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Periodical volume

Full text: Africa-live.de - das Afrika-Portal Issue 2005,6

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Ausgabe 06/2005 (November/Dezember) • 3,- Euro

Chantal Biya, Kameruns First Lady – La Première Dame du Cameroun

Porträt:

Seite 22

Wirtschaft / Zusammenarbeit:
Europa & Südafrika: EUSA e.V. Seite 14

AFRICA live • POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Nigeria:
Paris Club offers debt relief – Pariser Club erlässt Teilschuld Seiten 18-19

Reise / Komoren:
Schildkrötenschutz fördert Ökotourismus Seite 28

Migration in Afrika:
Steinbrücke e.V.:
Berliner helfen Madagaskars Straßenkindern

Nicht jeder träumt von Europa
Seiten 5 - 7

Seite 30

Vorwort
Politik | Wirtschaft | Kultur

Nr. 06/2005 | Seite 2

Berichte aus:
Algerien Angola Gabun Ghana Kamerun Kenia Kongo Libyen Mali Mosambik Ruanda Sambia Senegal Südafrika Sudan u.a.m

Liebe Leserinnen und Leser,
vor Ihnen liegt die letzte Ausgabe von Africa live des Jahres 2005. Ein Jahr, in dem wir einige Veränderungen am Magazin vorgenommen haben, um es noch interessanter und vielseitiger zu gestalten. Da wäre zunächst einmal die Umstellung vom Zeitungsformat- und -papier auf die Magazinform, die wir ab der Ausgabe 2/2005 vorgenommen haben. Viele unter Ihnen haben uns mitgeteilt, dass sie diese Veränderung mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen haben. Auch die Grafik wird immer ansprechender, was daran liegt, dass wir die Bitten unseres Layouters erhört haben, der uns ständig in den Ohren lag, die Artikel kürzer zu halten, damit er in der Gestaltung mehr Spielraum habe und die Beiträge somit lesbarer seien. Wie man sieht, hatte er Recht. Ab Ausgabe Nr. 2 haben wir die Rubrik «Reise» weiter ausgebaut, aufgrund des großen Leserinteresses an Artikeln über Reisen nach und in Afrika, wobei wir uns regelmäßig bemühen, auch dem Anspruch nach Ausgefallenem gerecht zu werden, wie u.a. die Berichte über Ökotourismus, Radund LkW-Touren durch den Kontinent oder Reiseziele jenseits der ausgetretenen Pfade zeigen. Die vorliegende Ausgabe wiederum enthält ein ganz besonderes Novum: Da AFRICA live nicht nur an alle afrikanischen Botschaften in Deutschland sowie an deutsche Botschaften in Afrika, sondern auch an afrikanische Regierungen, Ministerien und sogar an Schulen verteilt wird, die es im Deutschunterricht verwenden, wurden zahlreich zwei Bitten an uns herangetragen: Erstens möchte man gerne afrikanische Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland bekannt machen, einen Blick hinter die Kulissen geben, wer wann wo wie arbeitet. Diesem Wunsch kommen wir in dieser Ausgabe erstmals nach und veröffentlichen ein Porträt aus Kamerun. Damit verbunden ist der Wunsch, diese und andere Artikel auch auf französisch oder englisch lesen zu können, ein Anliegen, was auch manche unserer afrikanischen LeserInnen aus Deutschland geäußert haben, dem wir hiermit stattgeben. Dies ist nur ein Anfang, natürlich wäre es wundervoll, wenn wir das gesamte Magazin dreisprachig gestalten könnten – aber … - damit kommen wir zum nächsten Punkt: Das Jahresende ist immer die Zeit, um eine finanzielle Bilanz zu ziehen. Diese ist leider immer noch nicht rosig, unser Magazin trägt sich weiterhin nicht durch den Verkauf und die Werbeeinnahmen. Aber wir geben nicht auf, wir kämpfen weiter für ein besseres, gerechteres Afrikabild und appellieren daher noch einmal an alle LeserInnen und potenzielle Inserenten: Unterstützen Sie uns bitte kontinuierlich durch Abos und Anzeigen, machen Sie AFRICA live in Ihrem Umkreis bekannt, damit das Magazin weiter lebt und sich weiter entwickeln kann! Herzlichen Dank für Ihr Interesse
Reise:

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Ausgabe 05/2005 (September/Oktober) • 3,- Euro

Ausgabe 03/2004 | 1,- Euro

Côte d’Ivoire:
Aktivurlaub in Afrika Seiten 13 bis 16

Algerien:
A uf den Spuren des Heiligen Augustinus Augustinus
Seiten 8-11

Mühsamer Weg zum Frieden oder Sackgasse?
Seiten 5 - 7

AFRICA live • POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Burundi:
Ein Rebell wird Präsident

Seite 8

Berlin:
Orient ganz nah Seite 17

Gabun:
Bongo meets Bush Seiten 6/7

Kenia/Berlin:
Petra-Kelly-Preis an Wangari Maathai Seite 21

Südafrika:
Interview mit Frederik De Klerk Seite 5

Senegal:
Rettungsaktion für Saloum-Delta Seite 20

Afrikanische Mode in Deutschland Seite 30

Foto: sipa press

Mode:

Politik | Wirtschaft | Kultur k t

Berichte zu:
Angola Botswana Burkina Faso Côte d’Ivoire Gabun Ghana Kamerun Kenia Kongo Mali Marokko Namibia Niger Sambia Senegal Simbabwe Somalia Südafrika Tansania Togo Tschad Tunesien Uganda

k t Politik | Wirtschaft | Kultur

Berichte zu:
Äquatorialguinea Benin Côte d’Ivoire e Gabun Kamerun Libyen Marokko Nigeria Ruanda Senegal Simbabwe Südafrika Sudan Tschad Tunesien Uganda u.a.

Ausgabe 06/2004 | 1,- Euro e 4 -

Ausgabe 04/2004 | 1,- Euro e 4 -

Afrikanische Afrikanis Union:
Große Pläne - kleines B udget Große kl eines udg
Seiten 8/9

SIAO Burkina Faso:

Design made in Africa
Seiten 7-9

Marokko:
Vorwürfe gegen Polisario Seite 11

Somalia:
Mehr Krieg als Frieden? Seite 12

Gabun:
Konferenz afrikanischer Politikerinnen Seite 4

Süd Afrika:
«Cape Classic» mit Daniel Müller-Schott u.a. Seite 27

Gabun:
Das unentdeckte grüne Herz Afrikas Seiten 20-23

Ruanda:
Kagamé in Berlin: «Niemand will Krieg» Seite 5

Uganda:
Letzte Amtszeit für Museveni? Seite 7

Kamerun/Tschad:
Staatschefs weihen Ölverladeterminal ein Seite 18

Impressum
Herausgeber und Verlagssitz: AFRICA Live Consulting Susanne Lassal Tieckstr. 16, D - 10115 Berlin Tel.: * 49 (0) 30 279 08 530 Fax: * 49 (0) 30 279 08 531 Email: pdg@africa-live.de Web: www.africa-live.de Chefredaktion: Ingrid Aouane (V.i.S.d.P.) Stv. Chefredakteur: Fritz Gleiß Ständige Mitarbeiter: Susanne Lassal (sl), Hanspeter Stauffer (hps), Hans-Joachim Weber (hjw), Jimmy Kenga (jk), Peter Agame (pa), Jean-Luc Mbaga (jlm), Theresa Endres (te) Übersetzungen: Christine Belakhdar Layout & Artdirektion: Karl-Yosef Aouane schaffenskraft.de werbeagentur Tel.: +49 (0)2227 – 90 72 60 www.wir-machen-zeitungen.de

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR

Ausgabe 02/2005 • 3,- Euro

NEU: Ab sofort in jeder Ausgabe: sofort jeder Ausgabe:
Deutsche Delegationen willkommen Seite 4

Gabun:

AFRICA live Travel – Special live avel peci
Seiten 13-20 Seiten 13-20

Simbabwe:
AFRICA live • POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR

Blockierte Demokratie Seite 7

Nigeria:

Verein will Image korrigieren Seite 9

Dem. Republik Kongo:
Einsame Alte Seite 11

POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Ausgabe 03-04/2005 (Juni, Juli, August) • 3,- Euro

Gabun/Berlin: Bongo Ondimba auf Staatsbesuch
Seiten 2 - 5

Gedruckt wird in Deutschland. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht in jedem Fall die Meinung der Herausgeber wider, nicht namentlich gekennzeichnete sind PR-Artikel oder Agenturmeldungen. Nicht gekennzeichnete Fotos sind Archivfotos von AFRICA Live. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Gewähr. Fotos: Ingrid Aouane (ia), Hanspeter Stauffer (hps), Objectif Continental (oc), Schaffens-kraft, Bilderbox, Stock Market, Stock Casse, Photocase (pc), fetnat, Hemera.

Südafrika:
Gemeinsam am Ball Seite 24

AFRICA live • POLITIK • WIRTSCHAFT • KULTUR • REISE

Benin:
Ende eines grausamen Rituals Seite 12

(Chefredaktion)
Algerien:
Tourismus als wichtiger Entwicklungsfaktor Seite 17/18

Ostafrika:
Christen und Muslime tun sich schwer Seite 10

Good News

Nr. 06/2005 | Seite 3

Südafrika:

Angola:

Erneute Ehrung für Topfotografen
Das Afrika-Büro der internationalen Fotoagentur European Pressphoto Agency (epa) ist beim wichtigsten Fotowettbewerb des Kontinents erneut Nick Bothma und Jon Hrusa. Ludbrook, der Leiter des Afrika-Büros, erhielt insgesamt acht Preise, darunter für Bilder von den Olympischen Spielen in Athen sowie von Ausschreitungen in einem Township am Rande von Johannesburg. Bereits im Vorjahr waren dem Team 12 Auszeichnungen zuerkannt worden. Bei dem für Fotografen aus dem Südlichen Afrika offenen Fujifilm-FotoWettbewerb bewarben sich mehrere hundert Fotografen. epa ist ein internationaler Fotodienst, der in Afrika seit Mai 2003 mit eigenen Fotografen präsent ist. Gleich im ersten Jahr wurde der diesjährige Preisträger Nick Bothma Fotograf des Jahres. (pa)

Wirtschaftswunder in Aussicht gestellt
Anlässlich einer Konferenz mit dem Thema «Die großen entwicklungspolitischen Herausforderungen Angolas» erklärte der Sekretär für Wirtschaftsund Sozialpolitik der angolanischen Regierungspartei MPLA, Manuel José Nunes Junior, kürzlich in der Hauptstadt Luanda, in allernächster Zukunft würde sich Angola zum ersten Wirtschaftswunder Afrikas entwickeln. Als Gründe für seinen Optimismus führte er an, dass das Wirtschafts- und soziale Wachstum in den vergangenen drei Jahren des Friedens im Land derartige Fortschritte gemacht habe, dass vorauszusehen sei, dass sich Angola zu einer Referenz für ganz Afrika entwickeln würde. Die reichen Rohstoffvorkommen, gepaart mit guter Geschäftsführung und Verwaltung seien die positiven Indikatoren für diese Vorhersage. Er betonte, dass die Entwicklung eines jeden
Einer der Reichtümer Angolas: Diamanten Foto: irin

An tollen Motiven mangelt es nicht … Foto: fetnat

ausgezeichnet worden. Bei einer Gala-Veranstaltung in Johannesburg (Südafrika) gingen am 22. September 13 der 29 Fujifilm-Preise in den Kategorien «Zeitgenössisches Feature», «Bestes Sportfoto» und «Bestes Nachrichtenfoto» an die epaFotografen Kim Ludbrook,

Landes von den politischen, geografischen und institutionellen Gegebenheiten abhängig sei. Um dieses Ziel voranzutreiben, müssten u.a. die Intellektuellen des Landes dabei unterstützt werden, ihre Ideen in die Praxis umzusetzen und Geschäftsleuten finanzielle Anreize zur Expansion geboten werden. (pa)

Medien:

Neuer Verband soll Medienentwicklung in Afrika voranbringen
Im Anschluss an drei Treffen in Conakry (Guinea), Bamako (Mali) und zuletzt vom 3. bis 7. Oktober in Douala/Kamerun, haben rund 60 Journalisten aus 23 afrikanischen Ländern die «Gesellschaft für die Entwicklung der Medien in Afrika» (SDMA) gegründet, die vor allem die Pressefreiheit auf dem Kontinent verteidigen soll. Jérémie Sigue, Direktor des burkinischen Presseunternehmens «Le Pays», der auf eine über 30-jährige Berufserfahrung zurückblicken kann, wurde als Vorsitzender der Gesellschaft gewählt, eine Position, die alle zwei Jahre neu besetzt werden wird.

Telekommunikation:

Afrika bekommt Satelliten
200 Experten aus 46 afrikanischen Ländern beschlossen im Oktober auf einer Konferenz der afrikanischen Regionalorganisation für Satellitenkommunikation (RASCOM) in Ouagadougou/Burkina Faso, im Jahre 2006 einen Satelliten bereit zu stellen. Die RASCOM wurde 1992 gegründet und hat ihren Sitz in Abidjan/Côte d’Ivoire.

Konferenzleiter Bello Bouba Maigari (Kamerun) erklärte, dass das Projekt schon recht weit fortgeschritten und der Bau des Satelliten fast beendet sei. Das Ziel der RASCOM-Mitgliedsländer sei, ihn noch vor Ende 2006 ins All zu stel«Die SDMA hängt jeDas Ziel der SDMA ist es, Der Leser soll ein Recht auf Wahrheit haben len. «Afrika ist die einzige Region der Welt, die Journalistengruppen in Foto: ia doch nicht vom ame- noch keinen hat», kritisierte er. rikanischen Außenfünf Regionen Afrikas Dieser Satellit, so RASCOM-Leiter Dr. Jones A. ministerium ab», erklärte Dan Whit(Nord-, Süd-, Ost-, West- und ZentralafriKillimbé, wäre eine Revolution auf dem Gebiet ka) einzusetzen, die durch Fortbildungs- man, Pressesprecher der US-Botschaft in der Telekommunikation in Afrika, ein enormer programme die bestehenden Medien auf Kamerun. Und mit der Rivalität zwiIntegrations- und Entwicklungsfaktor. Insbeschen Frankreich und den USA in Bezug einen qualitativ hochwertigeren Stand sondere die ländlichen Gebiete erhielten dabringen und gleichzeitig über die Einhal- auf den Irakkrieg hätte sie auch keinesdurch eine kostengünstige Infrastruktur. Die falls etwas zu tun, es könne allerdings tung der Pressefreiheit wachen sollen. verbesserte Kommunikation innerhalb der Diese neue Initiative wird vom amerika- sein, «dass Washington durch diese UnStädte eines Landes, direkte Verbindungen zwinischen Außenministerium unterstützt, terstützung sein Image aufpolieren schen den einzelnen Ländern, Austausch von möchte», räumte er ein. (pa) mittels der amerikanischen Botschafter Radio- und Fernsehprogrammen sind weitere vor Ort in den afrikanischen HauptZiele des Projekts, für das 361 Millionen Dollar städten. benötigt werden. (pa)

Gabun Infos

Nr. 06/2005 | Seite 4
sen». Der dritte Kandidat, Zacharie Myboto (UGDD), - die übrigen beiden anderen sind unbedeutend - ist ein Fall für sich: Über 20 Jahre lang war er ein enger Vertrauter Bongos, hatte diverse Ministerposten inne und sich nun aus persönlicher Enttäuschung gegen diesen gewandt und im April 2005 eine eigene Partei gegründet. Sein jahrelanges Mittragen des Regimes, das er nun in Grund und Boden verdammt, «tue ihm leid», versicherte er der Bevölkerung, «und er entschuldige sich dafür» - keine viel versprechende Basis für eine Wahl zum Präsidenten, denn

Gabun:

Fünf Anwärter auf einen Stuhl Opposition kündigt Zoff an
Von zunächst 14, dann 13, schrumpfte die Zahl der Kandidaten für das gabunische Präsidentenamt schließlich auf drei, die die nationale Wahlkommission akzeptierte. Zwei weitere legten Widerspruch ein und bekamen Recht, so dass letztendlich fünf Bewerber im Rennen liegen: Amtsinhaber Omar Bongo Ondimba (Parti démocratique gabonais, PDG), Pierre Mamboundou (Union du peuple gabonais, UPG), Zacharie Myboto (Union gabonaise pour le développement de la démocratie, UGDD), Augustin Moussavou King (Parti socialiste gabonais, PSG) und Christian Maroga (unabhängig). Bongo erläuterte am 12. Oktober in Libreville anlässlich der Vorstellung seines Wahlkampfteams die anstehenden Projekte für die nächsten sieben Jahre: «Wenn ich gewählt werde, werde ich mehrere Großprojekte realisieren, darunter die Häfen von Santa-Clara (nördlich der Hauptstadt Libreville) und Mayumba (im Süden), den neuen Flughafen von Libreville, die Eisenbahnlinie Boué-Bélinga (im Nordosten), die für den Eisenabbau wichtig ist, die Talsperre Poubara III (im Südosten), sowie den Straßenund Brückenbau im ganzen Land». Darüber hinaus will er einen Schwerpunkt legen auf den Bergbau: Eisen in Bélinga, Magnesium in Franceville, Okondja und Ndjolé, sowie Niobium in Lambarene. «Dadurch werden Tausende von Arbeitsplätzen entstehen», versprach er – bei nur 560.000 Wahlberechtigten immerhin ein beachtlicher Prozentsatz. drohten hatten, auf die Straßen zu gehen. Ein in Afrika beliebtes Vorgehen der Opposition: Ist man unzufrieden mit dem Resultat, wird die Regierungspartei sogleich der

Massenauflauf und -stau bei Bongos Wahlveranstaltungen Foto: ia

Zacharie Myboto: «Liebe Bevölkerung, sorry, es tut mir ja soooo leid …» Foto: UGDD

Bongo Ondimba - «Gott will ihn noch weitere sieben Jahre auf diesem Stuhl» Foto: GTV+

Ein weiterer Kandidat, der von der Nationalen Wahlkommission zugelassen worden war, sprang kurzfristig wieder ab: der Pastor Ernest Tomo. Auf einer Pressekonferenz erklärte er am 23. Oktober seinen Rückzug mit den Worten: «Ich hatte eine göttliche Vision. Gott sagte mir: «Ich habe Bongo erwählt, noch für weitere sieben Jahre die Geschicke des Landes zu leiten. Also richte dich nicht gegen den von mir Auserwählten». Im Anschluss daran rief er seine Anhänger auf, für den Amtsinhaber zu stimmen, damit «Gottes Wille erfüllt werde».

Wahlfälschung beschuldigt. «Wer es wagen wird, den Frieden unseres Landes in Frage zu stellen, wird zuallererst mich auf seinem Weg vorfinden», kündigte Bongo unter dem frenetischen Beifall seiner Anhänger am 12. Oktober an. Einige Tage zuvor hatte Pierre

so leicht kann man es sich einfach nicht machen. Myboto ruft zwar nicht zur Gewalt auf, ist aber der Ansicht, die «Regierung will uns, die Opposition, nur anschwärzen und in den Augen der Bevölkerung den Eindruck erwecken, wir handelten verantwortungslos». Die Präsidentschaftswahlen in Gabun werden am 27. November abgehalten. Das Militär und die Polizei wählen bereits am 25., damit sie am Wahltag uneingeschränkt für die Sicherheit der Wähler/innen zur Verfügung stehen.
(Ingrid Aouane)

Gewaltandrohungen verurteilt
Bongo verurteilte die Gewaltaufrufe von Teilen der Opposition, die für den Fall, dass das Wahlergebnis nicht ihren Vorstellungen entspräche, ange-

Verteidigungsminister Ali Bongo Ondimba, im Wahlkampfteam zuständig für die Koordination der Jugend Foto: ia

Mamboundou, der 1998 mit 16,5% das zweitbeste Ergebnis bei den Präsidentschaftswahlen erhielt, gedroht, «sich diesmal ein gefälschtes Ergebnis nicht gefallen zu las-

Titel

Nr. 06/2005 | Seite 5
Baguettebrot lebte. Eines Abends hatte ich kein Brot mehr, aber um eins zu kaufen, fehlten mir 3 Cent. Ich klopfte bei meinem Flurnachbarn, dem es finanziell ganz gut ging und bat ihn um diesen Betrag. Er schlug mir die Tür vor der Nase zu. Da erlebte ich zum ersten Mal im Leben, dass die innerafrikanische Solidarität nicht immer funktioniert, ich hatte angenommen, so etwas könne nur fern der Heimat, in Europa, geschehen».

In der Fremde und doch in der Heimat:

Ein afrikanisches Migrantenschicksal jenseits von Europa
Wenn der Kameruner Bernard Doungmo (42), Taxifahrer in Gabuns Hauptstadt Libreville, die Bilder der in Marokko gescheiterten Emigranten im Fernsehen sieht, überfallen ihn Trauer und Mitleid aber auch gleichzeitig Unverständnis. «Wieso», fragt er, «sparen diese armen Menschen Tausende von Euros, um sich auf den Weg in solch ein ungewisses Schicksal zu machen? Mit dem gleichen Betrag kann man sich in Afrika eine Existenz aufbauen, vielleicht nicht unbedingt in seinem Heimatland, aber doch auf dem Kontinent». Er weiß, wovon er spricht … 20 Februar 1982, ein Datum, das Bernard niemals vergessen wird. Er ist 19 Jahre alt und macht sich mit Hilfe eines Schleppers auf den Weg nach Gabun. Ein riesiges Land mit nur 1,2 Mio. Einwohnern, dort werden Arbeitskräfte gesucht, das weiß man in Kamerun, dessen eigener Markt schon gesättigt ist. Nach Europa will er nicht, er möchte in der Nähe der Heimat bleiben. 40.000 CFA (61 Euro) zahlt er dem Schlepper, der ihn und seine Kameraden zunächst auf eine allerdings sieht das schon wieder anders aus: «Als ich überall Müll und Schmutz sah, was es bei uns in Kamerun in dem Maße nicht gibt, war ich schnell ernüchtert. In der ersten Woche ging ich nur ab und zu kurz vor die Tür, mehr traute ich mich nicht, weil ich ja keine Papiere hatte, bis dann schließlich mein Onkel mich mitnahm in seine Werkstatt, wo ich lernte, Metall zu verarbeiten, zu löten usw. Hier arbeitete ich nun vier Monate lang, ohne Bezahlung, Onkel Paul rückte nicht einen Cent raus, und ich konnte mich nicht dagegen auflehnen, denn er war der Ältere, den ich zu respektieren hatte, auch wenn er mich ausbeutete». nen Augen. Ich mietete ein kleines Zimmer für 15.000 CFA (22 Euro) monatlich und war überglücklich. Der chinesische Polier war so begeistert von mir, dass er mir vorschlug, mich nach Beendigung der Arbeiten dort mit nach China zu nehmen. Hilfe, um Himmels Willen, nein! rief ich entrüstet. Es gab nämlich in Libreville einen chinesischen Studentenclub, in dem ich schon mal gewesen war, und da hatte mir einmal einer der Studenten gesagt: «Weißt du, bei uns gibt’s keine Schwarzen, wir sind alle Weiße. Wenn du da hinkommen würdest, würden die Leute schreiend davonlaufen, dich für einen Affen oder ein anderes gefährliches Tier halten!» Deshalb flößte mir dieses gut gemeinte Jobangebot große Angst ein». Nach zwei Jahren ist die Botschaft errichtet, und Bernard muss sich einen neuen Job suchen. Leider gibt es keine anderen Baustellen derzeit, so dass er Schwierigkeiten hat, etwas Neues zu finden. Endlich stellt ihn eine LKW-Werkstatt ein, aber diesen Arbeitsplatz hat er nur ein halbes Jahr inne. Die gabunische Regierung erlässt ein Gesetz, dass vorrangig nur noch Gabuner eingestellt werden dürfen, er wird entlassen und ist wieder arbeitslos. «Es war eine harte Zeit, in der ich monatelang über mehrere Tage von einem einzigen trockenen

«Der Fuß ist dein Geldgeber»
Dann passiert etwas, was sein ganzes weiteres Leben bestimmten wird: «Ein Bekannter von mir war Taxifahrer, und da es mir als Arbeitslosem oft langweilig war, nahm er mich mit auf seine Touren. Das machte Spaß, und eines Abends, als er mit der Tour fertig war, drückte er mir die Schlüssel seines Wagens in die Hand und sagte. «Los, mach, versuchs alleine»! Verwirrt und verängstigt setzte ich mich hinters Lenkrad, und siehe da, es klappte! Ich nahm innerhalb von ein paar Stunden 28.000 CFA (42 Euro) ein! Stolz überbrachte ich den Betrag meinem Kumpel, der ihn erfreut einsteckte, und von nun an fuhr er tagsüber, ich nachts – aber Lohn bekam ich nicht. Naiv, wie ich in den ersten Jahren in der Fremde war, fragte ich einen anderen Kollegen. Der lachte mich aus: «Der Fuß ist dein Geldgeber, weißt du das nicht»? Ich verstand immer noch nicht. «Na, du musst ordentlich aufs Gaspedal treten, viele Touren fahren und dann einen Teil des Geldes in deine eigene Tasche stecken, so läuft das» erklärte er mir. «Wenn dich der Wagenbesitzer

«China? Nein danke!»
Rückte keinen Cent raus: Onkel Paul

Insel bringt, wo es nur Militärs gibt, sonst niemanden. In zwei Tagen würden sie dort mit einem Schiff abgeholt, heißt es. Das Warten dauert eine Woche, nur Maniok und Wasser als Verpflegung, dann kommt das «Schiff», ein klappriges Holzboot mit weiteren Auswanderern. Drei Tage scheppern 45 Personen auf dem Wasser. Bernard, der vorher noch nie das Meer gesehen hat, hat fürchterliche Angst. Am dritten Tag abends gegen 20 Uhr kommen sie in Libreville an. Sein Onkel Paul, der dort schon lange Jahre lebt, holt ihn ab, und dann machen sie einen Stadtspaziergang durch Libreville. «Ich kam mir vor, als wäre ich in Paris oder Amerika, alles war hier so anders, so modern, als wäre es ein Land der Weißen», erzählt Bernard. Am nächsten Morgen

Ein Nachbar, der mitbekommen hat, dass Bernard fleißig

Mit Bernards Hilfe erbaut: die chinesische Botschaft in Libreville

und anspruchslos ist, erbarmt sich eines Tages seiner und schlägt ihm vor, sich bei der chinesischen Botschaft vorzustellen, die gerade im Bau befindlich ist. Dort suche man kräftige Männer. «Ich willigte ein, machte einen Einstellungstest und wurde angenommen. Wunderbar, das Leben konnte beginnen: Ich verdiente 60.000 CFA (91 Euro) im Monat, ein Vermögen in mei-

Titel
fragt, weshalb es plötzlich weniger Geld ist, dann sagst du, die Polizei hat mich angehalten, ich musste Schmiergeld bezahlen». Aha! Gesagt, getan. Das funktioniert ein halbes Jahr lang gut, wenn es auch nicht viel einzu benehmen. Fünf Jahre lang lebt Bernard in Gabun ohne Papiere, wird er kontrolliert, steckt er dem Polizisten ein paar Scheine zu, und die Sache ist erledigt. «Dann kam ich in Kontakt mit «Babadjou», einem nach einem Dorf in Westkamerun benannten Verein von Exilkamerunern, dem man gegen einen bestimmten Beitrag beitreten kann, wofür man die Garantie bekommt, im Todesfalle nach Hause transportiert zu werden, um in der Heimat begraben zu werden. Dieser Fonds wird «die Unglückskasse» genannt. Zusätzlich bietet der Verein eine Sparkasse an, in die man regelmäßig Beträge einzahlt, und braucht dann eines Tages eines der Mitglieder Geld, wird es ihm aus diesem Fonds zinslos geliehen. Das gefiel mir, ich machte mit, sparte auch noch zusätzlich und konnte mir so endlich eines Tages die Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung leisten. Dieser Verein hat mir und auch vielen anderen meiner Landsleute sehr geholfen, und wir treffen uns jeden Sonntag Vormittag, um uns auszutauschen, wie die Woche gelaufen ist, wer Probleme hat, Jobangebote werden weitergeleitet usw. Dieser Zusammenhalt ist für mich sehr wichtig, die Sonntagsversammlungen verpasse ich nie». Jetzt, wo er endlich einen geregelten Status hat, kann er daran denken, sich selbständig zu machen, ein eigenes Taxi zu kaufen, mit einem Kredit von Babadjou. Da der Verein aber immer einige Wochen vorher Bescheid wissen muss über die beabsichtigte Kreditaufnahme, widmet Bernard sich inzwischen einem anderen Lebensziel: Er möchte eine Familie gründen.

Nr. 06/2005 | Seite 6

Bernard mit seinen Vereinskameraden

Das erste eigene Taxi

bringt, weil Bernard sich nicht traut, größere Beträge zu entnehmen. Eines Tages spricht ihn ein anderer Taxibesitzer an und schlägt ihm vor, ihm seinen Wagen zur Verfügung zustellen, für ein monatliches Gehalt von 70.000 CFA (106 Euro). «Ich sollte täglich 18.000 CFA (27 Euro) abliefern, was darüber sei, könne ich zusätzlich zur Monatspauschale behalten. Paradiesische Zustände für mich. Ich fuhr von montags bis freitags täglich 11 Stunden Taxi und hatte ein gutes Auskommen, konnte Geld beiseite legen und meine Familie in Kamerun unterstützen. Endlich hatte ich erreicht, was ich wollte – bis auf eins: Papiere hatte ich immer noch keine».

als ich ankam, fand ich eine große Riege heiratswilliger Damen vor. Das war gar nicht so einfach, denn schließlich kannte ich die Kandidatinnen ja alle nicht, und für langes Kennenlernen blieb ja keine Zeit. Aber eine fiel mir gleich ins Auge, und nachdem wir uns etwas näher gekommen waren, war ich überzeugt, diese sei die Richtige und stellte sie zunächst meinem Vater vor. Und da geschah Unfassbares: Mein Vater war von den Reizen dieses Mädchens ebenso entzückt wie ich und weigerte sich, unserer Hochzeit zuzustimmen: Er wollte sie selbst als Zweitfrau für sich! Diese Situation war völlig grotesk, denn es war mir klar, dass er da die Rechnung ohne den Wirt gemacht hatte, denn meine resolute Mutter würde ihm was husten – und so geschah es denn auch. Aber ich war die ganze Sache leid und fuhr zurück nach Gabun, mit der Absicht, in ein paar Monaten erneut herzukommen».

Beim zweiten Mal läuft alles genauso, aber innerhalb der Kandidatinnenriege sagt Bernard keine auf Anhieb zu. «Eines Tages sah ich kurz im Schneideratelier meiner Nichte ein hübsches Mädchen, und von da an verbrachte ich meine Tage in der Werkstatt und wartete, bis sie wieder kam. Und in der Tat: Sie erschien dort erneut, machte mir schöne Augen, und die Liebesgeschichte nahm ihren Anfang. Bald wurden Bibiane und ich uns einig, was die Hochzeit anging. Wieder die gleiche Zeremonie: Vorstellung bei meinem Vater. «Die ist hässlich, zu klein und zu breit gebaut», mäkelte er herum, «wenn die Kinder bekommt, wird sie total aufgehen wie ein Hefekuchen, nimm bloß nicht die! Oh nein, fing er etwa schon wieder an? Diesmal blieb ich hart: «Mir ist es egal, wie sie eventuell später einmal aussehen wird, ich mag sie, und dabei bleibts. Ich weiß, sie hat ein paar Pickel im Gesicht, aber die stören mich nicht.

«Unglückskasse»
Eine Aufenthaltsgenehmigung kostet für Kameruner 560.000 CFA (854 Euro), und alle zwei Jahre muss sie erneuert werden, was jedes Mal 100.000 (152 Euro) kostet. Diese hohen Beträge rechtfertigt man dadurch, dass im Falle des Fehlverhaltens des Ausländers die Kosten für die Ausweisung gedeckt seien. «Ausweisungsrechte» heißt das in der Verwaltungssprache. Von Europäern verlangt man übrigens viel weniger – offensichtlich traut man dieser Bevölkerungsgruppe weniger zu, sich daneben

«Den Hund mit seinen Flöhen lieben»
Das bedeutet: auf nach Kamerun! «Meine Eltern, die mir sowieso schon lange in den Ohren lagen, ich sollte doch nun bitte endlich heiraten, machten meinen Heiratswunsch in der Umgebung bekannt, und

Titel
Heißt es nicht in einem Sprichwort: Man muss den Hund mit seinen Flöhen lieben? Wenn du der Heirat nicht zustimmst, gehe ich zurück und heirate eine Gabunerin» Diese Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht, wir bekamen den Weg nach Gabun machen können. «Wieder ein strapaziöses Abenteuer, denn meine Frau hatte kein Einreisevisum, was ihr die Botschaft verweigert hatte, obwohl ich reguläre Papiere hatte. Nach einer langen Strecke mit Überlandtaxis ne sich zwei Tage lang auf der Ladefläche unter einem Berg Maniok verstecken musste. Eine anstrengende Reise, gewiss, aber zu keinem Zeitpunkt war unser Leben in Gefahr, so wie im Falle der Immigranten, die versuchen, mit allen Mitteln nach Europa zu gelangen».

Nr. 06/2005 | Seite 7
gien oder der Schweiz an, und stets erntete ich Unverständnis, wenn ich mit dem Argument ablehnte, Europa reize mich absolut nicht, hier in Afrika hätte ich mir mein Leben aufgebaut, und es ginge mir gut. Ich möchte nicht so enden wie manche Bekannte, die jetzt heimatlos dort herumhängen, keine Freunde, keinen sozialen Zusammenhalt haben und oft noch nicht einmal das Geld für ein Rückflugticket in die Heimat. Manchmal leben zwei Familien mit ihren Kindern in einem einzigen Zimmer, Toilette und

«Und immer wieder lockt Europa … mich nicht»
Mit seinem neuen, eigenen Taxi hat Bernard nun einen festen Standplatz am Hotel In-

Familienglück

seinen Segen, verteilten erste Mitgiftsgaben an die gesamte Verwandtschaft beiderseits und heirateten.» Aber mitnehmen darf der junge Ehemann seine frisch Angetraute nicht: Die Mitgiftsbeiträge waren noch nicht alle erfüllt, es dauert ein Jahr, bis er alles zusammen hat, zurück nach Kamerun fahren und die beiden sich anschließend auf

kamen wir an der Grenze an und hatten Glück: Es war Samstag, Markttag, die Grenzbeamten hatten sich auf dem Markt alle betrunken und anschließend wegen eines starken Gewitters ihre Posten verlassen, um woanders Schutz zu suchen. Wir kamen durch. Durch Zufall begegnete uns hinter der Grenze ein Bekannter mit seinem LkW, wir erklärten ihm kurz unsere Lage, er nahm uns mit, wobei Bibia-

tercontinental, was eine sehr angenehme Arbeit ist. Hier gibt es fast ausschließlich ausländische Geschäftsleute, die das Taxi für einen ganzen oder mehrere Tage anheuern und die regelmäßig wiederkommen, so dass er bald einen festen Kundenstamm hat. «Ich hatte ein gutes Einkommen, konnte ein Haus mieten, wir bekamen drei hübsche Töchter, ich konnte mir ab und zu abends einen Cafébesuch mit Freunden leisten, meinen Kindern die Privatschule bezahlen, kurz: wir waren glücklich und zufrieden. Das allerdings verwunderte meine Auftraggeber oftmals sehr: Immer wieder bot man mir Jobs als Privatchauffeur in Frankreich, Bel… und abends mit Freunden ins Café

Bernards ganzer Stolz: der neue Minibus

Küche sind in einem Raum, Ratten, Mäuse und Kakerlaken laufen darin herum – das habe ich noch kürzlich in einer Reportage gesehen. Niemals möchte ich so leben!» Selbst als eines Tages sein Auto den Geist aufgibt und er wieder arbeitslos dasteht, ist dies für ihn keine Alternative. Bibiane springt ein, handelt in ihrem Viertel mit Obst und Gemüse, bis ihr Mann wieder so weit ist, dass er genug Eigenkapital für ein neues Fahrzeug zusammenhat und noch einmal, mit Unterstützung des Vereins, ein Darlehen aufnehmen und in Deutschland einen Minibus erstehen kann, auf den Bernard sehr stolz ist und den er nun als Sammeltaxi nutzt. «Nach Europa fliege ich bestimmt irgendwann einmal, wenn ich es mir leisten kann, aber als Tourist, mit dem Rückflugticket in der Tasche», lacht das Stehaufmännchen und steigt in seinen Minibus.
(Ingrid Aouane, Text und Fotos)

Politik und Gesellschaft

Nr. 06/2005 | Seite 8

UN-Entwicklungsbericht:

Afrika immer noch Schlusslicht
Der alljährlich veröffentlichte UN-Entwicklungsbericht ergibt auch 2005 wieder ein schlechtes Bild: Subsahara-Afrika hat weltweit den geringsten Fortschritt aufzuweisen, und das, obwohl manche Länder durchaus vorwärts gekommen sind Ein Großteil afrikanischer Länder findet sich auf den letzten Plätzen des im September den Staats- und Regierungschefs vorgestellten Berichts wieder. Der vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP herausgegebene Bericht basiert auf Faktoren wie Gesundheit, Erziehung, Lebenserwartung, Alphabetisierungsprozentsatz der Erwachsenen, Bruttoinlandsprodukt u.a. und wird in drei Index-Kategorien (HDI) aufgeteilt, wobei die Plätze 142 bis 177 als «Länder mit niedriger menschlicher Entwicklung» eingestuft werden.

Ghana, Algerien und Komoren vorn
Rund 30 Länder aus Subsahara-Afrika finden sich dort wieder, obwohl einige von ihnen durchaus Fortschritte erzielt haben. Ghana, Algerien und die Komoren liegen dabei vorn, sie sind in diesem Jahr um sieben, fünf bzw. vier Plätze aufgestiegen. Die Seychellen, Swasiland und Kamerun dagegen haben die geringsten Punkte erzielt, wobei die Seychellen, die 16 Plätze abstiegen, dennoch die Liste der afrikanischen Staaten anführen. Sie landeten auf dem 35. Platz und sind als einziges afrikanisches Land in der Gruppe «Länder mit hoher menschlicher Entwicklung» vertreten. Im Vergleich zum Vorjahr stellt der Bericht eine Stagnati-

gieren weiterhin ganz unten. Niger, letztes Jahr vorletzter, tauschte seinen Platz mit Sierra Leone und ist nun auf den alleruntersten Platz gelandet, was vehemente Proteste der nigrischen Regierung hervorrief. Es handele sich bei den ausgewerteten Daten um uralte Angaben, ließ der Vertreter Nigers beim UNDP verlauten. Der Bericht stütze sich als einziger Quelle auf Volkszählungsdaten aus dem Jahre 2001, und da diese in Kürze aktualisiert Schulbildung für alle: elementarer Schritt würden, könne man sich nicht zur menschlichen Entwicklung Foto: Tony Ogungbemi auf solche veralteten Daten berufen, hieß es. on der afrikanischen Länder fest. Länder wie Burkina Faso, Sierra Leone und Niger haben sich kaum entwickelt und ran-

Platzierungen der afrikanischen Länder
Land Ägypten Algerien Äthiopien Benin Botswana Burkina Faso Burundi Côte d’Ivoire Dem. Rep. Kongo Djibuti Eritrea Gabun Gambia Ghana Kamerun Kap-Verde Kenia Komoren Lesotho Madagaskar Mali Marokko Mauretanien Mauritius Niger Nigeria Republik Kongo Ruanda Sambia Sao Tomé & Principe Senegal Seychellen Sierra Leone Simbabwe Südafrika Sudan Swasiland Tansania Togo Tschad Tunesien Uganda Zentralafrik. Rep. Platz 2005 119 103 170 162 131 175 169 163 167 150 161 123 155 138 148 105 154 132 149 146 174 124 152 65 177 158 142 159 166 126 157 51 176 145 120 141 147 164 143 173 89 144 171 Fortschritt +1 +5 0 -1 -3 0 +4 0 +1 +4 -5 -1 0 +7 -7 0 -6 +4 -4 +4 0 +1 0 -1 -1 -7 +2 0 -2 -3 0 -16 +1 +2 +1 -2 -10 -2 0 -6 +3 +2 -2 Platz 2004 120 108 170 161 128 175 173 163 168 154 156 122 155 131 141 105 148 136 145 150 174 125 152 64 176 151 144 159 164 123 157 35 177 147 119 139 137 162 143 167 92 146 169

Angelina Jolie:

Großfamilie geplant
Hollywoodstar Angelina Jolie (30) will ihre Adoptivfamilie noch weiter ausbauen. Nach Maddox (4) und Zahara (neun Monate) wolle sie noch mehr Kinder adoptieren, sagte die Schauspielerin der US-Zeitschrift «People». Sie schätzte es als etwas «sehr Besonderes», durch die Welt zu reisen und sich eine Familie zu suchen. Sohn Maddox stammt aus Kambodscha. Töchterchen Zahara hatte Jolie im Frühjahr in einem äthiopischen Waisenhaus kennen gelernt. Das Kind litt an Unterernährung, nicht aber an Aids, wie von der Boulevardpresse erst spekuliert wurde. Vor wenigen Tagen hatte Jolie bekannt gegeben, dass sie gemeinsam mit einer Ärztestiftung ein Aids-Zentrum für Kinder in Äthiopien einrichten möchte. Ganz problemlos ist die Sache allerdings nicht: Die Adoption der neun Monate alten Zahara wurde gerade erst von einem äthiopischen Gericht für legal erklärt. Briti-

Angelina Jolie: Äthiopisches Gericht legalisierte Adoption Foto: fetnat

(pa)

Quelle: UN

sche Boulevardblätter hatten kurz nach dem Bekanntwerden der Adoption die junge Mutter des angeblich verwaisten Kindes ausfindig gemacht. Die hatte sich zwar dankbar gegenüber der wohlhabenden US-Amerikanerin gezeigt, dennoch fürchtete Jolie um ihr Sorgerecht. Richter Dadnachew Tesfaye erklärte nach US-Medienberichten nun aber, dass die dem Gericht damals vorliegenden Dokumente ausreichend gewesen seien.

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Nr. 06/2005 | Seite 9

Algerien:

Christentum in der Kabylei auf dem Vormarsch
In Tizi Ouzou, der algerischen Provinz mit dem größten Berberanteil, gibt es mittlerweile in jeder Familie mindestens ein junges Mitglied, das zum Christentum übergetreten ist. Nicht immer aus Überzeugung, viele sind auch Opfer von Sekten, die die Notlage der Bevölkerung und/oder deren Identitätskrise schamlos ausnutzen. In den östlich von Algier gelegenen Dörfern Béni Douala, Laârba N’th Irathène, Iboudrarène, Boghni und Mikla zum Beispiel sind Hunderte Jugendlicher Anhänger des Christentums geworden. «Durch meine Eltern war ich Moslem, aber heute bin ich Christ aus Überzeugung. Eine Entscheidung, die ich nach reiflicher Die Soziologin und Universitätsprofessorin Nadia Kallali ist der Meinung, dass vieles mit einer Identitätskrise zusammenhinge: «Die Ereignisse, die die algerische Gesellschaft erschüttert haben, in Verbindung mit einer tiefen Wirtschaftskrise, sind nicht ohne Auswirkungen geblieben auf das soziale Leben und die Psyche der jungen Leute. Manche haben ihre soziokulturelle Orientierung verloren. Andere identifizieren sich nicht mehr mit dem Islam, und da der Mensch nicht leben kann, ohne an etwas zu glauben, flüchten sie sich in eine andere Religion». doch die «neuen» Kirchen, wie die Pfingstkirche, die den Übertrittsboom ausgelöst haben. Für manche von ihnen sind diese Konvertierungen gar das Hauptziel, wie z.B. im Falle des «Mena» (Ministère évangélique parmi les nations arabes – Evangelisches Ministerium in den arabischen Staaten). Auf ihrer Webseite macht diese britische Bewegung keinen Hehl aus ihren Absichten: «Den Moslems der arabischen Welt muss die gute Nachricht einen neuen Retters der arabischen Welt angekündigt werden», heißt es da, und weiter: «Die Moslems sind überall aufzuspüren, und bestehende Kir-

Auf der Suche nach einer verlorenen Religion
Die Erklärungen für diese Übertritte sind ebenso zahlreich wie unterschiedlich. Die alten Leute von Boghni meinen, dass die Jugendlichen mit der algerischen Gesellschaft brechen möchten. «Manche sa-

Überlegung getroffen habe. Ich habe die Bibel gelesen, und sie hat mir zugesagt», sagt M’hand, ein junger Arbeitsloser. Seine Umgebung habe sich nach dem ersten Schock damit abgefunden, erklärt er, in ihrem Verhältnis habe sich nichts verändert. Slimane aus Boghni, 23 Jahre und Informatikstudent, begründet seinen Übertritt folgendermaßen: «Der Islam gab mir keine logischen Antworten auf meine Fragen. Diese Religion passt nicht zu mir. Durch einen Freund bin ich zum Christentum gekommen». Ammar, 35-jähriger Landwirt, rechtfertigt seinen Schritt durch die Unfähigkeit der Imams, die spirituellen Erwartungen junger Leute zu erfüllen. «Sie sind völlig hinter dem Mond. Anstatt Fragen anzuschneiden, die die Jugend von heute bedrücken, reden sie über Ereignisse, die Jahrhunderte zurückliegen. Sie sind schlechte Vertreter des Islams».

Moschee in Algier Foto: ia

gen zwar, sie seien aus Überzeugung Christen geworden, aber viele tun es auch aus Berechnung oder weil sie beeinflusst wurden. Aber sie werden schon bald in den Schoß des Islam zurückkehren», gibt sich der Vorsitzende des Ältestenrates zuversichtlich. «Beeinflussung» – das Stichwort ist gefallen. Abdellah Tamine, Pressesprecher des Religionsministeriums, spricht von einer «Evangelisierungskampagne». «Während der Zeit des Terrorismus haben die Algerier verlernt, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Diese Art geistiger Verwirrtheit nutzen die Evangelisten aus, um den Islam anzuschwärzen. Darüber hinaus profitieren sie von der wirtschaftlichen Misere, geben den Menschen Geld oder tragen die Kosten für medizinische Behandlungen. Manche versprechen sich gar ein Visum für Europa».

Basilika In Annaba (Ostalgerien) Foto: ia

Es gibt Kirchen und Kirchen
Laut Angaben der Uno gab es im Jahre 2002 ca. 10 000 Katholiken in Algerien, und zwischen 2000 und 5000 Protestanten. Viele Christen findet man in der Kabylei, weil der Gründer der «Weißen Väter» diese Region aufgrund der christlichen Wurzeln der Berber als wichtigstes Missionierungsgebiet in Algerien auserwählt hatte. Neben der regulären katholischen und protestantischen Kirche sind es jechen sind zu unterstützen und neue einzurichten». Mit arabischsprachigen Radiosendungen, Kassetten und Flugblättern missionieren sie die arabische Welt, nicht nur in Algerien. Hier scheint die Saat der Evangelisten allerdings auf fruchtbarsten Broden zu fallen: Die protestantische französische Monatszeitung «Mission» spricht von allein 1000 Übertritten jährlich in Algerien. (Malika Belgacem)

Politik und Gesellschaft

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Prince Mangosuthu Buthelezi im Gespräch mit Chairman Manfred Gums

Mit gezielten Aktionen und geschultem Personal klärt die Organisation über die Gefahren und Risiken von HIV/Aids auf

M. Buthelezi spricht im Rotary Club Kapstadt über die Arbeit der Nasaww und die Notwendigkeit der engeren Zusammenarbeit der EU und der Afrikanischen Union. (Redebeitrag abrufbar unter: www.eusachamber.de oder www.nasaww.co.za)

Unterstützenswerte Initiative in Südafrika:

Borderline against HIV/AIDS in the Transport Sector
Die National South African Workers Welfare (NASAAW), eine 2002 gegründete Non-Profit-Organisation, hat sich die Aufklärung über HIV/AIDS und die Weiterbildung südafrikanischer Arbeiter auf die Fahnen geschrieben. Armut, Ungleichheit sowie Mangel an Betreuung und Aufklärung sind trotz des Erstarkens Südafrikas zu der bedeutendsten Wirtschaftsmacht im südlichen Afrika ein schrecklicher und ständiger Teil des Alltags des Landes. Zahlreiche empirische Untersuchungen belegen, dass sich besonders wirtschaftliche und sozial benachteiligte Personen von der Regierung ignoriert und mangelhaft betreut fühlen - eine Tatsache, die eine Interessenvertretung dieser Menschen durch privatrechtliche Organisationen wie die NASAWW unerlässlich macht: Als schwächstes Glied der Gesellschaft sind es vor allem die einfachen Arbeiter, die durch ihre körperliche Schwäche oder Stärke und den Grad ihrer Ausbildung maßgeblich zum dauerhaften Wohlstand einer Gesellschaft, eines Landes und letztendlich der Welt beitragen. Ihre Ausbildung, Bedürfnisse und körperliches Wohlergehen können und dürfen daher nicht ignoriert werden. Das jüngste Projekt der NASAWW «Borderline against HIV/Aids in the Transport Sector» wendet sich speziell an Arbeiter des Transport Sektors und ihre Angehörigen. In Zusammenarbeit mit der South African Transport and Allied Workers Union (SATAWU) und der Belgian Liberal Trade Union (ACLVB) werden Workshops und Schulungen speziell für Berufsgruppe der Fernfahrer durchgeführt, die wie keine andere Berufsgruppe der Ansteckungsgefahr mit HIV/AIDS ausgesetzt ist. Um Güter von einem Ende des Landes in die andere zu transportieren, verbringen die fast ausschließlich männlichen, schwarzen Trucker viele Stunden auf den endlos erscheinenden südafrikanischen Nationalstraßen. Die meisten sind zwischen 27- 58 Jahre alt, über 70% von ihnen verheiratet. Während sie oft viele Tage und Wochen auf den Straßen Südafrikas unterwegs sind, kommt es nicht selten vor, dass manche der Fernfahrer ungeschützten Sexualkontakt mit Prostituierten haben. Viele Prostituierte, die an den Strecken der Trucker arbeiten, sind in einer ökonomisch verzweifelten Lage und bestehen daher nicht auf Safer Sex. Eine große Zahl der Trucker stecken sich bei ihnen mit dem tödlichen Virus an. Wieder zuhause übertragen sie den Virus auf ihre Frauen und Freundinnen, diese ihn auf ihre Kinder. Doch auch die Angehörigen der Fernfahrer tragen ein hohes Ansteckungsrisiko. Armut und die Abwesenheit eines Partners, der für sie, ihre Kinder und Familie sorgt, verleitet viele zurückgebliebene Ehefrauen zu ungeschütztem Sex mit Fremden. Die Aufklärungsarbeit der NASAWW setzt daher sowohl bei den Fernfahrern als auch bei ihren Familien unabhängig von einander ein. Nur so kann das erklärte Ziel, die Arbeiter und ihre Angehörigen im Transportwesen vor HIV/AIDS nachhaltig zu schützen, erreicht werden. Mit gezielten Aktionen und geschultem Personal klärt die Organisation über die Gefahren und Risiken von HIV/Aids auf, propagiert Safer Sex, versucht diesbezügliche Vorurteile abzubauen und hilft denjenigen, die bereits erkrankt sind. Die gemeinnützige und unpolitische Organisation steht unter der Schirmherrschaft von Prince Mangosuthu Buthelezi, dem Traditional Prime Minister der ZULU Nation, Chairperson of the House of Traditional Leaders (KwaZulu-Natal) sowie südafrikanischer Innenminister von 1994 – 2004. Offizieller Partner ist darüber hinaus die European Southern Chamber of Trade and Industry e.V. (EUSA-Chamber). Durch gezielte Spenden können Sie helfen, den Teufelskreis der Ansteckung mit HIV/AIDS zu unterbrechen. Unterstützen Sie die Arbeit der NASAWW mit Ihrer Spende!
(Manfred Gums) Spendenkonto: 660 300 42 22 Berliner Sparkasse BLZ 100 500 00, Empfänger: European- Southern African Chamber of Trade and Industry Mehr Informationen bekommen Sie unter www.nasaww.co.za oder wenden Sie sich direkt an den deutschsprachigen Chairman Mr. Manfred Gums per eMail nasaww@nasaww.co.za oder telefonisch unter +27 21 4225093. Die Geschäftsführung der EUSA- Chamber erreichen Sie unter info@eusa-chamber.de oder telefonisch unter +49 30 24083432.

Politik und Gesellschaft

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Wahlen. Seither war jedoch nicht viel passiert. Menschenrechtsorganisationen hatten die Regierung immer wieder kritisiert. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind staatliche Übergriffe, willkürliche Verhaftungen und Folter in Guinea an der Tagesordnung. Diaraya Bah, Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation ‘Aide et Action’, hofft nun, dass die künftigen Betreiber von Radio- und Fernsehstationen auch tatsächlich vom Staat in Ruhe gelassen werden. «Die Liberalisierung darf keinerlei Zwang unterliegen. Die Guineer haben ein Recht darauf, gut informiert zu werden», betonte er. Ein realer Zwang, dem auch die Presse des Landes unterliegt, ist allerdings das fehlende Geld. Es gibt nur einige wenige unabhängige Zeitschriften. Und die Subventionen in Höhe von rund 100.000 Euro, die der Staat jedes Jahr an die vom CNC registrierten Presseorgane zahlt, hatten bisher eher negative Auswirkungen. «Viele Redaktionen sind zusammengebrochen, weil die Journalisten abwanderten, um mit dem Geld eine eigene Zeitung aufzumachen. Sie gründen Zeitungen, die nur kurze Zeit überleben, nur um an die staatlichen Gelder heranzukommen», kritisiert Azooka Bah, Journalist des Satiremagazins ‘Le Lynx’. So ist bisher auch noch kein einziger Privatsender aufgrund des neuen Gesetzes zugelassen worden. Man begnügt sich derweil mit der theoretischen Möglichkeit.
(Saliou Samb – ips)

Guinea:

Privatsender erlaubt Regierung liberalisiert Rundfunkgesetze
Nach 47 Jahren Staatsmonopol hat die Regierung Guineas auf internationalen Druck die Rundfunkgesetze gelockert. Zum ersten Mal sind private Radio- und Fernsehsender erlaubt. Trotz einiger Einschränkungen und der Kontrolle der Programme durch den Staat sehen Experten den Beginn einer neuen Ära der Informationspolitik. Für die Bewohner des westafrikanischen Staates sind unabhängige Medien ein Fremdwort. Neben dem staatlichen Fernsehen und Radio gibt es nur wenige Zeitungen und Zeitschriften, und die beschränken sich weitgehend auf die Hauptstadt Conakry. Die Analphabetenrate von rund 60 Prozent ist ein weiteres Hindernis bei der Informationsbeschaffung. «Diese Blockade wird nun endlich aufgehoben, denn die Guineer können nun in größerem Maßstab und in ihren eigenen Sprachen informiert werden», urteilt Alkaly Sylla, ehemaliger Chefredakteur der privaten Tageszeitschrift ‘L’Indépendant’. «Ich bin sehr überrascht, denn ich hätte nicht gedacht, dass die Regierung überhaupt derartige Zugeständnisse macht», erklärte Rechtsanwalt Christian Sow, der schon oft Journalisten vor Gericht verteidigt hat. «Das zeigt mir, dass es Leute in der Regierung gibt, die verstanden haben, dass eine Liberalisierung nötig war.» vaten Radio- oder Fernsehsender zu errichten. Politische Parteien und Religionsgemeinschaften sind jedoch ausdrücklich von diesem Recht ausgenommen. Außerdem müssen die Sender vor ihrer Inbetriebnahme vom nationalen Kommunikationsrat CNC genehmigt werden. Dieser behält sich auch vor, Programme zu Wahl, als die Forderungen der Geldgeber und der Oppositionsparteien zu akzeptieren», glaubt ein Architekt aus Conakry.

EU-Subventionen auf Eis
In der Tat hatten die wichtigsten Investoren in Guinea, allen voran die Europäische Union (EU), seit langem die Abschaffung des staatlichen Radio- und Fernsehmonopols gefordert. Nach der ersten Wiederwahl des seit 1984 regierenden Präsidenten im Dezember 2003, die von internationalen Beobachtern als undemokratisch gewertet worden war, hatte Brüssel dem westafrikanischen Land den Geldhahn zugedreht und rund 240 Millionen Euro eingefroren. Im Februar 2004 nahm eine Regierungsdelegation Verhandlungen mit der EU auf. Diese knüpfte die Wiederaufnahme der Zahlungen an die Erfüllung dreier Punkte: die Liberalisierung der Medien, die Einrichtung einer unabhängigen nationalen Kommission und die Durchführung von freien und demokratischen
Foto: irin

sperren, etwa wenn diese nach Ansicht der Regierung zum Hass aufrufen oder ethnische Konflikte schüren. Die Einschränkung sei notwendig, argumentiert CNC-Mitglied Karifa Condé, um zu verhindern, dass in Guinea ähnliche Konflikte wie in Ruanda oder in der benachbarten Côte d’Ivoire ausbrechen. Boubacar Yacine Diallo, frisch ernannter Präsident des CNC, bezeichnet die Entscheidung des Präsidenten zu einer Liberalisierung der Medien als «ganz natürlich». «Der Präsident war niemals gegen eine Liberalisierung des Rundfunks, aber er brauchte gewisse Garantien. Nun hat er einmal mehr gezeigt, dass er für die Pressefreiheit in unserem Land ist», meint der Leiter der staatlichen Kontrollbehörde.

Für Regierungskritiker kam die Entscheidung des Präsidenten indes eher auf internationalen Druck zustande. «AngeDas im August von Präsident Lansana Conté unterzeichnete sichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage hatte die ReDekret erlaubt natürlichen oder Rechtspersonen einen pri- gierung gar keine andere

Freiheit mit Einschränkungen

Politik und Gesellschaft

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rin, die ihnen womöglich sozial und finanziell überlegen ist».

Senegal:

Akademikerinnen haben schlechte Chancen auf dem Heiratsmarkt
Je mehr Diplome sie besitzen, umso schwieriger wird es für Senegalesinnen, einen Partner zu finden. Damit sie «nicht sitzen bleiben», haben manche bereits resigniert und geben sich als Zeit- oder Drittfrau eines polygamen Ehemannes zufrieden. Fatima Cissé (29) hat sich entschieden: Sie will erst ihre Doktorarbeit angehen, wenn sie einen charmanten Prinzen gefunden hat, der sie zum Essen und Tanzen ausführt und die Wochenenden mit ihr am Strand verbringt. Die bildhübsche Studentin findet keinen Partner, obwohl sie sich ständig darum bemüht. «Ich habe mein Liebesleben dem Studium geopfert, und nun finde ich keinen Mann» sagt sie voller Bitterkeit. Ihrer Freundin Rama, die gerade ihr Jurastudium an der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar beendet hat, geht es ebenso. «Ich mache erst weiter, wenn ich einen Mann gefunden habe», sagt sie wütend, «ich bin das Singledasein leid. Ich sehe nicht ein, dass wir als hübsche, elegante und kluge Akademikerinnen hinter unseren weniger gebildeten Konkurrentinnen, deren Partnersuche sich problemlos gestaltet, zurückstehen sollen», schimpft sie weiter. solch eine niveauvolle Frau an ihrer Seite zu haben. Heutzutage scheint der Stolz in Angst umgeschlagen zu sein. «Kaum habe ich erzählt, dass ich meine Doktorarbeit in Philosophie vorbereite, ergreifen sie die

Lieber einen polygamen Ehemann als Single bleiben
Renée B., Beamtin mit Diktortitel, ist gutaussehend, hat einen sicheren Arbeitsplatz, ist finanziell gut gestellt … und unfreiwilliger Single. «Wenn ich in den nächGebildete Frauen unerwünscht? Foto: fetnat

Flucht als hätte ich eine ansteckende Krankheit», erzählt Fatima.

Erst umschwärmt, dann gemieden
Vor ein paar Jahren sah es noch ganz anders aus: Frauen mit akademischem Abschluss waren eine Seltenheit und wurden von Heiratskandidaten umschwärmt, die es seinerzeit als Privileg betrachteten,

sten paar Jahren niemanden finde, werde ich Zweit- oder Drittfrau eines Polygamen», resigniert sie. Viele Uniprofessorinnen, FirDas Phänomen wird sich in Zukunft sicher meninhaberinnen, Ärztinnen und Juristinnoch «verschlimmern»: Programme wie die nen haben dies schon vor ihr akzeptiert, SCOFI (Scolarisation des Filles – Schulische denn diese Lösung ist für sie immer noch Erziehung für Mädchen) haben bereits angenehmer als ein Leben als Single. «Im dazu geführt, dass 11% der Schülerinnen Senegal wird eine unverheiratete Frau, die zur Hochschule gehen. Mangou Marie-Pier- bis im Alter von 35 Jahren noch keine Kinre Raky Chaupin, Soziologin und Leiterin der hat, schief angesehen, erläutert Madades senegalesischen Frauenförderungspro- me Mangou-Chaupin. «Sie werden morajekts Sigil Jigeen ist der Meinung, die Män- lisch und psychisch unter Druck gesetzt, ner litten unter einer Autoritätskrise. «Sivon der Familie und dem sozialen Umfeld. cher achtet eine gebildete Frau mehr auf Eine Frau wird nur ernst genommen, ihre Rechte, und die Männer wollen dieses wenn sie verheiratet ist, und deshalb ertraneue Kräfteverhältnis nicht hinnehmen», gen viele lieber eine polygame Ehe als eierklärt sie. «Deshalb suchen sich die Männes Tages als alte und kinderlose Frau auf ner lieber eine ungebildete Ehefrau als der Strecke zu bleiben». Heimchen am Herd anstatt einer Partne(Syfia)

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Togo:

Kommission soll Geschichte aufarbeiten
Die Regierung von Togo rief Anfang Oktober eine Kommission ins Leben, der eine heikle Aufgabe zuteil wird: Die Aufarbeitung und Rehabilitierung der Landesgeschichte. Eine Initiative, die zu einem Zeitpunkt ergriffen wird, wo das Land sich gerade erholt von einer schwierigen Wahl nach dem Tod des Präsidenten Eyadema im Februar 2005, und die selbst von den Gegnern des derzeitigen Regimes unter dessen Sohn Faure Gnassingbé begrüßt wird. «Wir müssen so viele Fakten und Dokumente wie möglich sammeln, damit die Wahrheit wieder hergestellt wird, diejenigen rehabilitiert werden, die ignoriert oder vergessen wurden und die alle dazu beigetragen haben, die Geschicke des Landes voranzubringen und seinen Wohlstand aufzubauen» sagte Präsident Faure Gnassingbé. Aufgedeckt werden sollen falsche Behauptungen, ungesagt Gebliebenes erwähnt und Ungenauigkeiten und Irrtümer aufgeführt werden, die in dem Zeugen der Geschichte erkennen mittlerweile an, dass der verstorbene Ex-Präsident Olympio, der die Geschicke des Landes als erster demokratisch gewählter Präsident führte, sich manchmal auf eine Art und Weise aufführte, die man eher aus totalitären Staaten kennt, aber andererseits sehen sie nicht ein, dass man ihm nachsagt, er habe das Land zwischen den Ewé, seiner eigenen Ethnie aus dem Süden und den übrigen aufgespalten. Immerhin habe er in seiner Regierungsmannschaft Leute aus

leistet hatte und sprachen nur noch schlecht über ihn». Und verbittert fügt er hinzu: «Unsere Geschichte wird schlecht geschrieben, sie ist Opfer vieler persönlicher Affektäußerungen und entfernt sich gefährlich weit von der Realität». Die Geschichte Togos rehabilitieren heißt im Klartext: Leben und Wirken der Personen des öffentlichen Lebens wie Eyadema und Olympio, Juntachef Kléber Dadjo, der letzteren 1963 stürzte, sowie Ex-Präsident Grunitzky erneut korrekt aufzuzeichnen, aber auch ganz besonders diejenigen zu würdigen, die sich im Unabhängigkeitskampf engagiert haben, ohne jemals in die Politik gegangen zu sein. Kurz: Die Helden der Geschichte sollen ihren Platz bekommen.

Eyadema – «… plötzlich vergaßen alle das Gute» Foto: irin

«Wenn wir unsere Geschichte so aufgearbeitet und rehabilitiert haben, wird jeder Togolese wissen, wer wer war und wer was getan bzw. geleistet hat, und das wird eine positive Rolle spielen im Prozess der nationalen Versöhnung », prophezeit ein hoher Politiker des Landes.
(ag)

kleinen westafrikanischen Land mit 5,5 Millionen Einwohnern, das seine Unabhängigkeit vor 45 Jahren erlangte, in der Vergangenheit vorgekommen sind. Ein Historiker, Überlebender der Kolonialzeit, behauptet beispielsweise, Togos Geschichte sei von den jeweiligen Regimes manipuliert worden, und die Historiker seien ihnen auf den Leim gegangen und hätten sich instrumentalisieren lassen. Für ihn steht fest: Jede Regierung, die an die Macht kam, hat versucht, die Geschichte zu ihren Gunsten zu verdrehen, um glauben zu machen, dass der jeweilige Vorgänger im Amt das Land nicht gut verwaltet habe und ein Feind des Volkes gewesen sei.

Wurde nach dem Tod seines Vaters Eyadema zum Präsidenten gewählt: Faure Gnassingbé Foto: irin

* Auf dem französisch-afrikanischen Gipfeltreffen in La Baule vom 19.-21. Mai 1990 wurde u.a. festgelegt, dass in Zukunft Entwicklungshilfe nur in Verbindung mit Demokratisierung und Einhaltung der Menschenrechte des Empfängerlandes gewährt werden würde.

dem Norden und auch Pläne für die Entwicklung dieses Landesteils gehabt, heißt es. Ebenso stellen sich viele gegen die Behauptung, das Regime des verstorbenen Präsidenten Eyadema, das fast 40 Jahre währte, sei eine Diktatur gewesen, die die Togolesen fast ein halbes Jahrhundert lang ihrer Freiheiten beraubt hätte. Ein 80-jähriger Rentner sieht das so: «Bevor es bei den Gesprächen in La Baule* darum ging, das Land zu demokratisieren, hatte niemand je Eyadema als Diktator beschimpft. Erst danach vergaßen die Leute plötzlich all das Gute, das er in den 20 Jahren vor 1990 ge-

Wirtschaft und Umwelt

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Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Transformation:

Die European-Southern African Chamber of Trade and Industry e.V. (EUSA)
Ein gemeinnütziger Verein für innovative Geschäftsleute und Unternehmen
Trotz aller Schwierigkeiten in Afrika gibt es eine zunehmend positive Entwicklung hin zu Demokratie und Marktwirtschaft mit hohen prognostizierten Wachstumsraten, besonders in den Staaten südlich der Sahara. Vor allem Südafrika, Botswana, Tansania und Ghana liegen damit in einem weltweiten positiven Trend und widerlegen seit Jahren die These des «verlorenen Kontinents». Seit 2003 haben sich nicht nur die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert, auch die wirtschaftliche Leistungskraft vieler afrikanischer Länder ist signifikant gestiegen. Ausdruck des politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozesses dieser Länder ist eine erstarkte gesellschaftliche Mittelschicht. über modernste Umwelttechniken will die Vereinigung einen Beitrag zum Schutz natürlicher Ressourcen im südlichen Afrika leisten. Die den Anfängen der EU vergleichbaren Integrationsprozesse erleichtern den Zugang zu den Märkten dieser Nationen für europäische Unternehmen. Natürlich wirken Rückfälle von Ländern wie etwa Simbabwe in autoritäre Staatsgebilde abschreckend. Aufstrebende Staaten wie Südafrika, Botswana und Sambia, die durch Good Governance den Weg zur demokratischen Markwirtschaft bereits geebnet haben, stehen solchen Tendenzen jedoch eindrucksvoll entgegen und entfalten ihrerseits starke Sogwirkung. Der Transformationsindex 2006 der Bertelsmann-Stiftung besagt, dass erfahrungsgemäß verschiedene Wege zur marktwirtschaftlichen Demokratie möglich sind. In vielen Ländern haben sich demokratische und ökonomische Reformen wechselseitig verstärkt; andere Beispiele zeigen, dass marktwirtschaftliche und demokratische Reformen zeitversetzt erfolgreich sein können. In allen Phasen des Wandels kommt es jedoch auf die Ausweitung der individuellen und gesellschaftlichen Handlungsfreiheit an. Was fördert außerhalb der politischen Ebene individuelle und gesellschaftliche Freiheit mehr, als eine gesunde Privatwirtschaft? nent zu finden, in der entsprechenden Landessprache und in Englisch informieren können. Mit Hilfe von anderen gemeinnützigen Organisationen, Universitäten und wissenschaftlichen Institutionen werden rechtliche, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die sich auf die Privatwirtschaft auswirken, analysiert und mit den zuständigen Regierungsstellen diskutiert und transparent gemacht. In Südafrika sind wir offizieller Partner der National South African Workers Welfare, einer Organisation deren erklärtes Ziel die Aufklärung südafrikanischer Arbeitnehmer über die Ansteckungsgefahren mit HIV/AIDS ist. Als Mitglied der EUSA-Chamber haben Sie die einmalige Chance, Teil einer Organisation zu werden, die nicht durch zweifelhafte Allianzen zwischen Europa und Afrika aus jüngster Vergangenheit belastet ist, und die es Ihnen ermöglicht, neue Geschäftspartner und Investitionsmöglichkeiten sowohl im südlichen Afrika als auch in Europa zu finden. Es gibt viele Möglichkeiten, die EUSA-Chamber zu unterstützen – als Mitglied, Partner oder Förderer. Präsident der EUSA-Chamber ist der Kapstädter Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Wilhelm Rünz. Dem Vorstand der EUSAChamber gehören als Vize-Präsidenten der Berliner Rechtsanwalt Dr. iur. Holger Müller, LL.M., der Wiesbadener Unternehmensberater Michael Diegelmann (Cometis AG) und der Beauftragte für Internationale Kooperation der belgischen Gewerkschaft ACLVB Jelmen Haaze an.
(Joachim Hübener, Vorsitzender des Fachbeirats der EUSA-Chamber) Mehr Informationen erhalten Sie unter www.eusa-chamber.de, info@eusachamber.de oder unter + 49 (0) 30 24083432.

Regionale Bündnisse als solide Basis
Es ist kein Zufall, dass die EUSA-Chamber auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Europäischen Union mit den Mitgliedsstaaten der SADC (Southern African Development Community) konzentriert ist. Schließlich nimmt die SADC auf dieselben Werte Bezug, die auch der Europäischen Union zugrunde liegen: Demokratie, Rechtstaatlichkeit, sowie eine sozial verantwortliche und nachhaltige Marktwirtschaft innerhalb einer

Wer wir sind – was wir wollen
Es war daher Zeit, eine Plattform zu schaffen, mit der die Kooperation mittelständischer Unternehmen im südlichen Afrika mit Europa entscheidend erleichtert wird. Ein internationales Team aus Rechtsanwälten, Steuerberatern, Ökonomen, Politologen und Historikern gründete am 2. September 2005 die European-Southern African Chamber of Trade and Industry e.V. (EUSA-Chamber). Die Hauptaufgaben des gemeinnützigen Vereins liegen in der Organisation von Projekten und Informationsveranstaltungen. Der Verein dient außerdem als Medium für Meinungs- und Erfahrungsaustausch, Länderinformationen und internationale Wirtschaftskontakte. Als umfassende Informationsund Kommunikationsquelle wird die EUSA-Chamber über ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt hinaus gesellschaftliche und kulturelle Beziehungen der beteiligten Länder fördern. Durch Beratung

Unser Beitrag
Dr. Rünz, Präsident der EUSA-Chamber, mit Südafrikas ehemaligem Innenminister Prince M. Buthelezi Foto: privat

Freihandelszone. Inzwischen gehören Angola, Botswana, die Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Südafrika, Swaziland, Tansania, Sambia, Simbabwe zur Gemeinschaft der SADC-Staaten, und seit August 2005 auch Madagaskar.

Durch nationale Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, die die EUSAChamber in den einzelnen SADC- und EU- Staaten vertreten, wird sichergestellt, dass Geschäftsleute und Firmen qualifizierte Ansprechpartner vor Ort haben, die sie über Möglichkeiten, neue Investoren und Businesspartner auf dem jeweils anderen Konti-

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Mühe, sich zu behaupten, seitdem im Januar die Textilimportquoten weltweit angehoben wurden und auch der südafrikanische Textilmarkt mit Bei modebewussten jungen Südafrikanern ist Markenkleidung mit den einheimischen Labels ‘Stoned Cherzu Niedrigkosten prorie’, ‘Craig Native’ oder ‘Sun Godd’ess’ begehrt. Jetzt wollen die Modedesigner aus dem Land des Springbocks duzierten Produkten auch US-amerikanische, europäische und japanische Boutiquen mit ihrer kaufkräftigen Kundschaft erobern aus China über- eine Hoffnung, die von der südafrikanischen Textilindustrie geteilt wird. schwemmt wird. Die Stärkung der einheimischen Währung, des Rand, hat die Lage in Japan, Noch vor einem Jahrzehnt dominierte in zusätzlich verschlechtert. In der Textilinwo ihre Südafrika das traditionell-afrikanische dustrie gingen tausende Jobs verloren. Marke seit und klassisch europäische Outfit – Andrei Jahren Das südafrikanische Handels- und Induzug, Krawatte und Kostüm – das Straßenin den Bou- strieministerium schätzt den Wert der bild südafrikanischer Großstädte. Inzwieinheimischen Bekleidungsindustrie auf tiquen zu schen verdrängt Modisches, das in Farbe jährlich zwei Milliarden US-Dollar. haben ist, und Zuschnitt seine afrikanischen Wurlieber zu zeln nicht leugnet, die Importmode. Eine Wenn es den südafrikanischen Textilfabriihren eher große Handelskette hat Kreationen von traditionel- ken nicht gelingt, sich gegenüber der chi‘Stoned Cherrie’ und ‘Craig Native’ in ihr len Entwür- nesischen Konkurrenz zu behaupten, Sortiment aufgenommen. Das US-amerifen greifen dürfte es auch für Südafrikas Modedesikanische Nachrichtenmagazin ‘Newsgner schwer werden, sich international als zu den week’ lobte jüngst das Know-how südafrimodischen durchzusetzen. Dion Chang, Programmdikanischer Modemacher. rektor der Südafrikanischen Modewoche, Modellen, die seit 1997 alljährlich in Johannesburg die junge Es sieht ganz danach aus, als könnte es stattfindet, räumt einer Luxusmarke, deSüdafrikadie berühmte ‘A-Linie’ aus dem Haus ‘Storen Verkaufserfolge nicht von der Masse ner bevorned Cherrie’ – schmal in der Taille, locker der verkauften Produkte abhängig ist, in zugen. um die Hüfte – bald auch außerhalb Südder internationalen Konkurrenz bessere afrikas mit Klassikern wie dem legenChancen ein als der trendigen StraßenIhre Kolledären Chanel-Kostüm aufnehmen. Der mode, die sich in Südafrika derzeit besongin Nkhe‘Afrika-Look’ ist auf dem Sprung, sich sani Nkosi, ders gut verkauft. «Was uns noch fehlt ist fremde Märkte zu erobern. Als das Madrieine Edelmarke, so etwas wie ‘Afro-Gucci’», die Schöpder Kaufhaus ‘El Corte Inglés’ auf der Flameint er. niermeile des Paseo de la Castellana vor Afrikanisches Design auf Eroberungs- ferin der Modemarke kurzem einen Südafrikanischen Monat feldzug Foto: ia Reg Lascaris, der Gründer der einflussrei‘Stoned veranstaltete, war eine Stunde nach Eröffchen Werbeagentur Hunt Lascaris, glaubt nung das Angebot der Modeabteilung bis Cherrie’, wird in ihrem Land kritisiert, auf einen Rock geräumt. «Es war unglaub- weil ihre Modelle angeblich immer weni- nicht, dass sich Südafrikas Mode ohne ger afrikanisch seien. Die Modedesignerin nachdrückliche Vermarktung internatiolich, wie schnell die Sachen weg waren. nal durchsetzen kann - ob nun als Alltagsweist diesen Vorwurf zurück. «Man sollte Die Leute standen Schlange», berichtete uns die Freiheit lassen, selbst zu entschei- kleidung oder als luxuriöse Designer-KlaEllwyn Beck von der südafrikanischen den, was afrikanisch ist. Andernfalls wer- motte: «Die Modeindustrie kann Glück Botschaft in Madrid. haben, und einem ihrer Designer gelingt fen uns die Leute alle in einen Topf, und unsere Mode wird zur modischen Eintags- der Durchbruch. Oder aber alle tun sich «Afro-Gucci» zusammen und verständigen sich auf ein fliege.» gemeinsames Marketing.» Die südafrikanische Modedesignerin An einem kurzlebigen Trend kann der Vanya Mangaliso, die zusammen mit (Marina Penderis) ihrem Mann Phando das Label ‘Sun Good- südafrikanischen Textil- und Bekleidungsindustrie nicht gelegen sein. Sie hat dess’ schuf, berichtete, dass die Kunden

Südafrika:

Stoned Cherrie statt Chanel – Designer-Mode drängt in die Edelboutiquen

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Wir bringen die Hingucker ...

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Ägypten:

Staatsbesitz wird an Günstlinge verscherbelt – Weltbank und USA als treibende Kraft
Der Privatisierungseifer der ägyptischen Regierung hat kritische Analysten auf den Plan gerufen. Sie warnen vor Geschäften, bei denen wertvoller Staatsbesitz zunehmend unter Wert an Günstlinge der Regierung von Hosni Mubarak verkauft wird. Die Weltbank, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die US-Regierung befürworten die fortschreitende Privatisierung und machen sie zur Bedingung für Kredite und Entwicklungshilfe. So wechselte kürzlich das historische Amoun Hotel, das auf einer aufgeschütteten Nilinsel in der Nähe weltberühmter Pharaonen-Bauten in der striertes Privatisierungsprogramm. Alle drei Institutionen spielen bei der Wirtschaftsentwicklung des mit 77,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Landes im Nahen Osten eine entscheidende Rolle. Sie versprechen Kredite und technische Hilfe und bestehen im Gegenzug auf weiterer Privatisierung. Universität von Kairo. «Hier wird nach dem Motto verfahren: Verkaufe alles, was möglich ist, zu jedem Preis und zu jeder Zeit.» Im Juni genehmigte die Weltbank Ägypten im Rahmen einer ‘Country Assistance Strategy’ (CAS) für die nächsten drei Jahre Kredite über insgesamt 2,8 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr hatte Mubarak eine Absichtserklärung mit den USA unterzeichnet, in der es um Kreditgarantien im Wert von zwei Milliarden Dollar ging. Beide Programme kamen unter der strikten Vorgabe zustande, dass Ägypten weitere Privatisierungen und andere wirtschaftliche Veränderungen vornimmt. Ebenfalls im Juni beendete der IWF seine Beratung Ägyptens und empfahl dem Land am Nil weitere Strukturreformen. Der Währungsfonds begrüßte Ägyptens Fortsetzung der Privatisierung und betonte: «Mit ihren 2004 abgeschlossenen Verkäufen und ihrer Liste von Unternehmen, die 2005 zum Verkauf anstehen, zeigt die Regierung, dass sie sich an das Programm hält.» fehlungen ausspricht. Eine von USAID im März in Umlauf gebrachte Erklärung berichtete, Washington unterstütze den Wirtschaftswandel in Ägypten mit 100 Millionen Dollar. «Vor allem der Bankensektor steht vor einer Privatisierungswelle», hieß es darin.

Privatisierungsfreundliches Kabinett
Staatspräsident Mubarak und sein Kabinett, in dem etliche Geschäftsleute Ministerposten besetzen, die früher für aus-

Rabatt für die Reichen und Mächtigen
Am Verkauf des mit historischen Kunstwerken und Möbeln reichlich bestückten FünfSterne-Hotels Amoun wird deutlich, welcher Wandel sich unter dem Neustart der Privatisierung vollzieht. Ägyptens Staatsbesitz fällt den Reichen und Mächtigen in die Hände. «Allein für den Verkauf der Türen, der Vertäfelung und des antiken Mobiliars hätte man soviel bekommen können wie für das ganze Hotel», kritisierte Mostapha Bakri von der unabhängigen Wochenzeitung ‘Osboaa’. Schon 1999 war das beliebte Sonesta-Hotel in Kairo an Mounir Ghabbbour unter Preis für

Nähe der südägyptischen Stadt Assuan liegt und nach Schätzung einheimischer Experten rund zehn Millionen US-Dollar wert ist, für weniger als drei Millionen Dollar den Besitzer. Sameh und Nagiub Sawiris, zwei mit der Familie Mubaraks befreundete Geschäftsleute, erhielten den Zuschlag. Die ägyptische Presse sprach von einem Geschäft, das nach Korruption riecht. Weitere rund hundert lukrative Angebote, die weder vom Parlament noch von der Zivilgesellschaft kontrolliert werden, warten auf interessierte Käufer. Dafür sorgt ein von Weltbank, IWF und der USamerikanischen Entwicklungshilfebehörde (USAID) orche-

Amerikaner unterstützen ihn kräftig: Hosni Mubarak (re) Foto: DoD

ländische Unternehmen arbeiteten, unterstützen das Privatisierungsprogramm nach Kräften. Es hatte Ende der 80er Jahre begonnen und nahm 2004 Fahrt auf, nachdem Mubarak ein neues Kabinett gebildet hatte. Seitdem ist in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Privatisierungsprojekten häufig von Korruption und Günstlingswirtschaft die Rede. «Privatisieren bedeutet heute lediglich, staatlichen Besitz loszuwerden. Das schmerzt», klagte Gouda Abdel-Khalik, Wirtschaftsprofessor an der Die US-amerikanische Entwicklungsbehörde unterstützt seit drei Jahrzehnten ein Förderprogramm für ausländische Investitionen in Ägypten, das ebenfalls Privatisierungsemp-

Ägyptens Hauptstadt Kairo Foto: fetnat

umgerechnet 1,3 Millionen Dollar verkauft worden. Nach Meinung von Immobilienexperten hätte allein der Verkauf

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des Grundstücks, auf dem sich das 256-Zimmer-Hotel befindet, mit bis zu 2,7 Millionen Dollar mehr als das Doppelte erzielt. Auch Ghabbbour hat in Kairo beste Beziehungen. Auch der Verkauf des Kairoer Meridian-Hotels und der ägyptischen ‘Boilers Company’, eines auf den Bau und die Installation von Kesseln spezialisierten staatlichen Unternehmens, wurden von der politischen Opposition und von unabhängigen Analysten kritisiert. «IWF und Weltbank sehen dabei nur zu gerne weg, denn sie verfolgen eigene Ziele», sagte Abdel-Khalik und betonte, dass er selbst früher für die Weltplanten, in den nächsten drei Jahren die meisten der übrigen staatlichen Unternehmen zu Das Hilfsprogramm CAS der Weltbank verweist darauf, dass privatisieren. Das Netz der Gasanbieter steht dabei ebenso in Ägypten unter dem neuen Kabinett bereits 19 Firmen ver- zum Verkauf wie die staatlikauft wurden. Jetzt sollte sich chen Beteiligungen an Versicherungsgesellschaften, Erdöldie Privatisierung vor allem auf große Infrastrukturprojek- firmen und Teilen der Post. te konzentrieren. Zunächst sol- Auch die 20-Prozent-Beteiligung des Staates an ‘Egypt len 2005 noch weitere 83 FirTelecom’, einem der lukrativmen privatisiert werden. Im sten Unternehmen in Nahost, Rahmen der nächsten Privatisierungswelle gehe es um vier steht zur Disposition. große staatliche Banken, allen voran um die ‘Bank of Alexan- Analysten beschreiben die Privatisierungswelle in Ägypten dria’. als einen Prozess, bei dem Geschäftsleute, die früher in ReDas CAS-Papier betont, die Regierung Mubarak und ihre Ge- gierungsdiensten standen, staatliche Beteiligungen an folgsleute in der Wirtschaft bank gearbeitet habe.

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private Geschäftsleute im Inund Ausland verkaufen, und zwar mit dem Segen der internationalen Finanzinstitutionen. «In den Augen unserer Regierung besitzt das Trio von IWF, Weltbank und USAID, das eigentlich das US-Schatzamt repräsentiert, ein Höchstmaß an Sachverstand und ist mit dem neusten Stand der Technik vertraut. Darin liegt das Hauptproblem», klagte AbdelKhalik.
(ips)

Ich rauche, also bin ich …
… Diplomat, sportlich oder gehöre zu den Oberen Zehntausend. So gaukelt es zumindest die Zigarettenwerbung in Afrika den Konsumenten vor und ist mit Schuld daran, dass die Zahl der Raucher auf dem Kontinent unaufhörlich steigt. In den Industrieländern nimmt der Tabakkonsum ab, die Zigarettenhersteller

«… keine Ahnung von der Schädlichkeit des Tabaks…» Foto: ia

suchen sich neue Opfer und werden in den so genannten Entwicklungsländern fündig, wobei in Afrika die größten Zuwächse zu verzeichnen sind. Dies ist die Bilanz einer internationalen Konferenz zur Kontrolle des Tabakkonsums, die kürzlich in Paris stattfand.

gesundheitsschädlicher als die in Europa vertriebenen. Die Hersteller können auf die Packungen schreiben, was ihnen beliebt, niemand kontrolliert die Angaben über die InBisher wurde zwar noch keine kontinent- haltsstoffe». In Inoussas Heimat Niger beispielsweise rauchen die Allerjüngsten am weite Erhebung des Konsums in Afrika meisten, und die armen Bevölkerungsdurchgeführt, so dass genaue Angaben schichten sind die stärksten Raucher. «Auf nicht gemacht werden können, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt dem Land werden 3% des Haushaltseinkommens für Zigaretten ausgegeben – für in ihrem «Welttabakatlas» jedoch bereits die Schulbildung eine Zunahme des Tabakkonsums in Afrider Kinder nur ka um 38,4% zwischen 1995 und 2000. 1,3%», klagt InNirgendwo auf der Welt hat oussa. Und der die Zahl Gipfel ist, dass der Rauman ganz gecher in dem zielt mit psyMaße zugechologischen nommen, Tricks vorund bis 2008 geht, in dem wird Afrika die Zigareteine weitere tenmarken Steigerung von «Diplomat» 16,1 % voraus(Ghana), gesagt, wohin«High Sogegen man in ciety» (NiWesteuropa mit geria) oder einem Rückgang «Sportvon 8% rechnet. lich» (Kenia) nennt, um «Die TabakinduDer Duft der großen Welt … strie hat freie Hand, Foto: Montage den Konsumenten eidenn es gibt keine nen sozialen Aufstieg und ähnliche Trugrechtliche Handhabe, und unsere Politiker tun nichts gegen de- schlüsse vorzuspielen. «Und um ein positives Image zu wahren, spenden die Herren Machenschaften», klagt Saouna steller für den Bau von Schulen, OrganisaInoussa, Generalsekretär des Afrikanischen Tabakobservatoriums OTAF. «Außer- tion von Konzerten oder liefern wie kürzlich British American Tobacco 30 Tonnen dem sind 68% der afrikanischen BevölkeReis an Hungernde im Niger». rung unter 30 und haben absolut keine Ahnung von der Schädlichkeit des Ta(ia, mit afp) baks», fügt er hinzu. Darüber hinaus sind die in Afrika verkauften Zigaretten viel

Tabak:

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especially with oil prices at record highs. Nigeria is a member of the Organisation of Petroleum Exporting Countries (OPEC). Another positive aspect of the deal, Moss argues, is that it will guarantee the flow of Nigerian oil to rich nations. «The Nigerian debt deal is a win-win solution,» said Moss. «It is a huge boost for Nigeria, where the current leadership is working to break the stranglehold of cronyism and corruption. It is also good news for the U.S. and other rich countries, since greater stability in Nigeria reduces the risk of a major disruption in global oil supplies.» Groups that call for a more equitable international economic order have continued to fault the write-off, arguing that it falls far short of 100 percent cancellation, long demanded by anti-debt campaigners, and is conditioned on harmful economic reforms. «Campaigners worldwide have long called for the complete and unconditional cancellation of Nigeria’s odious debts,» said Marie Clarke Brill of Africa Action. «The Paris Club deal might soothe the conscience of its members, but it will not satisfy the demands of Nigerian and U.S. civil society.» The Club had said in its statement announcing the deal that it was acting to reward the West African nation for its pro-free market economic restructuring plans and its deal with the IMF. Jubilee USA says that past impoverished country experiences with similar IMF programmes have shown that such programmes lead countries to privatise essential services and cut social sec-

Nigeria:

Paris Club Offers Debt Relief - for a Price
The Paris Club of bilateral creditors said Thursday 19th October, it would drop 18 billion of the 30 billion dollars in debt owed by Nigeria, Africa’s largest oil producer, if the nation met certain conditions, including paying arrears up front. Anti-debt groups said the conditions would force Nigeria, an impoverished nation with 100 million of its 130 million people living on one dollar a day, to pay 12.4 billion dollars in debt service in just six months. They also say the deal ties Nigeria to a new programme sponsored by the International Monetary Fund (IMF), which is not a creditor of Nigeria. The programme, which allows the Washington-based fund to monitor the country without actually disbursing loans, was approved by its board three days ago, in effect giving the seal of approval to Nigeria’s economic restructuring plans designed to attract foreign investors. The Western-controlled IMF has often been blamed for imposing stringent, and frequently contentious, economic policies that benefited international corporations and local elites at the expense of the poor. parliament earlier this year calling on the pro-western government of President Olusegun Obasanjo to threaten to repudiate the country’s burdensome debt, which totals 36 billion dollars. The deal now allows Nigeria to obtain a debt cancellation of around 18 billion dollars, in-

In the second stage, planned for March 2006, the Paris Club, which is made up of wealthy industrialised countries, will grant another slice of the write-off at 34 percent of eligible debts after Nigeria tops its payments to 12.4 billion dollars, opening the door to the country to buy back the remaining eligible debts. But as one of the world’s poorest nations, 12.4 billion dollars is still a hefty price, critics say. The country has already paid over 54 billion dollars in debt service.

«We don’t think it makes sense The Niger Delta: oil industry causing envi- to make an impoverished ronmental degradation Photo: irin country like Nigeria pay 12 billion dollars when that money should be spent on AIDS, cluding a moratorium on intehealth, and education,» said rest. This represents about Debayani Kar of the Jubilee 60 percent of its total debt USA Network, an anti-debt of 30 billion dollars owed group. Some activists have also to the 19-member Paris Club. raised the issue of the responThe agreement will be implesibility of creditors themselves mented in two phases. First, in pushing loans to dictators Nigeria will have to pay arand military rulers in the past. rears due on its debts to get The agreement with the Paris the first 33 percent cancellaClub follows months of nego«The Paris Club cannot expect tiations that saw the Nigerian tion. Nigeria, freed from over 30 years of military rule, to muster 12 billion dollars to pay off interest and penalties incurred by the military,» said David Ugolor, president of the African Network for Environnem Lied zur HeuschreckeninJetzt das Printmagazin AFRIment and Economic Justice vasion in Afrika. CA live im Mini-Abo testen (ANEEJ) in Nigeria, in a stateAFRICA live – Das Magazin für ment. Bitte auf dem normalen Ihren Draht nach Afrika - ist Abocoupon einfach «Minifür kurze Zeit im Mini-Abo (3 But Todd Moss, an Abo» vermerken und abAusgaben) zum Vorzugspreis expert with the schicken an: von 12 Euro als Testangebot Washington-baerhältlich. sed Centre for Global DeveAFRICA LIVE CONSULTING Ab sofort erhalten alle neuen lopment, says Tieckstr. 16 – D–10115 BERLIN Abonnenten bis Ende Januar Nigeria can Fax: +49 30 279 08 531 als kleines Dankeschön eine use oil revevon AFRICA live Consulting in Email : alc@africa-live.de nues to pay www.africa-live.de Mali produzierte CD mit eiits arrears,

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tor spending. (Emad
Mekay/ips)

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sche Staat, Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), solle die derzeit hohen Einnahmen aus dem Ölgeschäft zur Begleichung der Forderung nutzen und froh sein über Ölabnehmer im Norden.

Nigeria:

Pariser Club erlässt Teilschuld – Kritik an Bedingungen
Der Pariser Club der Gläubigerstaaten, ein Zusammenschluss von 19 bilateralen Gebern, hat sich mit Nigeria auf einen Teilschuldenerlass geeinigt. Abgeschrieben werden dem westafrikanischen Ölstaat 18 Milliarden der insgesamt 30 Milliarden US-Dollar, mit denen er bei den Club-Mitgliedern in der Kreide steht. Insgesamt beläuft sich die Schuldenlast Nigerias, wo trotz Ölreichtum 100 Millionen der insgesamt 130 Millionen Einwohner von weniger als einem Dollar pro Tag leben, auf 36 Milliarden Dollar. Aufgehäuft hat sich der Schuldenberg in 30 Jahren Militärherrschaft, die mit der Amtsübernahme des derzeitigen Staatspräsidenten Olusegun Obasanjo im Jahre 1999 zu Ende ging. Bedient hat NiUnterstützung von Wirtschaftsreformen, das ‘Policy Support Instrument’ (PSI), aufgenommen. Zu den nigerianischen Gebern zählt der IWF indes nicht. Afrika-Organisationen und Schuldenerlassbefürworter halten eine Schuldabschreibung unter diesen Bedingungen für einen Skandal. «Wir sehen keinen Sinn darin, von einem verarmten Staat Geld einzuziehen, das dringend für Gesundheit und Bildung ausgegeben werden müsste», sagte Debayani Kar von der Schuldenerlassinitiative ‘Jubilee USA Network’. Auch zeige die Erfahrung, dass gerade die Programme des IWF der Privatisierung Vorschub leisteten und zu einer Kürzung der Sozialausgaben führten. Kritik kommt auch von David Ugolor, dem Vorsitzenden des ‘African Network for Environment and Economic Justice’ (ANEEJ) in Nigeria. «Der Pariser Club kann von Nigeria unmöglich erwarten, dass es jetzt für Schulden zahlt, die in 30 Jahren Militärherrschaft entstanden sind.» Nach seiner Ansicht ist es höchste Zeit, dass sich der Pariser Club mit seiner eigenen Verantwortung befasst. So argumentiert auch Salih Booker, Leiter der in Washington ansässigen Gruppe ‘Africa Action’: «Der Pariser Club ist für die nigerianischen Auslandschulden mitverantwortlich. Jahrelang haben seine Mitglieder die Kleptokratie der Militärs finanziell unterbal Development’ in Washington, ist allerdings anderer Auffassung. Er hat kein Problem mit den neuerlichen Zahlungen, die auf Nigeria zukommen. Der westafrikanistützt und zudem am nigerianischen Öl verdient.» Todd Moss, vom Leiter der Schuldenerlassinitiative für Nigeria beim ‘Centre for Glo-

«Das Abkommen ist für alle Beteiligten günstig: für Nigeria, weil es sich von Vetternwirtschaft und Korruption befreien will, für die USA und die anderen reichen Staaten,

weil größere Stabilität in Nigeria das Risiko von globalen Versorgungsproblemen bei Öl mindert.»
(Emad Mekay/ips)

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Kleine Geschenke - Ein Ende der Vetternwirtschaft und Korruption in Sicht? Photo: pc

geria seine Schulden bereits mit 54 Milliarden Dollar. Auch um den Erlass des Pariser Clubs zu erhalten wird Nigeria noch einmal zahlen müssen. Bis März 2006 fallen nach dem neuen Übereinkommen 12,4 Milliarden Dollar an. Zudem ist der Erlass an eine positive Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) geknüpft. Er hat Nigeria am 17. Oktober in ein Beobachtungsund Beratungsprogramm zur

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Um junge Menschen für Südafrika und den schwarzen Kontinent zu begeistern, ist die GECOSA mit der Praktikumsvermittlung KapIntern eine enge Partnerschaft eingegangen. Das südafrikanische Unternehmen verDer Weg zum schwarzen KontiCOSA ausländische Unternehmittelt hoch qualifizierte Praktinent führt für viele Europäer mer von Beginn ihres Engagekumsplätze im der Kapregion. über Südafrika - für fast alle bements bis zum Vertragsschluss Als kompetenter Ansprechpartginnt die Reise am Kap der gutbei allen administrativen Schritner übernimmt die GECOSA für en Hoffnung, von wo aus bereits ten. Grundlage für den wirtdeutsche Studenten und Auszu1652 die ersten europäischen schaftlichen Erfolg der Consulbildende die komplette OrganiSiedler das Land erkundeten. An ting- Firma ist neben langjährisation in Deutschland und plant Fassade des Gebäudes am Platz vor dem der Schnittstelle zweier Weltmee- ger Erfahrung und Know- how Neuen Tor in enger Zusammenarbeit mit re gelegen, ist die schöne Stadt eine enge Kooperation mit Foto: privat KapIntern den gesamten Aufentam Kap seit dem Ende der Apart- großen südafrikanischen Banhalt vor Ort. heid wieder zum Symbol für die ken sowie Wirtschafts- und Indas Business- Centre als ersten gelungene Symbiose von afrikateressenverbänden, die bei der Zugang zum deutschen und euDarüber hinaus wird Interessiernischer Tradition und europäiSuche nach einem passenden ropäischen Exportmarkt. Sie haten die Möglichkeit geboten, scher Lebensweise geworden. Für südafrikanischen Partner und ben die Möglichkeit, sich hier Südafrika, seine Menschen, und viele europäische Privatleute ist der Finanzierung von Projekten eine eigene Geschäftsadresse seine Kultur besser kennen zu diese Mischung, begünstigt von behilflich sind. einzurichten und der modernen lernen. In den großzügigen üppiger Vegetation und mildem Die gesteigerte Nachfrage nach Kommunikationstechnik zu beRäumlichkeiten des BusinessKlima ein willkommener Anlass, Immobilien und Investitionsdienen. Dienstleistungen, die die Centre finden in regelmäßigen ihren Lebensmittelpunkt nach möglichkeiten für deutsche Inve- Kunden der GECOSA im zentral Abständen Vorträge und VeranSüdafrika zu verlegen. Geschäfts- storen sowie ein stetig wachsen- gelegenen Büro der Firma schon staltungen zum Thema «Südlileuten und Unternehmen dient des eigenständiges südafrikanilange für sich in Anspruch nehches Afrika» statt; Gastdozenten die Kapregion darüber hinaus sches Unternehmertum im Land men. aus Politik und Wirtschaft verals ein willkommener Einstieg zu und den umliegenden Staaten mitteln ihre Kenntnisse und Erden Märkten Südafrikas und wei- brachten den geschäftsführenDer große Vorteil der GECOSA fahrungen. Ganzjährig werden teren Ländern südlich der Sahaden Gesellschafter der GECOSA, gegenüber vielen anderen Condem Publikum afrikanische Prora. Rechtsanwalt Dr. Hans Wilhelm sulting- Firmen ist offensichtdukte vorgestellt und erklärt. Rünz, schließlich auf die Idee, lich: Durch die ineinander greiAuf diese Weise wird südafrikaEs ist daher kein Wunder, dass eine Zweigstelle der GECOSA in fende Betreuung in Deutschland nischen Unternehmern sowie das Team der German ConsulDeutschland zu eröffnen. Als und Südafrika ist ein Weg gefundeutschen Interessenten die ting South Africa (GECOSA) von Standort wählte er Berlin – den, auf die spezifischen BedürfMöglichkeit geboten, über das Kapstadt aus seit vielen Jahren nicht ohne Grund: Wie zwei nisse von Unternehmern und deBusiness Centre erste Kontakte europäische und vor allem deut- Weltmeere treffen in der Haupt- ren Geschäftsideen vor Ort einzu knüpfen, aus denen dauerhafte Verbindungen entstehen können. Erwähnenswert ist nicht zuletzt der soziale Aspekt des BusinessCentre: Nicht nur Praktikanten, die nach einem drei- bis sechsmonatigen Aufenthalt am Kap begeistert nach Deutschland zurückkehren, kommen gern Die Büros der Gecosa in Berlin sche Investoren sowie Unternehgehen zu können. In beiden Foto: privat hierher zurück, um über ihre Ermen mit großem Erfolg berät Büros arbeiten deutsche und fahrungen zu berichten und und betreut. Für Ausländer sind stadt Deutschlands Ost- und südafrikanische Anwälte und sich mit anderen Praktikanten die Investitionsbedingungen ide- Westeuropa zusammen. Ein Ökonomen; Deutsch, Englisch auszutauschen. Juristen, Ökonoal: Seit mehr als 10 Jahren ist idealer Standort also für ein Bu- und Afrikaans sind als Verkehrsmen und Ärzte, die in Südafrika das Land eine stabile demokrati- siness- Centre als Anlaufstelle sprachen selbstverständlich. Anstudiert haben, nutzen das Centsche Republik. Ein überschauba- für europäische und afrikanigepasst an die landesspezifire inzwischen als einen Ort, wo res Steuersystem, eine bürgerna- sche Investoren, die den Sprung schen rechtlichen, steuerlichen sie ungestört über die politihe Verwaltung sowie ein übervon einem auf den anderen Kon- und gesellschaftlichen Gegebenschen und wirtschaftlichen Prosichtliches Grundstücks- und Ge- tinent wagen wollen. Bereits im heiten werden Geschäftsideen zesse Südafrikas, den eigenen sellschaftsrecht ebnen ausländi- März 2005 öffnete das South Af- ohne Informationsverluste und Aufenthalt und Zukunftspläne schen Investoren den Weg. rican Business Centre gegenüber Sprachbarrieren ausgearbeitet sprechen können. Eine EntwickDurch das moderne Rechtssydem Wirtschaftsministerium in und schließlich gemeinsam erlung, die die deutschen und südstem in Verbindung mit Doppel- Berlin- Mitte seine Tore. Seither folgreich umgesetzt. afrikanischen Mitarbeiter mit besteuerungs- und Investitionswerden hier Geschäftsleute, Un- Das Business- Centre ist jedoch Freude sehen und unterstützen. schutzabkommen besteht insbe- ternehmen und Privatpersonen nicht nur eine Anlaufstelle für (ia) sondere für deutsche Investoren über die mannigfaltigen Investi- Geschäftsleute - es ist viel mehr große Rechtssicherheit. tionsmöglichkeiten in Südafrika als das: In nur kurzer Zeit ist es Kontaktdaten des Business Centre: South Afriumfassend informiert. zu einem in Deutschland einma- can Business Centre, Platz vor dem Neuen Tor 4, 10115 Berlin, Tel: + 49 (0) 30 240834-0, E-mail: Gemeinsam mit dem südafrikaSüdafrikanische Firmen und In- ligen Zentrum kulturellen Ausinfo@gecosa.de, Website: www.gecosa.de nischen Rechtsanwalt und Notar vestoren ohne eigene Niederlastausches zwischen Südafrika Michael Cooper begleitet die GE- sung in Deutschland nutzten und Deutschland geworden.

Unternehmensportrait:

German Consulting South Africa eröffnet das erste South African Business Centre in Berlin

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Südliches Afrika:

Chancen für die deutsche Wirtschaft
«Afrika ernst nehmen!» «Wir brauchen Afrika!», das sind zwei prägnante aktuelle Sätze unserer heutigen Zeit, die unsere Medien interpretieren und zu notwendiger Aufmerksamkeit rufen. Einerseits ruft die afrikanische Migrantenwelle eine breite Verzweiflung aus der Misere des schwarzen Kontinents hervor und andererseits erfolgt der Aufruf unseres Bundespräsidenten zu einer Initiative für neue Wege aus der Misere mit seinem Engagement in der «Partnerschaft mit Afrika».

eine gute Werbung für sein Land, woraus auch Entwicklungsansätze erkennbar wurden. Aber leider nutzte er meiner Meinung nach nicht seine Chance, dafür dieses Forum konkreter mit interessanten Projekten zu konfrontieren.

Ein Höhepunkt des Tages war die Begrüßung Madagaskars als Mitglied der SADC. Der mit einer Delegation anwesende Präsident des madegassischen Senats stellte sein Inselland vor und legte die Gründe für den Repräsentierte das neue Beitrittsland Ma- Beitritt zur SADC dar. Einen dagaskar: Senatspräsident Rajemison Ra- konstruktiven Einblick in die kotomaharo Foto: fetnat Wirtschaft Madagaskars gab stitionen sind eine Chance, um dazu Dr. Enßling, Berater des Staatspräsidenten von Madagasdas Potenzial in den Ländern zu nutzen, während die Verant- kar, und orientierte auf die Chancen für die deutsche Wirtwortung für die Investitionssischaft. Unter Hinweis auf den cherung bei der SADC liegt. beabsichtigten Besuch von BunUnter diesen Zeichen verlief despräsident Köhler im FrühWas bietet die SADC der deutauch der Wirtschaftstag zur schen Wirtschaft? Hierzu spra- jahr 2006 sind Initiativen für SADC (Southern African Development Community - Südafri- chen Vertreter der SADC. Beson- interessante Bereiche, insbesondere im Tourismus und im Bilkanische Entwicklungsgemein- ders Frau Dr. Thomas, CEO der schaft) und der «Südliches Afri- SADC/DFRC zielte auf die Frage, dungssektor gefragt. In diesem Zusammenhang stellte der wie können sich Deutschland ka Initiative der Deutschen Wirtschaft» (SAFRI) am 19. Ok- und das südliche Afrika stärker Afrikaverein in Aussicht, im Februar 2006 eine Unternehmerannähern? U.a. erläuterte sie tober 2005 in Hamburg. reise zu organisieren. Die Themen standen unter der die geplanten EntwicklungsÜberschrift: «Chancen und Per- korridore, wo große Invest-Pro- Wenn ich die an diesem Tag aufgezeigten Chancen für wirtjekte entstehen. Darüber hinspektiven für die deutsche Wirtschaft im südlichen Afrika aus braucht die SADC eine grü- schaftliche Aktivitäten werte, ne Revolution, d.h., die Produk- sehe ich anhand der Anwesen- die SADC als regionaler Wirtheitsliste einen Widerspruch schaftsfaktor». Die Wertung der tivität der Agrarwirtschaft ist zum Anliegen einer solchen zu erhöhen, insbesondere in sich entwickelnden BeziehunVeranstaltung, nämlich: Wo den Ländern Angola, Sambia, gen mit dieser potenziellen Tansania und Mosambik. Dafür war mehr deutsche Wirtschaft Wirtschaftsgemeinschaft im mit ihren Vertretern, und vor ist Unterstützung von außen südlichen Afrika durch SAFRI allem wo war der Mittelstand ? war getragen von interessanten notwendig. Das sollte SAFRI mit seinen TräAktivitäten, von Beispielen bedeutender Investitionsprojekte, Von Interesse war auch der Bei- gerorganisatoren ernsthaft ausbesonders in der Republik Süd- trag des Botschaftsrats der süd- werten. Wer soll sich engagieafrikanischen Botschaft, P. Bou- ren für die Wünsche der afrikaafrika, aber auch des sich im wer, über die Fußball-WM 2010 nischen Länder nach Kooperatiwirtschaftlichen Aufwind beon mit der deutschen Wirtin Südafrika und die sich darfindlichen Mosambik. schaft? Das können nicht alaus ergebenden Chancen für M. Kleinert, SAFRI -Beauftragter Wirtschaft und Tourismus. Die lein die Institutionen und Verbände. Warum ist der Mittelbetonte eingangs die besondere von ihm projektierte Wirkung dieses Ereignisses auf die ganze stand weiterhin zögerlich, in politische Verantwortung für diesen Märkten aktiver zu werdie Beziehungen, die SAFRI und SADC Region war beeinden? druckend und stellte auch das ihre Trägerorganisationen tranotwendige Investitionspoten- Ich komme deshalb zum gen, um den Integrationsprozess dieser Region zu unterstüt- zial heraus, das nur mit Unter- Schluss wieder auf einen Slogan, der über dem Berliner stützung von außen realisiert zen. Die Bedeutung der wirtschaftli- werden kann. Und sehr wichtig Wirtschaftstag Afrika im April chen Beziehungen, die seitens ist die geplante Nachhaltigkeit 2002 stand:« Africa works – Afrika ist im Kommen!» Diese für die RSA und ihre Nachbarder deutschen Wirtschaft und optimistischen Worte sollten staaten, die sich daraus ergeder Regierung beigemessen uns besonders aus heutiger ben wird. wird, unterstrich K. Brünjes, Sicht weiter begleiten und Mut Als ein Hoffnungsträger im Ministerialdirigent im BMWA geben, an der Entwicklung in südlichen Afrika stellte sich in ausführlicher Darlegung vieler Fakten, besonders in per- Sambia dem Gremium vor. Der Afrika aktiver mitzuwirken. Generaldirektor des Zambia In- (Gerd Eckert - freischaffender Consulspektivischer Hinsicht. Die vestment Centre zelebrierte Möglichkeiten der Direktinvetant-Coordinator, Berlin)

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Kamerun:

Cameroun :

Chantal Biya: First Lady mit großem Herzen
Seit dem 23. April 1994 ist Chantal Biya, geboren am 4.12. 1970 in der Ostprovinz des Landes, mit dem Präsidenten der Republik Kamerun verheiratet. Noch im gleichen Jahr gründete sie eine Stiftung, die ihren Namen trägt und an deren Spitze sie sich für die Ärmsten der Gesellschaft und den Kampf gegen Aids einsetzt. In den nunmehr elf Jahren seit der Stiftungsgründung haben sich die Aktivitäten ausgeweitet auf eine ganze Reihe weiterer Gebiete, Forschung, Erziehung, Wirtschaft, Soziales und Sport gehören mittlerweile zum Spektrum. Am 6. März 1998 wurde ein Zentrum für endoskopische Chirurgie und menschliche Fortpflanzung in Yaoundé eröffnet, mit 26 Betten zur Behandlung und einem angeschlossenen Forschungs- und Ausbildungszentrum. Kinderkrebsabteilung, in der bisher über 200 Kinder behandelt wurden, mit einer Erfolgsbilanz von über 90%. Um Kinder geht es auch in einem weiteren Projekt Chantal Biyas: Das ‚Children First Cen-

Chantal Biya : Une première dame au grand coeur
Épouse du Président de la République du Cameroun depuis le 23 avril 1994, fondatrice la même année de la Fondation qui porte son nom, Chantal BIYA est née le 4 décembre 1970 à Dimako, dans la Province de l’Est. Avec la création de la Fondation Chantal BIYA, l’épouse du Chef de l’État a donné et donne toujours la pleine mesure de son esprit d’engagement à la cause des démunis de toutes les catégories et à la lutte contre la pandémie du VIH/SIDA. Les activités que Chantal BIYA mène donc depuis 1994 dans le cadre de sa Fondation, se multiplient et se diversifient au fil des ans, embrassant tous les domaines, tous les secteurs de la vie : santé, promotion de la recherche, éducation, économie, social, sport… mes sont traités par an, dont 34.000 vaccinations. Le Centre Mère et Enfant de la Fondation Chantal BIYA dispose d’une unité de formation et de recherche universitaires. Il abrite aussi un Centre pilote d’Oncologie pédiatrique pour le traitement des cancers de l’enfant. A ce jour, plus de 200 enfants y ont été traités avec un taux de rémission supérieur à 90%. Le Children First Center de Yaoundé a été créé le 24 décembre 2002. C’est un Orphelinat de 30 lits pour enfants de 10 lits pour adultes. Les missions principales sont : l’accueil des enfants abandonnés et orphelins ; l’assistance aux familles en détresse ; l’aide à la santé, à l’éducation ; la réinsertion sociale et l’offre de différentes spécialités pédiatriques.

C’est ainsi que, le 06 mars 1998, le centre de recherche Nur einige Wochen später, am et d’Application en Chirurgie 18. April 1998, eröffnet die Endoscopique et de ReproducFirst Lady das medizinische tion Humaine de Yaoundé Zentrum in Meyomessala, im voit le jour. Il compte à ce Süden des Landes. Hier stehen jour 26 lits, assure «Synergies africaines» den Kranken 25 Betten zur les missions de sa gegen Aids Verfügung, 2.500 Patienten sucréation et les acchen hier jährlich die Ärzte tivités de formaauf, und 25.000 Impfungen tion. Ab November 2002 kommt werden im Jahr vorgenomeine weitere wichtige Aufgabe Le 18 avril 1998, la men. Aber damit nicht genug: für die First Lady hinzu: Die Première Dame au Dem Krankenhaus angeschlos- NRO ‘Synergies Africaines Grand Cœur donsene mobile Ärzteteams fahcontre le SIDA et les souffran- ne naissance au ren über Land und versorgen Centre Médical de ces’ (Afrikanische Synergien Bedürftige in abgelegenen Or- gegen Aids und das Leiden), Meyomessala, dans ten mit medizinischer Grund- getragen von zahlreichen afri- la province du versorgung und rücken auch Sud. Cet établissekanischen Präsidentengattinim Notfall schnell an. nen und Persönlichkeiten des ment hospitalier propose 25 lits, asinternationalen öffentlichen Das Mutter- und Kind-Zensure en moyenne Lebens, veranstaltet ihren ertrum in Yaoundé öffnet seine sten Kongress in Kameruns 2500 consultations et adminiPforten am 23. Februar 1999, Hauptstadt Yaoundé, unter Fe- stre 25.000 doses de vaccins es versorgt mit 258 Betten derführung von Madame Biya, par an. Des équipes médicales rund 33.000 Frauen und mobiles sillonnent les villader dann gleich danach auch 40.000 Kinder jährlich, und ges, les zones reculées ou ender Vorsitz der NRO übertraauch hier werden viele Impgen wird. Kein Wunder, denn clavées, question de rapprofungen durchgeführt, im cher les soins de santé primaidas soziale Engagement von Schnitt 34.000 im Jahr. Ein res ou d’urgence des populatiKameruns First Lady spricht Ausbildungszentrum und ein für sich. ons nécessiteuses : Forschungsinstitut der Univer- (jlm) Le Centre Mère et Enfant de sität sind diesem Mutter- und Yaoundé a été créé le 23 févriKind-Zentrum angeschlossen. er 1999. Il compte 258 lits. Besonders wichtig ist auch die 40.000 enfants et 33.000 fem-

ter’ in Yaoundé wurde Heiligabend 2002 in Betrieb genommen, ein Waisenhaus mit Platz für 30 Kinder und 10 Erwachsene. Hier werden vernachlässigte Kinder und Waisen aufgenommen, aber auch Familien mit Problemen gesundheitlich versorgt und in Erziehungsfragen beraten und die soziale Reintegration angegangen.

«Synergies africaines» pour combattre le SIDA
En novembre 2002, l’ONG ‘Synergies Africaines contre le SIDA et les souffrances’ sort des fonts baptismaux au cours Fotos: oc de la première conférence des premières Dames d’Afrique organisée à Yaoundé. Cette conférence est placée alors sous la présidence de Madame Chantal Biya et à qui la présidence de ‘Synergies Africaines contre le SIDA et les souffrances’ sera confiée. Il est permis de dire que Chantal BIYA, avec sa Fondation, remplit honorablement son contrat à la présidence de ‘Synergies Africaines’. Les actions parlent d’elles-mêmes, plus que tous les mots.
(jlm)

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Nr. 06/2005 | Seite 23

TH-Aviation-ConneXions, Südafrika:

Professionelle Pilotenausbildung, Flugsafaris und Survival-Training
Der Kindheitstraum vom Fliegen, völlig unbeschwert und frei wie ein Vogel zu schweben, wird in Südafrika zur Realität: Viele Europäer machen ihn bereits wahr und stellen dabei fest, dass ihnen hierbei eine klassische ‚win-win’ Situation gelungen ist: den eigenen Wunsch des Fliegens in einem atemberauend traumhaften Land zu konkurrenzlos günstigen Preisen realisiert zu haben. TH-Aviation-ConneXions ist neben Luxus-Safaris und Abenteuerurlaub auf Pilotenausund Weiterbildung spezialisiert, egal ob Fläche oder Helikopter. Zwischen Kalahari und Krüger-Nationalpark können Sie mit unserer Flugschule das afrikanische Naturwunder erleben – als Pilot!

bieten auch ein in Südafrika einzigartiges NachtflugRating an, ein Rating für jeDie Flugkünste werden kritisch beobachtet Foto: Dana Allen, Wilderness den Gebirgsflug-Enthusiasten! «Commercial Pilot» (CPL), dem Berufspiloten mit der Lizenz für die erwerbsmäßige Fliegerei. Anschließend arbeiten viele frischgebackene ‚CPLer’ als Buschpiloten für diverse Fracht- und Touristikunternehmungen in Namibia oder auch in Zentralafrika. Hierbei kommen dann erstmals kleinere Flugzeugmuster wie die Cessna 206 oder 208 Grand Caravan zum Einsatz. Gestandene Piloten mit einer gültigen europäischen oder amerikanischen Pilotenlizenz (JAA/FAA) erhalten durch den im Pilotenleben einzigartigen und sehr schweißtreibenden «Bush Pilot Course» einen «Upgrade» ihrer bestehenden fliegerischen Fähigkeiten: Schwierige An- und Abflugverfahren im Gebirge unter Sichtflugbedingungen (VFR) und klimatische (High Density Altitude) sowie topografische Herausforderungen (buschtypische Startund Landepisten) runden diesen einmaligen Kurs ab. Wir

Entspannen in luxuriösen Lodges Foto: fetnat

Wilderness-Safari Luxusreisen
Angeboten werden unvergessliche Flug-Safaris zu den Südafrikas Naturschönheiten nicht nachstehenden Staaten wie Botswana, Sambia, Namibia oder Mosambik. Je nach Bedarf stellen wir Ihnen das optimale Programm zusammen. Es erwarten Sie komfortable Buschcamps und exklusive Lodges. Unsere persönlichen Kontakte zu luxuriösen Lodges sowie der flexible Zugriff auf unsere Luftflotte machen uns einzigartig in diesem Segment. Golftouren, Wildlife oder Geschäftsreisen organisieren wir souverän. Alle Programme kennen wir persönlich, eine Eruierung und abschließende Beurteilung neuer Projekte sind unser Qualitätsmerkmal – somit grenzen wir uns zu Kataloganbietern ab, Wilderness & Aviation Expertise aus einer Hand! Schauen Sie bei uns vorbei: www.wildlife-flugsafari.de
Das Wildlife aus der Luft betrachten Foto: «Magisches Afrika» (siehe auch S. 26)

Survival Training
Überlebenstraining und das Bilden von Team-Geist werden beim «African Bush Camp» in zwei Kursen angeboten, einem 3-monatigen und einem 7-monatigen Abenteuerlager. Angesprochen sind hier alle Schulabgänger oder junge Menschen bis 26 Jahre, welche in einem spannenden Umfeld individuelle Grenzen als Gemeinschaftserlebnis erfahren möchten. Spaß und sehr viel Spannung machen dieses EcoAdventure definitiv zu einem unvergesslichen Erlebnis…hier werden Freundschaften fürs Leben gefunden!
www.survival-suedafrika.de

Foto: Dana Allen, Wilderness

Über den stolzen «Big Five», nämlich Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn findet der vierwöchige PPL-Kurs (Private Pilot License) statt. Die Ausbildung erfolgt in englischer Sprache. Die Flugschüler sind während der kompletten Ausbildung auf dem im afrikanischen Busch gelegenen Campus der Akademie untergebracht. Pilotenanwärter aus der ganzen Welt absolvieren hier ihre 12-monatige Flugausbildung. Diese endet mit dem

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Nr. 06/2005 | Seite 24

Kenia:

Die Natur ruft
engagierten. Eine Unterkategorie der Game Sanctuaries sind die so genannten Group Ranches, die aus den Ländereien vieler Kleinbauern hervorgeDie Nationalreservate dürfen gangen sind. So profizwar nicht besiedelt werden, es sind allerdings auch andere tiert z.B. im Mwaluganje Elephant Sanctuary Nutzungsformen zulässig. So eine Vielzahl von Einsieht man in den Randgebieheimischen von den ten der beiden berühmtesten touristischen EinnahNationalreservate, der Maasai Mara und dem Samburu, häu- men. Dabei fließt nur ein Teil der Erlöse difig ansässige Maasais oder Samburu ihre Viehherden wei- rekt an die Menschen, den. Die Verwaltung der Natio- ein großer Teil wird in nalreservate obliegt dem jewei- den Bau von Schulen, in die Verbesserung der ligen County Council. medizinischen Versorgung Die letzte, aber besonders reiz- oder der Wasserversorgung oder andere gemeinnützige volle Kategorie stellen die Projekte investiert. Game Sanctuaries dar. Dabei handelt es sich meist um riesige Privatranches, die mit viel Kenias Tierreservate lassen Safaris ab Nairobi und Enthusiasmus und Liebe zur sich grob in drei Kategorien Natur betrieben werden. Viele einteilen: die Nationalparks, Mombasa davon liegen in Laikipia, der die Nationalreservate und die Region zwischen Mount Kenya so genannten Game Sanctuaries, meist private Refugien für und den Aberdares, aber auch Der klassische Ausgangspunkt Wildtiere. Allein die ersten bei- im Rift-Valley oder an den Tsa- für Safaris in Kenia ist Nairobi, vo Nationalparks liegen einige da man von hier aus die meiden Kategorien, die über 60 dieser Tierreservate. Berühmte sten Tierreservate innerhalb Nationalparks und -reservate Vertreter sind das Taita Hills nehmen eine Fläche von fast weniger Stunden erreichen 50.000 Quadratkilometern ein, Game Sanctuary oder die Ol kann. Aber auch Mombasa biePejeta Ranch (Sweetwaters). was immerhin knapp 10 Protet sich als Startpunkt für Ihren außergewöhnlich guten atemberaubende Safaris an. Ob zent der kenianischen Staatsfläche entspricht. Die berühm- Ruf erwarben sich einige dieman eine Kurzsafari zu den ser Reservate Ende der 1980er testen Vertreter dieser KategoTsavo- Nationalparks, zum Tairie sind die beiden Tsavo Natio- Jahre, als sie sich mit riesigem ta Hills Game Reserve oder finanziellem Aufwand für den zum Shimba Hills Nationalnalparks, der Amboseli oder Schutz der damals vom Ausder Nairobi Nationalpark. Das park plant oder eine Flugsafari sterben bedrohten Nashörner Management der Nationalin die Maasai Mara machen Ist Kenia die Wiege der Menschheit, der Ursprungsort der ersten Menschen? Selbst wenn man sich dessen nicht völlig sicher ist, ist es dem Keniareisenden auf jeden Fall bewusst, dass er sich hier auf einem Fleckchen Erde befindet, wo vor fünf oder sechs Millionen Jahren seine Vorfahren den gleichen Tieren in der gleichen Umgebung begegnet sind. Eine Reise nach Kenia ist eine Reise in einen tropischen Garten mit traumhaften, kilometerlangen Stränden und großen Tierherden, die Steppen und Savannen, Wüsten und Wälder bevölkern, ist Badevergnügen und Naturereignis in einem. parks wird durch die Naturschutzbehörde Kenya Wildlife Service (KWS) übernommen.

möchte - die Auswahl ist grenzenlos. Und ein kurzer Flug nach Nairobi ermöglicht es, auch die anderen Highlights Kenias, wie z.B. das Samburu Nationalreservat, die Seen des Rift-Valley oder auch die einzigartigen Tierparks am Mount Kenya oder in den Aberdares zu besuchen. Mombasa am nächsten gelegen ist der Tsavo Nationalpark. Dieser sehr große Nationalpark

Governors’ Ilmoran Camp, Maasai Mara

unmittelbar südlich der Chyulu Hills hat eine Fläche von 20.810 km? und liegt auf einer Höhe von 230 bis 2000 m. Die Fernstrasse Nairobi-Mombasa teilt den Park in zwei Hälften, in Tsavo East und Tsavo West. Obwohl diese Teilung hauptsächlich verwaltungstechnische Gründe hat, unterscheiden sich die beiden Gebiete erheblich. Tsavo East besteht aus kilometerweiter, flacher, trockener Dornbuschsavanne mit vereinzelten Baobabbäumen und wird vom Yatta Plateau, dem längsten Lavafluss der Welt, dominiert. Tsavo West ist landschaftlich noch beeindruckender. Amboseli, südlich von Nairobi

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Nr. 06/2005 | Seite 25

gelegen, ist Kenias meist besuchtes Wildtiergebiet. Ursprünglich 1948 als ein Reservat von 3260 km2 ausgewiesen, wurde es 1961 den Massai übergeben, doch wegen Konflikten zwischen den MassaiHerden und den Wildtieren wurde ein Teil der ursprünglichen Größe 1974 zum Nationalpark erklärt. Mit jetzt 392 km2 umgibt der Park Ol Tukai (Massai-Begriff für die hier vorkommende Phönixpalme), ein Sumpfgebiet, das für viele Wildtiere attraktiv ist. Für Kenia-Kenner zählt das Samburu Nationalreservat zu den schönsten Naturschutzgebieten des Landes. Man hat hier gute Chancen, viel Wild zu sehen. Wenn auch die großen Herden fehlen, so fasziniert hier doch die Vielfalt der Arten. Im Samburu kommen Tierarten vor, die besonders an die Trockenheit angepasst sind und daher in den niederschlagsreicheren Regionen Kenias nicht anzutreffen sind, wie z.B. die Giraffenhalsgazelle (Gerenuk), das Grevy-Zebra, der Somali-Strauß, Beisa-Spießbock (Oryx-Antilope) und Netzgiraffe. Relativ groß ist der Bestand an Geparden und Leoparden. Weitere Säugetiere, die man hier antrifft sind Steppenzebras, Büffel, Impalas, Wasserböcke, Grant-Gazellen, Klippspringer, große und kleine Kudus, Warzenschweine und nicht zuletzt Löwen. In den Windungen des Uaso Nyiro River tummeln sich Flusspferde und auf den Sandbänken dösen mächtige Krokodile. Den Höhepunkt bilden die großen Elefantenherden, die im seichten Wasser des Uaso Nyiro River trinken und baden.

ten Netzgiraffe hierher umgesiedelt. Sie haben sich vermehrt und sind jetzt ein vertrauter Anblick. Trupps Jenseits des Äquators, südlich von Bogoria, liegt der berühm- schwarz-weißer Colobus-Affen kann man in den gelbborkigen teste See des Rift Valley, der Nakuru. Weltweit für seine Fla- Akazien (Acacia xanthophloea) mingos bekannt, wird er als ei- im südlichen Teil des Schutznes der Naturwunder der Erde gebiets beobachten. Hier ist auch der herrliche Schopfadler betrachtet. 1961 erklärte man zu sehen, der stärkste Adler die südlichen zwei Drittel zu Afrikas. einem Vogelschutzgebiet für Flamingos, und 1967 wurde der Nakuru der erste NationalUnterkünfte zum Träumen park in Afrika, der dem Vogelschutz diente.1969 wurde das Gebiet auf den ganzen See aus- Lodges und Safaricamps sind gedehnt und hat sich seitdem in den Nationalparks und -reweiter vergrößert, so dass es servaten Kenias zahlreich vorjetzt 188 km2 umfasst. handen. Unter einer Lodge versteht man eine Unterkunft, die Lake Nakuru ist auch ein Nashorn-Schutzgebiet mit einer Population von mehr als 30 Spitz- und Breitmaul-Nashörnern, doch waren die Flamingos immer die Hauptattraktion. Oftmals leben fast 2 Mio. Flamingos am See und bilden ein wunderschönes rosa Band um das Seeufer herum. 1960 wurde eine kleine Fischart, die in dem alkalischen Wasser Loisaba Lodge, Laikipia überleben kann, der Tilapia grahami, zur Moskitobekämpfung in den See eingesetzt. aus festen Gebäuden errichtet Diese Tilapia haben sich inzwi- wurde. Häufig befinden sich schen in Zahl und Größe so die Lodges an Plätzen mit vermehrt, dass sie nun wieder- wunderbaren Ausblicken in um viele fischfressende Vögel die Natur. Modernere Lodges angezogen haben: Pelikane, integrieren sich durch die VerKormorane und Reiher. Obwendung von Natursteinen wohl über 400 Vogelarten am und Hölzern ideal in die umNakuru nachgewiesen wurden, liegende Natur. Viele Lodges sind sie nicht die einzige Atliegen an natürlichen oder traktion, die der See zu bieten künstlich angelegten Wasserhat. Über 50 Säugetierarten löchern, die das Wild wurden registriert, und vielanlocken. Meistens werden dieleicht kann man hier am ehese Wasserlöcher abends besten in Kenia Leoparden sehen. leuchtet, so dass man quasi Vor einigen Jahren wurden eirund um die Uhr dem Treiben nige Exemplare der gefährdean den Wasserlöchern beiwoh-

Lake Nakuru

nen kann. Einige Lodges legen auch noch Salzlecken an oder Fleischköder aus. Dies lockt dann auch seltene oder scheue Tiere, wie z.B. Leoparden an. Noch einen Hauch exklusiver sind die Safaricamps. Hierbei handelt es sich um Zeltcamps, die auch in den entlegensten und abenteuerlichsten Orten Kenias anzutreffen sind. Man sollte allerdings nicht auf den Gedanken kommen, Safaricamps mit primitivem und unkomfortablem Camping zu vergleichen. Das Gegenteil ist der Fall, die Safaricamps in Kenia sind meistens sehr komfortabel ausgestattet. So verfügt jedes Zelt über Stehhöhe, ein festes Bett mit Bettwäsche, und auch hygienischen Ansprüchen werden sie gerecht, denn im hinteren Teil des Zeltes befinden sich eine Dusche, ein WC und ein Waschbecken. In exklusiven Camps findet man auch schon mal Mahagonimöbel, Himmelbetten mit Moskitonetzen oder viktorianische Badewannen. Allen Camps gemein ist das Safari-Feeling à la Hemingway. Man sitzt abends auf der Veranda unter dem Vordach seines Zelts und genießt mit einem «Sundowner» in der Hand den lodernden afrikanischen Sonnenuntergang, und unvergleichlich sind die Nächte, wenn man im Bett liegend den Tiergeräuschen im Busch lauschen kann.
(ia, mit freundlicher Unterstützung von: http://www.discover-kenyatours.de – hier gibt’s noch viel mehr zu entdecken!)

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Nr. 06/2005 | Seite 26

Südafrika:

Wal-Geschichten
Die Südlichen Glattwale, «Southern Right Whales», lassen die eisigen Regionen der Antarktis hinter sich und machen sich auf in wärmere Gefilde, um sich dort zu paaren und zu kalben. Bei ihrer Ankunft im Winter und Frühling wird die Südküste des Kaps zum Tummelplatz der Riesensäuger – unzählige Wale bevölkern die Buchten vor der südafrikanischen Küste. Ihren Namen erhielten die Tiere einst, weil man sie als die «richtige», perfekte Beute zur Jagd bezeichnet hatte – denn sie sind langsam, die Tierkadaver schwimmen an der Wasseroberfläche und die Ausbeute war groß – seit 1935 sind Südliche Glattwale geschützt. Der kleine Küstenort Hermanus an der Walker Bay gilt als bester Ausgangsort der Welt zur Walbeobachtung vom Festland aus. Und dann sind da noch Plettenberg Bay, Algoa Bay und die Wild Coast als Alternativen. Natürlich sind die Südlichen Glattwale der Stolz der Region, es gibt hier aber auch Buckelwale, Brydewale und Orkas. Die beste Zeit zur Walbeobachtung ist von Juni bis November, wenn sich die Tiere vor der Südküste des Kaps aufhalten, obwohl auch schon einige Wale etwas nördlicher bis nach KwaZulu-Natal hin gesichtet wurden. Die Hauptsaison, in der die Tiere kalben, ist von Juli bis August, aber auch

creme und Geduld mitzubringen. - Halten Sie nach der Wal-Fontaine Ausschau, die normalerweise ein sicheres Indiz für die im September und Oktober Anwesenheit eines Wales ist. sind noch viele Wale zu sehen. - Südliche Glattwale besitzen Obwohl wir noch vieles nicht über die Wale wissen, ist es be- keine Rückenflosse, und sie Während dieser Monate gibt es haben Hautschwielen, Flecken wiesen, dass sie über riesige fast eine Garantie, dass man oder Verdickungen auf ihren Entfernungen miteinander täglich Wale sieht und es ist kommunizieren, dass sie lange Köpfen, was sie von anderen nichts Ungewöhnliches, wenn Zeit für ihre Kälber sorgen und Walarten unterscheidet. sich gleichzeitig 20 graue Riemit Echolottechnik navigieren. - Wenn Sie im Boot auf Walbesen in der Walker Bay tumWir wissen außerdem, dass die obachtungstour gehen (was meln. Die Beobachter sind verjährlich 50.000 Menschen tun), Walbeobachtung ein ganz bezückt beim Anblick der Südlistellen Sie vorher sicher, dass sonderes Erlebnis ist, das die chen Glattwale, wie sie ihre der Reiseanbieter staatlich liSeele berührt. Fontänen sprühen und sich im zenziert ist, um Wale aus Wasser vergnügen. Wenn Sie nächster Nähe zu beobachten; dass die notwendigen Bootlizenzen und versicherungen vorliegen und dass der Skipper qualifiziert ist, sowie über eine Waleine riesige schwarze Schwanz- «Perfekte Beute zur Jagd»: Wale Foto: fetnat beobachtungserlaubnis verflosse aus dem Wasser ragen fügt. Verhalten Sie sich die sehen, als ob der Wal einen ganze Zeit über leise an Bord Tipps zur Walbeobachtung: Handstand macht, dann haben und befolgen Sie die Anwei- Klare, windstille BedingunSie sicher einen Südlichen sungen. gen sind ideal zur WalbeobGlattwal vor sich. achtung. Welche Walart Sie auch immer Weitere Informationen zur Walbeob- Zur Walbeobachtung vom achtung unter: erblicken, es ist schwierig zu Wasser aus, empfiehlt es sich, www.dolphinstudies.co.za oder beschreiben, welch ein AdFerngläser, einen Hut, Sonnen- www.whalefestival.co.za renalinstoß und gleichzeitige innere Ruhe jeden überkommen, der einen Walbauch auf die Meeresoberfläche platschen oder eine Schwanzflosse aus dem Wasser ragen sieht.

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Tourismus als wichtiger faktor Seite 17/18

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Nigeria:

Entwicklungs-

Ostafrika:
Christen und Muslime Seite 10

Einsame Alte Seite 11

Dem. Republik Kongo :

tun sich schwer

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Nr. 06/2005 | Seite 27

Ein Flair, das es nirgendwo anders gibt

Camps Bay: Hier lebt der Jet Set

Die Praktikanten Florian und Benjamin haben Spaß im Kapstädter Club Dizzy’s

Kapstadt – Metropole am Kap der guten Hoffnung

Auslandspraktika:

Mit KapIntern nach Kapstadt - rundum sorglos
Ein Praktikum im Ausland ist sowohl für die persönliche als auch für die berufliche Entwicklung ein Meilenstein im Leben eines jungen Menschen. Im Zeitalter der Globalisierung ist der Umgang mit anderen Kulturkreisen unerlässlich. Den Arbeitsalltag in einem fremden Land kennen zu lernen erweitert nicht nur den Horizont, sondern hilft auch so genannte ‚softskills’ wie interkulturelle Kompetenz, Charakterstärke und Flexibilität zu entwickeln. Fähigkeiten, die heutzutage viele Unternehmen ebenso fordern wie gute Sprachkenntnisse. Wo könnte man beides besser erlernen als in der Metropole am Kap der guten Hoffnung, die nicht umsonst zu den schönsten Städten der Welt zählt? Malerisch am Fuße des majestätischen Tafelbergs an der Schnittstelle zweier Weltmeere gelegen, war und ist Kapstadt Zentrum südafrikanischer Lebenslust. Seit jeher verschmelzen am südlichsten Punkt Afrikas afrikanische Traditionen mit europäischer Lebensweise. Die verschiedenen ethnischen, ökologischen und geschichtlichen Einflüsse sind deutlich an den verschiedenen Baustilen der Stadt wieder zu erkennen: Art Deco, Britischer Kolonialstil und Postmoderne bestimmen gemeinsam mit den einstöckigen bunt-getünchten Häusern des Malay-Quarter das Stadtbild. Es ist wohl neben der vielfältigen Natur und dem guten Wetter dieser lebenslustigen bunten Kulisse zu verdanken, dass die Stadt Heimat der besten und bekanntesten Künstler Südafrikas sowie vieler lokaler und internationaler Filmfirmen geworden ist, die ihrerseits den internationalen Jet-Set und die Modeszene magisch anziehen. Studenten aus ganz Afrika und dem Rest der Welt studieren an den drei Universitäten der Stadt, nicht zuletzt, um für eine Weile Teil der so genannten ‚Mother City’ zu sein. Während die Schönen und Reichen an den Stränden von Camps Bay und Clifton das Leben genießen, findet man in Observatory ein lebendiges Studenten-Viertel mit vielen Cafes und Bars. In den Wohngegenden Oranjezicht, Gardens und Sea Point bezaubern zahlreiche Restaurants mit traditioneller afrikanischer, kapmalaiischer, italienischer und deutscher Küche. Sonnenanbeter und Surfer beherrschen die Strände des Western Cape bis zum Sonnenuntergang. Bei Nacht schwimmt die Stadt am Kap in einem Meer von Lichtern und lädt dazu ein, sich in das einmalige Nachtleben zu stürzen. Unser Servicepaket beinhaltet eine Reihe von Leistungen, mit denen wir euch eine sorgenfreie Vorbereitung und einen problemlosen Aufenthalt garantieren können. Dank unserer guten Beziehungen zu zahlreichen Unternehmen sind wir in der Lage, einen geeigneten Praktikumsplatz für euch zu finden und auf eure individuellen Wünsche einzugehen. Wir erstellen einen englischen Lebenslauf nach euren Vorgaben, den wir mit eurer Bewerbung an unser Büro in Kapstadt senden. Aus unserem großen Unternehmenspool schlagen wir euch dann geeignete Praktikumsplätze vor. Von Anfang an stehen wir euch auch in Kapstadt zu jeder Zeit als persönlicher Ansprechpartner zu Verfügung und organisieren auf Wunsch Versicherung, Unterkunft, Auto, Visum und Förderungsmöglichkeiten. Wer neben seinem Praktikum seine Englischkenntnisse verbessern möchte, kann dies in einer der vielen Sprachschulen tun; bei der Auswahl sind wir gerne behilflich. Da wir nach einem Bausteinprinzip arbeiten, bezahlt ihr natürlich nur, was ihr auch wirklich benötigt!
(Karsten Wagner, Leiter KapIntern Deutschland, Text und Fotos) Weitere Infos bekommt Ihr unter info@kapintern.de oder +49(0)30/ 240 834-27. Natürlich könnt ihr uns auch schreiben: KapIntern/South African Business Centre; Platz vor dem Neuen Tor 4, 10115 Berlin.

Abenteuer, Nervenkitzel, Anstrengung

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Nr. 06/2005 | Seite 28

Strandlandschaft auf den Komoren

Von allen geschützt: die Schildkröten Fotos: fetnat

Ökotourismus auf den Komoren:

Segensreich für Schildkröten und Menschen
Auf Moheli, der kleinsten der Komoreninseln, ist der Zyklon Elina, der 1983 das ganze Archipel verwüstete, den Bewohnern noch in schlimmer Erinnerung. Aber für die Menschen des Dorfes Itsamia steht 1983 auch für den Beginn eines Kampfes, der heute, nach über 20 Jahren, dazu geführt hat, dass die Meeresschildkröten in Frieden und die Menschen besser leben können. Der kleine Küstenort wurde zum Pionier des Ökotourismus. Alles begann mit der internationalen Aufbauhilfe nach dem Zyklon: Japan spendete den Fischern Motorboote. Das machte aus den traditionellen Schildkrötenjägern, die zuvor mit Segelbooten von der Nachbarinsel Anjouan kamen, zu gefürchteten Wilderern. «Seit den 60-er Jahren kamen sie immer für eine Woche, die Zeit, die sie brauchten, um die Schildkröten zu erlegen und zu trocknen. Aber oft blieben sie aus, denn der Transportweg dauerte sehr lange», erzählt Daan-Ouni M’Soili, Vorsitzender des «Verbandes für
Abenteuer, Nervenkitzel, Anstrengung

die Schildkröten geschützt werden müssen. Neuerdings passt das ganze Dorf mit auf, und kein Kind würde einer Schildkröte mehr etwas zuleide tun».

Kollektive Tourismusverwaltung
Eine ganze Reihe Dörfer auf Moheli machen es inzwischen genauso, das Prinzip ist überall gleich: Die Gewinne werden von einem Verein verwaltet und kommen dem Gemeinwohl zugute. Wal- und Schildkrötenbeobachtung, die Unterbringung in traditionellen Behausungen, Faktoren, die Ruhe und Natur suchende Touristen anziehen. Für Moheli und seine 30.000 Einwohner ist der Ökotourismus eine große Hoffnung, denn die jeweiligen Regierungen haben die kleine Insel in Bezug auf Investitionen alle schon immer links liegen lassen. Die meisten Bewohner leben von Landwirtschaft und Fischerei und wohnen in Lehmhäusern. Diese «Zurückgebliebenheit» aber ist ein Pluspunkt: Keine touristischen Betonbauten, keine Umweltverschmutzung wie auf den berühmten Schwesterinseln Mauritius und Seychellen. Mittels einer Webseite und gezielten Marketingmaßnahmen will man in der nächsten Zeit die Zahl der Touristen verfünffachen – bisher besuchen nur 400 Reisende jährlich die kleine Ökoinsel. (Lisa Giachino)

sozioökonomische Entwicklung Itsamias». «Aber dann, mit den Motorbooten, brauchten sie nur eine Stunde, und das Gemetzel nahm riesige Ausmaße an». Verärgert schlossen sich die Dorfbewohner gegen die auswärtigen Jäger zusammen, schnappten sie und lieferten sie der Polizei aus. «Aber da wir keine anerkannte Organisation waren, wurden unsere Klagen nicht anerkannt und die Wilderer wieder freigelassen. Deshalb haben wir unseren Verein gegründet, der 1991 eingetragen wurde», berichtet M’Soili weiter.

Schwager anzugehen ist in unserer Gesellschaft nicht angebracht», erzählt M’Soili. «Es gab regelrechte Schlachten am Strand. Eines Tages haben sie uns dann versprochen, dies sei das letzte Mal, dass sie herkämen, wir schlossen einen Pakt, und den haben sie bis heute eingehalten». Danach ging es voran mit Itsamia:1997 wurden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um ein Seminar mit dem Thema Schildkrötenschutz zu veranstalten und am Strand ein «Haus der Schildkröte» einzurichten, das über diese Thematik informiert. Vereinsmitglieder überwachen nun regelmäßig den Strand, wo außerdem zwei Bungalows errichtet wurden, von wo aus Touristen nun in Begleitung eines «Ökoführers» Schildkröten beobachten können. Der Erlös daraus kommt der Gemeinde zugute, für Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Bau öffentlicher Gebäude usw. «Das beeindruckt die Leute», sagt DaanOuni, «wenn sie sehen, dass für sie etwas Gutes dabei herumkommt, verstehen sie, dass

Pakt mit den Wilderern
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Es brauchte einen jahrelangen Kampf, bis in Itsamia das Töten und Verspeisen von Schildkröten als Straftat galt, ein Kampf, der sogar manchmal zwischen Familienmitgliedern ausgetragen werden musste. «Die Fischer von der Nachbarinsel heirateten manchmal Mädchen von hier, und schon war man mit einem Wilderer verwandt, und gegen seinen

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Nr. 06/2005 | Seite 29

Kenia:

Libyen:

KWS Parks streben den Weltklasse-Status an
Der Kenia Wildlife Service hat ein Projekt in Höhe von Sh40 Million vorgestellt, um die Nationalparks auf Weltklasseniveau zu bringen. Das dreijährige Projekt strebt danach, für acht Parks den Standard ISO 9000, ein anerkanntes Qualitätskennzeichen, zu erwerben. Infolgedessen werden einige Parks mit einer neuen Schutzmarke versehen - Lake Nakuru, Amboseli, Tsavo East, Tsavo West, Millitorr Kenia, Millitorr Elgon, Aberdare und Nairobi National. KWS-Direktor Julius Kipng’etich sagt, dass KWS sicherstellen wird, dass diese Parks einen Weltklasse Service Standard erreichen. Die Programme zum Erhalt von Pflanzen und Tieren

Tourismusinvestitionen in Höhe von US-$ 5,7 Mrd. geplant

Nach Angaben der französischen Zeitschrift Arabies / September 2005 plant Libyen in den kommenden Jahren US-$ 5,7 Mrd. in den Ausbau des Tourismus zu investieren. Das Land, das im vergangenen Jahr rund 500.000 Touristen verzeichnen konnte, erhofft sich langfristig einen Anstieg der Pelikane und Flamingos im Lake Nakuru Besucherzahlen auf 3 Mio. PerNational Park Foto: fetnat sonen im Jahr. Im Rahmen eiBenghazi, Libyens zweitgrößte Stadt nes Fünf-Jahres-Planes sollen Foto: fetnat werden wiederbelebt und die mit Investitionen von US-$ 2,6 Parksicherheit verbessert. Das Mrd. rund 40.000 neue Arbeits- ländischen, maltesischen und Projekt begann im September plätze im Tourismussektor ent- pakistanischen Tourismusunmit dem Lake Nakuru National ternehmen geschlossen, die stehen. Park und dem Amboseli. sich im Aufbau der touristiDurch die ISO Bescheinigung schen Infrastruktur in Libyen In den vergangenen Monaten und dazugehörigem Marketing wurden bereits zahlreiche Ver- engagieren wollen. strebt die KWS eine Erhöhung träge mit italienischen, nieder- (av) auf 1,6 Million Besucher pro Jahr an. (av) Tunesien:

Berlin / Düsseldorf:

TUI baut zwei neue Hotels
TUI-Chef Michael Frenzel kündigte auf einer Pressekonferenz in Tunis an, dass sein Unternehmen im kommenden Jahr zwei weitere Hotels bauen werde, um seinen Marktanteil weiter auszubauen. Eine halbe Million Touristen sind allein in diesem Jahr mit der TUI nach Tunesien gereist, 40% davon Deutsche. Besonderes Augenmerk soll in Zukunft verstärkt auf Familienreisen, sowie Kultur-, Senioren- und Sportreisen Attraktion für Kinder: Das Piratenschiff in Port El Kantaoui/Tunesien gelegt werden. (pa)

Neue Afrikaflüge im Winterflugplan
Die Berliner Airports bieten neue Fluglinien u.a. in den afrikanischen Raum. Auf dem am 30. Oktober in Kraft getretenen Winterflugplan stehen Direktflüge nach Mombasa und Djerba. Die Fluggesellschaft LTU offeriert ab 7. November eine Non-Stop-Verbindung von Schönefeld nach Mombasa in Kenia. Der Flug zur afrikanischen Ostküste dauert acht Stunden und ist jeden Montag im Angebot. Vom 5. November bis 25. März fliegt die tunesische Airline Tunisair jeden Samstag von Berlin-Schönefeld nach Djerba. Die Flugzeit beträgt drei Stunden. In der Wintersaison bieten die Berliner Flughäfen den Angaben zufolge wöchentlich 2000 Starts zu 118 Destinationen in 45 Ländern an. Auch für die Düsseldorfer rückt Afrika ein Stück näher: African Safari Airways bringt alle zwei Wochen Reisende in die kenianische Hauptstadt Mombasa, und Hamburg International fliegt einmal die Woche zu den Kapverdischen Inseln vor der Küste Westafrikas. (pa)

Foto: ia

Studienreise:

In Äthiopien das «unbekannte Afrika» kennen lernen

Southern Africa:
Die Botschaft von Südafrika in Berlin verfügt noch über einen Vorrat an Broschüren mit dem Titel «Tourism TradeDirectory 2004/2005», herausgegeben von SATSA (Southern Africa Tourism Services Association), mit nützlichen Hinweisen für Reisebüros/Reiseveranstalter. Inhalt: Accommodation, Trans-

Broschüre verfügbar

Dr. Tigges legt eine 16-tägige Studienreise durch Äthiopien auf. Sie führt von Addis Abeba über Adigrat bis Gondar, wie der Veranstalter in Kiel mitteilt. port/Adventure, Broker, ServiDie Teilnehmer sollen das «unces, Membership List. bekannte Afrika» kennen lerReisebüros/-veranstalter können und etwas über die tradinen die Broschüren über metionelle Lebensweise erfahren. dia@suedafrika.org oder unter Auf dem Programm stehen der Fax Nr.: 030-220 73 194 beauch Besuche des Hilfsprojekts stellen. Die Botschaft bittet, «Menschen für Menschen» in von telefonischen Bestellungen Harar und der Felsenkirchen abzusehen. von Lalibela, die zum UnescoWeltkulturerbe gehören. Mit

«Zug-zum-Flug», 14 Hotelübernachtungen mit Halbpension, Transfers und Eintrittsgeldern kostet die geführte Rundreise ab 2695 Euro pro Person im Doppelzimmer. Die Termine liegen im Dezember 2005 sowie im März und April 2006.

Zusammenarbeit

Nr. 06/2005 | Seite 30

Deutschland/Madagaskar:

Brücke der Begegnung und Hilfe für Straßenkinder
250 Kinder zwischen 3 und 16 Jahren die Möglichkeit einer Grundversorgung erhalten, angefangen von einem Hygieneprogramm (Körperpflege, medizinische Versorgung) bis hin zu einem pädagogischen Angebot (Grundschule, Vorschule, pädagogische Nachmittagsaktivitäten). Kriminalität enden würden, haben nun die Möglichkeit einer beruflichen Ausbildung sowie eines selbständigen Lebens jenseits der Strasse. Darüber hinaus versucht der Verein, die Projektkinder der Sozialstation so früh wie möglich in normale Regelschulen zu integrieren sowie in ihre Familien zurück zu führen. Allein 2005 waren davon 47 Kinder positiv «betroffen».
Tischlereiausbildung als Zukunftsgrundlage Foto: Uwe Marschall

Jahren ein Spenderkreis in ganz Deutschland aufgebaut, der ausschließlich aus Privatpersonen oder einzelnen Initiativgruppen (in Kirchen, Schulen u.a.) besteht. Eine der Das «Tassenmädchen» wurde zum Mastragenden Säulen ist hierbei kottchen des Vereins Vor allem aber wurde der die Berliner Schülerfirma Foto: Uwe Marschall Wunsch der Kinder nach ei«STEINBRÜCKE GbR». Auf Ininem sicheren Zufluchtsort ertiative von Michael Benner Um diese Entwicklungsarbeit Manchmal muss man Brücken füllt. Diese «Ruhezonen» exiLehrer an der «Waldorfschule stieren zumeist nicht in ihrem durchzuführen braucht es Vereinreißen, um sie an anderer Märkisches Viertel Berlin» unsteten Leben auf der Strasse, bündete. Sowohl vor Ort, als Stelle aufbauen zu können. 1996 gegründet, besteht die inSo oder so ähnlich muss es haltliche Arbeit darin, den darUwe Marschall ergangen sein, an beteiligten Schülern die als er 1994 Deutschland verMöglichkeit zu geben, nach ließ. Der frisch gegründete dem Prinzip «learning by deutsche Verein «ZAZA FALY» doing» einen Einblick in die («Zufriedenes/glückliches Firmen- und Wirtschaftswelt Kind») hatte sich gerade erst zu bekommen. Außerdem solentschlossen, in Madagaskars len Impulse gesetzt werden, Hauptstadt Antananarivo eine sich konkret für benachteiligte offene Sozialstation für Bevölkerungsgruppen der Erde Straßenkinder zu eröffnen. Den zu engagieren. Kontakt zu ihnen hatte Uwe So stellte «STEINBRÜCKE» den Marschall bereits in den Großteil ihres Gewinns aus zurückliegenden Jahren gedem Verkauf von Mineralien knüpft und die Projektidee entDie «Steinbrücke-Gruppe» – tragende Säu- und Edelsteinen «ZAZA FALY» wickelt. Nun sollte er den Grün- wo sie ständig Getriebene sind, le von Zaza Faly als direkte Spende (seit 1996 bei ihrer Suche nach Nahrung, dungsweg gestalten. Foto: privat ca. 25.500 Euro) für die ProArbeit und einem sicheren jektarbeit in Madagaskar zur auch hier in Deutschland. So Doch wie stellt man das an? Es Schlafplatz. Oft sind sie Verfügung. Das durchweg ehschutzlos der staatlichen Will- gründete «ZAZA FALY» 1999 die existieren weltweit unzählige renamtliche Engagement der kür ausgeliefert. Überall beka- madagassische NichtregieHilfsprojekte, die es sich zur vielen beteiligten Schüler sorungsorganisation «MANDA» Aufgabe gemacht haben «Hilfe men sie zu spüren, dass sie wie des hartnäckigen Herrn nicht erwünscht sind in ihrem («Schützende Burg») und überzur Selbsthilfe» zu leisten. Benner ermöglichten «ZAZA gab seine Projekte in einheimiDoch was bedeutet das eigent- eigenen Land. FALY» umgerechnet die Finansche Selbstverwaltung. Die Eilich konkret? Wie erreiche ich zierung eines seiner Ausbilgenverantwortung der madaNachdem die ersten Anlaufden größtmöglichen Nutzen dungsprojekte über die letzten gassischen Mitarbeiter/innen schwierigkeiten überwunden für meine Zielgruppe? Wie 5 Jahre. Außerdem absolvierte hilft man, damit dem Anderen waren und sich das Projekt im- für das Projekt und die allge2004 ein ehemaliger Schüler meinen Probleme im Land mer mehr stabilisierte, wurgeholfen ist? der Walddorfschule und Mitspeziell der von Straßenkinden auch erste Erfolge sichtglied der «STEINBRÜCKE» seibar. Der Wissensdurst der Kin- dern - sollte so gestärkt und Da es vor Ort kaum vergleichnen Zivildienst bei ZAZA die Abhängigkeiten von der bare Hilfsprojekte gab, wurden der brachte es mit sich, dass FALY/MANDA in Antananarivo. «ersten» Welt abgemildert darüber nachgedacht wurde, in einer einjährigen VorbereiVom 9.-13.11.2005 werden beiwerden. tungszeit vor allem die Kinder wie eine weiterführende Hilfe de Initiativen mit einem geaktiv mit eingebunden. In der aussehen kann. So kam es zur «Zaza Faly» konzentriert seitmeinsamen Stand auf der «Imzunächst durchgeführten Not- Gründung zweier Ausbildungs- her seine Arbeit auf Deutschportshop Messe Berlin» vertreland, indem er versucht, auf versorgung auf der Straße kri- projekte, in denen bis zum ten sein und weiter daran ardie Probleme der Straßenkinstallisierten sich schnell deren heutigen Zeitpunkt 59 beiten, «Brücken» zwischen Probleme heraus, in vielen Ge- Mädchen und Jungen das Web- der Madagaskars aufmerksam den Kulturen zu bauen. zu machen, die Öffentlichkeit und Nähhandwerk bzw. das sprächen mit ihnen ihre wah(Heiko Jungnitz Zaza Faly e.V.). zu sensibilisieren und um Unren Bedürfnisse und Wünsche. Tischlereihandwerk erlernen terstützung der Projektarbeit konnten. Jugendliche, die auf Am Ende dieses Prozesses Für weitere Infos oder Spenden: bittet. Da «ZAZA FALY» keinerstand 1995 - also genau vor 10 dem madagassischen Arbeitswww.zaza-faly.de und Jahren - die Eröffnung des Pro- markt bestenfalls als ungelern- lei staatliche Hilfe erhält, wur- www.steinbruecke.de de in den zurückliegenden te Hilfskräfte oder gar in der jektes, in dem bis heute ca.

Jux

Nr. 06/2005 | Seite 31
Noch unvernünftiger wird es, wenn Theorien aufgestellt werden, deren katastrophale Folgen absehbar sind: Ein südafrikanischer Arzt und Aidsforscher behauptet, die Beschneidung sei «der beste Impfstoff gegen Aids». Er hat in Soweto eine Untersuchungsreihe vorgenommen, die das Ergebnis erbrachte, dass beschnittene Männer angeblich eine 65% höhere Chance haben, sich nicht mit Aids zu infizieren. Mangels wirksamer anderer Methoden sollte das nationale Aidsprogramm seiner Meinung nach verstärkt auf diese «Vorsorgemöglichkeit» hinweisen, forderte er. Leichtsinnige Äußerungen mit garantiert fatalen Konsequenzen in einem Land, wo täglich 600 Menschen an der Immunschwäche-

Reporter Satir’s Kolumne

Einwanderung leicht gemacht: Da die Lebensbedingungen in ihrer nordafrikanischen Heimat extrem schlecht sind, entschloss sich eine mitfühlende Region in Europa spontan zur Hilfeleistung für 300 Bewohner aus Marokko und Algerien:

Wenns dem Affen nicht wohl ist, zieht er ins Elsass Foto: fetnat

Menschen in käfigartigen Lagern in Nordafrika einsperren will und Immigranten in Ceuta erschossen werden. Allerdings ist das Leben in Europa für Einwanderer aus Afrika meistens kein Paradies, der alltägliche Rassismus (der im Falle der Affen wundersamerweise nicht praktiziert wird – offensichtlich sehen die Elsässer sie als ihresgleichen an) reißt nicht ab. Ein wegen Beleidigung zu einer Haftstrafe verurteilter Düsseldorfer Rentner muss 2000 Euro zahlen, weil er laut Zeugenaussagen einen aus Marokko stammenden Nachbarn als «Nigger» beschimpft hatte. Das Düsseldorfer Amtsgericht hatte den gelernten Monteur wegen seiner angeblichen «Uneinsichtigkeit» zu vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Staatsanwaltschaft und Landgericht wurden sich jetzt jedoch einig, dass diese Strafe nicht angemessen war. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert. Der Anwalt des Mannes hatte begründet, der Begriff «Nigger» sei zwar nicht geschmackvoll, er sei aber

mehr als 40.000 Friedenssoldaten in Afrika ausbilden. Es solle verhindert werden, dass Terroristen die Schwäche der armen Länder des Kontinents ausnutzten. Die Ausbildung der Friedenssoldaten werde helfen, «Recht und Ordnung» in den Staaten Afrikas aufrechtzuerhalten, sagte er. Wieder mal eine lobenswerte Ini-

Dieses Thema hat schon Buchautoren beschäftigt

tiative der USA, die ja schon beispielhaft im Irak bewiesen haben, wie man für Recht und Ordnung sorgt. Und nicht nur auf militärischem Gebiet sollte man den Afrikanern mal zeigen, was erlaubt ist und was nicht, denn die kommen dort
Aua, schon bei der Lektüre von «Beschneidung – das schmerzhafte Dilemma» kriegt «Mann» Angst Foto: fetnat

Sie durften kürzlich komplikationslos ins Elsass einreisen, fanden dort ideale Wohn- und Lebensbedingungen vor und werden seit ihrer Ankunft von Spezialisten betreut, denen ihr Wohl am Herzen liegt. Man verlangt noch nicht einmal von ihnen, sich in die dortige Gesellschaft zu integrieren, im Gegenteil, es wird alles getan, um ihnen ein Umfeld zu bieten, das ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Das glauben Sie nicht? Ich schwöre, ich binde Ihnen keinen Bären auf diese Immigranten hatten allerdings nur solch ein Glück, weil es sich nicht um Menschen sondern um Affen handelte. Auch wenn ich mir jetzt garantiert den Zorn der Tierschützer zuziehe, wage ich zu behaupten, dass es schon tragisch ist, dass offensichtlich das unglückliche Schicksal nordafrikanischer Affen europäische Herzen erweicht, wohingegen man unglückliche

krankheit sterben. Leichtsinnig war auch ein 77jähriger Mann aus JohannesMit 269 km/h über die Landepiste … Foto: Maserati burg: Er hatte mit seinem Namen für einen Fuhrpark gebürgt, und Monate später bei einer Polizeikontrolle wurde auf die gefährlichsten Ideen: Hurra, der Frieden überall in Afrika ist si- Der Südafrikaner Hein Wagner ihm mitgeteilt, dass 118 Haftcher: Die Amis kommen befehle gegen ihn vorlägen. zum Beispiel hat einen neuen Foto: fetnat Der angebliche VerkehrssünGeschwindigkeitsrekord für der war sich keiner Schuld beauch nicht strafbar. Gibt’s viel- blinde Autofahrer aufgestellt. wusst: Sämtliche Strafzettel leicht irgendwo eine Liste, was Unter Anleitung eines Helfers der Mitarbeiter des Fuhrparks, raste der 33-Jährige in einem man Ausländern an den Kopf Maserati im Durchschnittstem- die nicht bezahlt worden wawerfen darf und was nicht? po von 269 Stundenkilometern ren, wurden ihm zur Last geWenn es sich um Deutsche legt. Tja, Alter schützt vor über die Flugplatzlandebahn handelt, weiß man ja mehr Dummheit und auch Strafe in Mafikeng im Nordwesten oder weniger, wo die Grenzen nicht … des Landes. Er hätte vermutliegen, aber die sind doch sicher bei Ausländern höher ge- lich noch schneller fahren können, wenn die Temperatusteckt und/oder anders gelaHerzlichst Ihr ren nicht auf 34 Grad gestiegert, nehme ich mal an? gen wären, sagte Hein. Solch eine Unvernunft kann man Um Recht und Ordnung geht einfach nicht durchgehen es auch den USA: Bush will in lassen! den kommenden fünf Jahren

Satir

Spots

Nr. 06/2005 | Seite 32

Südafrika:

Mbeki begrüßt Merkels Erfolg als «Wendepunkt»
len Staatengemeinschaft bei Geschlechterfragen und Frauenrechten ein gutes Beispiel zu geben, betonte Mbeki in einem offiziellen Glückwunschschreiben. Deutschlands kontinuierliches Bemühen um eine Neustrukturierung internationaler Foren wie der UNO sei für Afrika von Fanclubs konstituieren sich bereits… höchstem Interesse. «Südafrika Foto: Montage wünscht Deutschland für seine KonsolidierungsbemühunBundeskanzlerin als einen gen zum afrikanischen und in«Wendepunkt» in der deutternationalen Nutzen Glück», schen Geschichte bezeichnet. hieß es in dem Brief. Diese unterstreiche Deutschlands Willen, der internationa- (pa) Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hat die Einigung auf Angela Merkel (CDU) als

Tschad:

Internationaler Haftbefehl gegen Hissène Habré
Belgien hat einen internationalen Haftbefehl mit Auslieferungsgesuch gegen den Mann erlassen, den man auch den «afrikanischen Pinochet» nennt: Den Ex-Präsidenten des Tschad, Hissène Habré. Vorgeworfen werden dem in den Senegal Geflüchteten «schwere Verletzungen der Menschenrechte» während seiner Regentschaft von 1982 bis 1990. Habré wäre damit der erste ehemalige afrikanische Staatschef, der sich vor einem ausländischen Gericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten müsste. Die belgische Justiz beschuldigt Habré (63), in Zusammenhang mit den Aktivitäten seines Geheimdienstes DDS für Massenverhaftungen und morde, sowie Folter an Mitgliedern einer bestimmten Volksgruppe verantwortlich zu sein. Menschenrechtler sprechen von Tausenden von Opfern, für die dieser Haftbefehl «ein historischer Moment im Kampf gegen Straffreiheit weltweit sei», so Human Rights Watch-Vertreter Reed Brody.

Druck von außen ausgesetzt: Abdoulaye Wade Foto: Un

Internet:

Chance für Afrikas Handybetreiber
Das Internet bietet den afrikanischen GSM-Betreibern enorme Chancen, sowohl beim durchschnittlichen Kundenumsatz als auch beim NetzwerkTraffic kräftig zuzulegen. Internetzugänge seien überall in Afrika gefragt, ob von Konsumenten oder Unternehmen, sagt Nevo Hadas, Managing Direktor beim südafrikanischen Infrastruktur-Ausrüster Systemsfusion. Die mangelhafte Telekominfrastruktur bedeute eine große Chance für die Handybetreiber, die in den afrikanischen Staaten oft eine bessere Abdeckung böten als die herkömmlichen Festnetzbetreiber, so Havas. GSM-Betreiber könnten den Bewohnern in strukturschwachen Gebieten darüber hinaus eine günstigere AlBald surft er im Internet …. Foto: ia

Gesetz wurde 2003 abgeschafft, weil sich die Gerichte einer Flut von Klagen gegenübersahen, u.a. gegen George Bush sen. und Ariel Sharon, zuvor eingereichte Klagen behielten jedoch ihre Gültigkeit. Im Fall Hissène Habré reiste ein belgischer Richter 2002 in den Tschad, sprach mit Opfern und Zeugen der DDS, wobei ihm die örtlichen Behörden eng zur Seite standen und sofort die internationale Immunität des Ex-Präsidenten aufhoben.

Abdoulaye Wade, Senegals Präsident, sitzt nun in der Klemme: Senegals Gerichte seien nicht kompetent, um VergeIm März 2000 hatten mehrere hen eines Ausländers, die Habré-Opfer, die aus dem auch im Ausland begangen Tschad nach Belgien geflüchworden seien, zu verurteilen, tet waren, Klage eingereicht, hieß es 2001. Wade hatte jeauf Grundlage des früheren doch damals zugesagt, er belgischen «Universalkompewäre damit einverstanden, tenzgesetzes», das die Gerichte Hissène Habré an ein jegliches des Landes berechtigt, VerantLand auszuliefern, das ihm eiwortliche für Genozid, Kriegsnen ordentlichen Prozess gaverbrechen und Verbrechen rantiere. Geschehen ist bisher gegen die Menschlichkeit zu aufgrund des belgischen Geverurteilen, ohne Berücksichsuchs nichts. (ia) tigung ihrer Staatsangehörigkeit und des «Tatortes». Dieses

ternative zu den teuren Satellitenservices bieten. Außerdem hätten die Handyanbieter bereits einige Erfahrung in einer Prepaid-basierten Umgebung, was ihnen einen Vorteil gegenüber vielen Internet Service Providern gebe. «Zehntausend User, die nur zehn Minu-

ten mit dem Checken ihrer Mails verbringen, generieren einen Traffic von 100.000 Minuten pro Tag», rechnet Hadas vor. Mit einem Internetangebot könnten GSM-Betreiber extra Umsätze erwirtschaften, ohne allzu große Investitionen etwa in zusätzliche Mitarbei-

ter stecken zu müssen. Afrika ist der derzeit am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt.
(pte)

Spots

Nr. 06/2005 | Seite 33

Ottfried Fischer sucht eine Frau
Ottfried Fischer (51), Schauspieler, sucht für seinen neuen Film «König Otto» noch eine Frau. Für die TVProduktion, in dem sich Fischer als Bauunternehmer in eine Afrikanerin verliebt und König eines afrikanischen Kleinstaates wird, werde Ende Dezember in Johannesburg und Pretoria gedreht, sagte der 51-Jährige der Münchner «Abendzeitung». Seine Königin werde derzeit gecastet. Dabei habe er
Diese könnte doch passen, oder? Foto: ia

Südafrika:

Miriam Makeba beendet ihre Konzertkarriere
schung aus Jazz, ProDie international test und Folklore und bekannte Sängehatte als Schauspielerin Miriam Makerin, Autorin und Komba beendete mit ponistin immer wieeiner letzten der ihre Stimme geTournee ihre akgen Unrecht und Rastive Konzertkarsentrennung in ihrer riere. Die 73Heimat und auf dem jährige «Mama Kontinent erhoben Africa», die unter und war dafür mehranderem durch fach geehrt worden. den Hit «Pata Ab jetzt widmet sie Pata» berühmt sich ganz dem von ihr wurde und wegen Miriam Makeba Foto: fetnat gegründeten «Zendes Apartheid-Retrum für Mädchen», gimes 31 Jahre ihdas elternlosen Straßenkinres Lebens in der Fremde verdern eine Heimat bietet und bringen musste, brachte als ihre künstlerischen Talente eine der ersten die Musik ihres Kontinents in den Westen. fördert, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Sie begeisterte mit einer Mi(pa)

natürlich ein Mitspracherecht. Wenn es im Dezember zu den Dreharbeiten nach Südafrika geht, werden seine Frau Renate sowie die beiden Töchter Lara (14) und Nina (8) mit dabei sein. Seit zwölf Jahren verbringt die Familie Weihnachten immer im Ausland.
(pa)

Erdöl:

Total kauft Tankstellen von ExxonMobile
Der französische Ölkonzern Total übernimmt vom US-Konkurrenten ExxonMobile das Kraftstoffgeschäft in 14 afrikanischen Ländern. Nach Angaben von Total handelt es sich um 500 Tankstellen und 29 Terminals und Lager. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt. Total betreibt be-

Foto: Total

reits 3.300 Tankstellen in mehr als 40 Ländern in Afrika. Die Übernahme umfasst Länder wie Tschad, Eritrea, Ghana, Malawi oder Togo. ExxonMobile bleibt nach Angaben einer Sprecherin aber mit rund 1.300 Tankstellen in Afrika präsent. Der Verkauf entspreche etwa 20 Prozent des Geschäftes auf dem Kontinent. (pa)

Burkina Faso:

Deutschland erkennt Erfolge der Verwaltungsreform an
Dezentralisierung und Kommunalentwicklung, Landwirtschaft und Wasser: auf diese Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit haben sich Deutschland und das westafrikanische Burkina Faso bei Verhandlungen am 18. und 19. Oktober 2005 in der Hauptstadt Ouagadougou verständigt. Ein Teil der deutschen Unterstützung wird dabei zum ersten Mal als programmorientierte Gemeinschaftsfinanzierung geleistet. Damit werden die Erfolge der burkinischen Verwaltungsreform anerkannt und zusätzliche Verantwortung in die Hände der Partner gelegt. Die Landwirtschaft ist Lebensgrundlage für 80% der burkinischen Bevölkerung und bietet ein großes Potenzial für armutsorientiertes Wachstum. In der Zusammenarbeit mit dem ansonsten rohstoffarmen Land wird daher marktorientierte landwirtschaftliche Produktion und –verarbeitung besonders gefördert. Im Vorfeld der WTO-Verhandlungen in Hongkong Ende des Jahres unterstützt Deutschland, wie schon in der Vergangenheit, die berechtigte Forderung afrikanischer Staaten nach fairen Marktchancen im Welthandel. Für Burkina Faso betrifft dies insbesondere das Hauptexportgut Baumwolle. Burkina Faso durchläuft derzeit strukturelle Reformen, die zu mehr Entscheidungskompetenz auf Gemeindeebene führen sollen. Die Bundesrepublik unterstützt diesen Dezentralisierungsprozess beratend und mit dem Ausbau kommunaler Infrastruktureinrichtungen. Zudem wird Deutschland wichtige Beiträge zu einer besseren Trinkwasser- und Sanitärversorgung leisten, durch die auch wasserbezogene Krankheiten zurück gedrängt werden sollen. Burkina Faso ist das drittärmste Land der Welt, auf dem UNDP-Index für menschliche Entwicklung nimmt es Rang 175 von 177 ein. Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt Burkina Faso in den Jahren 2005 bis 2007 mit insgesamt 54 Millionen Euro. (bmz)

Hauptexportgut Burkina Fasos: Baumwolle Foto: ia

Kultur

Nr. 06/2005 | Seite 34

William Kentridge:

«Gorillas revisited»:

Black Box / Chambre Noire
Mit Filmen aus animierten Kohle- und Pastellzeichnungen gelang William Kentridge in den neunziger Jahren der internationale Durchbruch. Neben seinem Filmoeuvre ist der Johannesburger Künstler heute tigt sich mit der deutschen Kolonialherrschaft in Afrika. Kentridge spielt dabei mit den drei Bedeutungen des Begriffs Black Box: die Black Box als Theatersaal, als chambre noire oder camera obscura der Pho-

Sigourney Weavers Rückkehr nach Ruanda
Fast 20 Jahre nach ihrem Erfolgsfilm «Gorillas im Nebel» ist Hollywood-Schauspielerin Sigourney Weaver nach Ruanda zurückgekehrt, um einen Dokumentarfilm über das Leben der amerikanischen Zoologin Dian Fossey bei den Gorillas zu drehen. Die BBC-Dokumentation «Gorillas revisited» (Erneuter Besuch bei den Gorillas) soll im kommenden Juni vom US-Kanal Animal Planet ausgestrahlt werden. «Dieses Projekt lag mir wirklich am Herzen», sagte die Schauspielerin in Washington. «Seit 18 Jahren war ich nicht mehr in Ruanda; seitdem ist dort so viel passiert», fügte sie mit Blick auf den Völkermord an Tutsis und gemäßigten Hutus hinzu, dem 1994 mindestens 800.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Ehrenpräsidentin des internationalen Dian Fossey Gorilla Fonds: Sigourney Weaver Foto: fetnat

für die Vielseitigkeit seines Werkes bekannt. Seine Theaterarbeiten, in denen er als Autor und Regisseur Puppen, Animation, Projektion und Live-Darsteller zu komplexen Multimedia-Inszenierungen kombiniert, thematisieren vor allem die Geschichte seines Heimatlandes Südafrika während und nach der Apartheid. Als Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim in Berlin entwickelte Kentridge eine neue Installation mit dem Titel Black Box/ Chambre Noire, die sich aus einem mechanischen Theater en miniature, Animationsfilmen, Kohlezeichnungen und plastischen Elementen zusammensetzt. Black Bock/ Chambre Noire beschäf-

Zeichnung von William Kentridge

tographie und die Black Box als Flugdatenschreiber zur Rekonstruktion des Geschehens nach einem Flugzeugabsturz. 29. Oktober 2005 bis 15. Januar 2006, Deutsche Guggenheim Unter den Linden 13-15, Eingang Charlottenstrasse Berlin Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 20 Uhr; donnerstags bis 22 Uhr Eintrittspreis: 4 Euro; ermäßigt 3 Euro montags Eintritt frei

Ehrenpräsidentin
«Gorillas im Nebel» hatte Weaver eine Oscar-Nominierung

für ihre Rolle als Dian Fossey eingebracht, die nach Jahren unermüdlichen Kampfes für den Schutz der Gorillas 1985 in ihrer Hütte in den Bergen von Ruanda ermordet worden war. Sigourney Weaver ist seit langem Ehrenpräsidentin des internationalen Dian Fossey Gorilla Fonds, der sich für Umweltschutzprojekte in Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo einsetzt.
(apa)

Berlin:

Benefizkonzerte mit Mfa Kera - Black Heritage
Mittwoch, 16. und Mittwoch, 30. November, 21.00 Uhr: Mfa Kera, Mike Russell, Kenny Martin, Rameni Khrisna «AFRO SOUL MUSIC» Ort: «Jubilarium Badenscher Hof Badensche Str. 29, Berlin U: Berliner Str. und Blissestr. Freitag, 18. November, 20.00 Uhr: Benefizkonzert: Dakar – New Orleans Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32, Berlin U: Hermannplatz Ein Benefizkonzert, initiiert von Mfa Kera (Black Heritage) in Partnerschaft mit Asukaten Tendeng und Unterstützung der Werkstatt der Kulturen. Musiker aus Afrika, den USA und anderen Ländern spielen für die Joola-Opfer im Senegal und die Flutopfer in New Orleans, beides Länder, denen wir Musiker unendlich viel zu verdanken haben und denen wir mit dem Erlös dieses Konzerts unsere Solidarität beweisen möchten! Es spielen: Asukaten Tendeng and XP & The Gran-

Mfa Kera engagiert sich für den Senegal und New Orleans Foto: ia

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Birgit und Amma Agada Info@Africa-Welt.de / Info@CapSahara.de Tel. 09131 / 30 42 85 • Fax 09131 / 30 46 05 Geschwister-Scholl-Str. 3, 91058 Erlangen

diose Water Calabashes Motion Blur, feat. Bianca Kasten High Dynamic County & Blues (www.motionblur.de) Guiat Crusher; Our Master Blues, feat. Mojo Many (www.guitarcrusher.com) Black Heritage, feat. Mfa Kera & Mike Russell, Afro Soul & Beats (www.blackheritage.de) und viele weitere große Musiker wie «Big Bazar» Folks, Bernard Mayo and his congolese melodies, die brillanten Jazz-Saxophonisten Willie Pollack, Ray Blue, Derya Takali (www.derya-takkali.de), Hip-Hopper und DJs folgten unserem Aufruf, darunter Wolfgang König und Jimmy Bamba u.a. Programm: www.werkstatt-der-kulturen.de www.black-heritage.de

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Kultur

Nr. 06/2005 | Seite 35
Liebe und Beziehungen, Kriege, Kindheit, Glaube. Vor allem zollt er Cheikh Ibra Fall (oder Lamp Fall) Tribut. Er ist der Gründer der islamischen Baye Fall-Sekte, der Cheikh angehört. Alle Songs sind von Cheikh selbst geschrieben und werden in Wolof gesungen. Die Ausnahmen: ‘Sou’ wurde ursprünglich von Bembeya Jazz aufgenommen und wird in Bambara gesungen. ‘Ngaloula’ ist vom Orchestra Elegance Jazz of Congo, die Sprache der Texte ist Lingala. Obwohl Cheikh kein Lingala spricht, konnte er sich den Song merken, da er ihn 30 Jahre zuvor ständig im Radio hörte. Auch wenn die Botschaft tiefgründig ist, ist ‘Lamp Fall’ ein eindeutig optimistisches und feierliches Album, das eine Vielzahl von Farben und Texturen vereint – wie die für Cheikh typische Patchwork-Kleidung. Das Album bringt ihn einmal mehr an die Spitze der zeitgenössischen afrikanischen Musikszene. (nuzzcom)

Cheikh Lô:

«Lamp Fall»
Der musikalische Eigenbrötler Cheikh Lô ist ein einzigartiger Charakter, er überschreitet Genres und Kulturen, um daraus seinen ganz eigenen Klang zu erschaffen. Sein drittes Album bei World Circuit trägt ein unmissverständlich zeitgenössisches Gefühl mit sich – es vereint verschiedene Stilrichtungen und Einflüsse, verliert dabei jedoch nicht die tiefe Spiritualität, die Cheikh Lô zu eigen ist. ‘Lamp Fall’ ist Cheikhs erste Neuveröffentlichung seit fünf Jahren. Sie setzt sich aus verschiedensten Eindrücken zusammen, die Cheikh während seiner Reisen gewonnen hat. Die Aufnahme begann mit dem Demo im Studio 2000 in Dakar (Senegal). Dort nahm der Multi-Instrumentalist Cheikh Drums, Gitarren und Percussion auf – die Grundlage eines jeden Albums. Hinzu kam sein unverwechselbarer Gesang, über den Youssou N’-

Dour einmal sagte: »Wann immer er sang, war ich von seiner Stimme überwältigt – etwas in seiner Stimme trug mich fort auf eine Reise durch Burkina, Niger, Mali.” Ein ständiger Begleiter dieser Reise ist der einmalige Sound von Samba N’Dokh (Drums), der seit mehr als zehn Jahre Cheikhs musikalischer Partner ist. Mit dabei sind außerdem der brillante Gitarrist Lamine Faye (Bruder von Habib Faye, Bandleader von Youssou) und der Percussionist Thio M’Baye. Die Demos klangen so frisch und aufregend, dass in London weiter an diesem Material gearbeitet wurde: Hinzu kamen der

große Pee Wee Ellis (ehemaliger Musical Director von James Brown) am Saxophon sowie der kamerunische Bassist Etienne M’bappe. Cheikh selbst verstärkte nochmals die Drums. Während sich Cheikh musikalisch ständig weiterentwickelte, drehen sich seine Texte um Themen, die ihm nahe sind:

Cheikh Lô

Fotos: nuzzcom

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Literatur

Nr. 06/2005 | Seite 36

Schwester Emmanuelle:

«Magisches Afrika - Durch die Augen der Götter»

Wofür es sich zu leben lohnt
Wofür lohnt es sich, zu leben? Die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens wird in diesem Buch aufgegriffen, in ihrer Gänze beantwortet wird sie gewiss nicht, aber sie zeigt Wege auf, die ein Mensch gehen kann, um zu einem glücklichen Leben zu gelangen. Schwester Emmanuelle, eine französische Ordensschwester, wurde 1908 in Brüssel geboren, trat mit 20 Jahren in die Ordensgemeinschaft «Unserer lieben Frauen von Sion» ein, studierte französische Literatur, Philosophie und Theologie. Anschließend unterrichtete sie 40 Jahre «höhere» Töchter und Kinder begüterter Eltern aus der Türkei, aus Tunesien und aus Ägypten. Mit 63 Jahren, einem Alter, wo sich andere zur Ruhe setzen, erlebt sie ihre zweite Berufung. Während eines Ausflugs nach Kairo entdeckt sie Kinder, die aus den Abfalleimern der Wohlstandsgesellschaft leben. Kinder aus einem Müllgebiet Kairos. Betroffen sammelt sie Spenden von ihren Zöglingen ein, von denen einige 1000 Dollar bei sich tragen, um es den Straßenkindern zuzustecken. Knapp 50 Cents, kommen zusammen. Sie tauscht ihr Ordenskleid gegen einen blauen Nylonkittel und Kopftuch, sowie den Professorinnentitel gegen die Bezeichnung «Mutter der Müllmenschen» ein und zieht 1971 mit einem Eselskarren zu den Lumpensammlern bei den Müllhalden der ägyptischen Hauptstadt Kairo, wo sie viele Jahre lang zwischen Ratten und Ungeziefer im Gestank des Großstadtabfalls haust. Mit 95 Jahren veröffentlicht sie jetzt ihr Buch «Wofür es sich zu leben lohnt», keineswegs nur ein Bericht über ihren Lebensweg, sondern eine philosophische Abhandlung, inspiriert von ihrem großen Vorbild Blaise Pascal, über ihren spirituellen Werdegang, über die tiefen Beweggründe ihres Handelns.
Schwester Emmanuelle: Die Mutter der Müllmenschen von Kairo - Wofür es sich zu leben lohnt Verlag Pattloch 160 Seiten EUR (D) 12,90

Neuer Bildband von National Geographic Deutschland
Afrika ist ein Kontinent der Extreme. Die Armut vieler Menschen, die Pracht der Natur. Unberührte Wälder, gewaltige Ströme, majestätische Tierherden und unendliche Wüsten. Der Fotograf Robert B. Haas hat Afrika für NATIONAL GEOGRAPHIC aus einem besonderen Blickwinkel porGnus und …

ans zu schweben scheinen. Seine Bilder zeigen, dass der Mensch nur eine Nebenrolle in dem beeindruckenden Schauspiel der Natur hat. Sie dokumentieren aber nicht nur die Schönheit der Natur, sondern sie sind auch Kunstwerke, die die Phantasie beflügeln: Mäandernde Flüsse erinnern an mehrarmige Feuersalamander, kleine

trätiert: Für den Bildband «Magisches Afrika - Durch die Augen der Götter» flog er insgesamt drei Jahre lang über den Kontinent und fotografierte einige der schönsten Landschaf-

orangefarbige Kleckse entpuppen sich beim näheren Hinsehen als Mangrovenblüten. Drei Jahre flog Robert B. Haas über den Schwarzen Konti-

Afrika 2006 Taschenkalender
Wer ihn kennt, mag ihn nicht mehr missen: Seit zehn Jahren gibt es nun dieses übersichtliche Wochen-, Monats- und Jahreskalendarium, mit Fotos und Illustrationen, Geschichten und Gedichten, Märchen und Mythen, Sehens- und Lesenswertem aus Kunst und Literatur, über Musik und Film. Informationen über die sozialen, politischen und ökologischen Perspektiven Afrikas Beiträge über Afrikaner/ innen in Europa, schwarze Deutsche, Afro-Amerika und afrikanische Kochrezepte, Buchtipps- und Besprechungen, sowie nützliche Adressen für Afrika-Fans runden diesen praktischen Taschenkalender ab.
Afrika 2006 – Taschenkalender Brandes & Apsel Verlag Euro 8,00/sFr 14,40 ISBN: 3-86099-810-2

ten der Erde aus der Vogelperspektive. Von Marokko bis Südafrika zeigt Haas eine Welt voller Wunder, die so bisher noch nicht zu sehen war.

… der König der Tiere aus der Vogelperspektive

nent, um Afrika ein Denkmal zu setzen. Auf einigen seiner Reisen begleitete ihn die Bestsellerautorin Kuki Gallmann, Haas fotografierte die großarti- die auch das Vorwort für diegen Ketten des Atlasgebirges in sen Bildband schrieb. (ots) Marokko und rosafarbene FlaMagisches Afrika – Durch die Augen mingoschwärme am Kap der der Götter guten Hoffnung. Einen Kamel- NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHzug in Kenia und Auslegerboo- LAND 208 Seiten mit 102 Fotos te, die auf dem glasklaren Küstenwasser des Indischen Oze- 29,95 Euro (D)

Termine

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Termine
Feste: FESTIVALS - Märkte - Wochen:
bis 7.12.: Begegnungswochen mit Afrika. Bonn 11.-20.11.: Markt der Völker. VKM Hamburg 15.-20.11.: Tage des Ethnologischen Films. VKM München 25.11.-17.12.: Afrikatage. Karlsruhe

12.11.: DEïBAKAN Jahresfest. Hamburg 13.11.: Gedenkveranstaltung Maji-Maji-Krieges. Berlin 18.11.: Benefiz-Konzert Dakar – New Orleans. Berlin 18.11.: Sam Tshabalala. CH Bern 19.11.: 2. Augsburger Djembe-Nacht. Augsburg 20.11.: Benefiz-Konzert für Nyumbani. Erlöserkirche München 23.11.: Rasta Mombasa - African Varité Show. Bel Etage Theater München mehr unter: http://www.afroport.de/em_veranstaltungen_konzerte.php

12.11.: DEïBAKAN Jahresfest. Hamburg 26.11.: African Night. Hamburg 14.12.: Benefiz-Veranstaltung «Brennpunkt Afrika». Berlin 16.12.: Eine Welt an einem Tag. München mehr unter: http://www.afroport.de/em_veranstaltungen_feste.php

VORTRÄGE:
13.11.: Togo heute – Ein neuer Anfang Übersee-Museum Bremen 14.11.: Premiere: Botschafter ihres Volkes – Rapper Senegals. Hamburg 15.11.: Weder arm noch ohnmächtig. Bonn 16.11.: Weißsein und Schwarzsein in Deutschland ... Augsburg 17.11.: William Kentridge - Drawing the Passing. Guggenheim Berlin 20.11.: William Kentridge - Familienbrunch. Guggenheim Berlin 20.11.: Südliches Afrika: Südafrika - Namibia - . Stuttgart 21.11.: Premiere: Lebenslinien - Ich war ein Nomadenmädchen. München 21./22.11.: Botschafter ihres Volkes – die Rapper Senegals. Hamburg 24.11.: «walking the images» William Kentridge Guggenh. Berlin 24.11.: Lesung Krimihelden aus Afrika. Mainz 25.11.: Ethnologischer Salon . Pierre Verger. München 26.11.: Lesung mit Esther Mujawayo: «Ein Leben mehr». Augsburg 27.11.: Filmvorführung: Manga Bell – Verdammte Deutsche! Berlin 29.11.: African Fashion Show – Haute Couture & Tanz ... Passau 30.11.: Rituale des Lebens «Böses bannen». Frankfurt a.M. 1.12.: Kunst aus Afrika. Von Rio nach Berlin. München 2.12.: William Kentridge: Journey to the Moon. Guggenh. Berlin 2.12.: Kriege und Bilder vom Krieg . Bayreuth 4.12.: Umweltschutz an Kenias Küsten. Übersee-Museum Bremen 9.12.: Frauen im HipHop: Bayreuth-Berlin-Sevilla. Bayreuth mehr unter: http://www.afroport.de/em_veranstaltungen_vortraege.php

AUSSTELLUNGEN:
Berlin: Kunst aus Afrika. Dauerausstellung. MfVK Berlin-Dahlem bis 13.11.: WeltSpielZeug von Kindern für Kinder. Frankfurt a.M. bis 13.11.: Der dritte Raum. Übersee-Museum Bremen bis 19.11.: Neiruz - Das koptische Jahr. Landshut bis 30.11.: Afrika-Hamburg: Erinnern Gestalten Debattieren Intervenieren bis 15.1.: Imbenge-Dreamhouse. Nürnberg bis 15.1.: Afrikanische Kunst - «Sandverwehte Welt». Berlin bis 29.1.: Zu den Ufern des Nil. München bis 15.2.: Nigerian Mirror. Bayreuth bis 26.2.: Plakate in Afrika. Bayreuth bis 12.3.: Africa Screams. Das Böse in Kino, Kunst & Kult. Frankfurt 29.10.-15.1.: William Kentridge: Black Box / Chambre Noire. Guggenheim Berlin 11.11.-23.12: Susan Hefuna: Grid. Berlin 11.11.-10.1.: Crossing Over. Malerei von Owusu Ankomah. München 11.11.-29.1.: blickdicht. Fotografien, Stuttgart 30.11.-30.4.: Im Schatten des Kongo. Leo Frobenius. Frankfurt a.M. 30.11.-15.1.: Der Kaiser und sein Forscher. Leo Frobenius. Frankfurt a.M. mehr unter: http://www.afroport.de/em_kunst_ausstellungen.php

KONZERTE:
1.-30.11.: Amo - eine dramatische Spurensuche. Münster 2.-20.11.: DIFFERENT MOODS, St. Gallen - Bern - Bonn - Nürnberg - Stuttgart - Mels - Zug 3.-26.11.: Tormenta Jobarteh Solo. München - Garmisch - Neuburg 4.-26.11.: Bagamoyo Players: «Zauberwasser gegen Gewehrkugeln» - Dtl.-Tournee (Wuppertal - Ahlen - Waltrop - Würzburg Münsterschwarzach - Neuendettelsau - Berlin - Hildesheim - Kiel Hamburg – Darmstadt - Bremen - Siegen u.a. 17.-19.11.: We Remember Bob Marley Tour 2005. Bad Salzungen - Landshut - Tübingen 19.11.-9.12.: Where You Live - Tracy Chapman. Berlin - Leipzig Hamburg - Köln - Genf - Zürich 12.11.: Kim Azas & Alafia - Afro-Reggae aus Benin. Gasteig München

TV-Tipps:
13.11. 12:50-14:00 arte: Auf nach Timbuktu! 15.11. 20:15-21:00 ZDF: Deutsche Kolonien (2/3): Afrika brennt 17.11. 20:15-23:05 arte: Neue Heimat Marrakesch. Spielfilm 18.11. 20:15-21:00 Phoenix: Tränen und Träume: Frauen in Afrika mehr unter: http://www.afroport.de/em_medien_tv-tipps.php

2005

Vermischtes

Nr. 06/2005 | Seite 38

Liberia:

Deutsche Botschaft wieder eröffnet
Die deutsche Botschaft in Monrovia (Liberia) hat am 24. Oktober nach 8 Jahren der Schließung offiziell ihre Arbeit wieder aufgenommen. Die Botschaft wurde am 27.06.1997 während des Bürgerkrieges in dem westafrikanischen Land geschlossen. Mit der Wiedereröffnung will Deutschland einen Beitrag zum Wiederaufbau und zur Stabilisierung Liberias leisten. Deutschland ist derzeit das einzige EULand, das in Liberia mit einem dort residierenden Botschafter vertreten ist.
(AA)

nalfeierutscher Natio tober 2005, De grüßt Libreville, 3. Ok Ilse Lindemann-Mache be rin tag: Botschafte , Außenminister Gabuns Ping Gast Dr. Jean Foto: ia

Le président allemand Horst Köhler :

« Nous avons besoin de l’Afrique »
Dans le contexte de l’émigration africaine vers l’Europe, un hebdomadaire allemand a publié une longue interview du président Horst Köhler. «Nous avons besoin de l’Afrique» martèle une nouvelle fois Horst Köhler dans les colonnes de Die Zeit. Horst Köhler a dirigé le Fonds monétaire international avant d’être élu en mai 2004 à la présidence de la république allemande. mocratie ? Oui, répond Horst

Berlin, 22. September 2005, Nationalfeiert ag Malis: Botschafterin Fatou mata Siré Diakité im Kreise von Kollegen Foto: ia

Computers:

Network to Link 600.000 African Schools
At least 600,000 schools in Africa will be connected to one another via a computer network that can help African kids catch up with latest development of science and technology. The first phase of the programme will brolled out in 20 countries including South Africa, Mozambique, Ethiopia, Mauritius, Uganda, Mali and Cameroon, South Africa’s government news agency BuaNews said. The programme is part of the New Partnership for Africa’s Development (NEPAD) e-School initiative, which aims to equip all African primary and secondary schools with computers, radio and television sets, phones and fax machines, digital cameras, and to connect them to the internet. «The eSchool initiative was aimed at bridging the digital, knowledge, information and resource divides within the continent and the rest of the world,» said Peter Kinyanjui of the NEPAD eAfrica Commission. «The objective is to also ensure that African countries are connected to a broadband fibre-optic network that is in turn being linked to the world,» he added.

« Ne pas imposer à l’Afrique une copie du système occidental » Foto : ia

C’est à l’Afrique qu’il a consacré son premier voyage officiel à l’étranger, et ce qu’il prône aujourd’hui, c’est un nouveau partenariat avec l’Afrique. Les Africains, dit-il, doivent d’abord savoir ce qu’ils veulent, puis formuler en quoi l’extérieur peut les aider. Car souligne-t-il, s’il n’y a pas de développement autonome en Afrique, les conséquences en termes de migration, de maladies et de problèmes d’environnement viendront jusqu’à nous, que nous le voulions ou non. Mais, lui demande le South Africa: Molabosane High School journaliste de Die Zeit, ne fautcomputer centre Photo: irin il pas lier l’aide à des conditions plus sévères, en matière de droits de l’homme et de décessary capacity was created in business and entrepreneurial skills, he said. Poverty, backward infrastructure, lack of investment and personnel have hindered the development of information tech-

Köhler, il faut des conditions. Mais nous n’avons pas le droit d’imposer à l’Afrique une copie du système occidental. Le président allemand insiste également dans cet entretien sur la nécessité de combattre la corruption en Afrique. Seulement, s’empresse-t-il d’ajouter, il y a en Afrique beaucoup d’affaires de corruption auxquelles sont associées des pays industriels. L’affaire Jacob Zuma, en Afrique du sud, pourrait en être une illustration. L’ancien vice-président sud-africain aurait touché des pots-de-vin de la firme française Thomson dans le cadre d’un vaste contrat d’achat d’armements.
(extrait du journal)

Kinyanjui said in the process this drive would ensure the development of human resources, business and entrepreneurship skills as well as local content in the field of science and technology. People in rural areas within the proximity of these schools could also benefit if ne-

nology industry in Africa, the world’s poorest continent. But it is also considered as having huge potentials in this field.
(pa)

Immobilien
Penthouse in Kapstadt:

Nr. 06/2005 | Seite 39

Elegantes Wohnen im Mekka des Designs von Afrika
Kapstadt ist für seine vielfältige Architektur und seine einzigartige Lage bekannt - nicht umsonst gilt die Stadt als eine der schönsten der Welt. Hoch oben am Hang über den Dächern von Sea Point, liegt eines der elegantesten Penthäuser der Metropole am Kap. Ideal zwischen der Innenstadt und den Stränden in Clifton und Camps Bay gehört Sea Point zu den beliebtesten Gegenden der Stadt. Von der rundherum laufenden Terrasse bietet sich dem Betrachter ein phänomenaler Panoramablick auf Stadt und Meer bis hinüber zu Robben Island; nachts bezaubert die glitzernde Skyline. Das auf der insgesamt 108,5 m2 großen Terrasse gelegene Jacuzzi lädt dazu ein, die herrliche Aussicht bei einem Glas südafrikanischen Champagners zu jeder Tageszeit zu genießen. Vier großzügige Räume und drei wunderschöne Bäder, sowie eine moderne Küche mit bester Ausstattung sorgen für höchsten Komfort. Das klare Design und die ausgefeilte indirekte Beleuchtung lassen keine Wünsche modernen und stilbewussten Wohnens offen. Der sich in allen Räumen befindliche matte Mahagoniboden verleiht dem von Licht durchfluteten Penthouse eine besondere Lebendigkeit. Ein überdachtes Sonnendeck spendet an heißen Tagen Schatten und lädt zum Verweilen während der Mittagsstunden ein. Im südafrikanischen Winter können das Licht und die Wärme des modernen Kamins von zwei Räumen aus gleichzeitig genossen werden. Eine Sauna ist auf Wunsch einbaubar; das überdachte Sonnendeck kann durch Einglasung in eine Innenfläche gewandelt werden. Eine ca. 350 m2 große Dachterrasse ist nur vom Penthouse aus begehbar, stellt aber keinen Privatbesitz dar. Nach Absprache mit der «Body Corporate Office» darf sie jedoch vom Eigentümer des Penthouses genutzt werden. Eine innerhalb des schönen und modernen Apartmenthauses gelegene Garage bietet Raum für drei Pkws. Für Sicherheit sorgt das moderne Sicherheitssystem des Hauses. Weitere Informationen bekommen Sie direkt vom Eigentümer unter +0027 (0) 824150200 oder jh@telkosa.net

Eckdaten:
Haustyp: Penthouse Extras: Jacuzzi Wohnfläche: 251.0 m2 Terrasse: 108,5 m2 Zimmer: 4 Badezimmer: 3 Garage/Stellplatz: 3 Objektzustand: Erstbezug

Fotos: privat

Leben am Kap der Guten Hoffnung:

Der Blick auf den Tafelberg ist käuflich!
Immobilien in Kapstadt und Umgebung sind sehr beliebt und ein lohnendes Investment. Wer einmal den Boden an der südlichsten Spitze Afrikas betreten hat, will nicht wieder weg. Wer muss, versucht oftmals durch den Kauf einer Immobilie einen Grund zu haben, immer wieder zu kommen. Schuld daran sind die überwältigende Natur, das mediterrane Klima und die Internationalität der Metropole Kapstadt. Seit Ende der 90er Jahre boomt der Immobilienmarkt. Wertsteigerungen von über 50 % sind keine Seltenheit. Trotzdem ist es immer noch weitaus günstiger, eine Immobilie in Kapstadt zu kaufen als im Mittelmeerraum. Die Austragung der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2010 wird dafür sorgen, dass die Immobilienpreise weiter steigen. Ein idealer Zeitpunkt also, sich den Traum vom Haus am Kap zu erfüllen. Seit Jahren ist Südafrika eine stabile demokratische Demokratie mit einer starken Wirtschaft. Durch das Investitionsschutzabkommen zwischen Deutschland und Südafrika ist deutsches Kapital vollkommen abgesichert. Es besteht sowohl ein Enteignungsschutz als auch Rechtsweggarantie. Kapital und Erträge können jederzeit wieder ausführt werden, solange es bei der Reservebank angemeldet ist. Wie überall auf der Welt braucht derjenige, der in Kapstadt und Umgebung eine Immobilie kaufen möchte, eine fundierte juristische Beratung, damit der Haustraum nicht zum Albtraum wird. Wegen der hohen Sachwerte ist vor allem die Konsultierung eines sogenannten ’conveyancer’ (Notar) unerlässlich, um die korrekten

Eigentumsübertragen zu sichern. Die Kanzlei und das Notariat R&C International Lawyers in Kapstadt unterstützt Sie gerne bei der Auswahl einer geeigneten Immobilie vor Ort, der Prüfung des Kaufvertrags und der Am Fuß des Tafelbergs … Eintragung ins Grundbuch, damit Sie auf der sicheren Seite stehen. Natürlich wird in unserem Kapstädter Büro neben Englisch auch Deutsch gesprochen. Sie finden uns in Kapstadt in der Buitengracht 158, 8001 Cape Town, Telefon: +27 (0) 214816020. Eine eingehende Beratung und weitere Informa… lässt sich’s … tionen bekommen Sie natürlich auch in unserem Berliner Büro im South African Business Centre, Platz vor dem Neuen Tor 4, 10119 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 2408340, Email: info@gecosa.de. (Lilly von Hoyningen-Huene, Leiterin South African Business Centre Berlin)
Fotos: privat

… gut leben!
        
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