Einleitung.
Essen niemals eine wirkliche Ersparniß bedeutet, weiß derjenige am besten,
der schon wiederholt und während längerer Zeit seine Mahlzeiten in einem
Gasthaͤuse eingenommen hat und wenige Stunden nach beendetem Mahl von
neuem — Hunger empfänd! — Es ist weit klüger und praktischer, sich
auf recht einfache Gerichte zu beschränken, mit einer kräftig bereiteten
Schüssel vorlieb zu nehmen, als ein dünnes, geschmackloses Essen herzu—
flellen, welches den Magen allerdings füllt, dem Körper aber nicht die
benötigte Menge an den verschiedenartigsten Nahrungsstoffen zuführt, die
er zur Erhaltung einer ungeschwächten Gesundheit und Arbeitskraft bedarf.
Uebrigens haben wir im Hinblick darauf, daß ein Kochbuch bestimm,
ist, durch seht viele Hände zu gehen und den verschiedenartigsten Ansprüchent
Bbrsen und Geschmacksrichtungen gerecht zu werden, uns bemüht, bei
zahlreichen Rezepten verschiedene Zuthaten zwischen Klammern zu setzen,
pomit angedeutet werden soll, daß dieselben nicht unbedingt nöthig zur
Herstellung des betreffenden Gerichtes sind, wohl aber zu dessen Ver—
befserung dienen. Ebenso sind alle jene Angaben, wo es heißt: „man
kann“ oder „nach Belieben“ ꝛc. nicht unbedingt, sondern nur beding—
ungsweise zu befolgen, je nach dem persönlichen Geschmack und der
Gelbsumme, die man sür die betreffende Speise ausgesetzt hat. Mit Aus—
nahme der Puddings, Aufläufe, Backwerke aller Art kann man
auch an Butter und Eiern nach Belieben etwas weniger nehmen, als in
den Rezepten angegeben erscheint: ein mit weniger Fett bereiteter Braten,
eine Suppe, Klöße oder ein Pfannkuchen, an denen sich weniger Butter
oder Eier befinden, werden allerdings weniger wohlschmeckend und auch
etwas weniger nahrhaft sein, doch darum noch nicht mißrathen, wie dies
bei einem Pudding, einem Blätterteige und ähnlichem sehr leicht der Fall
fein würde, wenn die angegebenen Mischungen nicht eingehalten werden.
Uebrigens befinden sich so viele verhältnißmäßig billig her—
zustellende Gerichte in diesem Buche, daß Diejenige nicht in
Verlegenheit kommen wird, die für ihre Küche nicht viel aus—
geben will.
Worauf wir aber zum Schluß noch besonders aufmerksam machen
wollen, das sind die jedem Abschnitte beigegebenen Erklärungen, die
sich auf die Herstellung der, in die hetreffende Speisengattung fallenden
Gerichte, die dazu erforderlichen Vorbereitungen wie die Behandlung
der dazu in Verwendung kommenden Hauptbestandtheile betreffen. Die—
felben führen den Titel: „Kurze Anleitung zur Herstellung von Suppen,
Fleischgerichten, Klößen ꝛc.“ Die einzelnen Nummern, die in diesen An⸗
leitungen zur Sprache kommen, sind im Inhaltsverzeichnisse angeführt.
Ein Anfängerin in der Kochkunst oder eine in der Bereitung bestimmter
Gerichte noch ungeübte Köchin wird sich unseres Buches nur dann mit
dem ganzen wünschenswerthen Erfolge bedienen, wenn sie diese An—
leitungen durchliest, ehe sie sich an die Arbeit macht, und nach den da—
felbft gegebenen Anweisungen verfährt.