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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Themen Erschließung 820 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 10 Oksana Zavalina (University of North Texas, Denton, TX, USA) stellte eine For- schungsarbeit vor, die den Vergleich von Inhaltsbeschreibungen für digitale Sammlungen mit kontrolliertem Vokabular versus Freitext zum Gegenstand hatte. Ergänzen sich beide Beschreibungsformen wechselseitig, sind sie redundant? Das Ergebnis ist eindeutig: in der Regel gab es wenig Überschneidungen, am besten wählt man daher beide Ansätze zur Beschreibung, um digitale Sammlungen mög- lichst gut auffindbar zu machen. Auch der Vortrag von Joan Mitchell (OCLC, Dublin, OH, USA) bewegte sich auf der konzeptionellen Ebene: lassen sich Klassifikationssysteme so darstellen, dass Aus- gaben in verschiedenen Sprachen bzw. kontextgebundene Abweichungen auf konzeptioneller Ebene zusammengeführt werden können? Dann könnten Klassi- fikationen universell und unabhängig vom konkreten Kontext für Wissensorga- nisation und zum Retrieval im Semantic Web eingesetzt werden. Geprüft wurde konkret, ob sich das FRSAD-Modell auf Klassifikationen anwenden lässt. Nach den Functional Requirements for Subject Authority Data (FRSAD22) hat ein Werk ein Thema, welches durch ein Nomen repräsentiert wird. In einer Klassifikation bilden die Klassen (einschließlich aller dazugehörigen Anmerkungen etc.) die Themen. Notationen, Klassenbenennungen oder auch URIs sind Nomina. Letztere sind aus- tauschbar. Gelingt es aber, Themen aufeinander abzubilden, so könnten viele Pro- bleme, die derzeit beim Mapping unterschiedlicher Klassifikationen aufeinander bestehen und zu Unschärfen beim Retrieval führen, anders gelöst werden. Neue Wege in der Erzeugung inhaltserschließender Daten versucht die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) zu beschreiten. Ulrike Junger (Deutsche Nationalbiblio- thek) stellte in ihrem Vortrag den Stand der automatischen Beschlagwortung in der DNB vor. Während im Rahmen eines dreijährigen Projekts (Petrus23, 2009–2011) u.a. ein Verfahren zur automatischen Vergabe von DDC-Sachgruppen für Netz- publikationen entwickelt wurde, das seit Anfang 2012 im Einsatz ist, gibt es im Hinblick auf die automatische Beschlagwortung mit Vokabular der Gemeinsamen Normdatei (GND24) noch einige Probleme zu lösen. Die angemessene linguistische Analyse der Dokumenteninhalte muss in wiederholten Tests herausgefunden werden. Ein besonderes Problem stellt dabei die Disambiguierung von Begriffen dar. Dennoch strebt die DNB an, im Laufe des Jahres 2013 mit der automatischen Schlagwortvergabe in Produktion zu gehen. Den Abschluss eines anregenden Vormittags machte Yvonne Jahns, die als Vor- sitzende der IFLA Working Group on Guidelines for Subject Access by National 22 http://www.ifla.org/node/1297 23 http://www.dnb.de/DE/Wir/Projekte/Abgeschlossen/petrus.html 24 http://www.dnb.de/DE/Standardisierung/Normdaten/GND/gnd_node.html
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