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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Programme 848 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 10 Workshop „Ethnologie im Bibliotheksumfeld“ Termin: Freitag, 30. November 2012, 9.00–16.00 Uhr Ort: Technische Hochschule Wildau, Bibliothek, Halle 10 Zielgruppe: Bibliothekar/-innen und Mitarbeiter/-innen in Informations- einrichtungen, welche im Benutzungsbereich tätig sind Ziel des Workshops: Um Wünsche und Anforderungen des Kunden an Informa- tionseinrichtungen und wie er mit Angeboten im Servicebereich zurechtkommt zu verstehen, wurden zahlreiche Ansätze entwickelt und teilweise auch konse- quent umgesetzt , wie z.B.: regelmäßige Umfragen, Beschwerde- bzw. Gästebuch, Bildung von Fokusgruppen, Usability-Untersuchungen zu Webauftritten. Dabei werden in der Regel aufgrund angenommener höherer Repräsentativität der Resultate quantitative Methoden in den Vordergrund gestellt. Folgt man dem Zitat von Einstein: „Nicht alles was zählt kann man zählen und nicht alles was man zählen kann zählt“, muss man dieser Gewichtigung von statistischen Daten kei- nesfalls vorbehaltlos folgen. Modul 1: Einführung in die ethnografischen Methoden und qualitative Sozialforschung Ist der Bibliothekskunde als Individuum mit seinen Ansichten, Attitüden und Bewertungen fassbar oder gilt: „Individuum est ineffabile?“ Bei diesem Workshop, der erstmals angeboten wird, geht es darum, den quali- tativen Ansatz als methodisches Rüstzeug, um den Bibliotheksbenutzer zu ver- stehen, kennen zu lernen. Ein weiterer entscheidender Unterschied zu bisherigen Verfahren und „Annäherungsversuchen“ soll darin liegen, sozusagen als embed- ded librarian nicht den zu fokussierenden Kunden in einer artifiziellen und anre- genden Situation zu Äußerungen zu bewegen, sondern ihn im natürlichen Kon- text seiner Bibliotheksnutzung verstehen zu lernen. Im Grundansatz wird davon ausgegangen, was Bernhard Streck, emeritierter Leiter des Leipziger Instituts für Ethnologie, in einer Buchrezension von 2004 als sozialwissenschaftlichen Konsens bezeichnete, und der darin besteht, „dass der verkleidete Mensch einen prinzipiell anderen Zugang als der vermessene Mensch braucht.“ Diese Einsicht spiegelt zu- dem einen internationalen Trend wider, wie z. B. ein Passus für eine Ausschrei- bung zu einem Satellite Meeting zur IFLA-Konferenz 2013 in Singapore es heraus- streicht: „In recent years, many libraries have used ethnographic research models to conduct research on undergraduate student work habits and how these might influence the design of library spaces and services.“ Hierzulande sind dazu bis- lang kaum Initiativen entwickelt worden, abgesehen von Publikationen (1998ff.) im Umfeld von Professor Seadle (HU Berlin), um diesem neuen Ansatz, einer den Kunden verstehenden Bibliothek, Rechnung zu tragen.
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