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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Erwerbung Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 7 615 Seminar des VDA zum Thema „Provenienz und Provenienzforschung“ stattgefun- den. Dabei haben sich die Teilnehmer u.a. mit den Themen „Rechtliche Grundla- gen der Provenienzforschung und Restitution“ und „Restitution von ‚NS-Raubgut‘ in Bibliotheken“ befasst. Darüber hinaus gibt es Bemühungen von Seiten des VDA mit geeigneten Gremien des DBV in einen kontinuierlichen Meinungsaustausch zu treten. Ein weiteres Feld, auf dem die Verbände Fragen ihrer gemeinsamen Arbeitsbasis regeln, sind die zuletzt 1996 überarbeiteten „Empfehlungen zum Ge- schäftsverkehr zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken und dem Antiquariats- buchhandel“.23 Hier sollte bald neben anderen Neuerungen der letzten 16 Jahre auch die NS-Raubgut-Problematik angesprochen und möglichst klar geregelt werden. Als besonders großer Fortschritt in diesem Zusammenhang ist allerdings die in diesen Tagen erfolgte Anerkennung der gemeinsamen Erklärung durch den VDA anzusehen (dazu im Folgenden). 3. Fazit: Probleme und Thesen 3.1 Probleme Der Umstand, den viele Beteiligte als Problem bei der Identifizierung von NS- Raubgut im Handel wie in Bibliotheken benennen, dass nämlich zahlreichen Exemplaren keine evidenten Provenienzmerkmale eignen, soll hier aus einem einfachen Grund nicht weiter diskutiert werden: Wenn nämlich solche Merkmale wirklich fehlen, und wenn keine äußeren Hinweise (Archivalien, beschriftetes Ver- packungsmaterial, Beilagen etc.) darauf hindeuten, sind Raubgut-Zusammenhän- ge nur sehr schwer zu ermitteln. Langwierige Recherchen sind aber im Vorfeld der Erwerbungsentscheidung in der Regel nicht zu leisten. Es geht also nicht darum, das Unmögliche zu fordern, sondern darum, das Mögliche zu tun. In dieser Hinsicht war bisher ein anderes Problem gravierender: Gemeint sind die unterschiedlichen Voraussetzungen, von denen Bibliotheken und Handel beim vorliegenden Thema von rechtlicher Seite her bis vor kurzem ausgingen: Denn es erschien selbst dem juristischem Laien als klar, dass die Bibliotheken (wie an- dere öffentlich-rechtlich organisierte Kultureinrichtungen) an die „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände“ gebunden sind; und dass sich dagegen die privatrechtlich organisierten Antiquariate und Auktionshäuser auf Verjährungsfristen der einschlägigen Gesetzgebung berufen können. Diese Positionen stellen nun kein grundsätzliches Hindernis mehr dar und brauchen keiner gründlicheren juristischen Prüfung mehr unterzogen wer- den, weil der Vorstand des Verbandes Deutscher Antiquare entschieden hat, sich 23 Gruber, Gerhard; Wiesner, Margot: Empfehlungen zum Geschäftsverkehr zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken und dem Antiquariatsbuchhandel. In: Bibliotheks- dienst 30 (1996), Heft 4, S. 660–668. Online unter http://bibliotheksdienst.zlb.de/1996/1996_04_Erwerbung01.pdf [13.06.2012].
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