sichtigen, wofür ein Bestand von 19 473,80 Mark vor-Handen
ist.
Merlin und Wororle.
8 Mit clektro-motorischer Kraft werden jetzt
die schweren Fernsprech-Kabel durch die unterirdischen
Kanäle gezogen, sodaß die großen Handwinden außer
Tätigkeit treten können. Zur Ausführung dieser mühevollen
Arbeit hat die Reichs-Postverwaltung Benzin-Motoren
angeschafft, welche kleine Dynamo-Maschinen in Tätigkeit
setzen; die letzteren spulen die mächtigen an Drahtseilen
befestigten Kabel auf. Beide Apparate befinden sich auf
je «inen Wagen, sodaß man schnell an die Arbeitsstätte
gelangen und das Auswechseln der Kabel bewirken kann.
Das interessante Schauspiel lockt immer viel Publikum
herbei. Am gestrigen Donnerstag galt es, ein über
180 Meter langes Stück von einem schadhaft gewordenen
Kabel, welches die Verbindung zwischen dem Fernsprechamt
I und VI herstellt, aus dem unter dem Bürgersteige
des Schillerplatzes (Markgrafenstraße) liegenden Kanal
herauszuziehen. Die Sache ging überaus glatt und schnell
von statten; das 500 Fernsprechdrähte (250 Doppelleitungen)
enthaltende, über hundert Zentner schwere Kabelstück lag
bald, einer silberfarbenen Riesenschlange ähnlich, auf den
Trottoirplatten. In der Nacht hatte man ein anderes
Stück auswechseln müssen, in dessen Bleimantel sich eine
tiefe Einbuchtung zeigte; sie rührt jedenfalls von der
Spitzhacke eines Asphaltarbeiters her, der mit der Bleiumfüllung
zugleich mehrere Kupferdrähte der Fernsprechleitung
zerschlagen hatte. In der Auffindung und Wiederherstellung
solcher schadhaften Stellen haben unsere
Telegraphenarbeiter eine erstaunliche Übung erlangt.
8 Um de« Springbrunnen auf dem Bellealliance-Platz
ist jetzt zwischen dem Wasserbecken und dem eisernen
Gitter, das vor kurzem errichtet worden ist, eine Rasenanlage
hergestellt worden, sodaß nunmehr den Kindern
jeder Zutritt zu dem Brunnen gewehrt ist.
8 Schwarzlackierte runde Strohhüte wurden
gestern von Omnibuskutschern der Linie 4 (Hallesches Tor-Landsberger
Tor) probeweise getragen.
8 Die Hintergebäude des Hauses Potsdamerstraße
3, die durch die in ihnen entstandenen Risse vor
einiger Zeit so viel von sich reden machten, werden jetzt
abgerissen, während das Vorderhaus umgebaut wird. Es
wird dadurch eine unmittelbare Verbindung mit dem Hotelneubau
in der Bellevuestraße hergestellt.
8 Ans der Treptow-Sternwarte spricht Herr
Dozent Jens Lützen am Sonntag, den 20. Mai, Nachmittags
5 Uhr unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder
über „Die Photographie im Dienste der Himmelskunde"
und um 7 Uhr über: „Die neuesten Ausbrüche des Vesuvs
nach eigener Anschauung und eigenen Photographien". —
Es ist das zweite Mal» daß Herr Jens Lützen öffentlich
in Berlin über die Vesuvkatastrophe sprechen wird. Das
Thema für den Vortrag am Montag Abend 9 Uhr lautet:
„Marskanäle und Eisfelder". — Mit dem großen Fernrohr
wird während der ganzen Woche Nachmittags die
Sonne abwechselnd mit der Venus, Abends Fixstern,
Doppelstern oder Sternhaufen im Herkules beobachtet.
Gleichzeitig machen wir hiermit bekannt, daß die Treptower
Sternwarte am Himmelfahrtstag, Donnerstag, den 24. Mai
geschlossen bleibt.
gerichtliches.
P Zwei Gewalt-mensche« die Schlosser Fritz Schultze und
Ernst Schultze standen gestern vor der 36. Abteilung deS Berliner
Schöffengerichls II. Einer der beiden Brüder war eine kurze Zeit
lang bei dem Fabrikbefitzer Morgenroth beschäftigt gewesen und war
mit letzterem in Streitigkeiten geraten. Am 20. Januar d. I.,
Abends gegen 5 Uhr, kamen die Brüder in das Kontor des M.
stellten Forderungen, die M. für unberechtigt hielt und deshalb
wies. „Wenn Du mir dar Geld nicht gibst, schlage ich Dir die?
in Klump!' rief Ernst Sch. Darauf machte M. von seinem Ha
recht Gebrauch und forderte die beiden ungebetenen Besucher auf, f.
zu entfernen. Beide weigerten sich zu gehen, stellten sich kampfberei
auf und wurden nur durch das energische Auftreten des M, der fick
zur Verteidigung rüstete, an einem tätlichen Angriff auf der
63 jährigen M. verhindert. Draußen auf Flur und Treppe standen
noch 5 gute Freunde der beiden Brüder, die sich beharrlich weigerten,
fortzugehen. Erst als M. Beistand erhielt, entfernten fich die Eindringlinge.
Draußen rief Ernst Sch. dem M. noch zu „Du H . . .!
Kommst Du raus, schlage ich Dir den Schädel eint' — Der Vorgang
lag einer gegen die beiden Brüder wegen gemeinschaftlichen
Hausfriedensbruchs vor dem Schöffengericht erhobenen Anklage zu
Grunde. Ernst Schultze mußte sich auch noch wegen Bedrohung mit
einem Verbrechen verantworten. Beide Angeklagte leugneten im
Verhör vor Gericht, Fritz Schultze bestritt, daß eine Aufforderung zum
Verlassen der Kontors und des Treppenflurs an ihn gerichtet worden
sei und Ernst Schultze leugnete überhaupt, irgend etwas Strafbares
begangen zu haben. Durch das Ergebnis der Beweisaufnahme
wurden die Angeklagten vollständig überführt. Das Urteil lautete
gegen Fritz Sch. auf 1 Woche Gefängnis und gegen Ernst Sch. auf
12 Tage Gefängnis.
Vermischtes.
* Der langsamste Zug der Welt fährt auf der spanischm
Linie Soto-de-Rey nach Ciano Santo-Ana und legt die 22 Kilometer
in 1 Stunde 55 Min. zurück. DaS macht eine Durchschnittsgeschwindigkeit
von 11 Kilometern in der Stunde. Der erste Teil .der
Strecke von Ciano-Santa-Ana nach Sama, der nur 3 Kilometer beträgt,
erheischt — eine volle halbe Stunde. Da kann also ein mittlerer Fußgängcr
mit der größten Leichtigkeit folgen, und^wenn er den Zug versäumt
hat, ihn sogar einholen.
Geschäftliches.
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ihre Sympatie für unsere Friedenauer Schützengilde durch geschmackvolle
Fahnen- usw. Arrangements bekunden wollen, tun gut fich mit
genannter Firma in Verbindung zu setzen.
Bekanntmachung
Die Erhebung der Steuern für das
Vierteljahr April/Juni 1106 durch unsere
Steuererheber beginnt mit dem 21. Mat
dS. IS.
ES wird besonders darauf aufmerksam
gemacht, daß die Beamten bei jedem
Steuerzahler nur einmal erscheinen
können.
Werden die Steuern an die Steuererheber
nicht gezahlt, so find dieselben
innerhalb 5 Tagen vom Tage der Zustellung
des Zahluugsersuchens ab gerechnet
direkt bei der hiesigen Gemeinde-Kaffe —
am Tage der Zustellung des Zahlungs-Ersuchens
wird ersucht, an der Kasse keine
Zahlung zu leisten — oder bei der hiesigen
Depositenkaffe der Deutschen Bank einzuzahlen.
Hierbei ist im ersteren Falle das
Zahlung! ersuchen oder die Veranlagung,
im letzteren Falle daS Zahlungsersuchen
mitzubringen.
Friedenau, den 18. Mai 1906.
Der Gemeinde-Vorstand.
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den 22., Mittwoch, den 23. und Donnerstag,
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Ausmarsch der Gilde am Sonntag, den 20. Mai, l l / 2 Nhr Mittags
vom Vereinslokal „Hohenzollern".
Abholen der Fahne und des Schützenkönigs.
Einmarsch Mittwoch, den 23. Mai, Abends 8 Uhr.
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