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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Themen Erwerbung 614 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 7 wenbändiger“ von 1930 (Kunsthaus Lempertz).20 Ob sich aber diese rein monetäre Argumentation auf Dauer halten lässt, ist zu bezweifeln. Möglicherweise müssen dazu erst noch mehr entsprechende Erfahrungen gemacht werden. So teilt der Geschäftsführer des daraufhin angefragten Auktionshauses Venator & Hanstein mit, dass bislang „kein Fall von NS-Raubgut bekannt [sei], das bei uns angebo- ten, verkauft oder zurückgezogen wurde.“21 Die im Raubgut-Zusammenhang ge- fragten Aufgaben des Handels bestehen in erster Linie in Leistungen, die ohnehin zum Berufsbild und zum genuinen Arbeitsumfang in Antiquariaten und Auktions- häusern gehören: nämlich in der präzisen Beschreibung des angebotenen Buchs oder Bücherkonvoluts und seiner Provenienzen. Besitzanzeigenden Evidenzen wie Exlibris, Stempeln, Widmungen, Kaufeinträgen etc. muss in jedem Fall beson- deres Augenmerk gelten. In zweiter Linie sind unsere Partner in Auktionshäusern und Antiquariaten dafür zu gewinnen, bei nachträglich erkannten Raubgut-Fällen konstruktiv an der Restitution mitzuwirken. 2.3 Die Verbände Wie sich bisher schon gezeigt hat, können einzelne Bibliotheken, Antiquariate und Auktionshäuser zur Aufarbeitung der mutmaßlich zahlreichen NS-Raubgut-Fälle ihren jeweiligen Beitrag leisten. Aber begleitend oder gar richtungsweisend sind darüber hinaus die Verbände auf beiden Seiten gefragt. So wurde bereits ange- sprochen, dass Fortbildungen zu diesem Thema, Handlungsempfehlungen oder andere koordinierende Maßnahmen seitens des DBV genauso zu begrüßen sind wie entsprechende Aktivitäten des VDA.22 Zum Beispiel wäre auf eine aktuelle Ver- anstaltung hinzuweisen, die deutlich belegt, dass auf Seiten des Handels Interesse an dem Thema NS-Raubgut besteht: Vom 17. bis 20. Mai 2012 hat in Köln das 42. 20 Dazu Koldehoff (wie Anm. 4) sowie ders.: Die Bilder sind unter uns. Wie können Auktionshäuser sich und die Sammler vor NS-Raubkunst schützen? In: Die Zeit, Nr. 49 vom 01.12.2011. Online verfügbar unter http://www.zeit.de/2011/49/NS-Raubkunst [15.05.2012]. 21 Wie Anm. 19. Dass solche Fälle vermutlich häufiger vorkommen, zeigt ein Beispiel aus der aktuellen Auktion des Auktionshauses Ketterer Kunst vom 21.–22.05.2012, dort wurde unter der Katalog-Nr. 698 ein Druck aus der Provenienz der Freimaurerloge „Zu den drei Weltkugeln“ angeboten, die von Mitarbeitern der ZLB Berlin bereits als von Raubgut-Sachverhalten betroffener Bestand erkannt worden ist, vgl. die Angaben unter http://raubgut.zlb.de/index.php/Detail/Entity/Show/entity_id/822 [24.05.2012]. Nach der entsprechenden Benachrichtigung des Auktionshauses wurde das Stück nicht verkauft. Freundlicher Hinweis von Petra Feuerstein-Hertz (Wolfenbüttel). 22 Die Maßnahmen und Veranstaltungen der Bibliotheksseite werden hier nicht eigens beschrieben, weil sie als bekannt vorauszusetzen sind (zu denken wäre u.a. an den umfangreichen Raum, der dem Thema bei den Bibliothekartagen der letzten Jahre eingeräumt wurde).
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