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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Erwerbung Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 7 613 Eine weitere Aufgabe stellt die Absprache und Koordination unter den Biblio- theken dar: So wäre es zum Beispiel wünschenswert, dass alle Beteiligten an ko- ordinierten Auktionsbesuchen gleichermaßen – oder zumindest nach Kräften gleichermaßen – Kataloge und Angebote im Vorhinein auf NS-Raubgutfragen hin untersuchen. Das bedeutet konkret, die Beschreibungen der Angebote bewusst auf entsprechende Provenienzmerkmale hin zu prüfen. Dabei muss auch Wert da- rauf gelegt werden realistische, für die Praxis geeignete Standards zu entwickeln. Die von den Partnern der SDD organisierten Auktionsvertretungen sind in dieser Hinsicht als bereits weit fortgeschritten anzusehen. 2.2 Antiquariate und Auktionshäuser Für den vorliegenden Beitrag konnten dankenswerter Weise Informationen und Auskünfte vom Stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands deutscher Antiqua- re (VDA) Eberhard Köstler, vom Leiter der Geschäftsstelle des Verbands, Norbert Munsch, und vom Geschäftsführer des Auktionshauses Venator & Hanstein, Karl- Heinz Knupfer, verwendet werden. Auch wenn sich die Perspektiven von Ver- käufer und Käufer bzw. Bibliothek und Antiquariat gelegentlich zwangsläufig in Details unterscheiden, ist schon diese Form der Zusammenarbeit als Indiz für eine Sensibilisierung auf Seiten des Handels für das Thema anzusehen. Auktionshäu- ser und Antiquariate veranlasst mutmaßlich neben der Außenwirkung, also neben der Frage ihres guten Rufs, auch die ureigene Berufsethik der Branche dazu, sich den Mühen einer Prüfung von Ankäufen auf NS-Raubgut hin zu unterziehen und ggf. zu Restitutionen beizutragen. Dabei werden selbstverständlich auch Hinder- nisse und Schwierigkeiten wahrgenommen: Aus Sicht des Auktionshandels han- delt es sich bei gedruckten Büchern im Gegensatz zu Handschriften oder Kunst- werken nicht um Unikate und damit nicht um „Objekte, die so teuer sind, dass man jede Einzelheit ermitteln kann“19. Bei teureren Kunstwerken, insbesondere bei Spitzenstücken oder prominenteren Künstlern scheint ein größeres Engage- ment möglich zu sein, wie zum Beispiel im Fall von Max Beckmanns Gouache „Lö- 19 So Karl-Heinz Knupfer vom Auktionshaus Venator & Hanstein, freundliche Mitteilung vom 14.05.2012. Zu diesem Aspekt im Hinblick auf die retrospektive Suche nach NS-Raubgut Werner, Margot: Geraubte Bücher – Sonderfall Provenienzforschung in Bibliotheken. In: Verantwortung wahrnehmen : NS-Raubkunst – eine Herausforderung an Museen, Bibliotheken und Archive ; [Symposium, veranstaltet von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Berlin, 11. und 12. Dezember 2008] = Taking responsibility : Nazi-looted art – a challenge for museums, libraries and archives / hrsg. von der Koordinierungsstelle für Kulturgut- verluste Magdeburg. Bearb. von Andrea Baresel-Brand. Magdeburg, 2009 (Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste ; 7), S. 351–372, hier S. 354–356.
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