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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Themen Erschließung 838 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 10 Notizen zur (bibliothekarischen) Inhaltserschließung Jessica Hubrich, Bernd Lorenz Michael Menard schrieb kürzlich in einem Leserbrief an das Börsenblatt: „Doch dann kam der Schock, dass Krethi und Plethi bei Amazon alles eingeben konn- ten, was ihnen gerade so einfiel und ein Ergebnis bekamen.“1 M. Menard meint als Buchhändler das Bibliografieren, aber man könnte hier auch denken, die Inhalts- erschließung insgesamt sei gemeint. Joachim Eberhardt bringt uns mit seinem kürzlich veröffentlichten Beitrag „Was ist (bibliothekarische) Sacherschließung?“2 viel Wohlbekanntes in Erinnerung und fragt selbstverständlich Gewordenes wei- ter – und das ist gut so: Denn erfreulicherweise und notwendigerweise rückt der Inhalt (der „content“) immer stärker in den Mittelpunkt auch bibliothekarischer Arbeit; scheint sich die Zeit der Matadore der – möglichst international einheit- lichen – natürlich wichtigen Formalerschließung dem Ende zuzuneigen (wobei das Gewürge um die RDA einen Beitrag zu leisten vermag)? Wenn hier Eberhardt – Heller zitierend – „Sacherschließung in der Hand vernetzter Informationsbenut- zer“ (S. 390 f.) sieht, ist das gewiss (zumindest teils) berechtigt (auch für den Al- phabetischen Katalog?). Die unterstellte Folgerung „Was Nutzer tun, kann keine Sacherschließung sein, da es ohne Rücksicht auf (bibliothekarische) Methoden geschieht“ (S. 391) sehen wir als axiomatisches Missverständnis des Autors. Nut- zer können selbstverständlich Sacherschließung leisten, es ist eben keine biblio- thekarische; somit werden eben andere Methoden verwendet. Diese Methoden mögen vielleicht nur dem Nutzer selber bekannt sein, werden eventuell auch nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums angewendet, aber es bleiben Methoden, die sich mitunter auch in der Termwahl niederschlagen. Eberhardt arbeitet nun mit drei Definitionen; hier die erste (D 1): „Im Gegensatz zur Formalerschließung, bei der Bücher und andere Medien nach formalen Elementen (z.B. Verfassername, Sachtitel) beschrieben und verzeichnet wird, geht es bei der Sacherschließung um die inhaltliche Beschreibung und Erschließung. (Es) ist zu unterscheiden zwischen (a) der verbalen Sacherschließung (...) und (b) der klassifikatorischen Sach- erschließung (...)“ (S. 387). Doch bibliothekarische Methoden legt die – nach Meinung von Eberhardt zu über- windende – Definition D 1 (Eberhardt nennt sie seltsamerweise „orthodoxe Defini- tion“ (S. 387 ff.)) eben nicht fest, sei es enges oder weites Schlagwort, sei es welche 1 Menard, Michael: Leserbrief. Attacke gegen eine heilige Kuh. In: Börsenblatt 25. 21.06.2012. S. 16. 2 Eberhardt, Joachim: Was ist (bibliothekarische) Sacherschließung. In: Bibliotheksdienst 46 (2012), H. 5., S. 386–401.
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