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Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 558 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 7 fatal, erst bei einem eingetretenen Notfall aktiv zu werden. Der angenommene Notfall bedarf also der Vorsorge. Zugleich ist er jedoch nicht planbar. Daher muss Prävention vom Bekannten ausgehen und in der eigenen Bibliothek beginnen. In einem nächsten Schritt kann sie institutionenübergreifend werden. Verschiedene Einrichtungen sollten sich dann miteinander vernetzen und die Vorsorge aufein- ander abstimmen. Um in einem Notfall angemessen Hilfe leisten zu können, ist daher die Gründung eines Notfallverbunds notwendig. In den vergangenen Jahren gründeten sich bereits landauf landab Notfallverbün- de. Zu nennen wären etwa Magdeburg, Weimar, Münster, Brandenburg, Hanno- ver, Stuttgart und Dresden. Den Angaben der Karte zufolge, die auf der Internet- plattform „Forum Bestandserhaltung“ deutschlandweit Verbünde verzeichnet, existieren ganze Regionen, in denen es keine Notfallverbünde gibt.3 So gleicht der Freistaat Bayern insgesamt einer tabula rasa, ähnlich verhält es sich mit Rhein- land-Pfalz und dem Saarland. Auch nördlich einer gedachten Linie von Hannover und Berlin fehlen bisher Notfallverbünde bis auf eine Ausnahme (Aurich). Der Sinn eines Notfallverbunds ist jedoch offensichtlich: Wenn im Fall von Feuer, Wasser, Einsturz in sehr kurzer Zeit Bestände geborgen werden müssen, gibt es Fachleute, die rasch und gezielt herbeigerufen werden können. Voraussetzung dafür sind u.a. Telefonlisten, die von den Verbundmitgliedern aktuell gehalten werden. Die Fachleute – Kolleginnen und Kollegen aus Bibliotheken und Archiven der eigenen Stadt – sind zum einen motiviert zu helfen, was eine erste wichtige Voraussetzung darstellt. Noch wichtiger mit Blick auf die Bestände ist dabei, dass sie kompetent sind zu helfen. Auf Grund ihrer Berufserfahrung sind sie in der Lage, auch in einer Krisensituation angemessen mit Bibliotheks- und Archivgut umzugehen. Archiv- karton, Buch, Zeitschrift, alter Druck und Handschrift gehören sozusagen zu ihrem täglichen Brot und sind bei diesen Helferinnen und Helfern in guten Händen. Ein erstes und wichtiges Ziel der Notfallhilfe im Rahmen eines Verbunds ist also die qualifizierte Arbeitskraft, die auch nachts oder am Wochenende mobilisiert werden kann, zu Zeiten also, in denen sich Notfälle vorrangig ereignen. Ein weiteres Ziel ist die materielle Hilfe. Dabei ist zuallerletzt an Finanzmittel zu denken. Vielmehr halten viele Bibliotheken und Archive ohnehin Materialien in Notfallboxen oder Notfallräumen bereit. Dazu gehören z.B. Stretchfolie für nasse Bücher, Kittel, Gummistiefel, Löschdecken etc. Beim materiellen Aspekt der Zu- sammenarbeit im Rahmen eines Verbunds kann außerdem das Solidarprinzip zum Tragen kommen. Gerade im Bereich der Bibliotheken gibt es die sogenann- Wenzel, Christoph: Notfallprävention und -planung für Museen, Galerien und Archive (Kölner Beiträge zur präventiven Konservierung 1), Köln 2007; viele der hierin behandelten Gegebenheiten sind auf die Situation in Bibliotheken zu übertragen. 3 Vgl. http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/notfall/verbuende.html (eingesehen am 11.6.2012).
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