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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Notizen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 6 515 Wissenschaftliche Erkenntnisse leicht zugänglich machen Bibliothekare fordern Reform des Urheberrechts Eine Reform des Urheberrechts ist nach Ansicht der Bibliothekare in Deutschland dringend notwendig. Trotz der Bemühungen um Reformen bekennen sich Biblio- thekare ausdrücklich zum Schutze der von Urhebern geschaffenen Werke, macht Dr. Klaus-Rainer Brintzinger, Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare e.V., anlässlich des 101. Bibliothekartags in Hamburg klar: „Es ist für Bibliothekarinnen und Bibliothekare selbstverständlich, das Recht der Kulturschaffenden, Künstler und Kreativen auf die Früchte ihrer Arbeit nicht nur anzuerkennen, sondern dieses zu schützen.“ Rechtssicherheit ist unabdingbar Doch Reformen des Urheberrechts sind dringend erforderlich. Der stetig wach- senden digitalen Verbreitung von Inhalten werde die bestehende Regelung nicht gerecht, ist Brintzinger überzeugt. „Zu den Rahmenbedingungen unserer Arbeit gehört nicht nur die ausreichende finanzielle Alimentierung. Sichere Rah- menbedingungen heißt auch, sichere rechtliche Bedingungen zu haben.“ Beim Urheberrecht sei aber in den letzten Jahren nicht mehr, sondern weniger Klar- heit und Rechtssicherheit geschaffen worden. So ist zum Beispiel völlig unzurei- chend geregelt, unter welchen Bedingungen ein Buch oder eine Zeitschrift von einer Bibliothek digitalisiert werden darf. Das Urheberrecht endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Hat beispielsweise 1880 ein damals 20-jähriger Autor, der 1945 gestorben ist, etwas veröffentlicht, so muss erst ermittelt werden, an wen dessen Rechte übergangen sind, was in vielen Fällen aussichtslos ist. Hundert- tausende von Werken dürfen von Bibliotheken daher nach aktueller Rechtslage nicht digitalisiert werden, selbst wenn der Digitalisierung niemand widerspricht. Bibliotheken werden künftig immer mehr digitale Medien anbieten. Daher sollten die Urheber Brintzingers Ansicht nach selbst ein Interesse haben, Distributions- modelle zu schaffen, die für Verbreitung und nicht für den Ausschluss sorgen. Die Verbreitung müsse immer auch die Bibliotheken einschließen. „Wer soll Inhalte an Forscher, Schüler und Studierende verbreiten und für Medien- und Lesekompe- tenz sorgen, wenn nicht die Bibliotheken?“, so Brintzinger. Open Access stärkt Wissenschaft Für die Wissenschaft gelten dabei besondere Bedingungen: Wissenschaftler seien in der Regel nicht auf die Erlöse aus ihren Publikationen angewiesen, denn für wissenschaftliche Publikationen werden ohnehin nur selten Honorare bezahlt,
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