube nicht. Wir respektieren unsere Geringschätzung des Regimes

zu vertagen. Roy Sesana ist ein ständiger Botschafter seines Volkes: Er nutzt alle Mittel und Wege, um die diskriminierende Politik der botswanischen Regierung öffentlich zu machen. 2004 schrieb er gar an US-Präsident G. W. Bush. Mit Erfolg: Er konnte sein Anliegen selbst vor dem Kongress in Washing-

Roy Sesana beim «Trance dance» Foto: survival international

auch nicht, der Diamantenabbau wirft genug ab. Nur investiert er die Erträge nicht in bessere Lebensbedingungen für die San sondern u.a. in Bohranlagen (angeblich bereits über 32 Millionen Euro) und den Ausbau der touristischen Infrastruktur, denn auch hier ist viel zu holen. Während die

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Buschleute in der Kalahari nicht jagen dürfen, vergeben die Behörden Jagdkonzessionen an professionelle Jagdveranstalter, und in den Tourismusprospekten wird gezielt mit den San geworben. Die «Menschen zweiter Klasse» sollen zur Schau gestellt werden, für (bisher?) unwissende Urlauber, die nicht hinter die Kulissen schauen können. Vielleicht können aber auch gerade die Touristen jetzt etwas bewegen, denn das Echo der Preisverleihung wird gewiss nicht ungehört verhallen. «Mein Volk liebt sein Land, und ohne unser Land sterben wir, sagt Roy Sesana – und diesem Sterben wird niemand
Das «Tal des Betrugs» Foto: fetnat

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(mehr) zusehen wollen. Eins der Täler, in denen der «Kontakt mit den Buschleuten» angepriesen wird, heißt «Deception Valley» (Tal des Betrugs). Nomen est omen.
(Ingrid Aouane) * Die vollständige Dankesrede von Roy Sesana: http://www.survival-international.de/related_material.php?id=343

Interview ...
Nach der Preisverleihung in Stockholm reiste Roy Sesana nach Berlin und stattete der AFRICA live-Redaktion in Begleitung von Mitarbeitern der Organisation «Survival International» einen Besuch ab. Wie fühlen Sie sich nach dem Erhalt des Friedenspreises? Was bedeutet das für Sie persönlich? Wir sind total stolz darauf, diesen Preis bekommen zu haben. Er wird unsere Stimme überall auf der Welt erklingen lassen und unsere Probleme einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Denken Sie, dass Sie durch den Preis Schutz vor strafrechtlicher bzw. politischer Verfolgung erreichen können? Ich glaube schon, dass die Preisverleihung uns in beider Hinsicht nützlich sein kann. Viele Menschen auf der Welt erfahren jetzt, was mit uns geschieht, und dass unser Handeln richtig ist. Wer kann uns da noch beschuldigen? Sie touren schon seit einiger Zeit durch Europa. Mit wem haben Sie gesprochen, wie war die Reaktion, wie steht man Ihrem Anliegen gegenüber, und sind konkrete Aktionen geplant? Ich habe sehr viele Menschen getroffen. In Stockholm z.B. haben wir verschiedene Minister und Parlamentarier kennen gelernt, und sie alle zeigten sich voll Sympathie für unser Anliegen und versprachen, mit unserer Regierung darüber zu sprechen. Und auch hier in Berlin war es nicht anders. Ich komme gerade von einem Mittagessen mit Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung, die uns alle ihre Hilfe zugesagt haben. Für Ihren Präsidenten sind Sie der Staatsfeind Nr. 1 - was ist er für Sie? Er hat Unrecht: Ich bin nicht sein Feind, er ist meiner! Er hat uns angegriffen, uns vertrieben, unser Land gestohlen, auf dem wir seit Jahrtausenden gelebt haben. Ich hinge-

gangen ist. Die Regierung zögert die Verhandlungen unter fadenscheinigen Ausflüchten immer weiter hinaus. Einerseits heißt es, wir seien Teil der Bevölkerung Botswanas und das Geld gehöre dem gesamten Volk, aber in unserem Falle wird es natürlich nicht für, sondern gegen uns verwendet. Sie leisten sich gute Anwälte, wir können unsere nicht mehr bezahlen, so dass wir nicht sicher sind, ob und wie der Prozess in 2006 weiter laufen wird. Wie viele San leben noch in der Central Kalahari Game Reserve? Würde ich sagen, ich wüsste

wird jemand sterben. Deshalb kann ich keine genauen Zahlen nennen, die einzigen, die das wissen, sind die Regierungssoldaten, die das Reservat okkupieren. Wenn es überhaupt noch eine Rettung für die San geben kann, was müsste geschehen? Das Wichtigste wäre zunächst einmal, dass wir die finanziellen Mittel für den Prozess zusammen bekommen. Wird er mangels Geld eingestellt, werden wir sterben, denn wir können unter den aktuellen Gegebenheiten im Reservat, wo wir täglich in Waffenläufe schauen müssen, nicht überleben, und in den Zwangsumsiedlungsdörfern auch nicht. Dort ist es wie im Gefängnis. Deshalb ist der Prozess für uns überlebenswichtig.

gen habe ihm nichts getan. Was wird als offizieller Grund für die Vertreibung Ihres Volkes genannt? Sie sagen, sie wollen uns entwickeln, aber wir sind Opfer der Diamanten, das haben uns gegenüber sogar mittlerweile Minister selbst offen zugegeben. Angehörige Ihres Stammes haben im Jahre 2004 eine Klage gegen den Staat wegen der Vertreibungen eingereicht. Wie ist der Stand der Dinge? Wir haben 2005 eine Pause machen müssen mit dem Prozess, weil uns das Geld ausge-

Wie stellen Sie sich die idealen Lebensbedingungen für Ihr Volk vor? Man muss uns einfach nur gestatEin Lächeln für Freunde: Roy bei seinem ten, auf unser angestammtes Redaktionsbesuch Land zurück zu kehren. Mehr Foto: Kerstin Andersson verlangen wir gar nicht. es, wäre das eine Lüge. Vor einigen Monaten wollte ich meinen Verwandten dort Wasser und Essen bringen, was mir aber nicht gelang. Ich wurde zusammengeschlagen und verhaftet, so dass ich gar nicht überprüfen konnte, wie viele von ihnen noch leben. Es sterben immer mehr, vielleicht sind noch 30 übrig geblieben. Ich weiß, dass letztes Wochenende wieder eine Frau gestorben ist, vielleicht gibt es aber inzwischen schon wieder neue Todesfälle, oder aber morgen Roy, während des ganzen Interviews lächeln Sie. Sind Sie derzeit so glücklich, oder ist das Ihre Art? Das gehört zu unserer Kultur. Wenn wir jemanden zum ersten Mal treffen und merken, dass das Gegenüber uns Sympathie, freundschaftliche Gefühle und Interesse für unsere Probleme entgegenbringt, dann lächeln wir – auch wenn es tief im Herzen vielleicht ganz anders aussieht.
(Interview: Ingrid Aouane)

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Politik und Gesellschaft

Nr. 01/2006 | Seite 7

Gabun:

Hohe Wahlbeteiligung – hohe Erwartungen
pro Einwohner theoretisch Eine Überraschung war es ein reiches Land, die goldenicht: Omar Bongo Ondimba nen 80-er Jahre, als das Erdöl (Parti démocratique gabonais, PDG) erhielt bei den Präsident- noch in Strömen floss, sind jedoch vorbei. Wirtschaftlischaftswahlen im Dezember ches Umdenken ist angesagt, 79,21% der Stimmen, sein Gedenn manch einer muss schon genspieler Pierre Mambounlange den Gürtel enger schnaldou 13,57% (Union du peuple len, und die Arbeitslosigkeit gabonais, UPG), und sein ins Feindeslager übergewechselter insbesondere unter den Jugendlichen ist enorm. Ausbau Ex-Gefolgsmann Zacharie Myder Landwirtschaft, der Infraboto (Union gabonaise pour le développement de la démocra- struktur und Ökotourismus sind die Hoffnungen, auf die tie, UGDD) 6,58%. Eine klare man jetzt setzt, aber all das Aussage seitens der gabunigeht nicht von heute auf morschen Wähler: Sie haben sich gen. Bongo hat während des wieder einmal nicht auf AbenWahlkampfes Vieles versproteuer eingelassen, sondern demjenigen ihr Vertrauen aus- chen, das der Wirtschaft auf die geSprünge drückt, helfen den sie soll: am beGroßprosten kenjekte wie nen. Häfen in Mit 32 SantaJahren Clara wurde und Bongo Mayumim Jahre ba, einen 1967 Präneuen sident, Flughadamals fen für war er die der jüngHauptste stadt LiStaatsBongo Ondimba: Hoffnungsträger der Gabreville, chef der Welt. Die buner für weitere sieben Jahre Zeiten haben sich Foto: ia neue Eisenbahngeändert: Heute ist linien, Talsperren etc. Jetzt ist er, nach Fidel Castro, der es an ihm, die «Tausende von zweitdienstälteste Staatschef Arbeitsplätzen» zu schaffen, der Welt, und wer weiß, vieldie er in Aussicht gestellt hat. leicht wird er dem Kubaner Dass die Bevölkerung, die diesdiesen Rang noch ablaufen, mal eine sehr hohe Wahlbeteidenn schließlich hat er jetzt ligung von über 63% verzeichein weiteres siebenjähriges nen ließ (1998 waren es nur Mandat vor sich. Ich habe ihn 46%), ihm zutraut, diese Vernach seiner letzten Wiederwahl 1998 einmal in einem In- sprechen einzulösen, hat sie terview gefragt, wie er sich sei- durch die Wiederwahl bewiene Langlebigkeit an der Spitze sen. Aber ein weiterer wichtides Staates erkläre. «Fragen Sie ger Faktor ist der Grund für die Entscheidung zugunsten das doch meine Landsleute, des bewährten Präsidenten: nicht mich», war die lapidare Bongo schafft es seit über 38 Antwort. Jahren, die verschiedenen Volksgruppen des Landes geWas sagt das Volk? Zufrieden schickt unter einen Hut zu mit der wirtschaftlichen Entbringen, ethnische Konflikte wicklung sind die Gabuner wie so vielerorts in Afrika sind keineswegs: Zwar ist das Land Gabun fremd. Nicht zuletzt mit einem Durchschnittseindeswegen wird Bongo immer kommen von fast 6000 Dollar

wieder von befreundeten afrikanischen Ländern als Konfliktvermittler berufen. Sieben einfache Jahre werden es gewiss nicht werden für Bongo, denn die bei der Wahl Unterlegenen geben schon jetzt keine Ruhe und rufen zum zivilen Ungehorsam auf. Bongo mahnte in einer Ansprache nach der Wahl, «sie sollten sich mit dem Ergebnis abfinden». Last but not least stellt sich unter der Bevölkerung immer mehr die Frage

PDG-Fans jubeln ihrem Favoriten zu Foto: ia

nach der Ära «Nach Bongo». Er selbst (inzwischen 70 Jahre alt) scheint sich auch bereits damit zu befassen, denn kürzlich ließ er verlauten, er würde zu gegebener Zeit vier Empfehlungen aussprechen, es sei dann an seinen Landsleuten, seinen Nachfolger zu bestimmen. Und diese vier werden dann keineswegs die einzigen Anwärter auf einen heiß umkämpften Präsidentenstuhl sein. (Ingrid Aouane)

Burkina Faso:

Besonderer Wahlsieg für Compaoré
Auch Burkina Fasos Präsident Blaise Compaoré wurde Ende 2005 mit über 80% in seinem Amt bestätigt. Ein besonders bedeutender Sieg für den amtierenden Staatschef, denn bei den letzten beiden Wahlen war er entweder als Alleinkandidat angetreten, oder aber seine Kontrahenten waren so unbedeutend, dass der Wahlausgang von vornherein gar keinen Zweifel aufkommen ließ. Dieses Mal hingegen war die gesamte Opposition mit im Rennen. Eine Opposition allerdings, die keine guten Karten hatte: Sie ist ebenso zerstritten wie mittellos. Die meisten der elf angetretenen Kandidaten bezeichneten sich selbst als «Erben Thomas Sankaras». Sankara, der «Vater der Revolution Burkina Fasos», war 1983 an die Macht gekommen und kam bei einem Putsch, nach dem Blaise Compaoré zum er-

Blaise Compaoré Foto: ia

sten Mal Staatschef wurde, ums Leben. Die diversen Oppositionsparteien hatten zwar mehrmals versucht, sich zu einer einzigen Front zusammen zu schließen, ein erfolgloses Experiment, das letztendlich den Weg für den fest im Land verankerten «Congrès démocratique du Peuple (CDP – Demokratischer Volkskongress) und seinen Vorsitzenden Blaise Compaoré freimachte.
(ia)

Politik und Gesellschaft

Nr. 01/2006 | Seite 8
sieren sollte. Die Wahl 2005, die für den 30. Oktober vorgesehen war, hatte mangels einer Einigung unter den Protagonisten der seit über drei Jahren andauernden Krise im Land nicht stattfinden können.

Côte d’Ivoire:

Ex-Zentralbankchef Konan Banny soll Elfenbeinküste zu freien Wahlen führen
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die Konfliktparteien im westafrikanischen Bürgerkriegsland Côte d’Ivoire auf einen neuen Übergangsministerpräsidenten geeinigt. Der bisherige Chef der Westafrikanischen Zentralbank, Charles Konan Banny, soll das Land zu freien Wahlen im kommenden Oktober führen. Der Einigung gingen mehrwöchige schwierige Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien voraus. Die Gespräche standen unter Schirmherrschaft der Afrikanischen Union (AU). Die Entscheidung für Banny gab Nigerias Präsident Obasanjo im Auftrag der als Vermittler eingeschalteten Präsidenten Südafrikas, Nigers und Nigerias am 4. Dezember 2005 bekannt. Das Amt des Ministerpräsidenten werde für den 63-jährigen Finanzexperten mit erweiterten Vollmachten ausgestattet. Bei der Präsidentschaftswahl im Oktober 2006 werde Banny nicht kandidieren. Die Nominierung von Banny (63), brillanter Technokrat ohne politische Vergangenheit, sei «eine Etappe auf dem Weg zu einer radikalen Wende im Hinblick auf eine neue Côte d’Ivoire», kommentierte Obasanjo. Die ivorische Opposition begrüßte die Ernennung Bannys. Am 21. Oktober hatte der UN-Sicherheits-

Der neue Premierminister, Nachfolger von Seydou Diarra, der seit der Unterzeichnung der nie angewandten Friedensvereinbarungen von Marcoussis/Frankreich im Jahre 2003 diesen Posten innehatte, «wird Autorität walten lassen und selbst nicht für die Wahlen 2006 kandidieren dürfen» heißt es in dem Beschluss vom 4. Dezember. Der Inhalt der UNO-Resolution 1633 setze Bannys Befugnisse genau fest. Das bedeut im Klartext: Er wird mit bedeutenden Vollmachten, sowie finanziellen und materiellen Mitteln ausgestattet, um, unterstützt von einem umfassenden Mitarbeiterstab, eine korrekte, transparente und störungsfreie Präsidentschaftswahl zu organisieren und den Frieden im Land zu sichern. Keine leichte Aufgabe für den neuen Premierminister, aber immerhin ist ein großes Hindernis im Hinblick auf die Neuwahlen ausgeräumt. Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich Gbagbo, der verzweifelt an der Macht klebt, die ihm aber immer mehr entrinnt, mit den unabänderlichen Tatsachen anfreunden wird.
(Ingrid Aouane)

«Garant für eine radikale Wende in der Côte d’Ivoire: Konnan Banny (hier mit Frankreichs Sozialistenchef Rocard) Foto: senat.fr

rat die Resolution Nr. 1633 angenommen, die besagt, dass der aktuelle Präsident Gbagbo noch maximal 12 Monate an der Spitze des Landes stehen darf, unter der Bedingung, dass ihm ein Premierminister beigeordnet wird, der unter anderem die Entwaffnung und Neuwahlen vor dem 31. Oktober 2006 organi-

Marokko:

Posthume Ehrung für ehemalige afrikanische Präsidenten
Die ehemaligen Präsidenten Léopold Sedar Senghor (Senegal), Houphouët Boigny (Côte d’Ivoire) und der Algerier Mohamed Boudiaf wurden durch Marokkos König Mohammed VI anläßlich des fünfzigsten Jahrestages der marokkanischen Unabhängigkeit posthum geehrt. Im Rahmen einer von Prinz Moulay Rachid, dem jüngeren Bruder des Königs, geleiteten Zeremonie wurde ihnen, sowie dem französischen General De Gaulle der «Grand cordon du Wissam alaouite» verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes. Weitere Orden erhielten Hocine Aït Ahmed, ein algerischer Freiheitskämpfer und VorsitPrinz Moulay Rachid von Marokko Foto: UN

zender der Partei «Front der Sozialistischen Kräfte» (FFS), der im Ausland lebt, sowie der verstorbene Farhat Abbas, ehemaliger Präsident der algerischen Übergangsregierung.
(pa)

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Ghana:

47% der geistigen Elite leben im Ausland
Ein Bericht der Weltbank machte es kürzlich öffentlich: Die Abwanderung hoch qualifizierter Ghanaer ins Ausland nimmt immer stärkere Ausnahme an, so dass bereits ganze Wirtschaftszweige deshalb brach liegen. Der Bericht begründet sich auf einer Volkszählung und wurde unter dem Titel «Internationale Migration, Geldtransfer und Abwanderung» veröffentlicht. Er sagt klar aus, dass 47% der Ghanaer mit Universitätsdiplom im Ausland leben. Damit steht Ghana an zweiter Stelle gleich hinter Haiti. Ein Grund zur Beunruhigung, denn eine derart hohe Abwanderung kann zu gravierenden Engpässen führen, insbesondere im Bereich Gesundheit und Erziehung. Selbst unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass Geldanweisungen und Investitionen aus dem Ausland eine wichtige Deviseneinnahmequelle sind, sind dennoch die negativen Auswirkungen des Abwanderungsphänomens beträchtlich. Der Bericht führt an, dass der Mangel an Professionellen in Institutionen,

mals Patienten sterben müssen, weil niemand sich um sie kümmern kann», klagte Prof. Akosa.

Sechs Ärzte für 100.000 Einwohner

Eine Studie über die Abwanderung von Ärzten aus Ghana hat gezeigt, dass im Schnitt nur sechs Ärzte für je 100.000 Einwohner zur Verfügung stehen, und von zehn ausgebildeten Ärzten drei in die USA, nach Großbritannien, Kanada, Australien und Deutschland auswandern – Länder, in denen 100.000 Einwohner auf Prof. Dr. Charles Yankah aus Ghana, Spezialist am Deutschen Herzzentrum in Ber- 220 Ärzte Zugriff haben. Auch lin auf anderen Gebieten sieht es Foto: ia nicht besser aus: 14 der bestKrankenhausverwaltungen, ausgebildeten Ingenieure der Universitäten und sogar auf einzigen Erdölraffinerie politischer Ebene ein Land in Ghanas wanderten in den Nadie Armut stürzen kann. hen Osten ab, wo man ihnen höhere Gehälter anbot. Sie verProf. Agyeman Badu Akosa, ließen das Land ganz plötzLandesgesundheitsdirektor, er- lich, was zur Folge hatte, dass klärte, dass das öffentliche Ge- eine Abteilung der Raffinerie sundheitssystem seines Landes geschlossen werden musste. zusammenbricht, nicht nur, Um weitere Kündigungen zu weil viele Ärzte gehen, sonvermeiden, erhielten ihre Exdern weil es gerade die Besten kollegen von einem Tag auf sind, die das Land verlassen. den anderen eine Gehaltser«wir haben mindestens neun höhung von 40%: Soviel hatten Krankenhäuser ohne Arzt, und die Abgeworbenen noch nicht 20 verfügen nur über einen einmal verlangt, bevor sie gineinzigen, der für 80.000 bis gen. (pana) 200.000 Menschen zuständig ist, was dazu führt, dass oft-

Aids-Aufklärung:

Grenzüberschreitende Initiative mit dem Virus insechs afrikanischer Staaten fizierte PersoVierzehn Tage durchquerte eine «Karawane religiöser Führer Westafrikas gegen Aids» mehrere Länder Westafrikas. Gestartet war sie 4. November in Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott. Mali, Senegal, Burkina Faso, Niger und Nigeria waren weitere Stationen der Route christlicher und muslimischer Repräsentanten. Organisiert wurde die Karawane vom «Netzwerk der religiösen Führer Westafrikas für den Kampf gegen Aids». Ihr Ziel: Sensibilisierung gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung der Infizierten und Information über die Krankheit selbst. Auf ihren Zwischenstationen informierten die Mitglieder der Kanen, Journalisten, Kommunikationsspezialisten u.a. umfassend zur Aids-Thematik. In vielen Veranstaltungen erfuhren Junge, Alte, Frauen und Männer, sowie örtliche Autoritäten mehr über das Phänomen Aids in ihrer Umgebung. Von Aids Betroffene berichteten vor dem aufmerksamen Publikum, was es bedeutet, mit dieser Krankheit zu leben. Begleitet wurden diese Aktivitäten von einer breiten Berichterstattung im Fernsehen und in den Zeitungen. Insgesamt eine interessante unterstützenswerte Initiative, die auf ihrer Rundreise eine Vielzahl Menschen aus ganz unterschied-

rawane

Ein Imam steht Rede und Antwort Foto: Theresa Endres

lichen gesellschaftlichen Gruppen weiterbilden konnte und die in der Bevölkerung die Basis geschaffen hat, neu mit dem Thema HIV-Infizierte umzugehen. Zahlreiche Geber haben diese Karawane mitgetragen: das Netzwerk der Imame von Westafrika, der Aids-Infizierten, der Journalisten, US-AIDS, AWARE, sowie die jeweiligen Strukturen in den sechs Ländern. (Theresa Endres)

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Niger:

Nahrungsmittelkrise oder Hungerkatastrophe?
Facetten einer schwierigen Situation
Nachrichten einer guten Ernte 2005 konkurrieren mit den Meldungen über immer noch anhaltende Nahrungsmittellieferungen. Presseerklärungen, internationale Konferenzen, Mitteilungen der nigrischen Regierung ergänzen die widersprüchlichen Aussagen über die aktuelle Situation. Während das Welternährungsprogramm (WEP) vor neuen Risiken einer unsicheren Nahrungsmittelversorgung im Niger warnt, erklären Regierungsvertreter das Ende des Hungers. sourcen sind einige der genannten Faktoren, die diese aktuelle Mangelsituation erklärbar machen. Änderungen der Essensgewohnheiten, weniger Verbrauch der traditionellen Nahrungsmittel, gestiegene Produktionskosten der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, ohne dass die Bauern dafür einen guten Preis bekommen, sind weitere Merkmale der jetzigen Krise. Für viele landwirtschaftliche Produzenten bedeutet dies, von Tag zu Tag zu leben, ohne die Gelegenheit zu haben, eine Reserve für Notzeiten anlegen zu können. Soziokulturelle Faktoren spielen ebenso eine wichtige Rolle. So wird beispielsweise die Mangelernährung vor allem von Frauen und Kindern auf diese Faktoren zurückgeführt. Einige Regionen wie Tillabéri, und Tahoua sind besonders von der Nahrungsmittelknappheit betroffen, allerdings präsentiert sich selbst in diesen Regionen die Situation nicht einheitlich. In Tahoua ist die Situation der mangelernährten Kinder auf mehrere Einflüsse zurückzuführen. Die Mütter stillen ihre Kinder nicht lange, es fehlt an gesundheitlicher Versorgung, und die Nahrungsmittel für Kinder sind nicht ausreichend, weder an Qualität noch an Quantität. So gibt es Dörfer, die entweder nur von Alten und Frauen bewohnt werden, oder einfach verlassen wurden. Insgesamt gesehen, ist die Verfügung über den Zugang zu Nahrungsmitteln, zu den notwendigen Produktionsmitteln ungleich verteilt und stellt damit ein zentrales Problem dar. Sicherlich ist für einen Teil der Bevölkerung die Unterstützung, die Nothilfe, überlebenswichtig, auf der anderen Seite hat die Nahrungsmittelhilfe vielfältige negative Auswirkungen, die an enorme Kosten für diese Form des Beistandes gebunden sind. Langfristig sinnvoller ist es, in die landwirtdie verschiedenen Sorten der Grundnahrungsmittel und nicht auf die Frage nach dem Zugang zu Nahrungsmitteln. Es bleibt schwierig, «Vorhersagen» für landwirtschaftliche Produktion und mögliche Krisen zu treffen und aus diesen Analysen die notwendigen Konsequenzen abzuleiten. Die Realitäten im Sahel haben sich verändert, es existieren vielfältige regionale internationale Marktbeziehungen mit Zustrom von Nahrungsmitteln aus allen Gebieten der Erde, die mit der nationalen Produktion wetteifern. So kostet zum Beispiel einheimisches Palmöl

Mütter stillen ihre Kinder nicht lange

schaftliche Produktion zu investieren. Die etablierten Mechanismen, die vor einer möglichen Krise/Katastrophe warnen sollen, funktionieren nicht. Die Ori-

Überlebensnotwendig: Nahrungsmittelhilfe

Das Bild ist nicht einheitlich, in der Hauptstadt Niamey sind die Auswirkungen dieser Krise nicht überall direkt sichtbar. Doch die Zunahme von Kindern, Frauen und Alten, die betteln, ist ein Zeugnis dieser alltäglich erlebten Situation. Trotz einer rasch voranschreitenden Verstädterung leben nach wie vor 80 % der Bevölkerung in ländlichen Gebieten Nigers. Klimatische Bedingungen, unzureichende Nutzung der vorhandenen Res-

im Niger mehr als das aus Europa importierte Öl. Gemeinsame Mechanismen für die Regulierung des «weltweiten» Marktes lassen sich nicht anwenden, zu ungleich sind die Machtverhältnisse. Eine regelmäßige Überwachung des Zugangs zu Nahrung stellt die Frage nach der Verantwortlichkeit der politischen Autoritäten, der internationalen und regionalen Partner, der finanzierenden Organisationen und der Produzenten.
(Theresa Endres, z. Zt. in Niger, Fotos Eckart Seybold)

entierung konzentriert sich auf die Menge der landwirtschaftlichen Produktion, auf

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Fotos: Privat

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E. Seybold und Mitstreiter

Stundenlanges Warten bei sengender Hitze

Empfangsquittung gehört dazu

Niger:
vor Ort hinbekommen. Das beginnt bei der Lagermöglichkeit, der geAnfang Juli 2005, als die Meldungen über die Hungerkatastrophe in Mali/Niger auch in den deutschen Medien samten Verteiauftauchten, rief mich Heinrich Sievering, Unternehmer und LKW- Exporteur nach Afrika aus dem Sauerland, lungslogistik und an: «Wir (seine Firma und DaimlerChrysler) können doch dort keine Gewinne machen und die Leute sterben vor endet letztlich in Ort. Da müssen wir was tun.» Seine Ansage war klar: Er beschafft die Nahrungsmittel in Afrika und in Deutschder entscheidenland, das Ganze läuft aber nur, wenn ich die Verteilung mit meinem Tuaregfreund Aghali Alambo, Vorsitzender den Frage, ob die der NGO «Nomades d’Afrique» in Agadez und dem von der DaimlerChrysler AG im Februar 2004 gespendeten AllNahrungsmittel radkipper vor Ort direkt durchführe. bis zur Zeit der Knappheit ordentmit ihren Kamelen warteten. Wir kauften also in Lomé 150 lich gelagert werden können Anschließend, nach der Rückto thailändischen Reis für je Beeindruckende und - das ist der Knackpunkt kehr nach Agadez, stand ein eine Ladung nach Mali und - ob die Verteilung fair und Tuaregfrauen Transport in den Raum Ifeeine in den Niger. Die Mali-Aktatsächlich an die wirklich ruan an. Auch hier wurden 2 tion sollte über einen Tuareg, Hungernden gelangt. Auf Anx 14 t Nahrungsmittel verteilt. den mir Africa live vermittelt In Agadez und Arlit kauften regung unserer Botschafterin hatte, laufen, den Niger-Part wir fünf Tonnen Hirse, Palmöl, Zwischenzeitlich hatte Heinwollen wir hier auch die Tuaübernahm ich. Das Projekt Zucker und Milchpulver für 80 rich Sievering in seiner Region reg - Frauen aktiv einbeziehen. mehrere Aktionen gestartet. Es Mali kam jedoch nicht zum Familien mit ca. 600 Kindern. wurde das längste Brot der Zuge, weil der für die ErlaubIn insgesamt vier Aktionen Ich bin Ende August nach Welt gebacken, von Mühlen nis zuständige Innenminister verteilten wir die NahrungsDeutschland zurück gekehrt kamen Getreidezusagen, Baueine zentrale Steuerung der mittel an die Frauen. Aghali und nun gerade dabei, das ern versprachen Lieferungen – Nahrungsmittel durch seine hielt alle Empängerinnen Fahrzeug wieder für die nächBehörde zur Auflage machte. schriftlich fest, der Erhalt wur- eine überwältigende Reaktion. sten zwei Jahre fit zu machen. Sievering packte mit Freunden Das wollten wir nicht akzeptie- de mit Zeichen o.ä. quittiert. Von DaimlerChrysler bekom50 Tonnen Getreide in 25 kg– ren. Es war unglaublich beeinme ich einen neuen Motor druckend, wie die Frauen und Säcke und verlud das Ganze in und Reifen, andere Firmen haleere Aluminiumtankauflieger Ich flog Mitte Juli nach NiaKinder in dieser Hitze (45°C ben ihre Bereitschaft zur Unnach Lomé. Das Getreide ist inmey, um mit Aghali die erste im - nicht existierenden! – terstützung signalisiert. Ein zwischen in Agadez angekomLieferung von 50 to Reis in Schatten) stundenlang warteFreund der Familie Sievering, men (ohne Schwund!) und in Empfang zu nehmen und mit ten. Die Disziplin dieser Frauein Zahnarzt, hat sein Inventar der Verteilung zu beginnen. en stand in einem krassen Ge- zwei Depots eingelagert. Aghagespendet; er wird mit KolleNun wurde es für uns «Africa gensatz zu den anderen Aktio- li fand in Agadez eine sehr gen in Agadez turnusmäßig gute Lagermöglichkeit, wo wir live»! Der gecharterte LKW in nen, bei denen die Clanchefs Behandlungen vornehmen. Ein unsere Nahrungsmittel zwiLomé bekam zuerst keine das Sagen hatten. Diese drei Chirurg wird sich auch engaschenlagern konnten. Diese Transiterlaubnis von Togo, Tage zählen für mich zu den gieren. So habe ich doch trotz dann fehlte das entsprechende bewegendsten Momenten mei- Möglichkeit und eine weitere des für uns nicht fassbaren in Arlit mit zusammen 300 to Papier für Burkina Faso, und nes Lebens. Was mir hier erstElends in der Region den EinEinlagerungskapazitäten wolletztlich stand das Fahrzeug malig auffiel, war das völlige druck, dass man auch als Prilen wir für unsere zukünftige im Zollbereich von Torodi /Nia- Fehlen der Hilfsorganisatiovatperson etwas bewegen kann mey, obwohl ich entsprechennen, die Namen von GTZ, Brot Vorratsstrategie nutzen. Bis und die Hoffnungslosigkeit, heute haben wir ca. 150 to Lede Papiere vom Innenminister, für die Welt usw. waren hier die immer wieder für Afrika bensmittel verteilen können Transportminister, Chef de Ca- überhaupt nicht geläufig. gepredigt wird, eben nicht zubzw. eingelagert. binet usw. hatte. Um nicht Mit Hilfe unserer Botschaftetrifft. untätig in Niamey herumzusit- rin Heike Thiele und des Chef (Eckart Seybold, bis zu seiner Pensiozen, fuhren wir in einem nicht de Cabinet erhielten wir dann nierung Entwicklungschef schwere klimatisierten Bus – unser endlich die Zollbefreiung und Wie geht’s weiter? LKW bei DaimlerChrysler) Geländewagen hatte in einem damit den Startschuss für die Graben den Geist aufgegeben - weiteren Aktionen. Die nächnach Agadez, um eine erste ste Fahrt ging in den Raum Wir wollen das Prinzip der Aktion vor Ort zu starten. von Timia, wo ca. 400 Familien Nachhaltigkeit mit den Tuareg

Nachhaltiger Einsatz für die Tuaregs

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schen sind es 50, und mehr als 175 Dollar im Monat erziele ich nicht. Ich kann nichts auf die Seite legen, denn ich muss vier Familienmitglieder und sechs weiteEllen Johnson-Sirleafs Wahl zur zurück, aber erstmal bleibe ich re Personen unterstützen». Und so wie er leben die meiPräsidentin der Republik Libe- in Ghana. Das Geld, das ich sten der 40 000 liberianischen hier verdiene, reicht zum Unria ist gewiss ein Wendepunkt Flüchtlinge in Ghana. in der bewegten Geschichte die- terhalt meiner Familie und das Schulgeld für die Kinder. ses Landes, wobei allerdings In Liberia gibt es immer noch niemand daran Zweifel hegt, Unzureichende Sicherheitsprobleme, und Ardass die erste Frau auf einem Flüchtlingshilfe afrikanischen Präsidentenstuhl beit gibt es keine». eine immense und schwierige Aufgabe vor sich hat. In ihrem Amos T. Benson (34) ist 1996 Cecelia Wreh, seit 1995 in Ghaaus Liberia fortgegangen. Er Wahlprogramm hatte die «eina, ernährt ihre Familie durch war aus beruflichen Gründen serne Lady» versprochen, das den Weiterverkauf im Camp zwischenzeitlich schon einmal von Obst und Gemüse, das sie dunkle Kapitel des Krieges abzuschließen und das Land neu zu Hause, zeigt sich aber entzuvor auf dem Markt erstantäuscht von der Realität vor aufzubauen, Arbeitsplätze zu den hat. Die meisten Flüchtlinschaffen, die Landwirtschaft zu Ort. Er möchte sogar seine Elge erhalten keine Nahrungstern nach Ghana nachholen. entwickeln und die vom Krieg zerstörte Infrastruktur wieder herzustellen. Vorsichtshalber ziehen deshalb viele im Exil lebender Liberianer es vor, erst mal abzuwarten, ob die neue Staatschefin ihre Versprechen hält. Mehr als zwei Jahre nach Ende des Bürgerkriegs in Liberia leben noch 200.000 liberianische mittelhilfe mehr. Im Jahr 2000 Flüchtlinge in hatte die UNO diese eingeüber ganz stellt, weil sich die Lage in LiWestafrika verberia vorübergehend beruhigt streuten Lahatte. Als die Kämpfe jedoch gern. wieder aufflackerten, flüchteFan der neuen Präsidentin Foto: irin ten erneut viele nach Ghana, Im Flüchtlingscamp Budubuso dass 2004 die Hilfe wieder Amos lebt seit neuen Jahren in aufgenommen wurde, allerram in einem Vorort des ghaBuduburam. Mit Hilfe eines naischen Hauptstadt Accra dings in weitaus geringerem Freundes konnte er 1998 ein lebt Darling Peah. Die LiberiaMaße als zuvor. Jane Muigai, nerin frittiert Kochbananen an kleines Fotostudio eröffnen Mitarbeiterin des UNHCR, erund verdient sich noch etwas einem kleinen Stand und verklärt den Standpunkt der Geld nebenher als Gitarrenkauft sie an die Passanten. UNO: «Unsere Politik besteht spieler in der Kirche und bei Ginge sie heute zurück nach nicht darin, die Hilfe vollkomFamilienfeiern. Was ihn beun- men zu versagen. Wir beobachHause, fände sie zwar eine neue Präsidentin vor, aber we- ruhigt, ist, dass andere seine ten jedoch weiterhin die politiIdee geklaut und selbst Fotoder ihr Haus, noch ihre Versche Entwicklung, und zu gestudios im Camp eröffnet hawandten und auch sicherlich gebener Zeit werden wir eine ben, was dazu führt, dass seikeinen Job. «Ich kann nicht freiwillige Rückkehraktion der nach Hause zurück. Mein Haus ne Einnahmen zurückgehen. Flüchtlinge starten». Diese je«Als ich anfing, verdiente ich ist abgebrannt und meine doch fühlen sich im Lager in 300 Dollar im Monat», erklärt Schwester tot», erklärt die 32Sicherheit, haben Zugang zu Benson, «damals gab es nur Jährige. «Wenn sich die Lage Trinkwasser und können sich fünf Fotostudios hier. Inzwibessert, kehre ich vielleicht zu sehr niedrigen Kosten im

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Krankheitsfalle behandeln lassen, so dass die Lust zur Rückkehr nicht gerade groß ist. Ende 2004, das heißt, gut ein Jahr nach Ende des Konflikts, hatte der UNHCR eine erste Heimkehrwelle veranlasst, aber seit der Wahl Ellen Johnson-Sirleafs sind erst 2450 Liberianer heimgekehrt. Die meisten der liberianischen Flüchtlinge leben in Guinea, derzeit noch ca. 54.200. Einstmals hatte Guinea über 400.000 Flüchtlinge aus Sierra Leone und Liberia zu verzeichnen. Auch von hier sind seit November 2004 über 19.000 zurückgekehrt, und das UNHCR möchte im ersten Halbjahr 2006 weitre 40.000 heimschicken.

Liberia:

Flüchtlinge zögern mit der Heimkehr

Aus Guinea heimgekehrte Flüchtlinge in Liberia Foto: irin

Eine Umfrage des UNHCR ergab, dass die meisten gern nach Hause, aber erst noch ein paar Monate warten möchten, um die Entwicklung im Heimatland zu beobachten. Sie zögern insbesondere, weil es kein Rückkehrprogramm und keine Arbeitsplätze in Liberia gibt. Und manche hoffen, dass sie eines Tages im Rahmen eines UNO-Flüchtlingsprogramms in ein reiches Land einreisen können. «Darum bitten wir alle Gott», gesteht Benson, «das ist unsere einzige Hoffnung. Aber wenn das nicht geschieht und wir aufgefordert werden, zu gehen, dann gehe ich nach Guinea oder Nigeria, aber nicht nach Liberia». (ia, mit irin)

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Liebenswertes Südafrika - oder: Die lachenden Polizisten von Stellenbosch
Südafrika hat in den vergangenen Jahren unsere Träume vom Leben, vom Lachen, vom Staunen und der Wärme der Menschen wahr gemacht. Wir erinnern uns noch an die Zeiten der Apartheid und unsere zwiespältigen Gefühle, wenn wir als europäische Gäste hofiert wurden und dennoch nicht den Eindruck des Unrechts verdrängen konnten. nem wunderschönen sonnigen Morgen besuchten wir Stellenbosch und stellten unseren Wagen in einer der vielen ruhigen Seitenstraßen ab. Wir genossen für ein paar Stunden die kleinstädtische, gemütliche AtmosFoto: Fetnat

Internationale Tourismus Börse Berlin
(ITB) vom 8.-12. März 2006
AFRICA live ist auch in diesem Jahr wieder dabei und bietet Anbietern von Afrikareisen Sonderseiten für die Märzausgabe an, die an allen Ständen der Afrikahalle verteilt wird. Setzen Sie sich mit unserer Redaktion in Verbindung, damit wir Ihnen ein Angebot zur Präsentation Ihrer Reiseangebote auf den AFRICA live Travel-Seiten machen können!

Wir werden zu leichteren Lebewesen, wenn wir heute die Gastfreundschaft genießen. Wir entspannen uns in der Atmosphäre von Herzlichkeit, von Großzügigkeit und von angelsächsischer Ritterlichkeit. Es macht Spaß, mit den Menschen zu plaudern, wir erfreuen uns an den strahlenden Gesichtern und dem Humor der Menschen am Kap, an der traditionellen und warmherzigen Froh, ihr Auto wiedergefunden zu haben: Höflichkeit und an dem für Heide Gerritzen Foto: Privat unsere Ohren oft witzigen engphäre, die von der alten Unilischen Dialekt. versität und den zahlreichen Studenten geprägt ist. Wir beIn diesem Jahr nahm ich meisuchten die Museen und Rene Töchter und einen Freund staurants, entspannten uns in mit ans Kap und fuhr mit ihGärten voller duftender, nen in die Winelands. An eiblühender Weinregion Stellenbosch Bougainvilleas Foto: Fetnat und Hibiskus, lauschten dem Vogelgezwitscher – und waren rundherum glücklich. Als es dann in der Hitze des Nachmittages

Malerische Häuser überall in Stellenbosch

zurück zum Wagen gehen sollte, verloren wir unsere Orientierung, und schwere Müdigkeit machte sich in unseren Beinen breit. Wir saßen erschöpft am Straßenrand. Da kam langsam ein alter, verbeulter Mannschaftswagen der örtlichen Polizei vorbeigefahren, den wir einfach anhielten. Die beiden schwarzen Polizisten strahlten um die Wette, als sie hörten, dass wir Hilfe brauchten. Leider konnten sie mit unserer Beschreibung nicht viel anfangen. Dafür kamen wir aber dann auf die Idee, sie zu fragen, ob sie uns nicht mitnehmen könnten, bis wir den Wagen wieder finden würden. Oder ob es verboten sei, vier Zivilisten mitzunehmen? Sie lachten aus vollem Hals. Hinein ging es hinten in die vergitterte Kiste. Ich saß zwischen den beiden Uniformierten vorne und lotste sie durch alle Straßen, die mir irgendwie bekannt vorkamen. So lernten wir also ganz Stellenbosch kennen. Als wir dann endlich per Zufall unser Auto

Machen Sie somit die Messebesucher auf Ihr Unternehmen, Ihre eigene Messepräsenz und Ihre Afrika-Reiseangebote aufmerksam! Unsere Sonderkonditionen für die ITB werden Sie überzeugen! Zusätzlich zur ITB wird AFRICA live wie gewohnt im Abo und bei allen gut sortierten Bahnhofs- und Flughafenkiosken erhältlich sein. Kontakt: Redaktion AFRICA live Tel: 030- 634 131 22 Fax: 030 - 634 131 20 Email: info@africa-live.de www.africa-live.de

fanden, waren die beiden Polizisten die Glücklichsten von uns! Wir unterhielten uns noch ein Weilchen und versprachen, wieder zu kommen. Niemals habe ich ein Versprechen mit leichterem Herzen gegeben!
(Heide Gerritzen - arbeitet bei der Lufthansa, hat 1988/89 in Cape Town gelebt und nach eigener Aussage «ständig Heimweh nach Arika»!).

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Madagaskar:

Inlingua Cape Town:

Boogie Pilgrim erhält DRV-Umweltpreis 2005
Der deutsch-madegassische Tour Operator Boogie Pilgrim wurde für sein Engagement in einem privaten Ökotourismus Pilot-Projekt in Anjozorobe mit dem Umweltpreis des DRV ausgezeichnet. Dieses Ökotourismusprojekt wird in Partnerschaft mit der lokalen Nichtregierungsorganisation Fanamby durchgeführt. Der Wald-Korridor von Anjozorobe ist einer der letzten Überreste der feuchten Wälder des madegassischen HochlanWandertouren durch den Primärwald angeboten, Treeclimbing-Kurse für Schulkinder und Team Building-Veranstaltungen für große Firmen der Hauptstadt. Das genannte Camp wird ausschließlich von der lokalen Bevölkerung geführt. Mit dem Projekt sind auch zahlreiche Schutzmaßnahmen verbunden, um eine Vernichtung des Waldes von Anjozorobe, insbesondere durch Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, durch Brandrodung oder Buschfeuer zu vermeiden. Es wird ein Management- und Tourismusentwicklungsplan für die Region erstellt, um eine nachhaltige Entwicklung zu garantieren. Die Gäste des Camps erfahren Wissenswertes über die Natur der Region. Die Erträge aus dem Projekt kommen zum Teil der einheimischen Bevölkerung zugute. So wurde bereits eine Schule gebaut, die seit einem Jahr genutzt wird.
Weitere Informationen: www.boogiepilgrim.net/anjozorobe.htm

Englisch lernen einmal anders
Inlingua Cape Town gehört zur - Jede Woche ein anderes Sozialprogramm inlingua International-Gruppe (Schweiz) mit 300 Centern in 30 - Unterbringung in nahe gelegenen Gästehäusern oder FaLändern. In Kapstadt finden Sie ein professionelles, freund- milien liches und kosmopolitisches Schulzentrum, in einem wunderschönen Gebäude an der Waterfront, nahe Tafelberg und Strand. Hochqualifizierte Trainer stehen in 14 gut ausgestatteten Trainingsabteilungen den internationalen Hochqualifizierte Trainer garantieren ErSchülern aus Europa, Asien, folg Foto: inlingua dem Mittleren Osten, Südamerika und Afrika zur Verfügung. Besondere Angebote: - Englisch lernen auf Safari! Wir bieten: Reisen Sie entlang der Garden - Kurse für allgemeines und Business Englisch, in Gruppen Route oder nach Namibia, sprechen täglich 16 Stunden oder Einzelunterricht englisch und begegnen Sie - «Englisch-Plus-Kurse», wobei Löwen, Elefanten, Flusspferder Unterricht mit Kultur-, Ökotourismus- und Weinverko- den, Giraffen, Büffeln etc.! stungsprogrammen, Gourmet- - Freiwilligenarbeit: Helfen Sie Menschen in Schulen und WaiVerköstigung und Golfspielen senhäusern, oder Tieren in kombiniert wird - Examensvorbereitung für die den Reservaten. - Praktika in verschiedenen FirCambridge-Zertifikate FCE, men (Anwaltsbüros, Banken, CAE, CPE, IELTS und TOEFL Tourismus, IT, Design, Wohl- Von der IHK London anerkannte Geschäftsenglisch- und fahrtsunternehmen und Naturschutz. (pr) Tourismuskurse

Hochland in Madagaskar Foto: fetnat

des. Der Wald ist intakt und dient als Lebensraum für die lokale Bevölkerung. Er bietet Schutz für viele seltene Tiere, darunter allein 82 Vogelarten sowie eine große Pflanzenvielfalt. Im «SOA Camp» von Boogie Pilgrim, ausgestattet mit geräumigen Zelten, werden

Namibia:

Wilde Tiere erobern sich den Süden zurück
Die Tierbestände im Gondwana Cañon Park am Ostrand des Fish River Canyon haben sich in den vergangenen acht Jahren sehr gut erholt. Das ist das Ergebnis der Zählung, die Ende August 2005 durchgeführt wurde. Hochrechnungen zufolge leben in dem 1.120 km2 großen Gebiet derzeit etwa 4.500 Springböcke, 620 Gemsböcke, 560 Kudus und 420 Bergzebras. Im Jahr 1997, kurz nach der Gründung des Parks, wurden die Bestände nur mehr auf 500 Springböcke, 40 Gemsböcke, 30 Kudus und 20 Bergzebras geschätzt. Die Zuwächse sind vor allem für den Süden Namibias erfreulich, wo der Mensch vor mehr als 100 Jahren viele Tierarten ausgerottet hatte, darunter Nashörner, Elefanten und Giraffen. Die Betreiber des Parks wollen das Programm
Foto: fetnat

zur Wiederansiedlung der Tiere fortsetzen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen 12 Giraffen und 20 Kuhantilopen sowie auch Steppenzebras, Streifengnus und Elenantilopen wieder angesiedelt werden.

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Lesotho:

Marokko:

Offroad-Abenteuer in der Bergwelt
Thaba Tours 4x4 Adventures mit Sitz in KwaZulu-Natal bietet unvergessliche Abenteuer in den südlichen Drakensbergen und auch in Lesotho, dem «Königreich im Himmel». Auf professionell geführten Touren geht es im Allradfahrzeug den Sanipass bis auf eine Höhe von 2.874 Metern hinauf. Die Fahrt führt entlang von hohen Felsen und vielen Wasserfällen. Die Pflanzenund Vogelwelt ist einzigartig. Beim Besuch eines Basotho Bergdorfes erhalten die Gäste Einblick in die Kultur und Tradition dieser Menschen. Reisende können zwischen unterschiedlichen Touren wählen: Tagesausflüge zum Sani Pass, Wanderungen zu den Felsmalereien der Buschleute oder auch Reittouren mit den Basotho.

Burg bei Marrakesch als exklusives Hotel
Foto: designreisen

Basotho mit seinem Pferd Foto: fetnat

Für die Einreise nach Lesotho ist ein gültiger Reisepass erforderlich.
(www.thabatours.co.za)

Sambia:

Mit Robin Pope Safaris zu den Wildhunden Sambias

Eine Burg bei Marrakesch in Marokko ist zum exklusiven Hotel umgebaut worden. Die «Kasbah Tamadot» gehört dem britischen Unternehmer Sir Richard Branson, der das 1940 errichtete Gebäude mit Blick auf das Atlasgebirge sieben Jahre lang aufwendig umbauen ließ. Wie Bransons Vertretung in München mitteilt, stehen nun 18 Zimmer zur Auswahl. Das Haus besitzt unter anderem ein Restaurant, einen

traditionellen marokkanischen Hammam und ein Fitnessstudio. Ein «Escape-Package» mit fünf Übernachtungen, Frühstück, drei Abendessen und Transfer von und nach Marrakesch kostet ab 875 Euro pro Person. Buchbar ist das Hotel über die Webseiten www.designreisen.de und www.artoftravel.de.
Informationen auch unter www.virgin.com/kasbah.

Auszeichung für Ägyptens Mövenpick-Hotels

Die renommierte WildhundeExpertin Kellie Leigh, die bisher in der Region Lower Zambezi tätig war, hat ihre Forschungsstätte in den South Luangwa National Park verlagert. Sie und ihre Kollegen freuen sich darauf, ihr Wissen und ihre Erkenntnisse den Gästen der «Wild Dog Week» vom 21. bis 28. Februar 2006 zu vermitteln. Im Rahmen von Seminaren bzw. Begegnungen mit den Wildhunden in freier Wildbahn können die Besucher vieles über diese faszinie-

Faszinierende Tiere: Wildhunde Foto: fetnat

renden Tiere lernen. Das Reiseangebot zum Preis von etwa 1.663 EUR beinhaltet sechs Nächte in Nkwali und eine Übernachtung in Chaminuka, sowie den inländischen Hin- und Rückflug von Lusaka nach Mfuwe. Mit der Teilnahme an der Tour unterstützt jeder Gast außerdem die Organisation «African Wild Dog Conservation».

Deutschlands größter Reiseveranstalter TUI kürte auch 2005 seine 100 beliebtesten Hotels mit dem «Oscar» der Ferienhotellerie. Über eine halbe Million Gäste haben alle 10.000 Hotels aus dem Programm des Veranstalters bewertet. Unter den Gewinnern befinden sich auch zwei Mövenpick FerienResorts in Ägypten: Das Mövenpick Resort El Quseir und das Jolie Ville Mövenpick Resort & Casino Sharm El-Sheikh wur-

Zum 5. Mal ausgezeichnet: Mövenpick Resort El Quseir Foto: Mövenpick

den mit dem TUI Holly Award 2005 ausgezeichnet. Während das Jolie Ville Mövenpick Resort & Casino Sharm El-Sheikh zum ersten Mal mit dem begehrten TUI Holly Award ausgezeichnet wurde, gehört das Mövenpick Resort El Quseir bereits zum fünften Mal in Folge zu den großen Gewinnern.
(ia)

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«Two Oceans»-Marathon in Südafrika:

Südafrika:

In Jogging-Schuhen das Kap entdecken

Fynbos-Wellness und einzigartige Felsmalereien in Kagga Kamma
Erholung «Made in Südafrika» wird im Kagga Kamma Private Game Reserve im Western Cape groß geschrieben mit einer neuen Fynbos-Therapie, bei der die feinsten ätherischen Öle der heimischen Pflanzenwelt eingesetzt werden. sichtsbehandlung zum Einsatz. Kagga Kamma bietet jedoch auch eindrucksvolle Felsmalereien der San (Buschmänner). Eine große Vielfalt an Felszeichnungen mit Darstellun-

Der «Two Oceans»-Marathon wird von manchen Teilnehmern als der schönste Marathon der Welt bezeichnet. Der Lauf geht über 56 Kilometer und startet jedes Jahr am Ostersonntag in Kapstadt (15. April 2006 und 7. April 2007). Für Besucher oder Sportler aus Deutschland ist der April in klimatischer Hinsicht sehr angenehm, weil die größte Hitze vorbei ist. Zudem ist die Marathon-Strecke bekannt für ihre fantastischen Blicke auf das Meer und die Berge. Die Route

Etappe: Hout Bay Foto: fentat

führt an den Indischen und auch an den Atlantischen Ozean, über den Chapman’s Peak Drive, in das Städtchen Hout Bay. Sie steigt an über Constantia Nek und durch die Wälder bis zum Ziel bei der Kapstädter Universität in Rondebosch. Für weniger Ambitionierte stehen so genannte Fun Runs von 2,5 oder 5 oder 8 Kilometern zur Auswahl.
(www.twooceansmarathon.org.za)

Fynbos – einzigartige Vegetation des Western Cape Foto: fetnat

WTO-Tagung in Dakar:

Deutsche, Franzosen und Niederländer für nachhaltigen Tourismus
Deutschland, Frankreich und die Niederlande wollen gemeinsam den nachhaltigen Tourismus fördern. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten die drei EU-Staaten am 30. November 2005 bei der Vollversammlung der Welttourismusorganisation WTO in Dakar, wie ein Sprecher der französischen Delegation in Senegals Hauptstadt sagte. Die UN-Organisation hatte sich am Vortag geeinigt, den Fonds ST-EP zur Stützung des nachhaltigen Tourismus und zum Kampf gegen Armut vor allem in Afrika zu unterstützen.
(pa)

Fynbos ist die Bezeichnung für die einzigartige Vegetation des Western Cape. Eine Massage mit den ätherischen Ölen dieser Pflanzen verspricht Erneuerung für Körper und Geist. Oder klingt ein Rosmarin-Rooibos-Körperwickel noch besser? Die Blätter des Rotbusches, als wohlschmeckender Tee bestens bekannt, kommen auch bei der reinigenden, verjüngenden Rooibos-Ge-

gen von Menschen und Tieren versprechen - zusammen mit den spannenden Ausführungen und Interpretationen der kundigen «Guides» - interessante Erfahrungen.
(www.kaggakamma.co.za)

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Nr. 01/2006 | Seite 17
zirka 40 min. bis wir die Sceleton-Coast erreicht haben […] wieder landeinwärts zu den Spitzkoppen, dunkle markante Erhebungen im sandgelben oder je nach Tageszeit rotgelben Einerlei der staubtrockenen Wüstenlandschaft. Die Spitzkoppen wurden mit einer Steilkurve begrüßt und sogleich wurde die Nase der Cherokee südwestwärts auf Kurs in Richtung Swakopmund gesetzt […] 10. Tag: Swakopmund – Sossusvlei – Lüderitz: […] erstes Teilziel heute: Sossusvlei. Jeder Namibia-Begeisterte kennt diese hohen Sanddünen, die ungewohnt kräftigen Farben des Sandes. Die Sonne hat hier scheinbar ihren besonderen Gefallen gefunden, die

Wunder aus der Vogelperspektive:

Flugsafari über Namibias Augenweiden

8. Tag: Tsumeb – Etoscha - Opuwo: […] Zuvor aber ein Naturwunder der besonderen Art: Die Etoscha-Pfanne, von weitem als helle, unnatürlich am Horizont aufblitzende Lichterscheinung, breitet sich in der Horizontalen aus und löst sich dann an den äußeren Rändern 4. Tag: Tsumeb – Katima Muli- wieder auf. lo(Caprivi-Zip- Bei Verkürzung der Ferfel): ne wandelt […] Flaches, karges Busch- sich dieses Licht in eine land, keine türkisfarbene Erhebungen «Pfanne», wir weit und überfliegen breit, keine mit großem Straßen, ab Erstaunen und an ausund Begeistegetrocknete rung[…. ] Die Flussläufe, «Prop clear» - auf geht’s! keine Orientierungspunkte am staubige LanHorizont, mit anderen Worten: dung auf der Schotterpiste von Opuwo zieht «verlorenes Land» … wir errei3. Tag: Keetmanshoop – Eros/Windhuk – Tsumeb/»Otavi chen die Grenze zu Botswana, viele neugierige Einheimische diese ist gezäunt, die Navigati- an … Dreieck»: Auf nach Norden! Nach einem on wird wieder einfacher … , 9. Tag: Opuwo – Kaokoveld – ideal um mit Karte und kurzen «Prop Clear!» rotiert Skelettküste - Spitzkoppe Außensicht zu navigieren … der Propeller, Funkspruch Swakopmund: Überquerung des wasserspenwird abgesetzt, zugewiesene denden Okawangos, und weiLandebahn wird angerollt … ter durch den Caprivi-Zipfel Cherokee gibt ihrer Bestimmung alle Ehre und taucht zu- bis nach Katima. […] der Boden brennt in Katima Mulilo mit verlässig in ein wolkenloses 43 Grad Celsius. Unsere MukuMeer aus Blau … si Lodge liegt direkt an den Wir steuern 355 magnetisch Ufern des Sambesi. Klar, das an, unser Zwischenziel ist nach deutschem ReinheitsgeEros, der kleine Bruder von bot gebraute Tafel Lager Windhuk International Airschmeckt abends auf der Lodport. Hier ist richtig was los, geveranda um so besser … im schon mehr Verkehr in der Luft, Funksprüche schmücken Hintergrund schnaufen Flus«Wie bei einer künstlerisch begabten spferde, der Vollmond und friedlich das Medium in verSandkastenspielerei» schiedenen Dialekten und Ak- eine gewaltige Sternenflut er[…] Das Kaokoveld wird westzenten. Die Controllerin im To- hellen den Sambesi, der dunwer zieht alle Fäden sauber zu- kle Busch verschwindet im or- wärts überflogen, Hügel an chestrierten Gesangs- und Ruf- Hügel, weich geformt wie bei sammen, auch wir werden einer künstlerisch begabten wettbewerb tausender Vögel, durch ihre Anweisungen siAffen und sonstiger unsichtba- Sandkastenspielerei. Die Skecher auf den Grund gelotst. lettküste kündigt sich von weirer Geschöpfe im Nichts zwiEin strammer, recht variabler tem mit einer hohen, zum schen Erde und Himmel … Gegenwind von 25 Knoten soAfrika belohnt uns mit seinen Landesinneren wie abgesägten wie nicht zu verachtende TurNebelwand an. Es dauert noch angenehmsten Vorzügen! bulenzen machen unseren Der Autor dieses Flugabenteuers ist Inhaber einer südafrikanischen Pilotenlizenz. Geflogen wurde eine einmotorige PA28140, auch liebevoll «Cherokee» genannt. Die folgenden Teilstrecken wurden im Rahmen einer 11.000km-Strecke in einer 11-Tage-Flugsafari geflogen. Spannende Impressionen aus seinem Flugtagebuch … Endanflug zu einer kleinen Herausforderung. […] Es ist sengend heiß, mittags 13:00 Uhr, 39 Grad im Schatten. […] Wir fliegen weitere 2,5 Stunden nach Tsumeb. Die Vegetation ändert sich, es wird grüner und «buschiger», und vor allen Dingen hügeliger. […]

Hoch über Swakopmund

Schattierungen und Helligkeiten aus einem magischen Ölfarbkasten zu verwenden … eine Herausforderung für jeden Maler … Im Tiefstflug von weniger als teilweise 100ft streifen wir beinahe Dünenzipfel, eine Augenweide von Naturschönheit lässt uns durch eine Zauberwelt gleiten. Wir erreichen das Sossusvlei Valley und den gleichnamigen, ausgedörrten Flusslauf. Wir steuern über dieses Tal hinweg Lüderitzbucht an. Wir durchschneiden das hochsensible Diamond Area. Lüderitz Airport wird erreicht, gegenüber das verlassene Kolmanskoppe, respektabler X-Wind, ein Airport im Nichts von Sand und Gestein und nochmals Sand und Gestein … (Thomas Fabian, Text und Fotos - mehr unter: www.pilotenschulesuedafrika.de, www.wildlife-flugsafari.de, www.flugsafari-suedafrika.de).

Wirtschaft und Umwelt

Nr. 02/2005 | Seite 18

BIOTA-Projekt:

BIOTA-Projekt

Rettungsprojekt für Afrikas Heilpflanzen
In Afrika werden viele Wälder gerodet - für Feuerund Bauholz. Doch in den Wäldern wachsen Heilpflanzen. Deutsche Experten helfen den traditionellen Heilern dabei, ihr Wissen und ihre Pflanzen zu retten. Als die deutsche Ethnologin Annika Wieckhorst in dem Dorf Pehunco in Nordbenin ankam, war der Grundstein für das Naturschutzprojekt schon gelegt. Die dort ansässigen Heiler hatten sich bereits zusammengeschlossen. Denn sie alle - Knochenspezialisten, Fetisch-Heiler und Kinderärzte - haben ein Problem: Ihre Heilpflanzen sind immer schwerer zu finden. Die deutschen Wissenschaftler sollen ihnen im Rahmen des BIOTA-Projekts helfen - mit Unterstützung des deutschen Forschungsministeriums.

Erst bestimmen, dann schützen

Auch im Kongo wurde ein ähnliches Projekt angelegt. Im Forschungsgebiet von Barbara Fruth stehen 800.000 Quadratmeter Regenwald - doch ein großer Teil ist noch unerforscht. Deshalb muss die Biologin Fruth hier zunächst der eigentlichen ArDas Ergebnis der deutsch-beninischen Kooperation beit des BIOTA-Projekts nachgehen: «Ehe man ist der botanische Garten Gusõn als geschütztes überhaupt so eine Pflanzenvielfalt schützen kann, Sammelgebiet. Annika Wieckhorst sieht ihn vor muss ich erstmal wissen, was ist es denn eigentallem als Ort, an dem Wissen gesammelt wird. lich, was ich da schütze», erklärt sie. «Deswegen sammeln und bestimmen wir die Pflanzen.» Im Kongo ist wie in Benin das Wissen der lokalen Bevölkerung unerlässlich, um die Pflanzen wissenschaftlich zu bestimmen. Das übernehmen Forscher in der Hauptstadt Kinshasa, deren Ausbildung auch Teil des Projekts ist. Besonderes Interesse gilt auch hier den traditionellen Heilpflanzen. Dabei geht es zum einen darum, die lokale Bevölkerung auf den Reichtum um sie herum aufmerksam zu machen. Denn die junge Generation wendet sich mehr und mehr von den alten Sammeltraditionen ab, rodet lieber den Wald und legt Felder an. Auf der anderen Seite geht es auch um den Schutz des Waldes gegenüber kommerziellen Interessen an dem wertvollen Tropenholz.

Baumschulen als Naturschutz
Heiler in Pehunco/Nordbenin, der eine Tapinanthus-Art (Loranthaceae) zu Heilzwecken sammelt Foto: Annika Wieckhorst

Auch der Kakagema-Wald, der nördlich des Victoriasees in Kenia liegt und schon Schutzgebiet ist, muss in erster Linie vor der Bevölkerung geschützt «Die Bariba-Heiler sagen zum Beispiel, dass Pflanwerden - eine Aufgabe, der sich Kaleb Amalo mit zen, die auf Termiten-Hügeln wachsen, eine sehr ein paar Freunden in einer eigenen Initiative angegroße medizinische Wirksamkeit haben», erklärt nommen hat: «Wir versuchen, die Leute aufzuWieckhorst. «Ihr Argument ist: Pflanzen, die klären, dass es ihnen mehr nützt, den Wald zu erschon Termiten standhalten können, die müssen halten, als ihn abzuholzen», sagt er. «Wir müssen ja stark sein.» Das ist tatsächlich biochemisch bedie Bedeutung verstehen, die der Wald auch für die wiesen: Durch die Aktivität der Termiten wird der Regelung des Klimas hat, dass er uns Regen bringt Baum besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt, und beispielsweise auch Insekten beherbergt, die also ist er auch medizinisch wirksamer. unsere Nutzpflanzen bestäuben und Schädlinge vernichten.» Noch wichtiger als Forschung ist es in Benin jeAm Rande des Waldes hat die Initiative von Kaleb doch, das Wissen an die Bevölkerung weiterzugeAmalo Baumschulen gegründet, wo sie schnell ben. Bauern, Hausfrauen und Schüler werden in wachsende Bäume züchten, die sie dann an die Beden Heilpflanzengarten zu Führungen eingeladen. völkerung verkaufen und verteilen. Feuer- und BauAußerdem haben die Heiler nun jeden Tag eine eiholz stehen an erster Stelle, aber auch Heilpflanzen gene Radiosendung. Und das Beispiel von Gusõn finden Absatz. Das BIOTA-Projekt unterstützt die hat Schule gemacht: Auf lokale Initiative wurden Baumschulen - und Kaleb Amalo hofft, dass seine in der Region bereits vier weitere Gärten gegrünInitiative Nachmacher findet. (Maja Dreyer – dw) det.

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Nr. 01/2006 | Seite 19

Manchmal liegt es auch daran, dass für obligatorische Schutzkleidung kein Geld zur Verfügung steht. So erhalten z.B. in einem ForstEiner von 20 tödlichen Arbeitsunfällen weltweit geschieht in Afrika. Eine dramatische Feststelunternehmen in der lung, vor allem, wenn man bedenkt, dass die angezeigten Unfälle zweifellos nur ein Bruchteil der Côte d’Ivoire die Arbeitatsächlich vorgekommenen ausmachen. ter zwar alle drei Jahre neue Stiefel – diese sind Jedes Jahr sterben weltweit 2,2 Millionen Gefährliche Landwirtschaft allerdings bereis nach einem Jahr hinüMenschen bei Arbeitsunfällen oder an arber, so dass die barfüßigen Arbeiter Dorbeitsfolgebedingten Krankheiten. Und das Subsahara-Afrika und Indien sind Spitzen- nen und Schlangenbissen ausgesetzt sind. ist nach Auffassung der Internationalen Innerhalb von drei Monaten wurden reiter bei Malariafällen und anderen InArbeitsorganisation (ILO), die kürzlich eifektionskrankheiten am Arbeitsplatz, die neun Opfer von Schlangenbissen. Ironie nen internationalen Bericht zu diesem aufgrund schlechter hygienischer Thema veröffentlicht hat, nur die Spitze Zustände auftreten, und in Afrika des Eisbergs, da es in vielen Ländern arbeiten die meisten Leute auf geäußerst schwierig sei, überhaupt an diesfährlichen Gebieten wie Fischerei, Zerstörung von Booten und Minen und Landwirtschaft. Letztere weist die meisten Todesfälle auf, was lt. der ILO daran liegt, dass es hier viel schwieriger als in der Industrie ist, die Sicherheitsvor- Pestizide per Luft verursachen Krebs Foto: ia schriften zu beachten, weil Landarbeiter eine Vielzahl von Aufgaben des Schicksals: Das Gegengift, das der Arbeitgeber beschaffen Glück gehabt: Hier kam nur der LKW zu Schaden muss, ist weitaus teurer Foto: ia als ein Paar Stiefel.

ILO schlägt Alarm:

Zu viele Arbeitsunfälle in Afrika

bezügliche Informationen heranzukommen. Insbesondere im subsaharischen Afrika sieht es schlimm aus: Im Jahre 2001, dem letzten Jahr, aus dem Zahlen vorliegen, seien 145 Todesfälle aufgrund von Arbeitsunfällen bei der ILO gemeldet worden. Basierend auf Erfahrungswerten, schätzt die Organisation diese jedoch in Wahrheit auf 350 Mal so viel, d.h., man muss von 53 292 Fällen ausgehen. Die prozentuale Verteilung der gemeldeten Unfälle ist auch äußerst seltsam: Von den 145 wurden allein 101 aus Simbabwe gemeldet, 20 aus Gabun, 10 aus Namibia und Togo, 4 aus Mauritius – und sonst nirgendwoher! Dabei geht die ILO davon aus, dass allein in der Demokratischen Republik Kongo mindestens 4000 vorgekommen sind. Hinzu kommen noch die Todesfälle, die mit der Verwendung gefährlicher Substanzen zusammenhängen. Gerade diese Art von Spätfolgen in Form von Krebs sei in den «Entwicklungsländern» besonders hoch. Auf Bananenplantagen, wo Pestizide aus der Luft aufgesprüht werden, werden Hunderte von Arbeitern krank oder steril.

Auf dem Fischereisektor geschehen jährlich rund 24.000 tödliche Unfälle und ebenso viele mit nicht tödlichem Ausgang. Schuld daran ist meistens menschliches Versagen, mit anderen Worten: Das Arbeitsgerät wird nicht ordentlich gewartet Fischer gehen unkalkulierbare Risiken ein oder aber die Wetterlage falsch eingeFoto: ia schätzt. Dennoch ist das kein Zufall: Der wirtschaftliche Druck und der Konkurzu erledigen haben und die aus den nörd- renzAbenteuer, Nervenkitzel, lichen Ländern importierten Landmaschi- kampf Anstrengung nen oft in einem desolaten Zustand sind. sind groß, Seitdem es Traktoren und Lastwagen auf deshalb den Plantagen gäbe, habe sich die Zahl gehen der Todesopfer drastisch erhöht, heißt es die Fiin dem Bericht. Weiterer nachteiliger Efscher fekt der so genannten Modernisierung: Der Kindheitstraum vom Fliegen?! Die Verwendung chemischer Keulen. Über unkalHerausforderung und Begeisterung? kulierderen gravierende Auswirkungen seien Nirgends besser als in Südafrika! bare Risich in den letzten fünf Jahren alle LänHier geht's lang zum «African Bush siken der weltweit klar geworden und hätten Camp», zur Pilotenausbildung und zur ein. den Einsatz solcher Produkte eingeanspruchsvollen Wildlife-Safari! schränkt – außer in Afrika, wo entgegen (Syfia) besserem Wissen oft ungehemmt weiter www.survival-suedafrika.de gesprüht wird.
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Nr. 02/2005 | Seite 20

Porträt eines Weinprofis:

Empfehlenswertes Buch für Weinfreunde:

Helge Hagener
Helge Hagener, geboren 1978 in Hamburg, entwickelt seine Leidenschaft für Wein durch eine Reise nach Südafrika im Jahr 1999. Nach der Rückkehr vom Kap der Guten Hoffnung beginnt er, sich intensiv mit den südafrikanischen Weinen auseinanderzusetzen. Schon kurze Zeit später formt sich die Idee, einen Online-Weinführer für Südafrika zu betreiben. Bereits zwei Jahre danach geht die Seite www.sa-weine.de online. Während dieser Zeit entdeckt er weitere Weinländer und beginnt, sich für Wein im Allgemeinen zu interessieren. Ab 2001 nimmt Hagener an Weinseminaren, Verkostungen und Weinmessen in Deutschland und Südafrika teil. Sein erster Artikel für ein Weinbuch erscheint 2003. Das Thema lautet «Sammeln südafrikanischer Weine». Ein Jahr später erringt er bei der 1. Deutschen Meisterschaft im Weindegustieren als jüngster Finalist den siebten Platz. Im gleichen Jahr veröffentlicht er sein erstes Weinbuch mit dem Namen «Kompaktwissen Weinverkostung». Es informiert über die richtige Weinsprache bei Verkostungen. 2005 beginnt seine Fortbildung im britischen Wine and Spirit Education Trust, und er plant, 2007 seinen Abschluss als Weinakademiker zu machen. In diesem Jahr nimmt er seine Studien an der Cape Wine Academy in Südafrika auf, die er mit dem «Cape Wine Master» erreichen möchte. Währenddessen schreibt er Weinkolumnen für Tageszeitungen und Magazine, leitet Weinproben, hält Weinseminare ab und betreibt unter www.sa-weine.de einen OnlineWeinführer für Südafrika.
(hps)

«Kompaktwissen Weinverkostung»
Wonach riecht eigentlich ein Shiraz? Was schmecke ich bei einem Sauvignon Blanc? Bei welcher Temperatur serviere ich leichte Weißweine? Dieser würzige Nachhall - ist das eher Gewürznelke, Koriander oder Pfeffer? Sind die Tannine eher aggressiv und hart oder integriert und samtig? Jeder, der sich näher mit Weinen beschäftigt - oder demnächst beschäftigen möchte kommt früher oder später in eine Situation, bei dem ihm oder ihr «die Worte fehlen», sei es bei einer Weinverkostung oder in fröhlicher Runde mit Freunden. Diese Lücke soll das Kompaktwissen Weinverkostung füllen, ein kleines ( 8,5 x 6 cm), handliches (Spiralbindung) Büchlein, das auch zu fortgeschrittener Stunde gute Dienste tut (laminierte, d.h. abwischbare Seiten). Es gibt ausführlich Auskunft zu empfohlenen Trinktemperaturen

und Farbnuancen, bietet eine große Anzahl an Aromenbezeichnungen wie z.B. Zitrusfrüchte über mikrobiologisch bis chemisch und erdig, ebenso eine große Zahl von Adjektiven für Geschmacksempfindungen von z.B. allgemeiner Eindruck über Säure, Konsistenz bis Tannine.
(Quelle: Newsletter SA-Weine.de, Ausgabe 01/2005) «Kompaktwissen Weinverkostung» 5.90 Euro zzgl. Versand Zu bestellen bei: Helge Hagener Am Altenbrücker Ziegelhof 5 21337 Lüneburg Tel: 04131 - 246 101 hagener@kompaktwissen-weinverkostung.de

Vom Kap in den Schwarzwald
Heike Köllner und Thomas Reichert nennen sich selbst «etwas Afrika-verrückt» und hätten es nie gewagt, nur einen SüdafrikaWeinladen auf die Beine zu stellen. Jedoch sind sie in der glücklichen Lage ihr Hobby mit dem Beruf zu verbinden, und sehen den Erfolg des «WYN-WINKEL’s» ganz klar in Synergie mit ihrem nur wenige Meter daneben gelegenen Landhotel und Restaurant »Bären”. Regelmäßig durchgeführte Südafrikawochen bringen Kostbarkeiten vom schwarzen Kontinent auf den Teller und ins Glas, was inzwischen von vielen Gästen aus nah und fern geschätzt wird. Ein Sortiment mit über 200 verschiedenen Weinen ausschließlich aus Südafrika sowie die Ausgestaltung des Loßburger Geschäftsraumes bieten nicht nur einen eleganten Rahmen für die Präsentation der edlen Weine sondern auch für spontane und arrangierte Weinverkostungen. Ferner eignet sich der «WYN-WINKEL» mit daneben gelegenem Veranstaltungsraum

«Obere Mühle» bestens für private und geschäftliche Anlässe. Er verfügt über sämtliche technische Hilfsmittel wie Musikanlage, Beamer, Großleinwand für TV-, Videound Internetübertragungen, so dass sogar Vernissagen, Tagungen und Seminare darin durchgeführt werden können.

Ein Sortiment von über 200 Weinen aus Südafrika erwarten Sie bei uns im «WYN-WINKEL» und im Online-Shop unter www.afrikaweinhandel.de

Wirtschaft und Umwelt

Nr. 01/2006 | Seite 21

Südafrika:

Die ganze Weinwelt in einem Land
Der Weinbau in Afrika ist auf wenige Länder im Norden und Süden des Kontinents reduziert. Der große Teil der hochwertigen afrikanischen Weine wird dabei in Südafrika produziert. Im Land am Kap der Guten Hoffnung wurden bereits 1655 die ersten seriösen Anpflanzungen von Weinreben in der so genannten «Neuen Welt» durchgeführt. Von hier stammten auch die Süßweine, die im 18. und 19. Jahrhundert an den europäischen Königshäusern getrunken wurden. Heute ist Südafrika ein besonders dynamisches Weinland, indem es der Pinotage als einheimische Rebsorte in Europa zu Bekanntheit gebracht hat. Darüber hinaus gibt es Weine, die im Stil und Qualität den großen Weinen der Welt ähneln. Südafrika ist also wahrlich «die ganze Weinwelt in einem Land». Genau dieses Weinland möchte ich Ihnen in den nächsten Ausgaben des Magazins Africa Live vorstellen. Aber auch Weine aus Nordafrika werden von Zeit zu Zeit den Weg ins Glas finden. Zu Beginn möchte ich Ihnen jedoch die einzige einheimische Rebsorte Südafrikas vorstellen: den Pinotage. Diese rote Rebsorte wurde 1925 von Professor Perold an der Universität von Stellenbosch aus den Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Cinsaut gezüchtet. Der Name stammt daher, dass der Cinsaut in Südafrika auch Hermitage genannt wird. Zunächst blieb der Pinotage viele Jahre vergessen. Erst in den 1960er Jahren wurde er regulär angepflanzt.
Foto: Helge Hagener

K l e i n e We i n k u n d e . . .
Kanonkop Pinotage 2002 Sehr dichtes Schwarzrubin mit minimalem Rand. In der Nase recht ausladend mit guter Harmonie aus Frucht und Würze: eingelegte Beeren, Kirschen, Bananen, Kräuter, Leder, Tabak und Holzwürze. Am Gaumen zunächst süßlich-cremig und extrem ausladend, später mit dicker Frucht, Kaffee, Schokolade und reichlich Lakritz-Würze. Der recht hohe Alkohol wird durch die reichlich vorhandenen, samtig-feinen Tannine abgefedert. Präsentes Finale. Der Wein ist erst im Anfangsstadium seiner Reife und kann mindestens fünf weitere Jahre gelagert werden. (ca. 22 Euro) Neethlingshof Sauvignon Blanc 2005 Mittleres Hellgelb, glänzend und klar. Sehr typisches Bouquet von süßen Stachelbeeren, Nesseln, Gras und grünem Pfeffer. Am Gaumen sehr ausgeprägt mit präsenter Säure und süßlicher Frucht, unterlegt von einer guten Würze. Langes und harmonisches Finale. Der Wein sollte in den nächsten drei Jahren getrunken werden. (ca. 11 Euro)

einziger Wein dieser Rebsorte, der es geschafft hat, über Jahrzehnte hochwertige Qualität zu liefern. Eine weitere Rebsorte, die eine erfolgreiche Zukunft in Südafrika haben wird, ist der Sauvignon Blanc. Eigentlich ist neben Frankreich eher Neuseeland für Sauvignon Blanc bekannt. Aber zwischen den Sauvignon Blancs der Loire mit Aromen von Stachelbeeren und grünem Pfeffer und den Sauvignon Blancs aus NeuseeFoto: boissetamerica

land mit süßen tropischen Fruchtnoten gibt es eine goldene Mitte: Südafrika. Die südafrikanischen Sauvignon Blancs changieren gekonnt zwischen diesen beiden Extremen und machen so ausgesprochen viel Spaß. Sowohl der Neethlingshof Sauvignon Blanc als auch der Kanonkop Pinotage stammen von den grünen Hügeln um die Stadt Stellenbosch. Diese Region gilt als Herzstück und Qualitätshochburg des südafrikanischen Weinbaus.
(Helge Hagener)

Seit vielen Jahren steht ein Pinotage als Synonym für alle Pinotage-Weine Südafrikas: der Kanonkop Pinotage. Mit ihm müssen sich alle anderen Pinotages Südafrikas messen lassen. Außerdem gilt er als

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Wirtschaft und Umwelt

Nr. 01/2006 | Seite 22

Informationstechnologie:

Kabellose Zukunft für Afrika
Die Zahlen sprechen nach wie vor eine deutliche Sprache. Afrika liegt in Sachen Informationstechnologie im Rückstand. Doch die Aufholjagd hat begonnen. Welche Technologien haben das größte Potenzial auf dem Kontinent?

Lukrativer Handy-Markt

Dennoch: Von Stillstand auf dem afrikanischen Telekommunikationsmarkt kann keine Rede sein. Afrika ist derzeit der am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt der Welt. Die Zahl der Handy-Nutzer stieg auf Julius Mucunguzi ist entrund 76 Millionen, zum Vertäuscht. Der Journalist aus gleich: Nur 25 Millionen MenUganda ist mit großen Erwartungen zum Weltinformations- schen haben in Afrika einen Festnetzanschluss. Großes gipfel nach Tunis gekommen. Dort präsentieren sich die mei- Wachstumspotenzial sieht auch der Technologiekonzern sten afrikanischen Länder an Hewlett Packard (HP) in Afrika. aufwändig dekorierten InforHP sei führend beim Verkauf mationsständen. von Laptops und PCs auf dem Kontinent, sagt Olivier Suinat, Nicht so das Heimatland von Geschäftsführer von HP Afrika. Julius. «Die Regierung von Man investiere dort langfristig. Uganda hat das Thema Infor«Wir konnten bei unseren Gemationstechnologie nicht auf schäften in den vergangenen die nationale Agenda gesetzt. Jahren im Schnitt um 25 ProUnser Auftritt hier lässt zu zent zulegen. Das liegt deutwünschen übrig.» Weder der Präsident noch der Premiermi- lich über dem Wachstum in Europa.» Raten von über 25 nister seien gekommen, Prozent finde man sonst eiempört sich Julius. gentlich vor allem auf den Auch wenn in seinem Land die Märkten in Russland, China Privatisierung im Telekommu- oder Indien. nikationssektor fortgeschritten ist, die althergebrachten struk- Afrika könne von Informatiturellen Probleme sind geblie- onstechnologien profitieren, ben. «Es gibt immer noch eine sagt Suinat. Computer und Mobilfunktelefone alleine könnstarke Monopolisierung, die ten die Probleme des KontiKosten für einen Internetzugang oder für einen Computer nents jedoch nicht lösen. «Die größte Herausforderung ist es, sind sehr hoch. Ich kann mir auch keinen eigenen Internet- die Schlüsselinfrastruktur zu verbessern. Das hat mit Inforzugang leisten, sondern kommationstechnologie nichts zu me nur in meinem Büro oder tun. Es geht darum, gute in einem Internetcafe ins Straßen zu bauen, auf denen Netz», erzählt Julius.

Güter frei zirkulieren können, wichtig ist auch, dass Strom da ist, wann immer man ihn braucht. Es darf nicht sein, dass die Bevölkerung mit Generatoren Strom erzeugt», so der Afrika-Chef von HP.

Museveni: Informationstechnologie hat keine Priorität Foto: un

Noch steckt diese Technologie in den Kinderschuhen und Was die Überwindung der digi- muss sich bewähren. Doch die Vorstellung, dass eines Tages talen Spaltung betrifft, gibt ein dichtes Glasfasernetz Afrisich Suinat optimistisch. ka überspannt, wird immer Großes Potenzial sieht er in unwahrscheinlicher, da zu teuder neuartigen so genannten er. Die Zukunft des Kontinents WIMAX Technologie. Sie erliegt vor allem in der drahtlomöglicht die drahtlose Übersen Kommunikation. Mobil mittlung von Daten über Disein ist auch in Julius Heimatstanzen von bis zu 50 Kilomeland Uganda angesagt. Dem tern. «Es ist ja relativ einfach, jungen Journalisten erleichtert Glasfaserkabel zwischen Städdas Handy den Kontakt mit ten zu verlegen, das Problem seiner Familie. Per SMS schickt bleibt die so genannte letzte er regelmäßig Grüße vom Meile. Wie schafft man es, Weltgipfel in sein abgelegenes Häuser oder Büros anzuschließen, ohne Glasfaserkabel Heimatdorf. zu verlegen? Die Antwort ist (Steffen Leidel – dw) Wimax», so Suinat. «Das ist die

Glasfaserkabel nur noch zweiter Wahl

nächste Generation. Sie erlaubt es, Filme oder Musik zu übertragen, gewährleistet aber eben auch die für die Kommunikation nötige Übermittlung von Daten.»

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Wir bringen die Hingucker ...

Mode

Nr. 01/2006 | Seite 23

Kreiert wandernde Kunstwerke: Mike Sylla

Afrikanisches Modedesign Baifall Dream
Der in Paris lebende Senegalese Mike Sylla ist auf dem besten Weg, mit seinem 1990 gegründeten Modelabel «Baifall Dream» den deutschen Modemarkt zu erobern. Bei seinem kürzlichen Besuch in Berlin erkannte das künstlerische Allroundtalent die enormen Potenziale für seine exklusive Lederkollektion in Deutschland. AFRICA live Consulting hatte den Modedesigner zur Präsentation seiner Kunstwerke auf dem Import Shop eingeladen. Die Reaktion der Messebesucher war überwältigend. Die mit verschiedensten Zeichnungen, Drucken und Malereien versehenen Ledermäntel, -westen und -jacken lösten immer wieder staunende Blicke aus. Mike Sylla verwandelt Lederkleidung, Jeans, Taschen und andere modische Accessoires in exklusive, nummerierte und einzigartige Designerstücke, die durch grafische Darstellungen, Gesichter, figurative Pop-Art-Malereien und Drucke verschönert wurden. Er macht diese Objekte zu wandernden Kunstwerken, deren Ausstellungsforum die Straße ist. Syllas Designerstücke werden von einem internationalen Künstlerkollektiv unter dem Modelabel «Baifall Dream + and the Human Tribe» hergestellt. Jede Kreation ist ein Unikat und wird bereits von renommierten Künstlern und Persönlichkeiten wie Les Nubians, Clémentine Celarié, Mc Solaar, Anthony Kavanag, Yannick Noah, Anastacia, Fiona Gélin, Salif Keita, Idrissa Diop, Carlos Santana, Les Touré Kunda, Princesse Erika und vielen anderen getragen. Baifall Dream arbeitet mit Francesco Smalto, Lee Cooper, Chevignon, Marithé und François Girbaud zusammen. Baifall Dream and The Human Tribe ist eine Bewegung, die Mode, Malerei, Musik, plastische Künste und den Tanz harmonisch vereint. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung in einem senegalesischen Patchworkverfahren, das von den Baifall bekannt gemacht wurde. Diverse Modenschauen werden auf der Internetseite von Baifall Dream unter der Rubrik «Mode» dokumentiert: www.baifalldream.com. Promotion und Vertrieb des Labels Baifall Dream in Deutschland wird von AFRICA live Consulting übernommen.
(Susanne Lassal)

Spots

Nr. 01/2006 | Seite 24

Südafrika:

Tschad:

Diamanten-Konzern De Beers verkauft Anteile an Schwarze
Der weltgrößte Diamantenkonzern De Beers aus Südafrika hat den Verkauf von einem Viertel der Unternehmensanteile an eine Gruppe von Investoren schwarzer Hautfarbe angekündigt. De-Beers-Chef Nicky Oppenheimer beschrieb den Handel als den «einschneidendsten Wechsel der Besitzverhältnisse seit Gründung 1888». Das Unternehmen war zuvor unter wachsenden Druck der Regierung geraten, Beteiligungen an Schwarze abzugeben. Nach einem neuen südafrikanischen Gesetz müssen innerhalb der nächsten fünf Jahre mindestens 15 Prozent der Anteile an den tradiFoto: De Beers

Erdölnutzungsgesetz geändert
Aufgrund gravierender finanzieller Probleme hat der Tschad beschlossen, die wichtigste Verordnung des Gesetzes zur Verwaltung der Erdöleinkünfte, die die Regierung verpflichtete, einen Teil des Geldes für die zukünftigen Generationen anzulegen, abzuändern. Gerade erst dem kleinen Club der afrikanischen Erdölproduzenten beigetreten, hat das Land Mitte November dieses Gesetz, das eine ganze Reihe von Verordnungen enthielt, die unsachgemäße Verwendung der Erträge vermeiden sollte und die Verpflichtung zur Investition in ein Armutsbekämpfungsprogramm enthielten, abgeschafft. Die Entscheidung rief die

Bauer im Tschad Foto: fetnat

tionell im Besitz von Weißen befindlichen Bergbauunternehmen schwarzen Investoren gehören. De Beers trennt sich für einen Preis von 3,8 Milliarden Rand von 26 Prozent seiner Anteile. (pa)

Tunesien:

UN-Informationsgipfel fordert bessere Anbindung armer Länder
lungsländern aufrufen. Zum Abschluss des WeltDer senegalesische Informationsgipfels Präsident Abdouin Tunis haben Verlaye Wade lobte treter von 176 LänFortschritte in dern gefordert, Afrika, forderte armen Menschen aber weiteres besseren Zugang Engagement. zu Internet und «Afrika hat den Telefon zu geZug inzwischen währen. Die Teilerreicht», sitze aber nehmer des UN-Gipweiterhin im «letzten fels in Tunis verabschieWaggon», sagte deten am 18.11. 2005 Abdoulaye Wade: zwei entsprechende «Afrika sitzt im letzten Waggon» Wade. Allein in Foto: UN Manhattan gäbe Erklärungen, die zur es mehr Telefone Überbrückung der so als auf dem gesamten afrikanigenannten digitalen Kluft zwischen Kontinent. (pa) schen Industrie- und Entwick-

Weltbank als Garant des Erdölprojekts Tschad-Kamerun auf den Plan, gegen deren Bedenken Tschads Regierung anführte, das Land bräuchte nun dieses Geld aufgrund von Haushaltsproblemen und zur Verstärkung der Sicherheit des Landes. (pa)

Econet:

Telekombetreiber will an die Londoner Börse
Der erfolgreiche afrikanische Telekomprovider Econet Wireless strebt in diesem Frühjahr eine Notierung an der Londoner Börse an. Der Börsengang soll dem Unternehmen zwischen 400 und 500 Mio. Dollar in die Kassen spülen, berichtet das Branchenportal Cellular News. Naturgemäß optimistisch zeigte sich Econet-Chef Strive Masiyiwa: «Es gibt ein gewaltiges Interesse an unserem Unternehmen.» Zum Börsengang habe man sich entschlossen, weil viele Investoren am Wachstum von Econet teilhaben wollten, so Masiyiwa. Darüber hinaus sei aber auch allgemein das Inte-resse am afrikanischen Telekommunikationssektor wieder erwacht. Die Vorbereitungen für den Börsengang laufen be-

Mosambik:

Beutelratten als Sprengstoffschnüffler
In Mosambik werden Beutelratten als Minensuchtiere eingesetzt. Die Ratten werden schon von klein auf an den Geruch von Sprengstoff gewöhnt. Sie lernen, dass sie etwas Gutes zu fressen kriegen, wenn sie eine Mine entdecken. Die Minenfelder sind tödliche Überbleibsel eines Bürgerkrieges in dem afrikanischen Land. Finanziert wird das Ratten-Projekt von internationalen NonProfit-Organisationen und der Regierung von Mosambik. (pa)

Die Londoner Börse Foto: fetnat

reits. Im Optimalfall will Econet bereits im Mai dieses Jahres an die Börse gehen. Man habe London einer Notierung in Südafrika vorgezogen, weil dort die Regulierungen für den Devisenverkehr weniger streng seien, sagte Masiyiwa. Das frische Kapital soll zum Schuldenabbau und zur weiteren Expansion verwendet werden. (pte)

Foto: fetnat

Spots

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Auswanderungswillige aus Afrika, Asien und Lateinamerika sind lt. Auskunft der UNO Internetbetrügern auf den Leim gegangen. Die Betroffenen hätten teils bis zu 1000 Dollar an Webseitenbetreiber überwiesen, die ihnen die Ausreise in ein «reiches Land» versprochen hätten.

Von Tunesien bis Südafrika – UNHCR weist auf Internetbetrüger hin auf dem Pferderücken
te «Bevölkerungsaufstockung» in dem einen oder anderen westlichen Land vorgaukelten und zahlten für die Aufnahme in diese Programme zwischen 100 und 1000 Dollar», erklärte HCR-Sprecherin Jennifer Pagonis auf einer Pressekonferenz. Sie unterstrich, dass ihre OrgaZwei südafrikanische Pferdezüchter, William Brenchley und Christine Henchie, wollen 13 Monate lang auf dem Rücken von tunesischen Berberpferden Afrika von Nord nach Süd durchqueren. Start war am 10. Dezember in Cap Anjela/Nordtunesien, Endstation ist Cap Agulhas in Südafrika.

Immigration:

Den beiden Abenteurern steht Widerstandsfähig: Berberpferde Foto: fetnat eine Strecke von 15.000 km durch 13 afrikanische Länder Ausdauer der als widerstandsbevor. Von Tunesien geht’s fähig bekannten Berberpferde, nach Libyen, dann nach Ägypwobei gleichzeitig eine neue ten, und nach dem nördlichen Art von Hufeisen getestet werAfrika wollen sie Zentral- und den soll. Deshalb heißt wohl Ostafrika entdecken. Sudan, auch ihre Webseite, auf der die Äthiopien. Kenia und Tansania Etappen und Eindrücke eingestehen auf dem Programm. tragen werden sollen: Zum guten Schluss folgen www.africanhoofprints.com. dann Simbabwe, Malawi, MoFordert niemals Geld für seine Hilfe: (pa) sambik, Swasiland, Lesotho Das Hohe FlüchtlingskommisDas UNHCR Foto: irin und schließlich Südafrika. Ihr sariat der Vereinten Nationen nisation niemals Geld für eine Ziel ist die Erforschung der (UNHCR) teilte mit, dass sich Hilfeleistung fordere. die Betrüger in DiskussionsfoTropenholz: Inzwischen versucht das UNHren eingeschlichen und dort als Mitarbeiter des UNHCR aus- CR in Zusammenarbeit mit gegeben hätten. «Die ahnungs- den betreffenden Regierungen eine Schließung dieser Webseilosen Opfer unterschrieben Formulare, die eine so genann- ten zu erreichen. (pa)

EU führt Gütesiegel ein

Umwelt:

Satellitenbilder zeigen alarmierende Umweltschäden an Afrikas Seen
Die Wasservorräte in den afrikanischen Seen sind nach Angaben des UN-Umweltprogramms (UNEP) in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Satellitenbilder und weitere Messungen hätten in nahezu allen der 677 natürlichen und künstlichen Binnengewässer des Kontinents teils dramatische Umweltschäden gezeigt, teilten Experten der UNEP und der Universität von Oregon im Dezember bei der Vorstellung des «Atlasses der afrikanischen Seen» in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit. Ange-

In der EU wird ein Gütesiegel für Holzimporte eingeführt. Darauf haben sich die EUAgrar- und Fischereiminister in Luxemburg geeinigt. Die Europäische Union will mit diesen neuen Einfuhrzertifikaten Größter See Afrikas: der Victoriasee Foto: fetnat gegen den illegalen Einschlag von Tropenholz vorgehen und sichts des rasanten Bevölkeden Regenwald schützen. Die rungswachstums könnten die EU will Abkommen mit LänWasserreservoirs von insgesamt dern in Afrika, Südamerika 30.000 Kubikkilometern in den und Asien schließen. Die Abkommenden Jahren dramatisch kommen sind freiwillig. Die schrumpfen. Die UNEP fordert Länder können dann nur noch umfassende Maßnahmen zur lizenziertes Holz in die EU imErhaltung der Seen. (pa)

Tropenholz: bald nur noch mit Gütesiegel Foto: ia

portieren und müssen sich selbst um die Lizenzvergabe kümmern. Die EU-Kommission hat 20 Mio. Euro für eine nachhaltige Waldwirtschaft in Entwicklungsländern vorgesehen. Europa zählt zu den größten Holzkäufern der Welt. Umweltschutzorganisationen hatten geklagt, dass pro Jahr illegal geschlagenes Holz im Wert von 1,2 Mrd. Euro in die EU importiert wird. (pa)

Literatur und Medien
Fernsehlandschaft zu schaffen - eine schwere und inspirierende Aufgabe, die der südafrikanische Botschafter Moses Mabokela Chikane honorierJeden Donnerstag um 20:30 Uhr öffnet sich te: Anfang Dezember gab er Degbeon die ein Fenster zu Afrika. Seit dem 3. November Gelegenheit, das Projekt AFRO TV bei dem 2005 sendet André Degbeon, Gründer und monatlichen Meeting der Botschafter der Initiator von AFRO TV Berlin, zur besten Southern African Development CommuniSendezeit auf dem Spreekanal und bringt ty (SADC) vorzustellen – mit großem ErDeutschen und Afrikanern in der Diaspora folg. Mit Hilfe der ihm eigenen Begeisteden afrikanischen Kontinent näher – für rungsfähigkeit, der Unterstützung der Moeine halbe Stunde. deratorin Olayinka Vollmer, der MarketingleiteBegrenzte finanzielle Mittel führen zu dierin Birgitt Sprenger und ser vorerst beschränkten Sendezeit, die mittels einer von der Gervon Degbeon und seinem Team begabter man Consulting South Afjunger deutsch-afrikanischer Moderatorinrica GmbH exklusiv ernen geschickt genutzt wird. Das straffe stellten Powerpoint-PräProgramm richtet sich an Afrikaner und sentation überzeugte er Europäer gleichermaßen und ist Ausdruck die anwesenden Botschaffür das langfristige Ziel einer umfassenden ter und Botschafterinnen realistischen Berichterstattung rund um auf Anhieb: Afrika Afrikas Menschen, Politik, Wirtschaft, Kulbraucht auch einen eigetur und Sport. nen Fernsehsender in Europa, um das vorherrschend einseitige und André Degbeon ist in Berlin kein Unbenegative Bild gerade zu rücken und afrikakannter. Nicht nur in der afrikanischen nische Interessen wirksam zu vertreten. Gemeinschaft hat er sich durch sein politisches, soziales und kulturelles EngageEs ist daher kaum verwunderlich, dass viement einen Namen gemacht. Geboren in le der Diplomaten sowie fast 200 Gäste aus der Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste), lebt und Politik, Wirtschaft und Kultur der Einlaarbeitet Degbeon seit 1982 in Deutschland. dung von AFRO TV zur offiziellen EröffAls Mitglied der Gewerkschaft Verdi grünnungsgala am 15. Dezember in die südafridete er die Projektgruppe «Migration». kanische Botschaft in Berlin folgten, um 2001 kandidierte er als unabhängiger Kanmit André Degbeon und seinem Team zu didat für das Bürgermeisteramt im Bezirk feiern. Der Botschafter Südafrikas, Moses Charlottenburg/Wilmersdorf und trat geMabokela Chikane, hielt die Eröffnungsregen den heute regierenden Bürgermeister, de und begrüßte die zahlreichen Gäste enKlaus Wowereit, an. Von 2002 bis 2004 war thusiastisch. Die Botschafterin der Repuer Vorsitzender des Arbeitnehmerausblik Mali, schusses Siré der BerliDiakité, ner Sefreute natsversich waltung sichtfür Wislich, senschaft, dass Formit schung AFRO und KulTV eine tur. afrikaAls genische lernter Stimme Fernsehin deutund Raschen diotechniund eukermeister André Degbeon und sein Team ropäiwar Degbeon der Zusammenhang zwiFoto: privat schen Meschen Bild und Botschaft immer bewusst. dien vernehmbar wird. In einer inspirieMit AFRO TV hat er einen Weg gefunden, renden Rede rief sie ihre diplomatischen die Macht der Bilder mit seinen Interessen Kollegen dazu auf, AFRO TV über wichtige als engagierter Bürger und Afrikaner zu Ereignisse zu informieren, Zugang zu poliverbinden und seiner Vision, Afrika und tischen und Ereignissen gewähren und ExEuropa näher zusammen zu bringen, visuklusivinterviews zuzulassen. ell Ausdruck zu verleihen.

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Anwesenden klar, dass es Degbeon nicht um ein politisches Statement, sondern um eine echte Kommunikation zwischen Afrika und Europa geht: Wurde der afrikanische Kontinent in den letzten Jahrzehnten in europäischen Fernsehberichten vor allem mit Hunger, Krieg oder bestenfalls im Zusammenhang mit Natur- und Tierfilmen genannt, will AFRO TV vor allem den positiven Entwicklungen vieler afrikanischer Länder und ihrer Beziehung zu Europa Beachtung schenken. Viele dieser Entwicklungen waren bisher spezialisierten Printmedien, sowie politischen und wirtschaftliAndré Degbeon – auf der gleichen Linie chen Kreiwie AFRICA live: positive Entwicklungen herausstellen Foto: Hervé Tcheumeleu sen vorbehalten. Einer breiten Fernsehöffentlichkeit ist Afrika abseits stereotypischer Bilder weitgehend verschlossen geblieben. Sondersendungen auf europäischen und amerikanischen Nachrichtensendern wie BBC und CNN, gemacht für ein spezielles Publikum von Europäer und Amerikanern, lassen keinen Raum für einen direkten Dialog mit Afrika. Viele afrikanische Länder sind heute marktwirtschaftliche Demokratien, deren Märkte für viele europäische Firmen große Potenziale in sich bergen. AFRO TV gibt ihnen die Möglichkeit, gezielt für sich und ihre Produkte zu werben. Neben Nachrichten und Interviews mit Politikern, bietet AFRO TV Einblick in Afrikas Film-, Entertainment- und Musikwelt und die Geheimnisse der landestypischen Küche. Ein spezielles Kinderprogramm wendet sich an die Kleinsten. AFRO TV stellt damit den Herausforderungen einer durch Kommunikation globalisierten Welt und trifft den Nerv der Zeit! Mit der Unterstützung europäischer und afrikanischer Regierungen und Firmen sowie gemeinsamen Programmen mit anderen Fernsehsendern wird es André Degbeon gelingen, professionelles Fernsehen von Afrikanern für Afrikaner und Europäer zu machen. AFRO TV will Afrika in europäischen Köpfen präsent werden lassen und schon 2007 über Satellit senden.
(Marlene Neusüss) Info: AFRO TV BERLIN, Nürnberger Straße 17. 10789 Berlin, Tel. 030 / 41 99 28 55, eMail: info@afrotv.de, Webpage: www.afrotv.de

AFRO TV Berlin:

Afrika rückt näher

Nachdem das Team von AFRO TV sich und Zwei Jahre harte Arbeit benötigte es, eine sein Programm vorgestellt hatte, war allen afrikanische Plattform in der europäischen

Kultur

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man Araber oder Schwarzafrikaner ist. Man muss ihnen Arbeitsplätze geben! Gut, aber in Frankreich sind die auch Mangelware? Klar, aber man darf einfach keine Unterschiede mehr machen, muss jedem eine Chance geben und die wenigen Arbeitsplätze gerecht unter der Bevölkerung verteilen, denn schließlich sind diese jungen Leute ja auch Franzosen. Und Frankreich sollte bedenken, dass es ohne Afrika und seine Ressourcen verloren wäre, ohne seine von Paris aus ferngelenkten Schäfer, die die Schafe ausbeuten und malträtieren. In Bamako findet ja jetzt der afrikanisch-französische Gipfel statt, der sich insbesondere mit der Thematik der Jugendlichen auseinandersetzen will… Ha, ein Hohn! Ich sollte dort spielen, habe mich geweigert. Das wäre für mich wie ein Akt der Selbstzerstörung. Gott sei Dank kann ich es mir erlauben, zu sagen, was ich denke, und das tue ich auch hemmungslos. Guck mal, was haben die Engländer in Afrika gemacht? O.k., sie waren auch Kolonialherren, aber sie haben z.B. die Könige vor Ort im Amt gelassen, die Franzosen hingegen haben die ganze einheimische Kultur zerstört und knechten immer noch das gesamte frankophone Afrika unter ihrer ferngesteuerten Vorherrschaft. Aber so wird das nicht weiter gehen, bald wird sich das ändern. Falls Gott nicht persönlich vom Himmel steigt, um Afrika zu helfen, werden es die Menschen selbst tun. Vor allem die Jungen, die bald an die Macht kommen werden. Wenn Salif bei der Politik ankommt, ist er nicht mehr zu bremsen, das kenne ich aus früheren Interviews mit ihm. Er vergisst alles um sich herum, als die Promoterin hereinkommt und ihn mahnt, dass es Zeit wird, wimmelt er sie ab: «Jetzt rede ich hier mit meiner Freundin über wichtige Dinge, ich kann jetzt nicht aufbrechen». Und so kommt es, dass ich schon jetzt weiß, was alles auf Salifs nächster CD Thema sein wird.
(Ingrid Aouane)

Interview mit Salif Keita:

«Falls Gott nicht selbst vom Himmel steigt …»
Salif Keita, in Berlin auf Promotiontour für seine neue CD «Mbemba», hat’s eigentlich eilig, aber es kommt alles anders …
Danke, dass du mir noch ein Interview gewährst, obwohl du eigentlich schon auf dem Nachhauseweg sein müsstest - wie ich erfahren habe, soll dein 14. Kind heute zur Welt kommen. Was bedeutet die Geburt eines Kindes für dich? Salif (lacht): Ja, es wird ein Mädchen! Die Geburt eines Kindes ist die Geburt einer Liebe, denn dieses Kind, Frucht einer Liebe, wird wieder neue Liebe geben und empfangen. Wird eins von ihnen deinen Weg einschlagen? Das mag schon sein, aber nicht jetzt. Sie sollen erst einmal studieren, eine vernünftige Basis haben, wenn danach eins von ihnen Musiker werden will, habe ich nichts dagegen. «Meine Zukunft, das ist Moffu» hast du mir vor drei Jahren gesagt, als deine gleichnamige CD herauskam. Ist jetzt «Mbemba» deine Zukunft? Mbemba ist zwar von der Musik her etwas flotter als Moffu, mehr zum Tanzen, aber es ist dennoch eine Fortsetzung davon, auf den gleichen Grundlagen. Ich habe in Bamako einen Club gegründet, der den Namen Moffu trägt, dort ist jetzt das Zentrum allen Geschehens rund um meine Musik. Was bedeutet Mbemba, wovon sprichst du in deinen Liedern? Bis auf zwei handeln alle von der Liebe. In Mbemba geht es um meinen Vorfahren, Sundjata Keita, der eine afrikanische Demokratie begründet und aus Mali einen ruhigen Staat ohne ethnische Kriege gemacht hat. All diese Probleme sind seitdem, also seit dem 13. Jahrhundert, vorbei. Ein anderer Song, «Ladji», erzählt von einem «ancien combattant», also einem ehemaligen Soldaten, der an der Seite der Franzosen gekämpft hat und bis heute keine Rente bekommt. Er wurde einfach vergessen, zu einem Nichts degradiert, seine Frau und seine Kinder respektieren ihn nicht. Ein Schicksal, das er mit sehr vielen meiner Landsleute teilen muss.
Foto: Mai Lucas

Ich finde es schade, dass man auf deinen Covers nie die Texte findet. Ja, aber bisher habe ich meistens von der Liebe gesungen, und da dachte ich, nachher glauben die Menschen, ich hätte nichts anderes zu sagen. Auf der nächsten CD werde ich aber politischer, und dann kommen die Texte drauf, versprochen.

liebsten und warum? Ich bin froh - aus rein sozialen Gründen - dass Amadou und Mariam es geschafft haben. Bamakos Straßen sind voll von bettelnden Blinden, die aus ihrer Behinderung Kapital schlagen wollen. Sie alle können gut singen, versuchen aber nicht, sich in dieser Richtung weiter zu entwickeln. Amadou und Miriam haben gezeigt, dass es möglich ist, eine Behinderung zu

Es heißt, mit diesem neuen Album hättest du den Weg zurück in die Heimat eingeschlagen … Das stimmt so nicht. Seit 1991 versuche ich, meine Aktivitäten immer weiter nach Mali zu verlagern, ich arbeite mit den Griots, mit traditionellen Instrumenten, Elemente, die ich zu dem, was ich anderswo gelernt habe, hinzufüge. Ich war letztes Jahr in Djoliba, deinem Heimatdorf. Seltsam, nichts erinnert dort an dich. Hätte man dir nicht eine Staue errichten sollen? Echt? Danke, das finde ich super, dass du auf der Suche nach meinen Spuren warst! Also, wenn man mir eine Statue errichtet, dann sicher erst nach meinem Tod. Vielleicht baue ich mir auch selber eine. Jedenfalls tue ich sehr viel für dieses kleine, unbedeutende Dorf, ich habe Land gekauft und stelle es Bauern zur Verfügung und dergleichen.

überwinden und durch Arbeit Geld zu verdienen. Das bewundere ich. Das letzte Mal haben wir dich in Berlin 2002 auf einem Konzert gesehen. Wann kommst du wieder, mit Mbemba im Gepäck? Im Frühjahr 2006, aber wann genau, steht noch nicht fest. Was geht in dir vor, wenn du Landsleute von dir siehst, die mit allen Mitteln erfolglos versuchen, nach Europa zu gelangen? Das sind Gehetzte, Opfer der afrikanischen Staatsoberhäupter, die sich von Europa korrumpieren lassen. Sie sind die Schafe einer Herde, die afrikanischen Machthaber die Schäfer, aber die Besitzer der Schafe sind die Europäer.

Was sagst du zu den Ereignissen in Frankreich, der Wut der jugendlichen Immigranten? Ich versetze mich an ihre Stelle, versuche, nachzuempfinden, wie es Malis Musiker sind derzeit sehr ist, wenn man trotz guter Ausbildung keinen Job bekommt, weil in Mode. Wen magst du am

Kultur

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gen über entsprechende Verbindungen. Wir nicht. Dabei ist Südafrika im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern ein sehr reiches Land. Es werden sehr viele Werbefilme gedreht. Aber die meisten Crewmitglieder sind weiß, denn die privaten Filmschulen kosten eine Stange Geld. Ich erhielt zum Glück ein Stipendium. Unterscheiden Sie zwischen weißer und schwarzer Sichtweise? Ich sage nicht, Frauen müssen nur Filme über Frauen drehen oder Schwarze über Schwarze. Ein Film muss wahrhaftig und glaubhaft sein. Weiße Südafrikaner wissen zu wenig über die schwarze Bevölkerung, um unsere Geschichten zu erzählen. Die Beziehung zwischen Schwarz und Weiß entsprach der zwischen Herr und Diener. Also kann die Perspektive nicht gerecht sein. Weiße Liberale übernahmen die Funktion eines Sprachrohrs für die Schwarzen während der Apartheid. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir für uns selbst sprechen, unsere eigenen Filme drehen und sie zu den Menschen in den Townships bringen. Mag die schwarze Bevölkerung Filme wie «U-Carmen» oder «Drum»? Es geht erst einmal darum, ihr die Gelegenheit zu geben, diese Filme zu sehen. Soweto hat kein Kino. Die meisten Filme kursieren als DVD oder werden - wenn überhaupt - in Schulsälen und Kirchen vorgeführt oder mobil auf Pick-up-Trucks. Kino gibt es für elf Prozent der Bevölkerung, für die Weißen in den Shopping Malls, und das zu saftigen Preisen. Am Boxoffice dominieren US-Mainstream und Bollywood-Filme. Warum baut niemand ein Kino in den Townships? Nur Metro, unsere größte Verleihfirma, unternimmt Anstrengungen in diese Richtung. Aber das wird wohl noch eine Weile dauern.
(Interview: Magret Köhler - Entertainment Media Verlag)

Drum-Regisseur Zola Maseko im Gespräch:

«Filme müssen glaubhaft sein»
Der südafrikanische Film sammelt international Meriten. Darunter auch Zola Masekos «Drum», die Geschichte des Südafrikaners Henry Nxumalo (Taye Diggs), der als Sportreporter für DRUM, das wichtigste afrikanische Life-Style-Magazin der 50er Jahre arbeitet. Die Apartheid bringt ihn dazu, zunehmend politisch zu werden und sich in Lebensgefahr zu bringen. Zusammen mit dem deutschen Fotografen Jürgen Schadeberg (Gabriel Mann) recherchiert Henry brisante Themen, die das DRUM bald zum führenden Sprachrohr der Kritiker machen. Doch das Regime lässt sich nicht alles gefallen... Regisseur Zola Maseko ist der erste Südafrikaner, der einen Film zum Thema Partheid gedreht hat. Befindet sich der südafrikanische Film im Aufwind? ZOLA MASEKO: 2005 war er jedenfalls sehr erfolgreich. «Yesterday» erhielt eine OscarNominierung, «U-Carmen» den Goldenen Bären in Berlin und «Zola Maseko» den Hauptpreis beim Festival in Ouagadougou. Aber es dauert. Seit zehn Jahren beschäftige ich mich mit «Drum». Das fertige Skript lag Dampf in die Angelegenheit. Er brachte Chris Sievernich an Bord, und innerhalb von zwei Jahren stand die Realisierung. In Südafrika mangelt es an

Szene aus «Drum»

in der Schublade. Es fehlte an der Finanzierung, ich benötigte einen englischen Partner. Nach einem Treffen mit ProduEs wird doch sehr viel in Südzent Rudolf Wichman kam afrika gedreht. Produktionsfirmen aus den USA und Europa entdecken Kenia: Südafrika, sie profitieren von preiswerten und professionellen Teams und einer einzigartigen Landschaft. Natürlich ist es gut, wenn «Hotel Ruanda» in Südafrika gedreht wird, Nach jahrzehntelangem Streit aber langfristig hilft das nicht, um die Plünderei von Kunstobeine Infrastruktur aufzubauen. jekten während der britischen Unsere Leute kriegen für zwei Kolonialzeit hat das Britische Wochen einen Job, und das Museum in London rund 150 war’s dann. Wir müssen eine Ausstellungsstücke aus seiner eigene Industrie auf die Beine Ostafrikasammlung an das Nastellen. Drei bis vier Spielfilme tionalmuseum in Kenia zurückim Jahr reichen nicht. Unsere gegeben. Schauspieler arbeiten beim Sie sollen im Frühjahr 2006 in Fernsehen, im Theater oder sueiner Ausstellung erstmals in chen ihr Heil im Ausland. Afrika zu sehen sein, berichteOhne internationale Koprote die Zeitung «The IndepenGab Kunstschätze zurück: das British Mu- duktionen läuft nichts. dent». Skulpturen aus Holz, Foto: fetnat Silber- und Perlenschmuck so- seum in London Wie ist die Situation schwarzer wohl sie aus Kenia stammen», wie eine Auswahl von Masken Regisseure? sagte Kiprop Lagat vom Natiowerden erstmals dort ausgeDie kann ich an einer Hand nalmuseum von Kenia. Insgestellt, wo sie ursprünglich anabzählen. Weiße Filmemacher samt besitzt das Britische Mugefertigt wurden. besetzen unsere Themen. Sie seum 12 000 Kunstgegenstänhaben Zugang zu Finanzie«Es sind Objekte dabei, die ich de in seiner Ostafrikasammrungsnetzwerken und verfülung. (pa) nie zuvor gesehen habe, ob-

Produzenten für solche Projekte. Vielleicht bringen die aktuellen Erfolge einen Schub. Noch ist unsere Filmindustrie klein, aber sie wächst.

Britisches Museum gibt Kunstschätze zurück

Terminkalender

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Termine
Festivals
20.1.-5.2.: Kulturfestival Africa Alive,. Frankfurt a.M. 10.-19.2.: Black Movie, Genf CH mehr unter: http://www.afroport.de/em_veranstaltungen_festivals.php

Ausstellungen
22.1. - 26.3.: Adieu l’Excision! Auf Nimmerwiedersehen, Beschneidung! Frauen Museum Wiesbaden (Eröffnung am 22.1. 12 Uhr mit Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul 1.2. - 28.3.: Adieu l’Excision! Auf Nimmerwiedersehen, Beschneidung! EineWeltHaus, München 22.2. - 14.5. Schwarze Götter im Exil. Fotografien von Pierre Verger und Mario Cravo Neto, VKM München bis 29.1.: Zu den Ufern des Nil, München bis 29.1.: blickdicht. Fotografien, Stuttgart bis 12.2.: Die menschliche Kamera. Jürgen Schadeberg, Bochum bis 15.2.: Nigerian Mirror, Bayreuth bis 26.2.: Plakate in Afrika, Bayreuth bis 26.2.: Nach dem Krieg - Fotografien von John Liebenberg, Bayreuth bis 26.2.: Befreit und selbstbewusst - Brasiliens «Modernismo», Hamburg bis 26.2.: death of the curator. Installation von Emmanuel Eni, Leipzig bis 12.3.: Africa Screams. Das Böse in Kino, Kunst und Kult, Frankfurt bis 30.4.: Im Schatten des Kongo. Leo Frobenius, Frankfurt a.M. bis 23.7.: Haut und Hülle. Vom Schmücken und Kleiden, Dresden mehr unter: http://www.afroport.de/em_kunst_ausstellungen.php 24.1.: Abschlußkonzert Kulturfestival Africa Alive, Frankfurt 27.1.: Adjiri Odametey Trio, Thierstein mehr unter: http://www.afroport.de/em_veranstaltungen_konzerte.php

Vorträge
15.1.: Traditionelle Frauenkultur aus Südafrika, Stuttgart 16.1.: Ost- und Südafrika - der «kunstlose» Teil, Leipzig 22.1.: Adieu l’Excision! Ausstellungseröffnung mit Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul 26.1.: Buchvorstellung: «Deutsche Afrika-Schau», Hamburg 29.1.: Filmvorführung: Little Senegal, Berlin 21.2.: 10 Jahre Projektarbeit (I)NTACT, EineWeltHaus München mehr unter: http://www.afroport.de/em_veranstaltungen_vortraege.php

Workshops
15.1.: Mbalax – Sabartanztechnik, München 20.-22.1.: Afro, Afro Modern und Afro Contemporain mit Papson Sylla, München 22.-23.1.: AfroPop & Body Percussion mit Sylvia Mograbi, Regensburg 28.-29.1.: VHS in der Djembe-Schule München, IMPROVISATION UND SOLO 28.-29.1.: Afrikanischer Tanz mit Sylvia Mograbi, München 4.2.: EIN TAG FÜR BENIN: Tanzen & Trommeln mit K. Azas, EMH München 4.-5.2.: AFRO-Workshop mit Masterdrummer Francis Lartey-Quel, Pulling mehr unter: http://www.afroport.de/em_aktivitaeten_workshops.php

Konzerte
Bis 4.2.: AFRIKA! AFRIKA! Das magische Zirkusereignis, Frankfurt a.M. 21.1.: Cécile Verny Quartet, Offenburg

2006

Jux
Werbekampagne auf scharfen Zähnen sind und im Bedrohungsfalle aggressiv werCNN, in Form eines Sponsoring der Sen- den können. dung «Inside Africa». Auch ein weiterer Angriff ging letzten Endes glücklich aus: Kosten: Eine Million Dollar. Offensichtlich ist Uganda ein gutes Image bei den Amis wichtig, was man Deutschland denkt, scheint nicht von Bedeutung zu sein. Dabei kursieren hier gerade noch weitere imageschädigende Meldungen: Die ugandischen Frauen beklagen akute Steck deine Nase in nicht in meine AngeleSex-Müdigkeit ihrer Männer! Die gute Nachricht zuerst: genheiten! Frustrierte Frauen vom Stamm Uganda ist (doch kein) armes Foto: fetnat der Itesot in Uganda haben Land! Weshalb ich das hier an eine Beschwerdeaktion im Par- Zwei Rentner in Gabun, beide dieser Stelle betonen möchte, weit über 70, nahmen den Belament gestartet. griff «Wahlkampf» etwas zu wörtlich. Ein Anhänger des «Die Amtsinhabers Omar Bongo Männer schlafen entdeckte einen Befürworter des Kontrahenten Myboto, der acht Stunden dessen Flyer verteilte und - das war der Hick - dabei ein T-Shirt am Tag, den Rest mit dem Konterfei Bongos trug. Der Bongo-Anhänger verbringing wütend auf den Konkurgen sie mit Trin- renten los und beschimpfte ihn, er dürfe dieses T-Shirt ken und nicht tragen, da er ja für die lassen ihre Frauen links liehat folgende Vorgeschichte: Vor einigen Monaten hatte un- gen» , sagt Francis Epetait, Ab- Konkurrenz ins Feld zöge. Der geordneter der Region Teso im Beschuldigte konterte, diese Tsere Redaktion alle afrikaniShirts seien mit StaatsgelOsten des Landes. Schuld an schen Botschaften in der Bundern hergestellt worden, desrepublik angeschrieben mit der fehlenden Lust soll eine und er als (ehemaliger) der Bitte um Informationsma- örtliche Gin-Spezialität mit Steuerzahler dürfe sie also terial über ihr jeweiliges Land, dem Namen «Elorukende» sehr wohl tragen. Ein Wort sein. In der Region trägt sie für unser Archiv und zur Ungab das andere, und auch den Spitznamen terstützung einer eventuellen schließlich entstand Präsentation in unserem Maga- «Der die Hoden angreift». eine regelrechte SchläNun die weniger gute zin. Dieser Bitte kamen die gerei. Erst nach mehmeisten auch nach, viele sand- Nachricht (aber mit gureren Minuten gelang tem Ausgang): Angegriften umfangreiches Material, es Anhängern der jefen wurde auch am auch – allerdings erst nach weiligen Gruppen, die Strand von George, 400 langer Zeit - die Botschaft von beiden Alten auseinankm östlich von Kapstadt, Uganda. Leider war der Brief der und zur Räson zu Elsie van Tonder, eine nicht frankiert, was jedoch bringen. Sie spendierkein Versehen sondern Absicht Touristin, die einer Robbe ten beiden ein Bier, helfen wollte, ins Wasser war, denn auf dem Umschlag das die Kampfhähne prangte unübersehbar der Ver- zurück zu kehren (könsoweit beruhigte, dass nen die das nicht alleimerk: «Porto zahlt Empfänsie sich fortan nur ger». Besonders gut fürs Image ne??). Das Tier hatte von noch verbal andieser blödsinnigen Ugandas fanden wir das geragriffen. «Rettungsaktion» of- Gefährliches Gebräu de nicht – aber wir bezahlten Foto: Montage Für Angriffe andefensichtlich bald die die 1,95 Euro, im Rahmen der rer Art gibt es jetzt endlich Gleichbehandlung auch «ärme- Nase voll und biss der guten eine einleuchtende Erklärung: Frau ein Stück der ihrigen ab. rer» Länder. Dass Uganda jeDer französische Arbeitsminidoch durchaus in der Lage ist, Letzteres wurde aber schnell ster Gérard Larcher fand das Ei extrem hohe Beträge für seine wieder aufgefunden, und die Nase konnte jedoch durch eine des Kolumbus: die Polygamie. Promotion aufzubringen, erfuhren wir zu unserer Überra- umgehend veranlasste Operati- Die Tatsache, dass einige Einwanderer mehr als einen Eheon gerettet werden. Aufgrund schung gleich ein paar Tage partner hätten, sei eine der ihres niedlichen Aussehens später: Lt. einer AgenturmelHauptursachen für die Diskriwird oftmals nicht bedacht, dung lanciert Uganda eine minierung von Immidass Robben Jagdtiere mit sechsmonatige touristische

Nr. 01/2006 | Seite 30
granten aus Afrika auf dem Arbeitsmarkt, sagte. Polygamie führe dazu, dass Familien sich «anti-sozial» verhielten. Jugendliche hätten keine bestimmte Bezugsperson, keinen richtigen Vater, so die Argumentation Larchers. Das wiederum lasse Arbeitgeber daran zweifeln, dass die Jugendlichen für einen Job geeignet seien, bei dem es um

Reporter Satir’s Kolumne

Beide Kontrahenten auf einem T-Shirt vermeidet (Wahl-)Kämpfe Foto: fetnat

Autoritätsverhältnisse gehe. Genau: Wer keinen richtigen Vater hat, der ab und zu draufhaut, weiß nicht, was Autorität ist und kann dann auch später im Berufsleben nicht austeilen. Es ist doch nachzuvollziehen, dass «Mann» total verweichlicht, wenn er zwei oder drei Mütter gleichzeitig hat, die ihn, wie in polygamen Familien oft üblich, alle gleich lieb haben. Heinrich Heine, durch seine langen Frankreichaufenthalte selbst schon FastFranzose, sagte einmal: Was Prügel sind, weiß jeder; was Liebe ist, hat noch niemand herausgefunden. Eben, und deswegen haben solche Theorien wie die von Larcher Prügel verdient. Herzlichst Ihr

Satir

Zusammenarbeit / World Aids Day

Nr. 01/2006 | Seite 31
Tag, überall! HIV/AIDS gehört zum Alltag, nicht nur für jene, die mit dem Virus infiziert sind. Vielmehr ist die Auseinandersetzung mit der tödlichen Gefahr und die Aufklärung darüber, wie man sich schützen kann, auch und vor allem Aufgabe derjenigen, die nicht infiziert sind. Die Maxime des World Aids Day war daher «Each one teach one» und «Aufklärung bleibt die stärkste Waffe gegen Aids!» Aufklärung für alle von allen ist ein Motto, das weltweit gilt nicht nur in Afrika, dem Epizentrum der globalen AIDS-Epidemie. In Partnerschaft mit der European-Southern African Association of Trade and Industry e.V. (EUSA - Association) ruft die NASAWW Sie dazu auf, durch Ihre Spende Aufklärungsaktionen wie in De Doorns weiterhin möglich zu machen!
(RA’in Marlene Neusüss, Geschäftsführerin der EUSA-Association. Spendenkonto: 660 300 42 22, Berliner Sparkasse BLZ 100 500 00, Empfänger: EUSA e.V., Verwendungszweck: NASAWW Info: www.nasaww.co.za / eMail: nasaww@nasaww.co.za / info@eusa-association.de, tel.: +49 30 24083432).

Südafrika:

Aufklärung statt Ausgrenzung
«HIV-Infizierte dürfen nicht zu Außenseitern werden - Der Kampf gegen HIV/Aids ist eine der großen Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert und geht alle an», betonte Donovan Muller, Sprecher und Geschäftsführer der National South African Workers Welfare (NASAWW) anlässlich des World Aids Day in De Doorns in Worcester/Südafrika am 1. Dezember 2005. Über 700 Menschen waren von überall aus der Gegend gekommen, um an dem von der NASAWW und der Gemeinde Worcester organisierten Marsch durch das Städtchen mitten in den Winelands des Western Cape teilzunehmen. Gemeinsam mit der Bürgermeisterin des Breede Valley, Linda Sibeko, rief die NASAWW zum vereinten Kampf gegen HIV/AIDS auf. Gerade in ländlichen Gegenden fernab schneller und vielfältiger Kommunikationsmöglichkeiten ist eine aktive und gezielte Aufklärung besonders wichtig. Wie wichtig, weiß Linda Sibeko aus eigener schrecklicher Erfahrung. Als Mutter und Bürgermeisterin richtete sie sich in einer bewegenden Rede an ihre Gemeinde und sprach offen über ihre HIVinfizierte Tochter. «Menschen in allen Regionen der Welt müssen sich der Ansteckungsgefahr mit
NASAWW-Chairman Manfred Gums und Bürgermeisterin Sibeko

Infizierte und Erkrankte verdoppeln». Bewohner und Gäste von De Doorns begleiteten den Marsch enthusiastisch. Gemeinsam stimmten sie die Nationalhymne Südafrikas an. Lokale Tänzer, Schauspieler und der örtliche Kinderchor gaben Darbietungen, um gemeinsam auf das Thema HIV/AIDS aufmerksam zu machen. Trauriger Höhepunkt des Marsches war eine Schweigeminute für die Aidsopfer Afrikas. Veranstaltungen wie diese zeigen, dass offen und offiziell mit der schrecklichen Krankheit umgegangen werden muss – jeden

HIV und den Folgen der Krankheit für ihre Familien bewusst werden. Politiker und Behörden dürfen sich ihrer Verantwortung nicht entziehen, sondern müssen ihre Bemühungen um Aufklärung und ihre aktive Hilfe für

Fotos: François Roux

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