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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Digitale Bibliothek Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 2 85 Die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Düsseldorf wird ab Februar 2012 in einem auf eineinhalb Jahre angelegten und von der Deutschen Forschungs- gemeinschaft (DFG) geförderten Projekt 10.000 Theaterzettel erschließen, digi- talisieren und online zur Verfügung stellen. Im Rahmen des Projekts werden die Theaterzettel des Zeitraums von 1802 bis 1918 bearbeitet. Dabei steht die tiefe Erschließung der Materialien im Vordergrund, ist sie doch die notwendige Vor- aussetzung für eine adäquate wissenschaftliche Nutzbarkeit. So werden sämtli- che beteiligten Personen inklusive aller aufgeführten Schauspieler aufgenommen und – wenn mit vertretbarem Aufwand möglich – mit der Personennamendatei (PND) verknüpft. Zur wissenschaftlichen Bedeutung von Theaterzetteln Augenfällig ist die Bedeutung der Theaterzettel als theaterhistorische Quelle. So lassen sich zum Beispiel Spielpläne rekonstruieren, um etwa die besonderen Merkmale der verschiedenen Intendanzen herauszuarbeiten oder die (zeitli- che und räumliche) Verbreitung bestimmter Stücke bzw. der Stücke bestimmter Epochen. Die Untersuchung eines größeren, vor allem regional weiter gefassten Korpus kann auch Aufschluss geben über die Wanderbewegungen von Schau- spielgruppen oder einzelnen Darstellern. Darüber hinaus liefern die Theaterzettel auch Indizien für die Bedingungen, unter denen Theater stattfand, wenn zum Bei- spiel explizit darauf hingewiesen wird, dass die Bühne während der Aufführung nicht zu betreten sei. Auch Informationen zur Abonnement-Praxis lassen sich aus den Theaterzetteln ableiten. Darüber hinaus sind Theaterzettel ebenfalls als kulturhistorisches Forschungsgut interessant. Dies gilt umso mehr, als es sich nicht nur um Ankündigungen von Theateraufführungen handelt, sondern auch von Schaustellern, Feuerwerken, Tierschauen und ähnlichen Veranstaltungen. Besondere Anlässe werden auf den Theaterzetteln vermerkt, ebenso wie Benefiz-Veranstaltungen. Eingehend hat sich Gertrude Cepl-Kaufmann vor allem unter kulturhistorischer sowie gattungs- poetischer Perspektive mit den Theaterzetteln beschäftigt.4 4 Cepl-Kaufmann, Gertrunde: Die Einblatt-Archivalie „Theaterzettel“ als Erinnerungs- träger und Medium kulturwissenschaftlicher Forschung. Zum Bestand in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. In: Siebert, Irmgard (Hrsg.): Bibliothek und Forschung. Die Bedeutung von Sammlungen für die Wissenschaft, Frankfurt a.M. 2011 (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie, Sonderband 102).
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