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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 11 891 Die Nationalen Forschungsbibliotheken in England Gernot U. Gabel Die Finanzierung der Universitäten Großbritanniens erfolgt bekanntlich nicht direkt durch das zuständige Ministerium, sondern seit zwei Jahrzehnten über „funding councils“, die jeweils für einen der vier Landesteile (England, Schott- land, Wales, Nordirland) zuständig sind. Für die Hochschulen Englands, des größten Landesteils, trägt das „Higher Education Funding Council for England“ (HEFCE) Verantwortung, das in Bristol (auf dem Campus der University of the West of England) ansässig ist und über ein Jahresbudget von rund 7,4 Milliarden Pfund (2010/11) verfügt. Die Organisation untersteht dem Secretary of State for Innova- tion, Universities and Skills, dem gegenüber sie jedoch nicht weisungsgebunden und somit keiner politischen Kontrolle unterworfen ist, was sicherstellt, dass dem tertiären Bildungssektor die akademische Freiheit bei der Gestaltung von Lehre und Forschung belassen bleibt (www.hefce.ac.uk). Unter die Zuständigkeiten des HEFCE fällt auch die Förderung forschungsrele- vanter Literatursammlungen in England. Die größten Forschungsbibliotheken Großbritanniens hatten sich schon 1983 zu einem Interessenverband namens „Consortium of University Research Libraries“ (CURL) zusammengeschlossen, um gegenüber Regierung und Parlament ihre Anliegen mit größerem Nachdruck vertreten und gemeinsame Projekte wie den Gesamtkatalog der Hochschul- bibliotheken COPAC unterstützen zu können. Dieser nur die bibliothekarischen Spitzeninstitutionen umfassende Verbund firmiert seit 2008 unter dem Namen „Research Libraries UK“ (RLUK). Ihm gehören derzeit 32 Einrichtungen an (www. rluk.ac.uk), darunter alle zentralen Bibliotheken der forschungsintensiven Uni- versitäten, die seit 1994 zur exklusiven „Russell Group“ (z.Z. 20 Mitglieder) zählen (www.russellgroup.ac.uk). In Anbetracht der anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten hatte die briti- sche Regierung bereits vor einigen Jahren verfügt, dass die Ministerien nicht mehr mit stetig wachsenden Budgetansätzen rechnen könnten. Der HEFCE nahm diese Vorgaben zum Anlass, um die Förderung der größten Forschungsbibliotheken auf den Prüfstand zu stellen, und beauftragte Sir Ivor Crewe, den ehemaligen Vize- kanzler der Universität Essex, mit einer Untersuchung über Fördermaßnahmen für den kleinen Kreis der als herausragend eingestuften Forschungsbibliotheken. Seine Studie mit dem Titel „Review of the HEFCE funding for research libraries“ wurde im März 2008 vorgelegt. Der Crewe-Bericht wählte als Ausgangspunkt die letzte umfassende Fördermaßnahme für Bibliotheken des Hochschulsektors (Research Support Libraries Programme), das von den vier „funding councils“ des Landes gemeinsam getragen worden war und eine Laufzeit von vier Jahren Themen
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