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{peifte in der großen Saalftube, die beiden Kurfürften
in Joachims eigenem Gemach, Markgraf Johann
Georg im Saldernichen Gemach, die Kurfürftin von
Sachfen im Grünen Hut, weiter werden noch als
Speifezimmer genannt: das Gewölbe, Königsgemach,
Markgraf Johann Georgs gewöhnliches Zimmer, die
alte, neue, hintere ufw. Stube fowie die Frauenzimmer-
gemächer. 3n jedem der genannten Zimmer wurde
das Efjen (20 Gerichte) gefondert durch die dafür
beftimmten adligen Herren aufgetragen.
Am fpäten Nachmittag liegen die Fanfaren im
Schloß ihren Ruf ertönen, um 3zum eigentlichen
großen Hochzeitsmahl aufzufordern, das gemeinfam
eingenommen wurde. Es waren hierzu Tafeln zu
20 Perfonen in den größeren Gemächern gedeckt, drei
diefer Tafeln nur für die fürftlichen Perfonen
und den hohen Adel beftimmt. Es wird ausdrücklich
erwähnt, daß die Herrfchaften bei der vorjährigen
Hochzeit zu eng gefeffen hätten, man hatte daher jeßt
die Tifjche verlängert, da auch diesmal auf Furfürft:
lichen Befehl zu jedem Gang drei Gerichte mehr auf:
gefegt werden follten, fo mußten fie auch verbreitert
werden.
An der Haupttafel in der Kurfürftin großem
Gemach faßgen die Herrfchaften in nachftehender Reihen:
folge: Auf der langen Tifchfeite an den Senftern nach
der Stechbahn das Brautpaar, daneben‘ Kurfürftin
Hedwig, weiter Markgraf Sigismund, Herzogin Elija:
beth Magdalene von Braunfchweig, ihre Schweiter
Barbara, Markgraf Johann Georg, Markgräfin
Katharina von Küftrin, Markgräfin Sabina, Gemahlin