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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 12 973 Die Bibliotheksallianz der „Historically Black Colleges and Universities“ in den USA Gernot U. Gabel Wer heute über das universitäre Bildungswesen der USA spricht, der nennt sicher- lich so renommierte Institutionen wie Harvard, Yale, Princeton, Columbia und Stanford. Diese traditionell von weißen Amerikanern besuchten Bildungseinrich- tungen lassen zwar auch Afro- und Hispano-Amerikaner als Studierende zu, aber meist nur in geringem Umfang und dies auch erst infolge der Bürgerrechtsgesetze der 1960er Jahre. Wer als schwarzer Amerikaner nicht mit schulischen oder sport- lichen Spitzenleistungen aufwarten kann, der wird auf Hochschulen verwiesen, die keine herausragende akademische Reputation genießen, darunter manche, die gezielt schwarze Studienbewerber ansprechen. Letztere teils schon im späten 19. Jahrhundert gegründeten Hochschulen sind seit der Bürgerrechtsbewegung als „Historically Black Colleges and Universities“ anerkannt und müssen sich mit ihren Bildungsangeboten in einem äußerst kompetitiven Umfeld behaupten. Rückblick Als Präsident Abraham Lincoln im Januar 1863 die Befreiung der Sklaven anord- nete, waren zunächst nur die in den Nordstaaten ansässigen Schwarzen aus ihrer Knechtschaft befreit. Erst mit dem Sieg über die Südstaaten und dem 1865 vom Kongress gebilligten 13. Verfassungszusatz (amendment) war die Sklaverei end- gültig abgeschafft. Die schwarze Bevölkerung war damit zwar rechtlich frei, aber eine gesellschaftliche Gleichheit war keinesfalls erreicht. Einzelne Bundesstaaten, insbesondere im Süden, schufen in den Folgejahren neue rechtliche Hürden und grenzten die Schwarzen aus, nicht zuletzt im Bildungswesen. So konnte nur ein äußerst geringer Prozentsatz der schwarzen Jugendlichen eine Schule besuchen, und vom Besuch eines College durften die meisten nur träumen. Selbst wenn sich religiöse Gruppierungen, insbesondere die Quäker, der Bildung für Menschen al- ler Hautfarben verschrieben und z.B. schon 1837 das Institute for Colored Youth in Pennsylvania gründeten, so fehlten doch in solchen Einrichtungen zumeist die Voraussetzungen für ein akademisches Studienprogramm bei Lehrenden wie Studierenden. Während der öffentliche Hochschulsektor durch den sogenannten Morrill Act, mit dem der Kongress aus dem Bundesvermögen Ländereien für die Finanzierung neuer Institutionen bereitstellte, nach 1862 massiv expandierte, blie- ben Hochschulen für Schwarze von diesem Programm weitgehend ausgeschlos- sen. Erst fast drei Jahrzehnte später, mit dem zweiten von Senator Morrill geför- derten Gesetz über Land-Grant-Colleges, kamen ab 1890 auch 16 von Schwarzen besuchte Hochschulen in den Genuss dieses Finanzierungsprogramms. Themen
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